Dubai – wie alles Begann

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Heut zu Tage ist Dubai eine der meist besuchtesten Städte weltweit, aber das war nicht immer so. Das Emirat, dass einst von der Perlenfischerei lebte und aus Wüste und kleinen Siedlungen bestand ist seit dem ersten Ölfund 1966 und dem damit beginnenden Bauboom zu einer Mischung aus Faszination und Unwirklichkeit herangewachsen. Leider habe ich die Anfänge nicht live mit erlebt, konnte allerdings in den letzten 5 Jahren während meinen zahlreichen Trips sehr viel über die junge Geschichte und das Leben in Dubai kennen lernen.

Ich kann mich gut an meine erste Reise nach Dubai erinnern. Schon bei der Ankunft am Dubai International Airport stellte sich bei mir eine gewisse Faszination ein. Einfach nur groß, mächtig, prunkvoll, modern und traditionell zugleich. Diese Faszination verstärkte sich zunehmend auf dem Weg vom Flughafen im Stadtteil Deira, über die Sheikh Zayed Road, bis hin um Jumeirah Beach. Ein Wolkenkratzer nach dem anderen und alles leuchtete und funkelte. Dazu die Hitze und Trockenheit der Wüste. Heute, nach 5 Jahren hat sich meine Sicht auf Dubai deutlich relativiert. Meine Erfahrungen, sowie ein bisschen “Geschichtsunterricht” möchte ich mit diesem Blog gerne teilen.

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Blick auf die Dubai Fontäne und Dubai Downtown

Wie alles Begann…

An der Mündung des Dubai Creek – eine 14 km lange Bucht des persischen Golf – existierte schon lange eine kleine Siedlung von Perlentauchern und Fischern, die damals in Beduinenzelten und kleinen Hütten lebten. Mit Entwicklung des Hafens in den 20er Jahren wurde die Region immer attraktiver und Handel- und Seeleute gesellten sich dazu. In den 30er Jahren brach die Perlenfischerei zusammen, konnte aber durch den wachsenden Handelshafen gut kompensiert werden. Der wohl entschiedenste Meilenstein in der Geschichte war der erste Ölfund 1966. Die Vereinigten Arabischen Emirate, wie es heute heisst, gibt es in dieser Form erst seit den 70er Jahren. Damals wie heute unter der Führung des Emirats Abu Dhabi. Wobei die Herrscherfamilie Dubai’s “Al Maktum” traditionell den Premierminister, den Finanz- und Industrieminister, sowie den Verteidigungsminister stellt. Neben der steigenden Ölindustrie, sorgte die sehr liberale Wirtschaftspolitik (man könnte es auch Steueroase nennen) für den Bauboom und liess in Deira und Bur-Dubai das Spektakel beginnen. Den Anfang machte 1979 das World Trade Center, das damals mit seinen 184 Metern das höchste Gebäude der arabischen Welt war. Im Laufe der 90er Jahre – laut dem Emiratis die goldene Zeit – entstand in der Sheikh Zayed Road ein Wolkenkratzer neben dem nächsten und schliesslich wurde 1999 das Burj al Arab, das weltweit erste Sieben Sterne Hotel und heutige Wahrzeichen Dubai’s eingeweiht.

In den vergangenen 20 Jahren gingen die Einnahmen aus der Ölindustrie immer mehr zurück. So liess die Herrscherfamilie Al Maktum in den frühen 2000ern rund um den Burj al Arab das Luxusresort Madinat Jumeirah entstehen, das den Tourismus ankurbeln und die Verluste aus der Ölindustrie kompensieren sollte. Wie man heute sehr eindrucksvoll erkennen kann, ging dieser Plan auf.

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Der Burj Khalifa in Dubai

Schliesslich wurde 2010 das aktuell höchste Gebäude der Welt, der Burj Khalifa eingeweiht.

Der Bauboom ist ungebremst, allerdings scheinen die goldenen Zeiten sich gewandelt zu haben. Die einstige Steueroase gibt es in dieser Form nicht mehr und generell scheint Dubai langsam erwachsen zu werden.

Die Arbeiterklasse

Der rasante Wachstum zog im Laufe der Jahre mehrere zehntausend “Glücksuchende” pro Jahr nach Dubai, so dass Emigranten aus aller Welt heute 85% der Bevölkerung ausmachen. Meist kommen die Arbeiter aus Indien, Pakistan und Bangladesh, sowie aus Südasien und Afrika und lassen nicht selten ihre Familien in ihren Heimatländern zurück. Einmal in Dubai angekommen, beginnt das Spiel…
Anfangs war ich beeindruckt, wie gut die Multikulti-Gesellschaft miteinander klar kommt, wo doch Religion und Tradition in den arabischen, aber auch den asiatischen und afrikanischen Ländern eine große Rolle spielt und sich nur selten miteinander vereinen lässt. Nachdem ich aber die Hintergründe kennenlernen durfte, wurde mir einiges klar. Irgendwie mussten die prachtvollen Gebäude ja entstehen, also holte man sich billige Arbeitskräfte aus Indien und Pakistan. Vor wenigen Jahren war es noch der Fall, dass Unternehmen Arbeiter aus den genannten Ländern mit attraktiven Angeboten lockten. Waren diese aber erst mal im Lande, wurde ihnen der Pass abgenommen und zu (teilweise) Hungerlöhnen beschäftigt. Hier wurde glücklicherweise ein Riegel vor geschoben und die Arbeiter unterschreiben heute Ihre Verträge zu Hause und wissen genau, auf was sie sich einlassen, bevor sie einreisen. Was nicht heissen soll, dass die Bezahlung deutlich besser wurde oder der Pass nicht abgegeben wird. Lässt sich ein Arbeiter etwas zu schulden kommen (oder auch nicht), wird es richtig hässlich. Gefängnis, Ausweisung und sogar ein Einreiseverbot können verhängt werden. Und hier geht es nicht um Straftaten. Im Prinzip haben die Emiratis das Glück oder Unglück der Gäste in der Hand. Passt alles, lässt es sich wunderbar leben. Ist das aber nicht der Fall und der Arbeiter verliert seine Beschäftigung, heisst es direkt Ausreise. Unter Umständen kann dann sogar ein Einreiseverbot verhängt werden. Ich selbst durfte einen in Dubai arbeitenden Pakistani kennen lernen, der ausgewiesen und ein einjähriges Einreiseverbot bekam, weil er offensichtlich nicht so machte, wie man es von ihm erwartete.
Das hört sich alles erst mal sehr nach moderner Sklaverei an und zu Anfang und nur wenigen Insights stand ich diesem Vorgehen auch sehr skeptisch gegenüber, allerdings muss ich das heute etwas relativieren. Dass der Pass eingezogen hat, erschreckte mich anfangs sehr, doch Tatsache ist nun mal, dass die Arbeitgeber für die Einreise, das Visum und das uneingeschränkt anständige Verhalten Ihrer Angestellten sozusagen verantwortlich sind. Oftmals kommen die Arbeiter aus armen Ländern mit einem geringen Bildungsstand und um hier eine gewisse Ordnung und Erziehung rein zu bringen, ist es gang und gebe und gar nicht so verwerflich, wie es auf den ersten Blick scheint. Bei “guter Führung” besteht natürlich auch die Möglichkeit in Management Positionen zu wachsen, sich damit ein “besseres” Leben zu erfüllen und die Familie nach zu holen. Bis spätestens zur Rente, denn dann müssen die Gäste das Land wieder verlassen.
Der Effekt aus dieser Vorgehensweise ist sicherlich, dass zum einen der Service in allen Bereichen hervorragend ist. Ich jedenfalls habe bisher kein Land erlebt in dem man zuvorkommender behandelt wird, als in dem kleinen Emirat am persischen Golf. Zum anderen, dass es weder Kriminalität, noch Arbeitslose, noch Obdachlose gibt. Einfach alles scheint perfekt zu sein. Das ist es wohl auch, was Dubai zu einer der meist besuchtesten Städte weltweit macht.

Die Upperclass

Neben dem Emigranten aus den asiatischen und afrikanischen Ländern kommen auch viele Europäer, Kanadier und Nordamerikaner nach Dubai, um das große Geld zu machen. Hier sieht die Situation etwas anders aus. In der Regel findet man die Menschen aus diesen Ländern in Management Positionen oder eben als Selbstständige, die in der goldenen Zeit das Potential erkannten. Ganz interessant war es, als ich vor etwa zwei Jahren auf eine Gruppe junge (deutsche) Männer traf, die einen etwas länger, die anderen erst kurz in Dubai, die mir alle samt einen sehr oberflächlichen Eindruck machten. Das Ganze wurde dann auch bestätigt, als einer der Gruppe erzählte, dass man hier keine wirklichen Freunde finden kann, denn es dreht sich alles nur um den Erfolg. Ich durfte glücklicherweise auch das Gegenteil kennen lernen, allerdings spielt der Erfolgsaspekt schon eine wesentliche Rolle im Alltag. Was aber kein Wunder ist, denn das Leben ist nicht gerade günstig und möchte man auch etwas unternehmen und nicht nur in Sharjah (einem benachbarten Emirat von Dubai) leben, benötigt man schon das nötige Kleingeld.

Die Infrastruktur

Das Wachstum macht sich auch deutlich im Stadtverkehr bemerkbar. Gibt es in Deira (auch old Dubai genannt) meist nur 2-3 spurige Strassen, wurde die Sheikh Zayed Road bereits auf 6 spuren (einseitig) ausgebaut. Die Strassen sind mit einem ausgefeilten Maut System, dem Salik, ausgestattet. Das ist ein Sticker an der Windschutzscheibe und per SMS Service werden die Gebührenstände durch gegeben. Generell läuft in Dubai so ziemlich alles über das Smartphone. Die Telefonnummer ist quasi die Identität der Menschen.

Das öffentliche Verkehrsnetz von Dubai ist vorbildlich. Das ist wohl auch notwendig, denn viele der Arbeiter besitzen gar kein Auto. Dieser Luxus ist nach wie vor der Upperclass vorenthalten. Bekommt ein Arbeiter ein Auto von seinem Arbeitgeber gestellt, ist dies in der Regel mit GPS ausgestattet und der Chef kann jeder Zeit (auch in der Freizeit) nachverfolgen, wo sich der Bursche herumtreibt.
Als Tourist hat man zahlreiche Möglichkeiten von A nach B zu gelangen. Angefangen bei den Linienbussen. Seit 2008 gibt es sogar klimatisierte Haltestellen, die das Warten im Sommer bei 50°C etwas erträglicher machen.
Seit 2009 fährt die fahrerlose Metro im Minutentakt zwischen dem Dubai International Airport und Jebel Ali hin und her.
Für den individuellen Transport gibt es neben den tausenden von Taxis auch Portale wie Uber. Natürlich gibt es auch “Frauentaxis”, die von Frauen für Frauen gesteuert werden und mit ihrem rosa Dach nicht zu übersehen sind.
Auf dem Dubai Creek gibt es die Abras, die zwischen Deira und Bur-Dubai hin und her fahren. Eine sehr interessante Art der Fortbewegung, aber vor allem bekommt man mit dem dem Abra ein kleines Gefühl dafür, wie es hier vor knapp 60 Jahren noch ausgesehen haben muss.

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zum Artikel: Dubai der größte Vergnügungspark der Welt

Das waren ein paar kleine Einblicke in die Entstehung des heutigen Dubai’s mit einigen meiner Erfahrungen, die ich den vergangenen 5 Jahren sammeln durfte. Mehr zu Dubai gibt es in meinem Blog Dubai – der größte Vergnügungspark der Welt  zu entdecken.

Viel Spaß in Dubai

 

Meine Reiseempfehlungen:

  • Flüge nach Dubai buchst Du am besten bei Emirates*
  • Über booking.com** findet man tolle Angebote auch in Luxus Hotels
  • Beste Reisezeit: Oktober bis Juni

 

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