Die Hotspots von Straßburg

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Meine Eltern fragten mich, was ich mir denn dieses Jahr zu meinen Geburtstag wünsche. Darauf sagte ich nur „Zeit mit Euch“… So kam es, dass wir im August einen Familienausflug in die wunderschöne Stadt im Elsass, nach Straßburg machten.

Straßburg – die Hauptstadt Europa’s

Die „Hauptstadt Europas“ liegt nur wenige Kilometer hinter der Deutsch-Französischen Grenze im Elsass. Diesen Namen trägt sie aufgrund der zahlreichen Europäischen Einrichtungen, die ihren Sitz in Straßburg haben. Unter anderem das Europaparlament oder den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Überall in der Stadt wehen die Europafahnen von den Dächern und des imposante Gebäude des Europaparlament ist nur eines der Highlights, was diese Stadt zu bieten hat.

Die Anreise nach Strassburg

Deutsches Weintor in Schweigen

Aus der schönen Pfalz ist es quasi nur ein Katzensprung, dennoch war es mein erster Besuch in der wunderschönen Stadt. Der Weg führte uns zunächst an das Deutsche Weintor** in Schweigen. Das Tor mit seinen Nebengebäuden gilt als Wahrzeichen der Pfalz und markiert seit den 30er Jahren den südlichen Beginn der Deutschen Weinstraße.
Nur rund einen Kilometer südlich, in der Gemeinde Wissembourg (zu Deutsch: Weißenburg) befindet sich die Grenze zum Elsass, das heute, nach einigem hin und her in den letzten 300 Jahren, ein ehemaliger Verwaltungsbezirk und eine Region Frankreich’s darstellt.
Unter anderem ist Wissembourg bekannt für die Sektkellerei Les Caves**, die ihre Produkte weit über die Grenzen Europa’s hinaus vermarktet. Die Kellerei bietet in dem kleinen Verkaufsraum einen Einblick in die Produktion und natürlich die Möglichkeit die Erzeugnisse zu günstigen Preisen zu erwerben. Sogar Führungen inklusive Sektprobe sind für Gruppen nach Vereinbarung möglich.
Von hier sind es noch rund 70 Kilometer in die Elsässische Hauptstadt, Straßburg.

Parken und Übernachten in Straßburg

Übernachtungsmöglichkeiten bietet die Stadt zahlreiche, jedoch sind große Hotels im Zentrum, mit den vielen historischen Gebäuden nur schwer zu finden, vorausgesetzt man möchte im Herzen der Stadt übernachten. Ohnehin lässt sich das Flair der Stadt in einer kleinen Pension oder Hotel oder gar in einem Apartment, wie wir es gewählt hatten, besser genießen.
An dieser Stelle möchte ich als Unterkunft gerne die Apartments du renard* empfehlen. Zentral gelegen, in einer schönen und ruhigen Gegend und einer hervorragenden Vermieterin.
Das Parken rund um das Zentrum auf offener Straße ist eher schwierig, da das Parken nur eine begrenzte Zeit möglich ist. Die Stadt bietet jedoch zahlreiche Parkhäuser, die mit rund 20 Euro für einen Tag zwar nicht ganz günstig, jedoch eine gute Alternative bieten.

Der Straßburg Pass

Die Stadt ist mit einer Fläche von 78 qkm und rund 280.000 Einwohnern nicht gerade sehr groß, doch jagt hier ein Hotspot den nächsten.
Straßburg ist hervorragend auf die zahlreichen Besucher ausgerichtet und so ist eine gute Empfehlung sich den Touristenmassen anzuschließen und bei der Ankunft den Straßburg-Pass in der Tourist-Info für 22 Euro zu erwerben. Die Investition wird sich nach nur kurzer Zeit bezahlt machen. Das kann ich versichern. Zudem bietet der Pass eine Anregung, welche Sehenswürdigkeiten und Museen die Stadt zu bieten hat. Inspiration sozusagen inklusive.

Die Hotspots von Straßburg

Petit Train

Direkt vor der Tourist-Info, am Place de la Cathédrale ist die Haltestelle des Petit Train und es ist Zeit, direkt den ersten Voucher des Straßburg-Pass einzulösen. Der Mini-Zug, ausgestattet mit einem Audio-Guide in allen erdenklichen Sprachen, gibt auf der 40-minütigen Stadtrundfahrt einen hervorragenden Überblick über das Herz von Straßburg. Quer durch die typischen Stadtviertel, enge Gassen und gedeckte Brücken kommt die Fahrt einer kleinen Entdeckungsreise gleich.

Straßburger Münster

Straßburger Münster

Sicherlich die Sehenswürdigkeit der Stadt. Nach der kleinen Stadtrundfahrt mit der „Bimmelbahn“ geht es direkt weiter in das Straßburger Münster. Der Eintritt in die Kathedrale ist kostenlos und einen Besuch sicherlich wert, auch wenn ich zugegebenermaßen etwas anderes erwartet habe. Die Außenfassaden des Bauwerks lassen darauf schließen, dass es innen ebenso pompös aussieht. Schön ist das Innenleben der Kathedrale allemal, aber eben nicht so schillernd, wie ich es erwartet hatte. Ein Highlight ist jedoch zu finden: Die astronomische Uhr. Dazu komme ich aber später noch.
Etwas irritiert war ich von den Souvenir-Ständen in der Kathedrale. Vielleicht nicht der beste Ort um Mitbringsel an den Mann oder die Frau zu bringen. Dafür gibt es außerhalb mehr als genug Gelegenheit.

Straßburger Münster

Die Münsterplattform und das Wächterhaus

Am Seiteneingang des Münsters geht es zum Aufstieg auf die Münsterplattform mit ihrem Wächterhaus. Zeit den nächsten Voucher des Straßburg-Pass einzulösen.
Auf der Infoseite Straßburg’s steht geschrieben, dass es für den Aufstieg „eine gute körperliche Verfassung“ benötigt und dem würde ich nicht widersprechen wollen. Auf 330 engen Stufen geht es innerhalb des dicken Gemäuer auf die Aussichtsplatform, die 66 Meter über der Stadt auf dem Straßburger Münster thront. Die Aussicht von hier oben über die Stadt ist überwältigend und die kleine Anstrengung lohnt sich sehr.

Blick über Straßburg von der Aussichtsplattform des Straßburger Münster

Das wirkliche Highlight allerdings ist das Wächterhaus. Bis vor nicht allzu langer Zeit war dies ein strategisch wichtiger Ort für die Brandbekämpfung. Wo einst eine zweite Turmspitze geplant, aber nie errichtet wurde, wachten in der nahen Vergangenheit die Brandwächter über die Stadt und schlugen Alarm, sobald es es zu einem Feuer kam. Ein kleines Museum mit der Geschichte des Wächterhauses, die bis in das 16. Jahrhundert zurück führt, ist auf der Plattform zu bewundern und ist neben der Aussicht der eigentliche Grund, warum man die Anstrengung der 330 Stufen auf sich nehmen sollte.

Die Astronomische Uhr

Wir befinden uns nach wie vor am Straßburger Münster. Die Astronomische Uhr befindet sich im hinteren Teil der Kathedrale und ist während der regulären Öffnung zu bestaunen. Richtig interessant wird es jedoch um 12.30 Uhr, wenn die 12 Apostel vor Jens Christus vorbeiziehen, der sie segnet, während der Hahn drei mal kräht. Zeit für den nächsten Voucher.
Eine Stunde vorher wird der Haupteingang der Kathedrale geschlossen und Besucher können ab 12.00 Uhr gegen Eintritt, bzw. mit dem Straßburg-Pass Voucher über den Seiteneingang zur Astronomischen Uhr. Zugegeben, die Vorstellung der 12 Apostel ist nicht sehr spektakulär, doch der kleine Filmvortag vorab gewährt Einblicke in das komplexe System der astomanische Uhr, die eine meisterliche Kombination aus Kunstwerk und technischer Meisterleistung darstellt. Die Technik des weltweit einzigartigen Rechners, der jedes Jahr automatisch die Daten der beweglichen Feiertage auf einem ewigen Kalender anzeigt ist beeindruckend.

Die astronomische Uhr im Straßburger Münster

Die Lichtshow am Münster

Sicherlich das Highlight war die abendliche Lichtshow am Straßburger Münster.
In den Sommermonaten leuchtet Straßburg förmlich. Die atemberaubende Lichtshow mit malerischen Darbietungen begleitet von Musik findet nach Einbruch der Dunkelheit ab 22.30 Uhr statt. In drei Darstellungen, die jeweils 15 Minuten dauern, werden die Besucher verzaubert. Viele Wort kann ich dazu gar nicht finden, denn das muss man gesehen haben.

Lichtshow am Straßburger Münster

Die Altstadt

Nachdem wir nun das Straßburger Münster ausgiebig bestaunt haben, geht es weiter in die Altstadt, die sich von dem weitläufigen Place de la Cathédrale, mit seinen zahlreichen Café’s und Souvenir-Shops über enge Gassen und verkehrsberuhigte Zonen bis in das Viertel Petit France erstreckt. Im Vordergrund stehen hier die beeindruckenden Gebäude und das einmalige Flair. Ein Spaziergang durch das Herzen der Stadt begeistert, auch wenn man sich den Anblick mit tausenden von Touristen teilen muss.

Petit France

Die Straßburger können auf ihren kleinen Stadtteil Petit France mehr als stolz sein. Im Gerberviertel reihen sich, in engen Gassen, wunderschöne Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert aneinander und versprühen ein ganz eigenes Flair. Auffällig sind die Spitzen Dächer der Häuser mit ihren offenen Dachböden, die früher zum Trockenen der gegerbten Tierhäute dienten. Unterstützt wird das Ambiente durch den Fluss Ill und die drei kleinen Kanäle, die sich quer durch das Viertel schlängeln, getoppt von der Schleuse, die heute noch in ihrer ursprünglichen Form im Einsatz ist.
Aus dem einstig finsteren Viertel, dass den strengen Geruch der Gerberei verbreitete und sich einst Gauner und Banditen einnisteten, sowie von dem Militärkrankenhaus, indem die Soldaten von ihrer Syphilis – damals Franzosenkrankheit genannt – geheilt wurden, ist heute ein lebendiges Viertel mit Unterhaltungsfaktor geworden. Zahlreiche Restaurants in einem wunderschönen Ambiente laden für ein Mittagssnack oder ein Abendessen ein.
Wenn ich es nicht schon vorher war, hatte mich spätestens jetzt die Begeisterung für die elsässische Hauptstadt gepackt.

Petit France – Stadtteil von Straßburg

Straßburg mit dem Boot erkunden

Im Grunde ist Straßburg eine kleine Insel, denn die Stadt ist von zwei Armen der Ill umgeben. So bietet es sich an, die Stadt nicht nur zu Fuß, sondern auch zu Wasser zu erkunden. Spätestens jetzt hat sich der Straßburg-Pass bezahlt gemacht. Die Schiffsfahrt ist mit einem Voucher kostenlos. Dennoch muss ein Slot gebucht werden. Einfach einsteigen ist hier leider nicht. Neben der Tourist-Info am Place de la Cathédrale befindet sich das Büro zur Buchung der rund 1-stündigen Fahrt. Der Einstieg befindet sich dann an der Anlegestelle am Palais Rohan, etwa 10 Gehminuten entfernt.
Die Fahrt geht zunächst an den bezaubernden Ufern entlang der Altstadt bis nach Petit France, wo das erste Abenteuer wartet: die Schleuse. Wie bereits erwähnt ist die Schleuse in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten und so dauert es rund eine viertel Stunde, bis der Wasserpegel soweit angestiegen ist, dass eine Weiterfahrt möglich wird.
Weiter geht es dann Richtung Europa-Viertel, vorbei am Europa-Palast und am Europa-Parlament. Von außen bereits sehr beeindruckend, macht es neugierig die Einrichtungen von innen zu betrachten, dazu kam es aus Zeitgründen bei diesem Besuch aber leider nicht.
Auf dem Rückweg geht es zurück ins Zentrum. Begleitet wird die Schiffsfahrt mit einem Audioguide, der in zahlreichen Sprachen Einblicke in die Geschichte, die Entwicklung und die Persönlichkeiten der Stadt gibt. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, denn diese Erfahrung muss jeder für sich selbst machen.
Zu empfehlen ist jedoch an heißen Tagen eher einen Slot in den Morgen-, oder Abendstunden zu buchen. Das Schiff ist nicht überdacht, was sicherlich ein Vorteil im Hinblick auf die Aussicht bietet, aber durch die pralle Sonne doch ganz schön matschig werden lässt.

Straßburg mit dem Boot erkunden

Mein Fazit

Straßburg ist definitiv eine der schönsten Städte Europa’s und so herrlich mit Kultur und Leben gefüllt, dass ein Wochenende gar nicht ausreicht, um wirklich alles erleben zu können.
Bisher bin ich nicht auf das typische Essen eingegangen, aber eines möchte ich diesbezüglich los werden: der Flammkuchen in Straßburg schmeckt hervorragend.

Straßburg

Meine Reiseempfehlungen für Straßburg:

  • Über booking.com* lassen sich die besten Unterkünfte finden.
  • Beste Reisezeit für eine Tour in Straßburg: Mai bis September

P.S. Nicht den Straßburg-Pass vergessen – Es lohnt sich wirklich…
Viel Spaß in der „Hauptstadt Europa’s“

Übrigens… Ale Bilder aus Straßburg findet ihr in der AfiMIA Galerie.

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