Party around the World #4 Dürkheimer Wurstmarkt

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„354 lange Tage warten wir, der Platz vor’m großen Fass, der ist noch leer.
Doch bald ist es soweit, es naht die Wurstmarktzeit,
mit Weck un Worscht un Woi un Grand Malör“
(Auszug aus dem Wurstmarktsong „Viva Wurstmarkt“ der regionalen Partyband Grand Malör**).

Wenn eines klar ist, dann dass die Bad Dürkheimer gerne feiern und das am liebsten mit Weck un Worscht un Woi und am allerliebsten tun sie das auf dem Dürkheimer Wurstmarkt.

„Die Zelte steh’n, das Riesenrad und die Wildwasserbahn.
Es riecht nach Bratwurst, Popcorn und Pommes Frites.
Die Schubkärch steh’n bereit und jetzt is es soweit,
der Wurstmarkt lebe hoch und alle singen mit:
Viva Wurstmarkt, jetzt bist Du wieder da.
Viva Wurstmarkt, wir warten schon ein ganzes Jahr .
Und läuft der erste Rieslingschorle durch den Hals, dann singen wir:
Viva Wurstmarkt. Hoch lebe die Pfalz.

Wie ein Magnet zieht unser Wurstmarkt alle in den Bann
und wer gern feiert, ist hier mit dabei.
Musik und Pfälzer Wein, da bleibt niemand allein,
der Wurstmarkt lebe hoch und äner geht noch noi.

Im Hamel-Zelt, da tobt die Menge, bis die Schwarte kracht.
Am Schubkarchstand da schunkelt man von früh bis in die Nacht.
Und findest Du Dein Wurstmarkt-Girl, dann wird es sicher heiß,
auch wenn Du schon am nächsten morgen nichts mehr davon weißt.“
(Auszug aus dem Wurstmarktsong „Viva Wurstmarkt“ der regionalen Partyband Grand Malör**).

Treffender hätte die regionale Partyband Grand Malör** den Wurstmarkt im Herzen der Pfalz, der Kleinstadt Bad Dürkheim, nicht beschreiben können. Für Einheimische ist es nicht nur das größte Weinfest der Welt, mehr ist es die fünfte Jahreszeit, auf die wir „354 lange Tage“ hin fiebern, aber ebenso froh sind, wenn es wieder vorbei ist.

Zum 600. Jubiläum 2016 wurde sogar ein Countdown aufgestellt, der die Tage zählt, bis es endlich wieder los geht. Wenn die letzten Töne im Hamel-Zelt von Grand Malör** „Hoch lebe die Pfalz“ ertönen, ist alles wieder vorbei und der Countdown startet von vorne.

Wurstmarkt_Countdown_01

Ja, die Dürkheimer lieben ihren Wurstmarkt und so möchte ich heute diese Liebe gerne mit Euch teilen. Das Leuchten in den Augen der Dürkheimer ist auch nach 600 Jahren ungebrochen, wenn sie das Wort „Wurstmarkt“ hören und vielleicht kann ich mit meiner kleinen Liebeserklärung auch ein Leuchten in Eure Augen zaubern.

Zu Anfang gleich mal eine kuriose Geschichte, was die Feierlust der Dürkheimer bestätigen soll: 1949 wurden „500 Jahre Dürkheimer Wurstmarkt“ gefeiert, bis einige Jahre später der Heimatforscher Ernst Zink heraus fand, dass es den Wurstmarkt in seiner ursprünglichen Form schon viel früher gab, nämlich 1417. So wurde 2016 (51 Jahre später) der 600. Dürkheimer Wurstmarkt gefeiert und ein Jahr drauf mit „600 Jahre Dürkheimer Wurstmarkt“ setzte die Stadt Bad Dürkheim gleich nochmal einen drauf. Auch dieses Jahr lässt es die Stadt wieder richtig krachen, auch wenn es ausnahmsweise mal kein Jubiläum gibt.

Den Besuchern ist es heute meist egal, wie lange das Traditionsfest schon besteht und wie der Wurstmarkt eigentlich entstand. Wichtig ist, dass ausreichend Wein im Vorrat ist. Wie Wein? Wir sind doch beim Wurstmarkt? Dazu komme ich später noch…
Erst einmal möchte ich Euch die Entstehung nicht vorenthalten und eine große Lanze für den Festausschuss brechen, die auch nach über 600 Jahren die Traditionen wahren und immer wieder mit neuen Highlights das Fest beleben.

Für alle Nicht-Pfälzer!!!
Vorab das kleine Einmaleins der pfälzischen Begrifflichkeiten:

Weck un Worscht un Woi:
Ganz einfach - Brötchen und Wurst und Wein - die Grundnahrungsmittel der Pfälzer. Vor allem der Wein.

Äner geht noch noi:
Pfälzischer Dialekt für: einer geht noch rein.
Damit ist natürlich der Rieslingschorle gemeint, der in der Pfalz quasi als Grundnahrungs-     mittel gilt und weil die Pfälzer ihre Geselligkeit so lieben, ist die Antwort auf ein „ich gehe jetzt nach Hause“ in der Regel: „Kumm, äner geht noch noi".

Schubkärchler:
Das sind Weinzelte aus einem Holzgerüst mit einer Zeltplane auf dem Dach und an den Seiten. Ausgestattet mit schmalen Tischen und Bänken, die mit Holzpfählen im Boden gerammt und  sehr eng sind. Am Kopf eine Theke, der Ausschank. Die Pfälzer Geselligkeit kommt hier von        ganz alleine. Abgeleitet ist der Name von den damaligen Schubkarren, mit denen die Bauern     vor über 600 Jahren ihre Güter auf den Michelsberg transportierten.

Schoppe:
Wein oder Weinschorle in einem, für die Pfalz typischen, Halbliter-Glas. 

Dubbeglas:
Ein Halbliter-Glas mit Dubbe (runde Einkerbungen - pfälzisch für Tupfen). 
Warum die Pfälzer Dubbe im Glas haben? Ganz einfach: einer Geschichte nach, hatten die          Pfälzer Metzger bei Schlachtfesten immerzu das Problem, dass ihnen das Stangenglas aus       den fettigen Händen flutschte. So erfanden sie kurzerhand das „Tupfen“ Glas und das Problem war gelöst.
Jetzt das kuriose: ein echtes Dubbeglas hat genau 36 Dubbe - genau so viele, wie es                      Schubkärchler auf dem Wurstmarkt gibt. Ist das der Hammer?

Reitschul:
Pfälzischer Dialekt für: Karussell

Zäpler (Zäpfler):
Das sind die Menschen, die während der neun Tage Wurstmarkt hinter der Theke in den               Schubkärchlern stehen und tausende Liter Wein ausschenken.

Die Geschichte des
Dürkheimer Wurstmarkt

Wie bereits erwähnt, gehen die Recherchen auf das Jahr 1417 zurück.
Es begann alles mit dem Michaelismarkt, der am 29. September, dem Namenstag des heiligen Michael, Pilger auf ihren Wallfahrten zur Kapelle auf dem Michelsberg zog.
Die heimischen Bauern und Winzer machten sich das Ereignis zu nutze und transportierten mit Schubkarren Wein, Wurst und Brot auf den Berg. Später gesellten sich Händler, Gaukler und Musikanten hinzu und das Treiben wurde von Jahr zu Jahr wilder und größer, so dass der Platz auf dem Michelsberg irgendwann knapp wurde.
1577 wurde das rauschende Fest schließlich auf die Brühlwiesen, heute besser bekannt als Wurstmarktplatz, am Fuße des Michelsberges gelegt.

By the Way: Der Michelsberg ist die älteste Weinlage der Pfalz und heute steht auf dem Platz wo früher mal die Wallfahrtskapelle stand, ein kleiner Nachbau als Wahrzeichen. Von dort oben hat man einen wunderschönen Blick über den Wurstmarkt und die ganze Stadt Bad Dürkheim.

Mit der Einführung der Reformation ging der religiöse Gedanke des Festes zwar verloren, gefeiert wurde dennoch weiterhin. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde der Markt auf drei Tage verlängert und der Fokus lag nun auf dem Vergnügungsangebot. Feuerschlucker, ein Kasperl-Theater und eine Reitschul kamen hinzu.

Ein Kasperl-Theater gibt es auf dem Dürkheimer Wurstmarkt heute leider nicht mehr, aber eine kleine Geschichte aus meiner Kindheit möchte ich gerne mit Euch teilen: Meine Eltern, damals Zäpler eines Schubarchstandes, waren zur Wurstmarktzeit immer sehr beschäftigt und meine Großeltern hatten die Aufsicht. Als echter Dürkheimer lässt man sich einen Nachmittag bei Weck un Worscht un Woi in geselliger Runde natürlich nicht entgehen und so merkten sie erst einige Zeit später, dass ihre kleine Sabine verschwunden war. Ich hatte mich in das Kasperl-Theater verzogen und mir eine Vorstellung nach der anderen angeschaut und nicht bemerkt, wie meine Eltern und Großeltern hektisch auf dem Wurstmarktplatz herum irrten und mich suchten. Schlussendlich fanden sie mich im Kasperl-Theater, wo ich an diesem Tag einen Dauerplatz gemietet hatte.
Skandal würde man heute dazu sagen, damals aber kein Problem und definitiv eine Geschichte, die lange im Gedächtnis bleibt.

1832 wurde zum ersten mal der Name „Wurstmarkt“ erwähnt. Grund dafür war der hohe Wurstkonsum während des Festes. Ich würde wetten, dass die Wurst auch heute noch die meist verzehrte Speise auf dem größten Weinfest der Welt ist.

Von Jahr zu Jahr wurde das Fest größer und die Dauer wurde länger, so dass ein Nachmarkt, sprich ein weiteres Marktwochenende, ins Leben gerufen wurde. Aufgrund der besseren Wetterbeständigkeit wurden Vor- und Nachmarkt um jeweils ein Wochenende vorgezogen und so findet der Dürkheimer Wurstmarkt heute noch an jedem zweiten und dritten Wochenende im September statt.

Eine Pause gab es während dem zweiten Weltkrieg und 1948 wurde aufgrund der Wurstknappheit ersatzweise ein Fischmarkt abgehalten. Zudem gab es im selben Jahr für jeden Besucher nur eine Flasche Wein, deren Zuteilung mit einer Lochkarte kontrolliert wurde.

Nach dem Krieg kam der wirtschaftliche Aufschwung und damit auch der boomende Weinkonsum auf dem Wurstmarkt. Fahrgeschäfte, unter anderem das Wahrzeichen des Wurstmarkt’s, das Riesenrad, gesellten sich hinzu und so ging es sowohl mit den Besucherzahlen, als auch mit dem Weinkonsum stetig bergauf. Der Rekord liegt bei 685.000 Besuchern (38mal so viele Menschen, wie Bad Dürkheim Einwohner hat) und 650.000 Gläsern Wein über 9 Tage.

Das größte Weinfest der Welt

Mal kurz ein paar Zahlen und Fakten, wie sich der ursprüngliche Michaelismarkt zum größten Weinfest der Welt gemausert hat:

  • 2 Feuerwerke zum Abschluss des Vor- und des Nachtmarktes
    (Jeweils um 21.00 Uhr am Vormarkt-Dienstag und Nachmarkt-Montag)
  • 3 Festzelte mit Musik von früh bis spät
  • 9 Tage im September wird gefeiert
    (Einheimische feiern auch gerne mal „zwischen den Tagen“ – Offiziell ist der Wurstmarkt von Freitag bis Dienstag am ersten und von Freitag bis Montag am zweiten Wochenende geöffnet.)
  • 12 Wein- und Gastronomiezelte im Weindorf in stilvollem Ambiente
  • 36 Schubkärchler sorgen für die Pfälzer Gemütlichkeit
  • 80 Meter ist das derzeit höchste Fahrgeschäft
  • 300 Sorten Wein und Sekt sind im Angebot
  • 600 Jahre und ein bisschen Tradition
  • 30.000 Dubbegläser sind im Einsatz
  • 45.000 qm fasst der Wurstmarktplatz zwischen Saline und dem Riesenfass
  • 650.000 Gläser Wein gehen über die Theke
  • 700.000 Würstchen werden verzehrt
  • 685.000 Besucher feiern an 9 Tagen

Tradition beim Dürkheimer Wurstmarkt

Die Tradition Weck un Worscht un Woi ist bis heute zweifelsohne ungebrochen. Aber auch die Schubkärchler, die heute natürlich deutlich moderner sind, als noch vor 600 Jahren, ist eine bestehende Tradition und tatsächlich einzigartig in der Pfalz.
Eine weitere ungebrochene Tradition, sind die Musiker, die früher wie heute für die Geselligkeit sorgen. An den Sonntag-Nachmittagen ziehen die rollenden Musikanten von Gang zu Gang zwischen den Schubkärchlern. Gute Laune, Geselligkeit und Schunkeln garantiert. Wer nun denkt, dass ist nur etwas für „alte Leut“ liegt hier falsch. Jung und alt von nah und fern kommen, um den Dürkheimer Wurstmarkt zu sehn.

Für mich, wo ich quasi auf dem Dürkheimer Wurstmarkt aufgewachsen bin, wäre eine Wurstmarkt ohne Riesenrad und Kettenkarusell, die Schubkärchler, ein guter Schoppe Rislingschorle, den Literarischen Frühschoppen und die Wurstmarkt-Bands, kein Wurstmarkt mehr. Also, lasst uns feiern…

Die Eröffnung

Am zweiten Freitag im September ist es soweit und der Wurstmarkt wird in alt bewährter Tradition eröffnet. Nach dem Festumzug, der von der Stadtmitte zum Wurstmarktplatz zieht, folgt das traditionelle Eröffnungsspiel, bis schließlich durch den Wurstmarktwinzermeister das Weinfass angestochen wird. Mit den drei folgenden Schüssen gilt der Dürkheimer Wurstmarkt dann offiziell als eröffnet.

Eröffnungsprogramm Dürkheimer Wurstmarkt 2018:
Freitag, 7 September 2018
17.00 Uhr Platzkonzert auf dem Ludwigsplatz
17.30 Uhr Aufzug auf den Wurstmarktplatz bis zum Gradierbau (Saline)
18.00 Uhr Eröffnungsspiel und Fassanstich auf der Bühne am Gradierbau

Die Schubkärchler und der Schoppe

Wurstmarkt_Schubkärchler_01Das Herzstück des Dürkheimer Wurstmarkt: die Schubkärchler. 36 an der Zahl – nach guter alter Tradition. Die Winzer und Zäpler geben sich Jahr für Jahr die allergrößte Mühe, den schönsten Stand des Festes zu präsentieren. So findet man ganz liebevoll gestaltete Schubkarchstände, die zur Gemütlichkeit einladen.
Ein „hier ist ja gar kein Platz mehr“ gibt es hier nicht. Wie einst der Mundartdichter Karl Räder sagte: „Hier triffst Du gute alte Bekannte, die Du Dein Lebtag noch nicht gesehen hast“. So war es früher und so ist es heute noch. Ist das nicht wunderschön?
Weingüter und Genossenschaften aus Bad Dürkheim und der Umgebung schenken eigenständig oder eben über Zäpler ihre vorher, von einem Komitee auf „Tauglichkeit“ getesteten Weine aus und meist gehen die Schoppen als Schorle über die Theke. Aber Achtung: eine Pfälzer Schorle besteht zu 80% aus Wein (meist Riesling) und gerade mal 20% Wasser. Stilgläser sind hier Tabu, dafür gibt’s das Weindorf.

Das Weindorf

Bereits seit über 35 Jahren besteht das Weindorf auf dem Dürkheimer Wurstmarkt und lockt die Besucher mit stilvollem Ambiente. Natürlich dreht sich in den 12 Weinzelten auch alles um den Weingenuss. Ausgewählte Weine und Sekte werden hier stilgerecht in Stilgläsern serviert. Den Shoppen gib’t natürlich auch hier, allerdings zieht das Weindorf Besucher, die sich sonst eher weniger für Volksfeste begeistern lassen, aber trotz allem die Pfälzer Weinfestkultur erleben möchten. Die musikalische Untermalung darf auch hier nicht fehlen. In stilvollem Ambiente gibt es an den beiden Sonntagen Jazz auf die Ohren.
Ebenfalls ein Highlight im Weindorf ist die Inthronisierung der Bad Dürkheimer Weinprinzessin am Vormarkt-Montag. Nach guter alter Tradition wird die neue Weinprinzessin hier in ihr Amt eingeführt.

Der Literarische Frühschoppen

Ja, die Dürkheimer haben kein Problem schon früh am Morgen einen Schoppen zu trinken. In den 60er Jahren entstand der Literarische Frühschoppen als ein kleines, geselliges Beisammensein bei Pfälzer Mundart. Aus dem klein wurde mittlerweile ein riesengroß und so pilgern am Vormarkt-Montag Tausende Feierlustige in die Schubkärchler und das teilweise schon um 4 Uhr morgens, um sich die besten Plätze zu sichern. Ab 7.00 Uhr ist der Ausschank geöffnet und um 10.00 Uhr beginnen die Mundartvorträge, die über Lautsprecher in alle Schubkärchler übertragen werden. Die „anonyme Giddarischde“** läuten dann gegen 13.00 Uhr mit ihrem „Pfalzlied“ den krönenden Abschluss ein und es gibt so gut wie niemanden, der hier nicht zum mitsingen animiert wird. Wer nun denkt, bis hierhin wurde nur Wasser getrunken, weit gefehlt. Der Frühschoppen macht seinem Namen alle Ehre und tatsächlich geht fast ausschließlich Wein über die Theke. Das sollte Beweis genug sein, dass die Bad Dürkheimer gerne feiern.

Man könnte nun langsam den Eindruck bekommen, die Dürkheimer sind nur am trinken. Ganz abstreiten würde ich das hier jetzt nicht, zumindest über die Wurstmarktzeit, aber tatsächlich ist der Wein Teil der Pfälzer Kultur und die restlichen 354 Tage geht auch alles seine geregelten Bahnen in Bad Dürkheim. Wobei, zugegeben, das ein oder andere kleinere Weinfest gibt es dann schon noch. Wir lieben eben unsere Geselligkeit und die Pfälzer Gemütlichkeit.

Die Wurstmarkt-Bands

Feiern ohne Musik, das geht natürlich nicht. Aber keine Sorge, auch hier ist der Dürkheimer Wurstmarkt seiner Tradition treu geblieben. In den drei Festzelten stehen jeden Tag regionale und überregionale Bands auf der Bühne.
Seit über 30 Jahren ist das Hamel-Zelt** (Traditions-Festzelt) mehr als etablierter Partygarant des Dürkheimer Wurstmarkt. Kommentare wie „beste Party auf dem Dürkheimer Wurstmarkt“ sind keine Seltenheit. Vor einigen Jahren noch feierten über 2.000 Besucher an einem Abend im Zelt und rissen im wahrsten Sinne des Wortes, die Hütte ab. Nachdem die Band aufhörte zu spielen wurden Berge zerstörter Tische und Bänke vor dem Zelt aufgetürmt, um sie in der selben Nacht durch neue zu ersetzen. Mittlerweile wurden die Garnituren eigens für den Wurstmarkt verstärkt, so dass die Feiermeute ohne Gefahr auf Tischen und Bänken zu Rock- und Partymusik, Soul, Rock’n Roll und Schlager, tanzen kann.

An jedem Nachmarkt-Freitag findet der sogenannte Schlager-Nachmittag (ehemals Senioren-Nachmittag) statt. Bekannte Künstler wie Bata Illic** und Tony Marshall** standen hier schon auf der Bühne. Zugegeben, eher was für die ältere Generation, aber das ist das Schöne am Dürkheimer Wurstmarkt. Für jung und alt ist etwas dabei.

Die regionale Band Gand Malör**, die ich zu Anfang mit ihrem Wurstmarktsong bereits vorstellte, sind mittlerweile eine feste Institution zum Abschluss des Dürkheimer Wurstmarkt. Mit „Hoch lebe die Pfalz“ schließen sie gemeinsam mit hunderten von Gästen den Dürkheimer Wurstmarkt am Nachmarkt-Montag ab.

Wo vor Jahren noch bis früh in den Morgen gefeiert wurde, herrscht nun eine Sperrstunde, aber dazu später mehr.

Die Fahrgeschäfte

Auch diese Tradition wurde weiter geführt. Was mit einer Reitschul begann ist heute ein großes Fahrvergnügen für groß und klein. Zahlreiche Fahrgeschäfte, sowie Los- und Spielbuden sorgen für Adrenalin und Spielspaß für groß und klein. Was auf keinen Fall fehlen darf ist das Riesenrad und das Kettenkarusell. Beides Wahrzeichen des Dürkheimer Wurstmarkt’s. Seit diesem Jahr gibt es auch für die Fahrgeschäfte eine Sperrstunde. Alle Bahnen, die über einen bestimmten Geräuschpegel kommen, müssen um Mitternacht den Stecker ziehen.

Wurstmarkt_Riesenrad_01
Das Riesenrad auf dem Dürkheimer Wurstmarkt

Das Feuerwerk

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zum Fotoprojekt „Leuchtender Himmel“

Gleich zwei Feuerwerke ziehen die Besucher am Vormarkt-Dienstag und am Nachmarkt-Montag zum Dürkheimer Wurstmarkt. Am Entstehungsplatz des Festes, an der Michaeliskapelle auf dem Hügel wird die imposante Pyrotechnik abgefeuert und von Jahr zu Jahr wird nicht nur der Himmel, sondern auch die Augen der Besucher erleuchtet. Wunderschöne Feuerwerke, die eine Geschichte zum entsprechenden Motto erzählen. Zum 600. Wurstmarkt gab es zum ersten mal eine Begleitung von Musik, die perfekt auf das Feuerwerk abgestimmt wurde. Definitiv eines bzw. zwei der Highlights des größten Weinfest’s der Welt.

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Das Feuerwerk beim Dürkheimer Wurstmarkt

Der Wurstmarkt-Orden

Wurstmarkt_Merchandise_03Nicht mehr weg zu denken ist der Dubbeglas-Orden, der nun bald sein 20jähriges Jubiläum feiert. Schon vorher gab es Anstecker in ähnlicher Form. Den ältesten datiert die regionale Zeitung, die Rheinpfalz** aus der Zeit vor 1939. Noch eine Tradition.
Der Dubbeglas-Orden ist ein sehr beliebtes Souvenir des Dürkheimer Wurstmarkt und als Dürkheimer ist es so etwas wie eine Verpflichtung einen Dubbe-Orden zum Besuch des Dürkheimer Wurstmarkt zu tragen. Der Kult kennt hier keine Grenzen und Extrem-Sammler geben auch gerne mal über 100 Euro, für einen Dubbe-Orden aus vergangener Zeit aus. Einige Stücke sind schon gar nicht mehr zu bekommen.

Wurstmarkt_Merchandise_01In den vergangenen Jahren wurde das Merchandising noch weiter ausgebaut und so gibt es heute den I-Dubbe-Stand, der mit kleinen Mitbringsel und Souvenirs, wie T-Shirts, Mini-Dubbegläser zum Anhängen (oder was auch immer) und weitere kleine Nettigkeiten die Fangemeinde versorgt.
Mittlerweile auch sehr beliebt: Die Wurstmarkt-Teddie, die es nur an den Greifautomaten mit etwas Glück zu ergattern gibt.

Die Kleiderordnung

Eine Kleiderordnung bei einem Weinfest? Nicht wirklich! Aber sicherlich wird einigen Besuchern, besonders beim Literarischen Frühschoppen, das traditionelle Winzerhemd oder das Wurstmarktdirndl auffallen. Anfangs stand ich dem Dirndl etwas skeptisch gegenüber. Wir wollen doch keine Oktoberfest-Kopie werden, aber tatsächlich trug man früher in der Pfalz ebenfalls Tracht und so lässt das offizielle Wurstmarkt-Dirndl, die Traditionen nur neu aufleben. Eigentlich eine schöne Sache. Ich bevorzuge jedoch das traditionelle Winzerhemd.

Wurstmarkt_Winzerkittel_01

Der Skandal

Seit Jahren schon geht es hin und her zwischen Anwohner der Brühlwiesen und der Stadt Bad Dürkheim. Lärmbelästigung heißt es und schon vor einigen Jahren gab es eine Sammelbeschwerde bei der Stadt Bad Dürkheim. Es gibt hier viele Gerüchte und nichts genaues weiß man nicht, zumindest wenig offizielles. Fakt ist aber, dass aufgrund der Beschwerden und Klagen, die Lautstärke genauestens untersucht und bereits vor einigen Jahren Lautstärkeregler in die Mikrofone der Musikgruppen und der Fahrgeschäfte eingebaut wurden. Natürlich haben die Dürkheimer es sich nicht gefallen lassen, dass ihr heiliger Wurstmarkt von ein paar Anwohnern „zerstört“ wird. Es gab eine Petition und an fast jedem „Dürkheimer Stand“ lag eine Liste zur Unterschrift aus. Viel Erfolg hatte man damit aber leider nicht.
Verrückte Geschichte und tatsächlich würde dem Wurstmarkt ein Stückchen Tradition genommen, wenn es zu weiteren Maßnahmen, wie einer Sperrstunde für die Schublärchler käme. Einige Maßnahmen, wie das aktuelle Lärmschutzkonzept und die Sperrstunde für Festzelte und Fahrgeschäfte wurden bereits umgesetzt und ja, die Qualität leidet tatsächlich. So ist in den Hallen um Mitternacht die Party zu Ende und die Fahrgeschäfte stehen still.
Es wäre schön, wenn sich die Wogen nun langsam glätten und die Dürkheimer, zusammen mit den tausenden von Gästen ihren Wurstmarkt weiter feiern dürfen. Traditionen soll man schließlich nicht brechen.

Immer neue Highlights –
auch in diesem Jahr

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Dubbeglas

Zum 600. Jubiläum ging es los, dass die Marketing-Maschine so richtig ins Rollen kam. Mit vielen Maßnahmen, unter anderem ein Jubiläums-Logo, Fahnen in der ganzen Stadt und dem erstmaligen Musikfeuerwerk, wollte man den runden Geburtstag gebührend feiern. Seit dem jagt eine Überraschung die nächste und so lockt der Dürkheimer Wurstmarkt auch in diesem Jahr wieder mit einigen Neuheiten, wie das neue, modernisierte Logo. Natürlich in guter alter Tradition, mit dem Dubbeglas im Zentrum.

Ganz verrückt ist die Einführung der eigenen Währung: die Worschtmark.
Den Sinn dahinter habe ich nicht ganz verstanden, aber eine witzige Marketingmaßnahme ist es allemal. Die silberfarbene Münze ist 5 Euro wert und kann in der Touristinfo erworben und als Währung auf dem Wurstmarkt eingesetzt werden. Das Wechselgeld allerdings, gibt es in Euro zurück. Nicht eingelöste Münzen können sogar zurück getauscht werden. Vermutlich steht hier der Sammlergedanke im Vordergrund. Wie auch immer, nette Idee und ein klarer Beweis, wie sehr die Dürkheimer ihren Wurstmarkt lieben.

In diesem Sinne, wünsche ich Euch ganz viel Spaß beim Dürkheimer Wurstmarkt und vielleicht entfacht das Feuer auch in Euch, wenn ihr auf „gute alte Bekannte trefft, die ihr Euer Lebtag noch nicht nicht gesehen habt“. Hoch lebe die Pfalz und ihre Gemütlichkeit.

Übrigens, das gesamte Programm des Dürkheimer Wurstmarkt und hilfreiche Tipps zur Anreise, Parken und Übernachten findet Ihr auf der offiziellen Website des Dürkheimer Wurstmarkt**.

 

Meine Reiseempfehlungen für den Dürkheimer Wurstmarkt:

  • Über booking.com* findet Ihr alle Hotels in Bad Dürkheim und Umgebung. Denkt aber frühzeitig an eine Buchung. In der Regel sind schon Wochen vor dem größten Weinfest der Welt alle Zimmer ausgebucht.

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