Südafrika – ein Land der Gegensätze

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Ich hatte dieses Jahr zum dritten mal das Vergnügen, nach Südafrika zu reisen und wieder gab es Neues zu entdecken. Für mich persönlich ist Südafrika ein Land der Gegensätze in vielerlei Hinsicht….

Der mit Abstand größte Gegensatz:

Arm und Reich / Schwarz und Weiss

Kirstenbosch_04
Statue im Botanischen Garten in Kapstadt

Die Kluft zwischen Arm und Reich ist wohl in keinem anderen Land so offensichtlich, wie in Südafrika. Sicherlich sind das noch immer die Nachwehen der Apartheid. Bis vor einigen Jahren gab es sogar noch eine gesetzliche Einteilung in Klassen. Schwarze, Weiße, Coloureds und Asiaten, wobei die Afrikaner bzw. Schwarzen rund 80% der Bevölkerung stellen. Bei meiner ersten Reise nach Südafrika war ich natürlich sehr gespannt, wie sich das Thema im Alltag verhält und wie das Leben “nebeneinander” heute statt findet.

 

Riesen Thema und tatsächlich gibt es hier einiges zu berichten. Zusammengefasst ist es so, dass in Service-Berufen ausschließlich Schwarze arbeiten und oftmals werden sie von den Weissen schon eher als “Diener” behandelt. Dennoch durfte ich auch einige Schwarze kennen lernen, die in “besseren” Berufen (ohne die Service Berufe hier abwerten zu wollen) arbeiten und ähnlich gut leben, wie die Weissen. Betrachtet man allerdings die 80% schwarze Bevölkerung, würde ich behaupten wollen, dass im Business eher 80% (wenn nicht gar mehr) Weisse zu finden sind. Und auch hier musste ich fest stellen, dass nur wenige Schwarze sich wirklich in die “weisse Gesellschaft” integrieren, sondern eher ihr eigenes Grüppchen bilden.

Bei meiner ersten Reise war ich offen gestanden doch sehr geschockt, wie präsent das Thema heute noch ist und habe mich teilweise sogar geschämt, weiss zu sein. Nach mehreren Tagen im Land hat sich mein erster Eindruck zumindest etwas relativiert und ich durfte einige positive Erfahrungen im Hinblick auf das tägliche zusammen leben machen. Dennoch war es für mich ein sehr befremdliches Gefühl, dass es solche Unterschiede nur aufgrund der Hautfarbe gibt, dabei ist es ist doch völlig egal, welche Hautfarbe ein Mensch hat. Nelson Mandela sagte einst: Niemand wird mit dem Hass auf andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ethnischen Herkunft oder Religion geboren. Hass wird gelernt.

Das Thema “schwarz und weiss” zieht sich natürlich durch und prägt die Gesellschaftsschichten. Sicherlich sind nicht alle Weissen reich, aber man kann wohl behaupten, dass alle Weisen ein anständiges Leben führen können. Nicht so bei der schwarzen Bevölkerung. Bei meiner ersten Reise vor drei Jahren bin ich am Flughafen von Johannesburg gelandet und auf dem Weg nach Downtown gab es noch ganz viele Township’s entlang der Autobahn. Ein Township ist eine Siedlung mit nicht befestigten Blechhütten, ohne offizielle Wasser- und Stromversorgung. Wie ich erfahren habe, sind diese Township’s ein Dorn im Auge der Johannesburger und werden abgerissen, sobald sie zu groß werden. Direkt nach dem Abriss beginnt dann der Wiederaufbau, bis zum nächsten Abriss. Als ich nun im September diesen Jahres wieder da war, gab es keine Township’s mehr am Rande der Autobahn, sondern befestigte Siedlungen, die zumindest einen Wassertank auf dem Dach und an die Stromversorgung angeschlossen sind. Die Township’s gibt es allerdings immer noch. Nun aber nicht mehr so offensichtlich für die “bessere Gesellschaft” und vor allem Gäste des Landes. Ganz nach dem Motto: aus den Augen, aus dem Sinn. Generell ist es schon so, dass die Menschen in den Township’s am Rande der Existenz leben. Die Menschen in den befestigten Siedlungen haben zumindest eine Arbeit und können sich ein festes Dach, Strom und Wasser und vor allem Nahrung leisten.

Leider bringt Armut oft Kriminalität mit sich. Die Kriminalitätsrate Südafrika’s ist massiv. So schützen alle besser verdienenden Südafrikaner ihr Heim mit Zäunen, Mauern und natürlich Alarmanlagen, oder leben sogar in secured Areas, die durch ein Security Gate geschützt sind. Abendliche Spaziergänge in der Dunkelheit sind ein No-Go und bestimmte Teile in den Großstädten sind selbst mit dem Auto ein Tabu. So sieht also das alltägliche Zusammenleben aus.

Ein weiterer Gegensatz, den ich erfahren durfte, sind die Unterschiede zwischen:

Johannesburg und Kapstadt

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Blick auf Kapstadt vom Tafelberg
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Plumari Reservat Nahe Johannesburg

 

 

 

 

 

 

Als Gast hat beides seinen Charme… Johannesburg ist die bevölkerungsreichste Stadt Südafrikas. Die Business Metropole. Die Menschen, die in Johannesburg leben, würden nicht nach Kapstadt ziehen wollen und umgekehrt. So jedenfalls der Tenor der Johannesburger und Kapstädter. Tatsächlich konnte ich feststellen, dass die Mentalitäten schon recht unterschiedlich sind. Wo in Johannesburg Business gemacht wird, steht in Kapstadt das Leben im Vordergrund. Aber nicht nur die Menschen, auch die Natur in den Metropolen und der Umgebung und das Stadtbild sind nicht wirklich vergleichbar.

Johannesburg ist eine sehr geschäftige Stadt mit einem schönen Stadtkern und durchaus sehenswerten Ecken und vielen Shopping Malls und Entertainment Angeboten. Das Stadtbild ist geprägt von eher schlichten Geschäftshäusern.

In Kapstadt hingegen geht alles etwas entspannter zu. Sicherlich findet man die schlichten Geschäftshäuser auch da, allerdings gibt es eine gute Mischung aus schönen alten und super modernen und schicken Gebäuden.

Johannesburg liegt im Norden im Landesinneren. Die Umgebung bzw. der Norden und das Landesinnere ist geprägt von kleinen Städten und weitläufigen Arealen, aber vor allem den Reservaten und dem Krüger Nationalpark. In den Krüger habe ich es leider noch nicht geschafft, dennoch durfte ich das Wildlife in der Nähe von Johannesburg in einem kleinen Reservat kennen lernen.

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Plumari Reservat in der Nähe von Johannesburg

Kapstadt, im Süden des Landes am Meer liegend, bietet eine enorme Vielfalt und es gibt richtig viel, sehr schönes zu entdecken. Für mich am beeindruckendsten: Das Kap der guten Hoffnung und der Tafelberg. Am Kap der guten Hoffnung treffen sich der indische und der atlantische Ozean. Eine solche Schönheit habe ich selten gesehen. Der Tafelberg, der übrigens als Weltwunder nominiert wurde, ist ein beeindruckender Berg und mit der Seilbahn nach oben gefahren, kann man gut einige Stunden auf der weitläufigen flachen Bergspitze umher wandern. Zudem hat man einen riesen Ausblick über die gesamte Stadt.

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Das Kap der Guten Hoffnung in der Nähe von Kapstadt

Neben diesen zwei Attraktionen gibt es noch viele andere Dinge zu entdecken und erleben. Auf gar keinen Fall kommt man an dem Stadtteil “Waterfront” vorbei. Mehr ein Vergnügungsviertel mit zahlreichen Restaurants und Bars, sowie einer sehr netten Atmosphäre. Geht man etwas ausserhalb von Downtown gibt es viel historisches zum Thema Sklaverei, Apartheid und die Zeit vor der Unabhängigkeit zu erfahren.

Erwähnenswert in der Umgebung ist sicherlich der botanische Garten “Kirstenbosch”. Ein riesiger, ganz toll angelegter botanischer Garten, in dem man gut einen Tag zubringen kann. Des Weiteren wird die Umgebung Kapstadt’s von zahlreichen Weingebieten und sogar in Europa sehr bekannten Weingütern geprägt.

Was mich zum nächsten Thema bringt…

Wein oder Gin

Beides ist definitiv ein Muss in Südafrika. Bevor ich zum ersten mal nach Südafrika gereist war, hatte ich noch keinen Gin getrunken. Weil das neben dem Bier und Wein, so etwas wie das Nationalgetränk ist, habe ich mich vor drei Jahren ran gewagt und seit dem bin ich auf den Geschmack gekommen. Es gibt eine enorme Vielfalt an richtig guten Gin’s von lokalen Destillerien.

Einmal in Kapstadt sollte man unbedingt eine Weinprobe machen. Ich habe mir bei einem der bekanntesten Weingüter, dem Groot Constantia, die Proben des lokalen Rebensafts gegönnt. Neben dem tollen Ambiente auf dem Weingut ein schönes Erlebnis und echt gute Weine. Generell hat Südafrika einiges an Wein zu bieten und es nicht nur ein Gerücht, dass Südafrika zu den besten Weinherstellern der Welt zählt.

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Weinberg des Groot Constantia in der Nähe von Kapstadt

Alles in Allem finde ich Südafrika eines der sehenswertesten Länder dieser Welt und die Erfahrungen, die ich hier geteilt habe, ist lange nicht alles was das Land zu bieten hat. Es gibt so vieles zu entdecken und niergens spürt man mehr das traditionelle und das moderne Afrika direkt nebeneinander (und teilweise sogar miteinander).

Für welche Region Du Dich auch entscheidest… Viel Spaß in Südafrika.

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Meine Reiseempfehlungen:

  • Flüge nach Südafrika buchst Du am besten bei South African Airways* oder Emirates*
  • Über booking.com** findet man tolle Angebote im ganzen Land
  • Hervorragende Reiseführer für Südafrika gibt’s von Lonely Planet* und Marco Polo*
  • Beste Reisezeit: September bis März

 

 

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