Die Pfalz im Herbst

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Das saftige grün der Bäume verwandelt sich in ein Farbenmeer aus Orange-, Rot- und Brauntönen. Es duftet nach neuem Wein und Zwiebelkuchen. Ein Schlachtfest hier, ein Schlachtfest da. Überall Wanderer und Radfahrer in den Feldern und Wäldern. Das Leben in der Pfalz pulsiert noch mal so richtig, bevor wir uns in den kurzen Winterschlaf zurück ziehen.

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Sonnenuntergang in der Pfalz im Herbst

Ich würde wetten, dass es vielen Menschen geht wie mir…
Das Fernweh ist größer und die Destinationen in der großen weiten Welt sind oftmals interessanter, als die eigene Heimat und meist kennt man sich in der Umgebung weniger aus, als vielleicht am anderen Ende der Welt. Ist das nicht verrückt?!

Gerade in der letzten Zeit habe ich meine Heimat wieder mehr zu schätzen gelernt und möchte heute eine Lanze für die wunderbare Region Pfalz brechen. Warum denn tausende Kilometer in die Ferne reisen, wenn das schöne doch so nah liegt?!
Ich lade alle herzlich dazu ein, bei der nächsten Reise doch einfach mal an meine Heimat – die Pfalz – zu denken, denn auch hier gibt es viel zu erleben und gerade im „Altweibersommer“ wie es so schön heißt, lebt die Pfalz nochmal so richtig auf.

Der Herbst

Die schönste aller Jahreszeiten in der Pfalz. Man könnte sich nun fragen, warum gerade der Herbst so besonders ist, wo die Pfalz doch so bekannt für ihre Weinfeste und die sommerlichen Ausflüge in den Pfälzer Wald ist. Das stimmt. Die Pfalz ist das ganze Jahr über eine tolle Region und wenn ich es mal ganz genau betrachte, lebe ich da, wo andere Urlaub machen. Ich möchte Euch verraten, was die Pfalz im Herbst so besonders macht.

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Weintraube und Rebstock in der Pfalz im Herbst

Die Weinlese und der „neue Wein“

Im Spätsommer geht es langsam los, dass die Winzer ihre Ernte einbringen, bis dann im September und Oktober die Vollernter die Weinberge beherrschen. 

Im Weinbaugebiet Haardt, dass sich in die Südliche Weinstraße und die Mittelhaardt Deutsche Weinstraße aufteilt, sind ganze 64 weiße und 62 rote Rebsorten für den Anbau zugelassen. Wobei ich an dieser Stelle zugeben muss, dass die Pfälzer Weinbauer ihre Stärke eher in den Weißweinen haben. Der mit Abstand meist angebaute und bekannteste Pfalzwein ist der Riesling. Unser traditioneller Schorlewein. Gefolgt von den weniger säurebetonten Sorten Müller-Thurgau und dem alt bekannten Silvaner. In den letzten Jahren wurden die Pfälzer Rotweine aber deutlich besser und bekannter und lange können wir mehr als nur den Portugieser Schoppenwein, den wir nicht Rosé, sondern ganz simpel Weißherbst nennen. Tatsächlich ist der Dornfelder der meist angebaute Rotwein in der Pfalz, während der Spätburgunder die Hälfte der roten Anbaufläche ausmacht.

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Weintraube in der Pfalz im Herbst

Unumgänglich in der Pfalz im Herbst ist der Federweiße. Die Pfälzer fackeln nicht lange und bringen ihren frisch gepressten Rebensaft einfach direkt ins Glas und nennen das ganze dann „neuer Wein“. Vom „Süßen“ (Traubensaft) bis zum „Bizzler“, der übrigens mehr Alkohol enthält, als der Geschmack vermuten lässt, bieten die lokalen Winzer bei zahlreichen Weinlesefesten ihren „Neuen“ in Kombination mit Zwiebelkuchen an.

Die Weinlesefeste

Wie ich Euch schon in meiner Ode an den Dürkheimer Wurstmarkt verraten habe, ist eine unserer Hauptbeschäftigungen das Feiern. Die Weinfestsaison lassen wir somit mit den zahlreichen Weinlesefesten in der Region ausklingen.

Das mit Abstand größte und bekannteste Weinlesefest sind die „Neustadter Haiselcher“. Mittlerweile gleich einem Volksfest auf dem Bahnhofsvorplatz in Neustadt an der Weinstraße, dass in den traditionellen „Haiselcher“ neben den kulinarischen, lokalen Spezialitäten, am Wochenende mit Live-Musik und jede Menge neuem Wein, tausende von Besuchern anlockt. Natürlich gibt es hier auch den „alten Wein“ in gemütlichem Ambiente zu genießen. Tatsächlich werden über die vier Wochen, die das Weinlesefest andauert, kleine Häuschen aufgebaut, die ganz liebevoll dekoriert werden. Daher auch der Name „Haiselcher“.

Ein absolutes Highlight, und lange kein Geheimtipp mehr, ist das Weinlesefest in der Weinbiet Manufaktur** in Mußbach. Hier gibt es die Weinlese, zumindest unter der Woche, hautnah zu erleben. Die Weinbiet Manufaktur** ist eine Winzergenossenschaft, die die einmalige Möglichkeit bietet, bei der Anlieferung der Trauben live dabei zu sein, den Kellermeistern über die Schultern zu schauen und dabei den köstlichen neuen Wein und Pfälzer Spezialitäten im Hof der Genossenschaft zu genießen. Das Konzept ist so simpel wie genial. Die Gäste bringen Ihre Speisen mit und kaufen den dazugehörigen Wein direkt beim Hersteller. Nicht selten sind festlich gedeckte Tafeln mit Tischdecken und Kronleuchtern zu entdecken, die die Gäste für das gemütliche Zusammensein von zu Hause mitbringen und die „Neue-Wein-Zeit“ geradezu zelebrieren. Natürlich hat die Winzergenossenschaft auch am Wochenende ihre Pforten geöffnet, allerdings ohne Traubenanlieferung und Kellermeister.

Dieses Stück Kulturgut gibt es auch kleiner zu erleben. In jedem Ort entlang der Weinstraße finden sich Winzer, die ihre Höfe öffnen, um den Gästen den neuen Wein direkt ins Glas zu zapfen. Der traditionelle Zwiebelkuchen darf hier auf keinen Fall fehlen.

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Weintraube in der Pfalz im Herbst

Es gibt noch mehr als Wein

Ja, es ist schon auffällig. Immer wenn ich über die Pfalz berichte, geht es in erster Line um den Wein und die Weinfeste. Das liegt wohl daran, dass das ein großer Teil unserer Kultur ist und wir gesellige Menschen sind. Vor kurzem habe ich mir sagen lassen, dass wir „Draußen-Menschen“ seien. Auch eine nette Beschreibung, die ich jetzt einfach mal so stehen lassen würde. Das bringt mich zu dem Punkt, dass die Pfalz noch viel mehr als nur Wein und die Feste zu bieten hat, nämlich eine wunderschöne Natur und nette kleine Dörfchen mit sehr viel Charme.

Der Herbst ist die beste Zeit, die Region (und die Pfälzer Waldhütten) besser kennen zu lernen. Für Outdoor-Lustige bieten die wunderschönen Wander- und Fahrradwege ausreichende Gelegenheit dazu. In diesem Jahr habe ich mich ausgiebig damit beschäftigt und möchte Euch eine Tour ganz besonders ans Herz legen: eine Wanderung zur Pfälzer Waldhütte „Lamberts Kreuz“ an einem Donnerstag zum Schlachtfest. Natürlich hält die Speisekarte auch Gerichte für Vegetarier bereit.

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Der Pfälzer Wald im Herbst

Meine drei Lieblingstouren

Wanderung zum Weinlesefest in Mußbach

Wir starten in der wunderschönen Stadt Bad Dürkheim. Zu Fuß geht es Richtung Süden nach Wachenheim, in dem die deutschlandweit bekannte Sektkellerei Schloss Wachenheim** beheimatet ist. Sehr lohnenswert ist der Abstecher auf die Wachtenburg, von der wir den weiten Blick über die Weinstraße genießen. Nach dem kurzen, aber knackicken Auf- und Abstieg geht es weiter in den schönen Ort Forst an der Weinstraße, den wir über die Weinberge in Richtung Deidesheim verlassen. In Deidesheim angekommen sollten wir nun eine kleine Rast einlegen. Die zahlreichen Gastronomen bieten alles was das Herz begehrt, allerdings würde ich für eine Wanderung in jedem Fall einen Vesper empfehlen. Irgendwie schmeckt es, bei so einer Tour, aus dem Rucksack doch immer besser. Weiter geht es in die letzte Etappe, die sich nun ganz schön zieht und wir ausreichend Gelegenheit haben, die Weinberge zu bestaunen und die ein oder andere Traube zu stibitzen. Nach rund 15 Kilometern sind wir dann in Mußbach beim Weinlesefest angekommen und können uns den neuen Wein zu Pfälzer Spezialitäten schmecken lassen.
Für den Rückweg würde ich den Zug empfehlen.

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Der Weinberg in der Pfalz im Herbst

Fahrradtour in die Domstadt Speyer

Auch hier starten wir in Bad Dürkheim. Die Fahrradwege, sowie die Ausschilderungen in der Region sind hervorragend und wir werden auf unserem Weg nach Speyer noch keinen Kilometer auf Verkehrsstraßen fahren müssen. Von Bad Dürkheim machen wir uns auf den ersten und einzigen kleinen Anstieg des Tages auf gen Südwesten nach Friedelsheim. Wir lassen die Weinberge hinter uns und fahren durch das Feld nach Dannstadt-Schauernheim. Auf dem Weg begegnen uns Zwiebeln, Kohl und Co. Nächster Ort auf unserer Tour ist Schifferstadt. Ab hier kommen wir auf den Fahrradweg, der bereits den Dom zeigt und wir fahren durch ein kleines Waldstück auf befestigten Radwegen bis in die wunderschöne Domstadt Speyer. Hier angekommen haben wir rund 28 Kilometer hinter uns gelassen und können gemütlich durch die Stadt schlendern.

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Wanderung zum Lamberts Kreuz

Die Pfälzer Waldhütte ist aus allen Richtungen zu erreichen, ich habe mich aber für die kurze Variante entschieden. Mit dem Auto fahren wir zum Parkplatz des Kurpfalzpark** in Wachenheim. Von da aus starten wir unsere Wanderung durch den Pfälzer Wald. Es geht oberhalb des Kurpfalzpark** Gelände entlang und hier und da scheint ein Reh aus dem Park ausgebüchst zu sein, denn mit etwas Glück können wir die menschenscheue Tiere am Wegesrand erhaschen. Rund 7 Kilometer geht es mal mehr, mal weniger steil hinauf in Richtung Waldhütte. Verlaufen ist hier fast unmöglich, denn der Weg gabelt sich nur einmal, wo wir uns einfach rechts halten. Am Lamberts Kreuz angekommen erwartet uns eine unheimlich gediegene Atomsphäre mit Holztischen- und Bänken vor der Hütte und einer liebevoll eingerichteten Gaststätte. Von Oktober bis März findet hier wöchentlich am Donnerstag das Schlachtfest statt und es gibt die Pfälzer Spezialitäten Leberknödel, Bratwurst und Wellfleisch auf den Tisch.

 

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Pfälzer Waldhütte

 

Ich hoffe Ihr folgt meiner Einladung…

Zum Wohl die Pfalz

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