The Frame Dubai – zwischen Kultur und Moderne

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Im April habe ich mal wieder ein paar Tage in Dubai verbracht. Ich weiß gar nicht genau, wie viele male ich schon in der Stadt war, aber die Seite, die ich bei meinem letzten Besuch kennen lernen durfte, war mal wieder etwas Einzigartiges.

In meinem Artikel Dubai – wie alles Begann habe ich bereits von der sehr jungen Geschichte des Emirats am persischen Golf berichtet. Gerade mal 60 Jahre ist es her, dass hier noch keine Wolkenkratzer in den Himmel ragten und die Einwohner sich unter anderem mit der Perlenfischerei ihr Geld verdienten.
Im Dubai Museum, das ich vor einigen Jahren bereits kennen gelernt habe, wurde dieser Teil der Kultur schon recht ansehnlich dargestellt. Nachdem nun aber der Dubai Frame seine Pforten öffnete, wollte ich noch mehr über die Kultur und die Zukunft Dubai’s erfahren.

The Frame Dubai**

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Außenfassade des Frame Dubai**

2013 wurde der Grundstein des Dubai Frame** gelegt. Tatsächlich wunderte ich mich damals schon sehr, dass hier so viel Platz für ein Gebäude in Form eines Rahmen verwendet wird. Damals wusste ich noch nicht, was hier entstehen wird. Um so schöner finde ich die Idee heute.

Am 1. Januar 2018 wurde „The Frame Dubai“** eröffnet und ich habe die Gelegenheit direkt genutzt, mir das Bauwerk, dessen Mantel wohl aus echtem Gold sein soll, mal von innen an zu sehen.

The Frame ist ein überdimensionaler Rahmen, bestehend aus einem Basisgebäude, zwei 150 Meter hohen Türmen und einer 93 Meter langen Brücke. Der „Bilderrahmen“, der genau zwischen Alt- und Neustadt liegt, ist definitiv ein Bauwerk, dass nicht nur wunderschön aussieht, sondern auch noch einen tollen Sinn ergibt. Im Grunde schaut man durch den Bilderrahmen in der einen Richtung in die kulturelle Altstadt und betrachtet man den Rahmen von der anderen Richtung, schaut man in die hochmoderne Neustadt.

Ebenso schön ist das, was sich im Inneren verbirgt. Man geht von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft. Ich möchte nicht zu viel aus der Zukunft verraten, dass sollt ihr schließlich selbst im Frame entdecken, aber Leute Leute, was hier geplant wird, ist einfach nur unglaublich und das verrückte daran: wenn es jemand verwirklicht, dann Dubai. Schaut’s Euch am Besten selbst mal an. Ich möchte mich heute nämlich mit der Vergangenheit und der Gegenwart beschäftigen.

Nach der recht eindrucksvollen Darstellung der Vergangenheit im ersten Teil des Frame fährt man mit dem Aufzug auf 150 Meter nach oben. Auf der Brücke, die teilweise mit Milchglas ausgelegt ist, dass bei Belastung durchsichtig wird, hat man auf der einen Seite den Blick in die Altstadt und auf der anderen Seite blickt man Richtung Neustadt. Der Unterschied könnte größer nicht sein.

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Blick aus dem Frame in die Altstadt Dubai’s

 

Die Altstadt ist geprägt von kleinen, maximal fünf-stöckigen Sandstein-Häusern, alles ton in ton, in einem sandigen beige und die Jahre, die dieser Stadtteil ohne Renovierung auf dem Buckel hat, ist den Häusern deutlich anzusehen. Von dem Gewusel und dem Trubel, der hier herrscht, ist von oben nur wenig zu sehen, dazu aber später mehr.

 

 

 

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Blick aus dem Frame in die Neustadt Dubai’s

 

Blickt man nun auf die andere Seite reiht sich ein Wolkenkratzer neben dem anderen und sämtliche Namen der großen Luxus-Hotels sind von der Ferne zu erkennen. Bedenkt man, dass hier vor 60 Jahren noch fast Nichts war, wird der Anblick noch um einiges beeindruckender. Nicht umsonst habe ich in Dubai als den größten Vergnügungspark der Welt beschrieben.

 

 

 

Ich finde es tatsächlich ganz wunderbar, wie der Architekt es geschafft hat, die Kultur und die Moderne der Stadt zu vereinen. Die Location des Frame könnte nicht besser gewählt sein.

Von der Aussicht aus dem Frame bekommt man Lust, die Altstadt etwas näher kennen zu lernen. Was von oben ganz gut zu erkennen ist, ist der Fake Market, der sich in unmittelbarer Nähe befindet. In diesem Markt, werden all die Marken, die es in der Dubai Mall für teures Geld im Original gibt, zu einem Schnäppchen-Preis, natürlich als Plagiat angeboten. Es finden regelmäßig Razzien statt, bei denen der Markt geräumt wird, um wenig später in vollem Umfang wieder zu eröffnen. Ich würde natürlich jedem davon abraten, sich hier mir Plagiaten einzudecken.
Den Rest der Altstadt sollte man sich eher aus der Nähe ansehen. Auf geht’s…

Bur Dubai & Dubai Creek

Nachdem es mit dem Aufzug von der Gegenwart wieder Abwärts in die Zukunft geht, wird man von den eindrucksvollsten Visionen überwältigt. Wie gesagt, ich möchte hier nicht zu viel verraten. Mein Trip geht weiter zum Dubai Creek, in die Altstadt Bur Dubai und den Stadtteil Deira.

Am Dubai Creek, ein Arm des persischen Golf, der über die Jahre immer weiter verlängert und vergrößert wurde, liegt die Altstadt Dubai’s. Bur Dubai. Hier ist von dem Öl-Boom und den Wolkenkratzern, dem High-Society Leben und dem unbegrenzten Shopping-Möglichkeiten nichts zu spüren. Das Highlight am Dubai Creek ist der Old Souk – der alte Markt – auf dem neben den arabischen Gewürzen und traditionellen Gewändern, Kleidern, und anderen Accessoires natürlich auch ein ganzer Schwung Kultur zu finden ist. Selbst wenn man ohne Kaufabsichten hier her kommt, lohnt es sich den Souk etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und sich mit der Kultur zu beschäftigen. 

Am Hafen des Dubai Creek liegen und fahren heute noch die Abra’s, die Wassertaxi’s die Bur Dubai mit der anderen Seite Deira verbinden,  sowie die größeren Dhow’s, die heute noch als Transportschiffe zwischen der arabischen Halbinsel und Indien verkehren. Das ist den Dhow’s nicht wirklich zuzutrauen, wenn man sie im Hafen liegen sieht, ist aber tatsächlich so.

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Dubai Creek (Hafen)

Ebenfalls am Dubai Creek liegt die alte Festung Al Fahidi Fort, in dem das Dubai Museum unter gebracht ist. Auch wenn man damit im Frame schon in Berührung gekommen ist, ein Blick in das Museum lohnt sich sehr. Es gibt noch mehr Relikte aus früheren Tagen im Original und einen weiteren Einblick in die Kultur der Stadt.

Al Fahidi District

Nur wenige Minuten vom Al Fahidi Fort entfernt, geht es zum Al Fahidi District, der tatsächlich älteste Stadtteil Dubai’s. Der District wurde Ende des 19. Jahrhunderts von wohlhabenden Textil- und Perlenhändlern gegründet. Hier pulsierte das Leben und Esel und Kamel wanderten neben den arabischen Einheimischen durch die engen Gassen.
Der Sheikh wollte das Viertel ursprünglich abreisen und als Baufläche freigeben, bis sich das englische Königshaus einsetzte, das letzte bisschen Kultur zu erhalten. So wurde aus dem Al Fahidi District, der heute unbewohnt ist, ein Touristendorf, mit zahlreichen kleinen Cafe’s und Souvenir-Lädchen. Davon sollte man sich aber bitte nicht abschrecken lassen, denn was man hier tatsächlich findet ist eine wunderbare Idee der Geschichte. Die Grundmauern wurden zu einem sehr großen Teil erhalten und die Häuser renoviert. Auch die kleinen, verwinkelten Gässchen und Windtürme findet man heute noch so, wie vor über hundert Jahren. Das spannende an der Sache ist, dass man, sobald man durch die Eingangsmauern geht, wie in eine andere Welt abtaucht. „Draußen“ hektischer Trubel und das pulsieren Altstadtleben Dubai’s und „Drinnen“ eine Oase der Ruhe. Man sollte sich auf jeden Fall die Zeit nehmen, gemütlich durch die Gassen zu schlendern und den ein oder anderen Blick in die Schaufenster zu werfen. Zahlreiche Künstler haben sich hier angesiedelt, die ganz besondere Stücke zum Verkauf anbieten. In dem Kaffee-Museum, was etwas versteckt in eine der hinteren Gassen liegt, bekommt man eine schöne Idee der arabischen Kaffee-Kultur. Tasting inklusive. Auch hier gibt es wechselnde Ausstellungen von lokalen, jungen Künstlern, mit teilweise sehr beeindruckenden Werken.

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Al Fahidi District, Dubai

Deira

Nach einem anstrengenden und sehr eindrucksvollen Tag, geht es nach Deira, in dem meine Unterkunft liegt. Sicher bekommt man Richtung Downtown oder am Jumeirah Beach deutlich luxuriösere Unterkünfte und eine moderne Umgebung, dennoch sollte man zumindest einen Blick in diesen Stadtteil werfen. 

Während ich diese Zeilen geschrieben habe, saß ich gerade auf der Terrasse des verhältnismäßig kleinen Hotels und lauschte den Gesängen, der nahe gelegenen Moschee, in der gerade das Abendgebet begann. Genau diese Atmosphäre macht Deia aus.

Die Architektur Deira’s ist nicht mit Downtown, oder den neuen Stadtteilen zu vergleichen. Belegen kann ich das natürlich nicht, aber ich würde behaupten, dass hier nur sehr wenige bis gar kein Gebäude mehr als 20 Stockwerke haben. Hört sich erst mal viel an, betrachtet man allerdings den Burj Khalifa mit seinen 163 Etagen, sind die Gebäude in Deira eher kleinwüchsig. Auch ist die Architektur in dem Stadtteil ist in recht schlichtem, arabischen Stil gehalten. Sehr viel Sandstein und verhältnismäßig wenig Glas. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber das sind dann tatsächlich die 5 Sterne Hotels, die sich erst später hier angesiedelt haben.

Sicher werdet ihr den Clocktower, das Wahrzeichen Deira’s und des früheren Dubai, wieder erkennen, den es im Frame bereits im Video der Vergangenheit zu sehen gab. Kurz nach dem Clocktower befindet sich dann die Moschee, die zum Abendgebet hunderte von Arabern anlockt. Für Besucher ist die Moschee allerdings geschlossen.

Auf der gleichen Straße befindet sich auch die erste Mall der Stadt. Die Deira Mall. Wer sich bereits mit der Dubai Mall oder auch mit der etwas kleineren Mall of the Emirates vertraut gemacht hat, wird eher lächeln. Dennoch würde ich einen kleinen Abstecher empfehlen, denn hier pulsiert das Leben. Offen gestanden, arabische Einheimische findet man hier eher weniger. Mehr ist es das Arbeitervolk, dass in die Deira Mall zum Shoppen kommt. Keine teueren Marken wie Gucci, Versace und Co., dafür bodenständige, erschwingliche Produkte für das „Arbeitervolk“.

Genau diese Menschen sind es auch, die den Stadtteil Deira bevölkern. Zwar findet man hier sehr viele traditionell arabische Ladengeschäfte, aber das hier ansässige Volk sind zu meist Zuwanderer aus Indien, Pakistan, Sri Lanka und Co.
Deira ist auch bekannt für die vielen Dry Hotels und Restaurants, sprich es wird kein Alkohol in den Bars und Restaurants ausgeschenkt. Einige Ausnahmen gibt es natürlich. Ein gutes Beispiel dafür ist das Hofbräuhaus im JW Marriott Hotel. Ja, richtig gelesen… Hofbräuhaus. Ich war bisher zwei mal dort und obwohl im Islam der Alkohol verboten ist, geht hier jede Menge Bier an offensichtliche Araber über den Tisch. Dass die Herren nicht sehr viel vertragen, ist ebenso offensichtlich, denn beide Male habe ich im Hofbräuhaus Eklats zwischen betrunkenen Arabern im Kandura (dem traditionell arabischen Gewand der Herren) erlebt.

Selbst wenn man sich für ein Hotel am Jumeirah Beach oder in Downtown entscheidet, den ersten Eindruck, den man von Dubai bekommt, wenn man über den Internationalen Flughafen einreist, ist in der Tat nicht der, der sich in Downtown und den neueren Stadtteilen bewahrheitet. 

Der Dubai International Airport liegt am Rande von Deira und im Frame hat man sehen können, wie sich der Flughafen in den letzten Jahren zu einem der größten der Welt entwickelte.

Reist man am Tag an, wird man hier auf ein geschäftiges Gewusel treffen. Zahlreiche Menschen sind auf der Straße unterwegs, oft mit einem Schirm, zum Schutz vor der Sonne und der Verkehr ist wohl niergens in der Stadt so heftig, wie in Deira. Während die  Sheikh Zayed Road unglaubliche 6 Spuren in jede Richtung hat, sind die Straßen in Deira maximal dreispurig. Zurecht stellen sich hier Taxi-Fahrer die Frage, wie das wohl funktionieren soll, wenn hier die Expo 2020 stattfindet. Zwangsläufig muss man vom Flughafen durch Deira, um in die Stadt zu gelangen.

Reist man am Abend, bzw. in der Nacht an, wird man von blinkenden Leuchtreklamen an jeder Ecke empfangen. Ganz nach dem Motto „viel hilft viel“, werben die meist traditionell arabischen Geschäfte hier mit vielen leuchtenden Farben. Ist man auf der Suche nach Möbeln im arabischen Stil, oder auch pompösen Brautmoden und Abendkleidern, ist man hier genau richtig.

Es ist spannend mal eine andere Seite von Dubai kennen zu lernen, die man sonst im TV präsentiert bekommt und ich hoffe, ich konnte dazu inspirieren nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten in Downton und den neuen Stadtteilen zu besuchen, sondern auch mal einen Blick in die Kultur der Stadt zu werfen und Bur Dubai, den Dubai Creek und Deira kennen zu lernen. 

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Viel Spaß bei Deinem nächsten
Trip zwischen Kultur und Moderne
in Dubai.

 

Alle Bilder aus Dubai gibt es in der AfiMIA Galerie zu entdecken.
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Meine Reiseempfehlungen für Dubai:

  • Aufgrund der bunt gemischten Bevölkerung ist die gängigste Sprache in Dubai Englisch. Die Einheimischen sprechen natürlich Arabisch.Jetzt Sprachen lernen mit Babbel*
  • Flüge nach Dubai buchst Du am besten bei Emirates*
  • Über booking.com** findet man tolle Angebote auch in Luxus Hotels
  • Reiseführer für Dubai gibt’s von Lonely Planet* und Marco Polo*
  • Beste Reisezeit: Oktober bis Juni

MIA Travel Tipp’s für Dubai:

Mehr MIA Travel Tipp’s gibt es hier.

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