Ich habe das Paradies gefunden

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Zuerst wurde Mauritius geschaffen,
dann das Paradies.
Aber das Paradies war nur

eine Kopie von Mauritius.“

(Mark Twain)

Zauberhafte Strände, türkisblaues Wasser, leuchtend blühende Pflanzen und Bäume und eine außergewöhnliche Vogelwelt, das kannte ich bereits von Mauritius, aber das Paradies habe ich mir dann doch irgendwie anders vorgestellt.
Schon Tage zuvor habe ich mich auf den Trip in den Black River Georges Nationalpark gefreut und habe am Ende des Tages sogar das Paradies gefunden.
Wahrscheinlich war es nicht das, was Mark Twain beschrieb, doch für mich war es genau das.

Hier möchte ich von meinem absoluten Highlight während meiner Mauritius-Reise erzählen. Eine Tour von Calodyne nach Chamarel, ein Besuch im Curious Corner und der siebenfarbigen Erde, ein Rumtasting in der Rhumerie de Chamarel, eine Fahrt durch den Black River Gorges Nationalpark und einen krönenden Abschluss am Grand Bassin.

Von Calodyne nach Chamarel

Calodyne liegt im Norden der Insel, ganz in der Nähe von Grand Baie. Der Highway über das Hochland führt in den Südwesten, in den bekannten Touristenort Flic en Flac.
Von hier aus geht es über schmale Serpentinen nach Chamarel.
Für die gerade mal 75 Kilometer von Calodyne nach Chamarel ging allerdings doch etwas mehr Zeit drauf, als ich vermutet hatte. Mit dem Auto war ich knappe eineinhalb Stunden unterwegs. Doch die lange Fahrt hat sich mehr als gelohnt.

Chamarel

Der kleine Ort mit gerade mal 700 Einwohnern liegt in mitten des Riviére-Noire-Waldes. Ein Überbleibsel aus dem ehemals Kaffee-, Indigo-, Baumwolle- und Zuckeranbau ist eine kleine Kaffeeplantage, die den Arabica heute noch zum Verbrauch auf der Insel produziert.
Viele Inselbesucher erleben Chamarel nur auf der Durchreise zur siebenfarbigen Erde, ohne einen Zwischenstop einzulegen, doch damit verpassen sie etwas sehr paradiesisches:

Die Aussichtsterrasse bei Chamarel

Der Viewpoint liegt direkt an der Hauptstrasse und bietet einen atemberaubenden Panoramablick über die Südwestküste. Hinter den Pinienwäldern ragt der Le Morne aus dem strahlend blauen Wasser. Ein Blick zum verlieben und vor allem zum verweilen.
Dieses Panorama hat sich das Restaurant Le Chamarel** zu Nutze gemacht. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, hier einen kleinen Zwischenstopp einzulegen und einen Kaffee auf der Terrasse des Restaurants zu genießen. Ein Ort zum verlieben. Das denken sich wohl auch die Vögelchen, die hier wunderbar zu beobachten sind.
Übrigens war die Terrasse schon mehrfach Kulisse von Werbespots und auch die Serie „Traumschiff“ machte hier schon Station.

Blick vom Café de Chamarel auf die Südwestküste Mauritius
Vogelwelt am Cafe de Chamarel, Mauritius

Curious Corner

Nur ein Katzensprung vom Café de Chamarel** entfernt liegt die kleine Welt der optischen Täuschungen, genannt Curious Corner**. Ich war mir nicht ganz sicher, ob sich der Eintritt von 375 MRU (knapp 10 EUR) wirklich lohnt, oder ob es nur eine Touriabzocke ist. Ist es nicht. Es ist super witzig und das Team im Curious Corner** ist top.
Ein kleiner Funfact am Rande. Im Garten stehen ein riesiger Tisch und Stuhl, der die Besucher an die Welt von Alice im Wunderland erinnert. Auch für Alice tat sich hinter den Spiegeln eine neue Welt auf und sie war es auch, die dem Dodo, dem heute ausgestorben mautitischen Vogel, zur weltweiten Berühmtheit verhalf, in dem er in der Geschichte an einem Wettlauf teilnahm. So schließt sich der Kreis.
Ich möchte hier nicht zu viel verraten und jedem Besucher die Kuriositäten, die das Kabinett bereit hält, selbst entdecken lassen. So viel soll gesagt sein. Ich hatte einen Riesen Spaß.
Hier eine kleine Kostprobe.

Seven Colored Earth Geopark

Gegenüber von Curious Corner befindet sich der Eingang zur meistbesuchten Attraktion Mauritius’: die siebenfarbige Erde von Chamarel / Seven Colored Earth

Das Areal ist in Privatbesitz und um überhaupt zur siebenfarbigen Erde zu gelangen, führt eine hervorragend ausgebaute Straße durch den Geopark. Der Eintritt wird am Kassenhäuschen an der Zufahrt zum Geopark (gegenüber Curious Corner) entrichtet und man zahlt je nach Package, denn ausser der siebenfarbigen Erde gibt es im Geopark noch weitere Attraktionen.
Der Eintritt zur siebenfarbigen Erde ist mit 250 MRU (rund 6 EUR) sehr angebracht, wie ich finde.
In der Regel fahren die Gäste mit dem Mietwagen, Taxi, oder dem Bus der örtlichen Touranbieter durch den Park. Wanderer habe ich nur sehr wenige gesehen. Bei den heißen Temperaturen und der prallen Sonne ist das wahrscheinlich auch nicht gerade ein Zuckerschlecken.

Chamarel Waterfall

Auf der Fahrt durch den Geopark, der an sich schon ein Augenschmaus ist, kommt man nach wenigen Kilometern zum Chamarel Waterfall Viewpoint. Diese „Attraktion“ ist im Eintritt inbegriffen und kostet demnach nichts extra. Die Terrasse bietet einen freien Blick auf den Chamarel Waterfall der aus dem Berg heraus rund 100 Meter in die Tiefe stürzt. Über einen kleinen Stufen-Pfad durch den Wald gelangt man zur zweiten Ebene der Aussichtsplattform. Von hier oben ist der Blick fast noch ein bisschen schöner und offensichtlich schrecken die steilen Stufen viele Besucher dann doch ab, denn hier oben ist deutlich weniger los.
Der Blick auf den Wasserfall, der doch in recht weiter Ferne liegt, ist atemberaubend. Selbst aus der Entfernung sind die tosenden Wassermassen noch zu hören und der Wunsch dem Wasserfall etwas näher zu kommen, war nicht nur bei mir recht groß.

Chamarel Waterfall, Mauritius

Siebenfarbige Erde

Nur rund fünf Fahrmituten weiter wartet nun die Hauptattraktion des Geoparks auf seine Besucher: die siebenfarbige Erde.
Der Parkplatz war an diesem Tag ziemlich voll, doch ich gehe davon aus, dass es völlig egal ist, wann man hier her kommt, es wird vermutlich immer viel los sein.
Vorbei am Kassenhäuschen, an dem man das Ticket nochmal vorzeigen muss, geht es dann über eine Waldpfad auf eine Aussichtsterasse und nun liegt sie vor den Besuchern: die siebenfarbige Erde in ihrer vollkommenen Schönheit und löste zumindest bei mir eine Faszination aus.
An der Besucherplattform, wie soll es anders sein, befindet sich eine Snackbar. Der Blick von hier ist zwar schon wunderschön, doch läuft man den kleinen Pfad entlang zur Plattform an der Rückseite, finde ich die Aussicht fast noch besser. Erstaunlicherweise verlaufen sich die Besuchermassen und es ist super angenehm im Park um die siebenfarbige Erde herum zu spazieren.

Siebenfarbige Erde auf Mauritius

Die Farben und ihre Entstehung

Die sieben Farben, die da wären Rot, Braun, Violett, Grün, Blau, Lila und Gelb, sind aus einem einfachen und doch faszinierenden Naturphänomen heraus entstanden.
Wie auch der Rest der Insel ist diese entzückende Hügellandschaft vulkanischen Ursprungs. Durch die Umwandlung der Basaltlava in Minerale und den klimatischen Einflüssen wurden alle wasserlöslichen Bestandteile aus der Erde ausgewaschen und es blieb das rötliche-schwarze Eisenoxid und das bläulich-violette-grünblaue Aluminiumoxid übrig, die sich wiederum vermischten und so entstanden die sieben Farben von Chamarel. Je nach Sonneneinstrahlung können sich die Farben leicht verändern. Optisch wirkt das es, als wäre die Erde aus Sand, was übrigens auch vielen Besuchern erzählt wird, die dann für teuer Geld eine Probe kaufen, tatsächlich ist es jedoch Lavagestein.

Siebenfarbige Erde auf Mauritius

Die Rhumerie de Chamarel

Nach dem Besuch im Geopark geht die Reise weiter. Erst durch das beschauliche Örtchen Chamarel, dann weiter zur Rhumerie de Chamarel**, die nur wenige Fahrmituten vom Geopark entfernt liegt.
Auf Mauritius gibt es noch einige Rumfabriken. Die Rhumerie de Chamarel** ist hingegen eine der bekanntesten und hervorragend auf Besucher eingerichtet.
Am Eingang müssen die Besucher ein Eintrittsgeld entrichten und dürfen dafür an einer geführten Tour durch die kleine aber feine Produktion teilnehmen. Ich persönlich fand die Tour ganz interessant, denn ausser der Herstellung erzählen die Guides einiges zum Anbau und der Herkunft des Rohstoffes, dem Zuckerrohr.
Als Zwischenstopp gibt es einen Rhumcocktail aufs Haus, bevor es dann in die Destillerie und weiter zur Rhumprobe geht. Eine ganz nette Geste, wie ich finde.

Rumcocktail in der Rhumerie de Chamarel, Mauritius

Bei der Rumprobe werden neun verschiedene Rumorten ausgeschenkt. Die Probiererlein sind zwar nur ganz klein, doch neun davon, können so manchen gestanden Mann aus der Bahn werfen. Ich musste noch Auto fahren und konnte leider keinen der kleinen Köstlichkeiten probieren, doch ich habe mir sagen lassen, dass der ein oder andere sehr schmackhafte Rum dabei war.
Natürlich stehen im Shop alle Rumsorten, die in der Rhumerie de Chamarel** hergestellt werden, auch zum Verkauf.

Rumsorten in der Rhumerie de Chamarel, Mauritius

Der Black River Gorges Nationalpark

Wir treten langsam die Heimreise an und zurück geht es nicht über die Küste, bzw. das Hochland, wie wir gekommen sind, sondern durch den wunderschönen Black River Gorges Nationalpark. Wer die Zeit und Lust hat hier wandern zu gehen, wird sich noch mehr dieser Schönheit entdecken, doch eine Fahrt mit dem Auto ist bereits ein Erlebnis. Die schmalen Straßen führen über Berg und Tal und außer Bäume und Sträucher ist weit und breit nichts zu sehen.
Etwa auf halben Weg geht eine kleine, unscheinbare Einfahrt in den Wald. Ein kleines Schild mit der Aufschrift „to Waterfall“ hat mein Interesse geweckt. Interessanterweise habe ich in keinem Reiseführer gelesen, dass es hier etwas zu sehen gibt. Gibt es aber, sofern man auf Wasserfälle und eine schöne Aussicht steht.
An dem Parkplatz geht ein Weg in einen weitläufigen Park und weiter zu einem Viewpoint auf die Alexandra Falls. Ähnlich wie die Chamarel Waterfalls stürzen die Wassermassen in weiter Entfernung in die Tiefe. Zudem bekommt man hier noch den freien Blick auf die Ostküste geboten.
Zurück auf der Hauptstraße schlängelt sich der Weg weiter über die schmalen Straßen, bis zu eiener großen Kreuzung. Hier endet der Back River Gorges Nationalpark und das Grand Bassin ist bereits ausgeschildert. Auf zur nächsten Station…

Black River Gorges Nationalpark, Mauritius
Alexandra Falls im Black River Gorges Nationalpark, Mauritius

Das Grand Bassin

Ich habe in dem Buch 111 Orte auf Mauritius die man gesehen haben muss*, was ich übrigens wärmstens empfehlen kann, über das Grand Bassin, als eine Pilgerstätte gelesen, zu der zum am Tag des Neumondes nach dem gregorianischen Kalender, tausende gläubige Hindus pilgern. Erst einmal habe ich vom Grand Bassin nicht sehr viel erwartet. Beschrieben war es als ein heiliger See mit einem nahe gelegenen Tempel. Klingt erstmal nicht sehr spektakulär und wenn es nicht ohnehin auf unserem Weg gelegen hätte, wäre ich wahrscheinlich gar nicht hin gefahren, was im Nachhinein ein großes Versäumnis gewesen wäre. Ich habe das Grand Bassin als einen irgendwie magischen Ort erlebt. Eingangs steht eine 33 Meter hohe Shiva Statue, die an sich schon sehr beeindruckend ist. Das Grand Bassin, ein See der mit der verschiedenen Hindugöttern geschmückt ist, auf dem die Blumen schwimmen, die Besucher Shiva mitgebracht haben und im Hintergrund ein Tempel thront, war an diesem späten Nachmittag fast leer. Nur eine Familie wandelte von Gottheit zu Gottheit. Die Ruhe und die Energie, die an diesem Ort zu spüren war, hatte auf mich eine faszinierende und magische Wirkung. Ich konnte eine unbeschreibliche Schwingung spüren. Ich kann es nur ganz schwer beschreiben und ich weiß, es hört sich doch sehr spirituell an, doch das einzige, was ich am Grand Bassin spürte, war wirkliche innere Zufriedenheit. Ein ganz toller Ort, der mir, samt dem Gefühl, sicher lange in Erinnerung bleiben wird und an den ich gerne zurück denke.

Grand Bassin, Mauritius

Das war meine kleine Reise ins Paradies. Ein perfekter Tag mit einem wunderschönen Abschluss. Bestimmt hatte Mark Twain nicht von diesen Orten gesprochen, als er das Paradies fand, doch wie ich eingangs erwähnte, war für mich diese Mischung und was ich an diesem Tag erleben durfte, das Paradies.

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Land und Leute auf Mauritius

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Land und Leute… kann man das nicht überall auf Mauritius kennen lernen? Wahrscheinlich schon. Auf meinem Trip nach Curepipe durfte ich das wunderbare Land und die Menschen jedoch von einer anderen Seite erleben, als es mir im Rest der Insel möglich war.

Curepipe

Diese Stadt dürfte den wenigsten Touristen ein Begriff sein. Wenn hier nicht der Trou aux Cerf, ein 100 Meter tiefer Vulkankrater, die Besucher anziehen würde, dürften sich wahrscheinlich nur wenige Mauritius-Reisende in die Stadt verirren.

Curepipe ist tatsächlich die zweitgrößte Stadt der Insel und liegt im Hochland, rund 500 Meter über dem Meeresspiegel. Daher ist das Klima auch eher kühl und regnerisch. Im Laufe der mauritischen Entwicklung hat sich Curepipe zum Handelszentrum der Insel gemausert. Das die Mauritier gerade eine Stadt im Hochland wählten, hat eine einfache Erklärung. Während der Malariaepedemie im Jahre 1867 zogen sich zahlreiche Einwohner aus Port Louis in die Berge zurück, um hier ihre Pfeifen von dem Erreger zu befreien. Sie blieben und mit der Zeit entwickelte sich die Stadt zum zentralen Handelszentrum der Insel und ist es bis heute geblieben.

Was mich genau nach Curepipe gezogen hat, kann ich Euch heute gar nicht mehr so genau sagen, aber ich bin froh, dass ich den Trip gemacht habe, denn sonst hätte ich diese Seite von Mauritius nicht kennen gelernt. Vorab muss ich allerdings sagen, dass die Stadt mit Sicherheit kein Hingucker ist. Im Gegenteil. Sie wirkt extrem herunter gekommen und viele Gebäude gleichen eher einer Ruine. Das regnerische Klima hat hier deutlich seine Spuren hinterlassen. Viele Häuser mit feuchten und extrem schmutzigen Fassaden, teilweise leer stehend und baufällig zeichnen das Stadtbild. Kurios wirken fast schon die bunten Säulen, die im Zentrum in die Höhe ragen. Den Grund für dieses Gebilde und was es darstellen soll, konnte ich nicht wirklich heraus finden.

Die Säulen von Curepipe, Mauritius

Das kleine quirlige Zentrum erstreckt sich rund um den Busbahnhof und im Grunde ist die Stadt ein einziger großer Markt. Direkt hinter dem Busbahnhof befindet sich der Teil, in dem Kleidung und Haushaltswaren angeboten werden. Die engen Gassen gleichen einem Labyrinth und es wimmelt von Menschen, die ihren Einkauf erledigen.
Viel beeindruckender allerdings fand ich persönlich die „Mall“. Hinter dem Frischemarkt mit Obst, Gemüse und Fleisch geht es in ein weiteres Labyrinth mit unzähligen Shops. Kleidung, Spielwaren, Elektronik, Haushaltswaren, einfach alles lässt sich hier finden. Es ist nur schwer zu beschreiben, was sich hier abspielt. Definitiv zeigt sich Mauritius in Curepipe von einer Seite, die an der Küste nicht zu erleben ist.

Statue von Paul und Virginie in Curepipe, Mauritius

Vom Shopping Trubel erholen, das geht in dem kleinen Park im Stadtzentrum, gegenüber des Rathauses.
Was den Park so besonders macht, ist eine Statue von Paul und Virginie.
Die Statue zeigt das berühmteste Liebespaar der Insel. Der Clou dabei ist, dass die beiden nicht wirklich lebten, sondern der Phantasie des französischen Schriftstellers Bernadin de Saint-Pierre entspringen, der in seinem Roman die Tropen zum wahren Paradies auf Erden auszeichnet.
Das Original aus weißem Marmor steht im Blue Penny Museum in Port Louis.

Etwas außerhalb des Stadtzentrums befindet sich noch eine der bekanntesten Manufakturen für Modellschiffe. Voiliers de l’Océan. Das Unternehmen fertigt, wie auch Historic Marine in Goodlands, von dem ich Euch in meinem zweiten Mauritius-Beitrag berichtete, Modellschiffe in diffiziler Handarbeit. In dem einladenden und weitläufigen Shop können die Schiffe verhältnismäßig günstig erworben werden. Die Angestellten kümmern sich sogar um den Versand nach Europa, falls das typische Souvenir nicht ins Handgepäck passt.
Der Modellschiffbau hat auf Mauritius seit den 70er Jahren Tradition und es gibt einige größere und kleine Manufakturen über die Insel verteilt, wobei die Hochburg in Curepipe liegt.

Der Trou aux Cerfs

Neben dem quirligen Stadtzentrum hat Curepipe eine Sehenswürdigkeit zu bieten, die einige Besucher ins Hochland zieht. Der Trou aux Cerfs. Fakt ist, ohne diesen Vulkan gäbe es die paradiesische Insel Mauritius nicht.
Rund zwei Kilometer westlich des Stadtzentrums ragt der dicht bewaldete schlafende Vulkan in die Höhe. Rund um den Krater wurde eine asphaltierte, autofreie Straße angelegt, auf der Spaziergänger und Fahrradfahrer dem Trubel der Stadt entfliehen und den faszinierenden Blick ins Innere des Vulkans und das umliegende Hochland werfen können.

Der Trou aux Cers in Curepipe, Mauritius
Der Trou aux Cers in Curepipe, Mauritius

Theoretisch besteht die Möglichkeit in den Krater hinein zu wandern. Praktisch ist der kleine Urwald jedoch rings herum mit einem hohen Zaun abgesperrt. Als wir auf dem Rundweg so entlang spazierten, entdeckten wir ein offenes Türchen im Zaun. Zwei Menschen hatten sich gerade auf dem Weg in den Krater gemacht und wir konnten die Gelegenheit ergreifen, uns ihnen anzuschließen. Der Weg ist superschmal und nicht gerade ungefährlich, doch sehr faszinierend in Mitten eines Vulkans zu wandern, der so dicht bewachsen ist, dass ich mir wie im Urwald vor kam.

Im inneren des Krater des Trou aux Cerfs in Curepipe, Mauritius

Auf dem Weg nach Curepipe

Oft heißt es, der Weg ist das Ziel und so könnte auch der Weg nach Curepipe beschrieben werden. Der Highway durch das Hochland ist bereits eine Reise Wert und wer die Insel von Nord nach Süd erkundet, wird um die zwei berühmten Berge nicht herum kommen.

Die Trois Mamelles

Besser bekannt unter den Spitznamen „die Brustwarzen“. Die Mauritier lieben ihre bildlichen Beschreibungen und von der Ferne gleicht der Berg tatsächlich dem Anblick von Brustwarzen, die aus dem Plateu in die Höhe ragen. Der Berg mit den zwei Gipfeln ist als beliebtes Ausflugsziel für Wanderer bekannt und an der Spitz angekommen, haben sie nicht nur einen atemberaubenden Blick über das Jemen-Tal, auch Fledermäuse, Hirsche und Affen sind hier oben zu beobachten.

Der Pieter Both

Mit seinen 820 Metern ist der Pieter Both der zweithöchster Berg der Insel. Benannt wurde er nach dem ersten niederländischen Generalgouvaneur, der 1615 mit seinem Schiff vor Mauritius kenterte.
Zu erkennen ist der sogenannte „Hausberg von Port Louis“ an seinem ballförmigen Stein auf der Spitze, um den viele phantasievolle Geschichten auf der Insel kursieren. Eine davon erzählt, dass einst ein Milchmann am Fuße des Berges rastete, als er der Fee Syntaka begegnete. Sie versprach ihm, einem spektakulären Feentanz beiwohnen zu dürfen, wenn er das Theater als Geheimnis bewahren könne. Das konnte er nicht. Er brach sein Versprechen, die Erde bebte, Syntaka verschwand und der Milchmann fand sich versteinert auf der Spitze des Berges wieder. Der Pieter Both ist heute ein nicht wegzudenkendes Wahrzeichen der Insel und im Volksmund heißt es, solange die Kugel auf der Spitze des Berges bleibt, geht es Mauritius gut.
Dann hoffen wir mal, dass er noch sehr lange da oben bleibt. In diesem Sinne… viel Spaß in Mauritius.

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Ein Tag in Pamplemousses

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Nachdem ich kurz nach meiner Ankunft auf der paradiesischen Insel Mauritius, die Landkarte studierte, viel mit ein Ort mit einem witzigen Namen ins Auge: Pamplemousses.
Die Kleinstadt zwischen Grand Baie und Port Louis ist tatsächlich nach den grapefruite-ähnlichen Zitrusbäumen benannt, die seinerzeit die Holländer auf die Insel brachten.
Schlussendlich war es aber nicht der Name, der mich zu einem Auslug nach Pamplemousses bewegte, sondern eine der Hauptattraktionen der Insel, wie es heißt:

Der Botanische Garten von Pamplemousses

Der Sir Seewoosagur Ramgoolan Botanic Garden, benannt nach dem ersten Premierminister des unabhängigen Mauritius, gilt als der ältester Botanischer Garten der Südhalbkugel und soll nach den Kew Gardens in London der zweitbeste der Welt sein.
Ich bin überrascht über diese Auszeichnung, habe ich doch schon Botanische Gärten in anderen Ländern gesehen, die mir persönlich besser gefallen haben. Vermutlich liegt es aber daran, dass die Artenvielfalt in dem Garten von Pamplemousses tatsächlich extrem reichhaltig ist, was, so vermute ich, in anderen Botanischen Gärten, außer den Kew Gardens nicht der Fall ist. Die Optik spielt hier wohl eine ungeordnete Rolle. Recherchiert habe ich das allerdings nicht.

Tatsächlich ist der Sir Seewoosagur Ramgoolan Botanic Garden als eine der Hauptattraktionen der Insel bekannt und ich war auf Besucheranstürme und drängende Menschenmassen eingestellt. Weit gefehlt, mein Besuch im Botanischen Garten war super entspannt. Das Areal ist so weitläufig und clever angelegt, dass es Fleckchen gab, die wir in diesem Moment für uns ganz alleine genießen konnten.

Sir Seewoosagur Ramgoolan Botanic Garden in Pamplemousses, Mauritius

Der ursprüngliche Plan der Franzosen war es, die Ile de France (wie Mauritius einst hieß) zu einer Gewürzinsel zu entwickeln, um sich unabhängiger von den Holländern zu machen, die seinerzeit das Monopol auf den Handel indischer Gewürze hatten. So pflanzte der Botaniker Pierre Poivre einen importierten Gewürznelkenbaum. Als dieser dann auch noch zu blühen begann brach er damit nicht nur das Monopol der Holländer, sondern legte zugleich den Grundstein für den heutigen Botanischen Garten in Pamplemousses.

Auf 37,5 Hektar säumen sich heute heimische und importierte Pflanzen im Park, dessen Pflege über einige Zeit recht vernachlässigt wurde. Zwar wird heute wieder mehr Wert auf das Erscheinungsbild gelegt, doch ich persönlich finde, dass hier noch Luft nach oben ist.

Der Eintritt liegt bei 200 Rupien (knapp 5 Euro) was absolut angemessen ist. Nicht im Verhältnis dazu steht der Preis, den man für die Guides zahlt, die am Eingang bereit stehen und optional für einen Rundgang mit ausführlicher Erklärung gebucht werden können, nämlich 50 Rupien (rund 1,25 Euro).

Meine Highlights des Sir Seewoosagur Ramgoolan Botanic Garden

Die Allee der Persönlichkeiten

Der Sir Seewoosagur Ramgoolan Botanic Garden genießt eine weltweite Bekanntheit. So hat es sich etabliert, dass Persönlichkeiten, die das Land besuchen (vorwiegend aus der Politik) einen Baum in einer im Park angelegten Allee pflanzen. Unter anderem hat sich hier auch Nelson Mandela mit einem Baum verewigt.

Das Riesen-Schildkröten- und Hirschgehege

Am Rande des Gartens, versteckt sich ein Gehege mit Riesen-Schildkröten. Die auf Mauritius einst vom aussterben bedrohten Tiere werden von der MWF, der Mauritius Wildlife Foundation geschützt und auch der Botanische Garten trägt seinen Teil zum Erhalt der wunderschönen Tiere bei.
Direkt nebenan befindet sich ein Gehege mit Hirschen. Hirsche auf Mauritius?! Ganz genau. Im Norden der Insel leben sie in freier Wildbahn in dicht bewaldetem Gebiet.

Die weißen Lotus-Blüten

Der dicht bewachsene Teich mit den weißen Lotusblüten, die eigentlich rosa blühen, sind definitiv ein Highlight des Garten. Wunderschöner Anblick und alleine deshalb lohnt sich der Besuch im Botanischen Garten.

Die Amazonas-Riesenseerosen

Das absolute Highlight ist ein großer Teich mit Amazonas-Risenseerosen, die aus den USA importiert wurden. Bereits im Herbst beginnen die Seerosen sich zu entfalten und sich, wie ein Teller auf dem Teich auszubreiten. Die Seerosen blühen am ersten Tag weiß und am zweiten Tag rosé und das auch nur im Januar. Es ist im Dezember demnach recht unwahrscheinlich eine blühende Amazonas-Riesenseerose zu entdecken, doch  auch ohne Blüten kommt das Auge hier auf seine Kosten.

Die Palmenvielfalt

Der Sir Seewoosagur Ramgoolan Botanic Garden beheimatet unglaubliche 80 verschiedene Palmenarten, darunter auch ganz Besondere, wie die Talipot Palme. Die Talipot Palme wird bis zu 25 Meter hoch und blüht nur einmal in ihrem Leben – nach 30 – 80 Jahren – danach stirbt sie ab. Faszinierend…

Alles in Allem hatte ich vom Botanischen Garten in Pamplemousses durchaus mehr erwartet, doch enttäuscht war ich keineswegs. Es ist ein schöner Ausflug und verbunden, mit der nächten Attraktion in Pamplemousses ein absolut gelungener Tag.

L’Aventure du Sucre

Nach dem Besuch im Botanischen Garten, dachte ich, wenn ich schonmal in der Nähe bin, bietet es sich doch an, noch einen Abstecher in das Zuckermuseum zu unternehmen. Also auf zum Zuckermuseum. Wäre ich der guten Ausschilderung gefolgt, wäre ich auch direkt am Eingang gelandet, ich habe mich jedoch auf meine GPS Map verlassen die mich stattdessen zum Haupteingang der Beau Plan Zuckerfabrik führte. Hier wird nämlich immer noch produziert, allerdings deutlich moderner als damals und in einem neuen Gebäude. Die alte Zuckerfabrik ist heute zu einem Museum umgebaut. Der nette Herr an der Pforte hat mir den Weg zum Besuchereingang erklärt und so war das Ziel dann doch schnell gefunden.

Alte Lokomotive von Mauritius

Das Gelände vor dem Museum war bereits ein erster Hingucker und bot einen kleinen Ausflug in die Mauritische Geschichte. Vor dem Restaurant steht eine alte Lokomotive, deren Wagon zu einem Imbiss umgebaut wurde. Was die Lokomotive hier so besonders macht, möchte ich Euch gerne erzählen.

Um das Jahr 1850 schien die Zuckerindustrie auf Mauritius zu kollabieren, denn das Mauritische Gold wurde per Esel- und Pferdekarren quer über die Insel transportiert. Zu groß waren die Mengen für die verfügbare Kapazität an Transportmitteln. So wurde 1856 der Plan gefaßt ein Eisenbahnnetz über die Insel zu spannen um so den Zuckertransport zu gewährleisten. Gesagt, getan, 6 Jahre später war es dann soweit und es führten immerhin zwei Strecken über die Insel. Weitere folgten in den Jahren darauf.
In den 1950er, knapp 100 Jahre nach der Eröffnung des Eisenbahnnetzes, erschien der Transport per Güterverkehr schon weniger rentabel geworden zu sein, da das Zuckergeschäft immer mehr zu einem saisonalen Produkt wurde und generell die Produktion auf der Insel zurück ging. Bereits 10 Jahre später wurde der Eisenbahnbetrieb eingestellt und ein Überbleibsel, nämlich eine Lokomotive inklusive Wagons ist heute auf dem Gelände der Zuckerfabrik Beau Plan zu bestaunen.

Das Museum L’Aventure du Sucre

Tatsächlich war ich etwas überrascht vom Eintrittspreis von 425 Rupien pro Person, ist das für Mauritius doch verhältnismäßig teuer, doch am Ende kann ich nur bestätigen, was ich im Vorfeld gelesen hatte, nämlich dass dieses Museum eines der besten der Insel ist. Jedenfalls fand ich den Besuch sehr interessant.

Zum Eintrittspreis bekommt man einen Gratis-Audioguide, den man sich per App auf sein Smartphone laden kann. Gar nicht schlecht, wie ich finde.

Los geht die Tour durch das Museum mit einer schönen Ausstellung über die multikulturelle Geschichte der Insel, die stark durch den Zucker geprägt wurde. Man sollte sich etwas Zeit nehmen, und die Geschichte zu entdecken, denn nur so wird man entstehen, wie es zu den verschiedenen Kulturen kommt, die auf der Insel zusammen leben.

Direkt nach dem „Geschichte-Pavillon“ geht es in die alten Betriebshallen und weiter in die verschiedenen Bereiche von Zuckerproduktion und Zuckerrohranbau, bis zu Energie, Wirtschaft und Handel. Der Audi-Guide erklärt was genau an den einzelnen Anlagen passierte und wie aus einem Zuckerrohr schussendlich genießbarer Zucker, oder sogar Rum hergestellt wurde. Die Anlagen sehen aus, als ob sie erst gestern noch in Betrieb waren und das gesamte Museum macht einen hervorragend gepflegten Eindruck.
Zu guter letzt kommt man um die „Boutique“ nicht herum, was aber gar nicht schlimm ist, denn hier hat man die Möglichkeit verschiedene Zuckersorten zu testen und sich ein kleines Rumtasting zu gönnen.

Anlagen im Zuckermuseum L’Aventure du Sucre auf Mauritius

Bis auf diese zwei Attraktionen, die zugleich zu den touristischen Hauptzielen der Insel gehören, hat Pamplemousses nicht wirklich etwas zu bieten. Ein sehr umtouristisches und fast verfallenes Dorf scheint von den Touristengebieten Welten entfernt zu sein. Doch alleine wegen dem Botanischen Garten und dem Zuckermuseum lohnt sich ein Ausflug nach Pamplemousses im Norden der Insel zwischen Grand Baie und Port Louis.

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Mit dem Bus nach Goodlands

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Entlang der Nordküste fährt die Buslinie 95 bis nach Goodlands. Ja, die kleine Ortschaft, rund 20 Kilometer von Grand Baie entfernt, heißt tatsächlich so und läuft total unter dem Radar der Touristen. Nur wenige verschlägt es hier hin, doch ist ein Abstecher nicht nur an den Markttagen eine Tour wert.

Goodlands

Die 20.000 Einwohner Stadt zählt nicht zu den, nach Bevölkerung gemessen, größten Städten der Insel, doch ist sie eines der Handelszentren im Norden und nach Grand Baie die größte Stadt der Region. Hier machen, vor allem an den Markttagen, die Bewohner der gesamten Umgebung ihre Besorgungen.
Entstanden ist die Stadt, wie viele andere auch, durch die Zuckerindustrie. In den 1830er Jahren siedelten sich hier mehrere Zuckerfabriken an. Die letzte schloss erst im Jahr 1994 ihr Pforten.
Das geschäftigen Treiben spielt sich entlang der Hauptstraße bis hin zum Marktplatz bzw. zum Busbahnhof ab. Ein Shop reiht sich an den nächsten, während die (hauptsächlich) Frauen mit ihren glitzernden Saris und Sarongs ihre Besorgungen machen.
Alle zwei Minuten schlängelt sich ein Bus durch die dicht befahrene Hauptstrasse der Kleinstadt und sammelt die Männer und Frauen ein, die an den sehr unscheinbaren Haltestellen, alle maximal 500 Meter, warten. Eine wunderbare Gelegenheit für Gäste, das hektische Treiben zu beobachten und die Stimmung der Kleinstadt Goodlands auf sich wirken zu lassen, so wie ich es getan habe.

Mit dem Bus nach Goodlands

Der Busbahnhof von Goodlands

Reisen wie die Einheimischen, so machen es viele Urlauber, die sich kein Auto mieten, oder exklusiv mit dem Taxi reisen möchten. So auch ich an einem meiner ersten Urlaubstage auf Mauritius.
Bus fahren ist unter den Mauritiern absolut alltäglich, so sind die „Öffentlichen“ auch recht gut frequentiert. Ausser den Sitzplätzen werden auch Stehplätze angeboten. Zum gleichen Preis versteht sich. Zu voll gibt es hier nicht. Ich hatte jedoch das Glück  in einem recht leeren Bus nach Goodlands zu fahren, denn bei den winterlichen Temperaturen von 30°C in einem voll gestopften Bus ohne Klimaanlage kann es recht schnell ungemütlich werden, stelle ich mir vor.

Die Fahrt von gerade mal 7 Kilometer von Calodyne nach Goodlands, die in Europa in guten 10 Minuten zu schaffen ist, dauert auf Mauritius mit dem öffentlichen Bus rund eine halbe Stunde. Warum eine halbe Stunde? Auf jedem Kilometer gibt es mindestens eine Bushaltestelle. Angehalten wird zwar nur, wenn jemand an der Haltestelle wartet, oder ein Fahrgast dem Fahrer ein Stop per Klingel signalisiert, doch das ist in der Regel so gut wie an jeder Station der Fall. Eigentlich eine gute Sache, denn so muss niemand weit zur nächsten Haltestelle laufen und ohnehin hatte ich im Urlaub ja alle Zeit der Welt.
Der Preis für die Kurzstrecke liegt bei 150 Rupien pro Person, das sind umgerechnet rund 3,50 Euro.

Mein Tipp: Erkundigt Euch vor der Reise auf www.mauritius-buses.com** bzgl. der Buslinie, geht zur Haltestelle, die ihr am Besten von den Einheimischen erfragt, steigt in den Bus ein und fragt den Fahrer, ob es nach Goodlands, oder zu jedem anderen beliebigen Ziel, geht. Bestätigt er, setzt ihr euch einfach hin und wartet bis der Kassierer / die Kassiererin zu Euch kommt.
So funktioniert Bus fahren auf Mauritius. Die Mauritier sind ein sehr hilfsbereites Volk und Fragen hilft bei Unklarheiten eh meist am Besten.

Buslinie 95 Richtung bis Goodlands Busbahnhof (Endhaltestelle)
Preis ab Calodyne 150 MRU
Website: www.mauritius-buses.com**

Markt in Goodlands

Der Markt in Goodlands ist nicht für Touristen gemacht, sondern für die Einheimischen. Neben frischem Obst und Gemüse reihen sich die Stände mit Kleidung, Haushalts-, und Badartikel, als auch jegliches Allerlei nebeneinander. Durchaus ist der ein oder andere Standbetreiber darunter, der auch mal ein ganz nettes Souvenir verkauft, die es in den üblichen Souvenir-Shops nicht unbedingt zu finden gibt.
Auf dem Markt herrscht ein reges Treiben und die Einheimischen aus der ganzen Region erledigen ihre Besorgungen. Ungeachtet laufe ich als offensichtlicher Tourist durch die engen Gassen hinter dem Busbahnhof und werde nur selten von den Marktbetreibern „belästigt“. Das kannte ich so von einem Markt auch noch nicht, war aber mal eine ganz nette Erfahrung.

Markt: Dienstag & Freitag 9.00 - 15.00 Uhr

Sehenswertes in Goodlands

Der Hindu Tempel Siva Soopramanier Koviel & Kali Maiya

Der kleine Hindu Tempel in mitten der Stadt ist lange nicht so frequentiert, wie in anderen Teilen der Insel, doch ist er schön anzusehen mit seinen wunderbar farbenfrohen Götterstatuen, die auf den Dächern des Tempels thronen.
Für Besucher ist es kein Problem, den Tempel zu besuchen, doch sind einige Verhaltensregeln absolut zu beachten. Als erstes heißt es: Schuhe ausziehen. Nach Möglichkeit sollten Schultern und Knie bedeckt sein. Ich hatte leider nichts dabei und wurde auch so geduldet. Absolut tabu ist es zu fotografieren, oder gar die Statuen zu berühren. Selbstverständlich ist, die Gläubigen bei ihrem Ritual nicht zu stören, also am besten so unauffällig wie möglich verhalten.
Die Atmosphäre im Tempel habe ich als eine ganz besondere wahr genommen. Ich kann es noch nicht einmal richtig beschreiben, doch war es etwas anderes, als in einer christlichen Kirche zu stehen.

Hindu Tempel in Goodlands

Die Modellfabrik Historic Marine

Ebenfalls ein unter Touristen recht unbekannter Spot ist die Modellfabrik, die Nachbauten von Schiffen in diffiziler Handarbeit fertigt. Ich entdeckte das Schild „Historic Marine“ an der Hauptstraße und war Neugierig, was sich dahinter verbirgt. Über ein kleines Industriegelände am Ende der Stadt  war am hinteren Ende dann recht unscheinbar das kleine Gebäude zu entdecken. Zögerlich warf ich einen Blick hinein, doch der freundliche Mitarbeiter bat mich direkt hinein.
An die Fabrik, die sich im hinteren Teil befindet, ist ein kleiner Showroom angeschlossen, den Besucher kostenlos besichtigen dürfen. Eigentlich ist es mehr ein kleines Museum. Neben der Titanic sind hier die Black Pearl und viele weitere bekannte Nachbauten berühmter Schiffe zu finden. Wahrheit- und Maßstabsgetreu nachgebaut. Eine umwerfende Arbeit und ein Traum für jeden Schiffsliebhaber.
Nach einem kurzen Rundgang durch den Showroom bot mir der nette Mitarbeiter sogar einen Blick in die Produktion an. In der kleinen, aber feinen Werkstatt sitzen einige Männer und Frauen, die an ihren Schiffen bauen. Wie der Herr mir erzählte, wird hier ein Schiff von einer Person von Anfang bis zum Ende gebaut. Je nach Größe sind die Handwerker bis zu vier Monate mit dem Bau eines Schiffes beschäftigt. Das Schiff auf dem unten stehenden Bild war zum Beispiel so lange in Arbeit, bis es so aussah.
Es bietet sich absolut an, nach dem kleinen Rundgang und dem Einblick in die Produktion ein kleines Trinkgeld in die Tippbox am Ausgang zu werfen, denn so viel Freundlichkeit darf gerne auch belohnt werden.

Modellschiff von Historic Marine in Goodlands, Mauritius

Das Herrenhaus Saint Antoine

Am Rande der Stadt, nachdem man den Markttrubel hinter sich gelassen hat, verbirgt sich auf der linken Seite der alte Familiensitz der Familie von Edmond de Chazal, ein Mann aus Frankreich, der 1835 dieses wunderbare Stück Land erwarb und ein Herrenhaus im Kolonialstil errichten ließ.
Das Haus, das mit den original Möbel und alten Familienfotos eingerichtet ist, steht heute zur Besichtigung und sogar zum Übernachten in einem der vier Gästezimmer offen.
Ich habe gehört, dass es hier den besten Ti-Punch der Insel geben soll.

Auf dem Weg nach Goodlands

Auf dem Weg in das Handelszentrum Goodlands führt die Strecke durch das kleine Fischdörfchen Grand Gaube. Der letzte Touristenort an der Nordküste, bevor es in den Nordosten mit vorwiegend Felsküste geht, die touristisch bisher nicht erschlossen ist.
Hier befindet sich das Hotel Lux*, ein familiengerechtes Resort mit einer Besonderheit: Der Helipad. Von hier aus starten Heilikopterrundflüge über die Nordküsten bis ins Landesinnere hinein. Ganz günstig ist der Spaß allerdings nicht. Für einen 20-minütigen Rundflug zahlt man 200 Euro. Ein ganz exklusives, doch sicherlich einzigartiges Vergnügen, wie ich mir es vorstelle.
Ebenso starten von hier auch die zwei Wasserflugzeuge, die man an der Nordküste gelegentlich zu Gesicht bekommt. Die Leichtflugzeuge dürfen nur bei wenig Wind fliegen, denn sonst wäre der Spaß zu gefährlich. Buchbar ist das Heli-Erlebnis bei www.airmauritius.com** und die Rundflüge mit den Wasserflugzeugen bei www.mautitius-exclusive.de** 

Alles in allem ist Goodlands absolut ein Abstecher wert, wie ich finde. Sicherlich wird man hier keinen ganzen Tag verbringen, selbst an den Markttagen, doch empfehlen möchte ich es allen, die in der Gegend sind und gerne mal einen Abstecher zu Land und Leute machen und die Insel abseits der Touristengegenden kennen lernen möchte.

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I ride my Bike: von Calodyne bis Grand Baie, Mauritius

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Calodyne

So heißt der kleine unscheinbare Ort, in dem sich das Hotel Sealife Resort und Spa* versteckt und Ausgangspunkt für meine Unternehmungen sein sollte. Das Örtchen hat außer einer Tankstelle, einem kleinen, gut sortierten Supermarkt, einigen Beautyläden, einem kleinen Italiener und einem Baumarkt nicht wirklich viel zu bieten, doch konnte ich hier die Ruhe genießen, die ich in den üblichen Touristenorten vergeblich hätte suchen müssen.
Ich bin auf Mauritius… dem Paradies, wie Mark Twain es einst beschrieb.
Um aus Calodyne raus zu kommen, habe ich zunächst kein Auto gemietet, oder bin mit dem öffentlichen Bus gefahren, mit dem man übrigens problemlos in die nächst gelegenen Städte (mit Geldautomat, den gibt es hier nämlich nicht), oder, mit Umsteigen, sogar über die ganze Insel kommt. Ich habe ich mich für eine Mini-Fahrradtour entschieden.

Übrigens: Nähres zu den öffentlichen Buslinien habe ich Euch auf der Mauritius Startseite hinterlassen.

Mit dem Fahrrad von Calodyne nach Grand Baie

Zugegeben sind Fahrradtouren aus Mauritius, selbst für Hobbyradler, wie ich es bin, eine kleine Herausforderung. Die Temperaturen sind extrem hoch und die sehr hohe Luftfeuchtigkeit macht das Radeln nicht gerade angenehmer, wie Ihr an meinem knallroten Kopf zur linken erkennen könnt. Dennoch sind kleine Strecken, wie die, die ich Euch jetzt gerne beschreiben möchte, durchaus auch für Ungeübte machbar.

Kurz zu den Streckendetails:
Distanz: rund 15 Kilometer einfach
Schwierigkeit: meist eben mit wenig Steigung

Los geht es in dem Ort Calodyne, die Hauptstraße entlang Richtung Westen. Fahrradwege gibt es auf Mauritius nicht. Wo die Auto- und Busfahrer gegenseitig nur wenig Rücksicht aufeinander nehmen, wird auf Fahrräder tatsächlich etwas sorgfältiger eingegangen, was ich zunächst nicht vermutet hätte.

Cap Malheureux

Den ersten Stop habe ich in Cap Malheureux gemacht, der bereits nach wenigen Kilometern erreicht war, doch für eine kurze Rast durchaus Wert scheinte. Das Kap, an dem in grauer Vorzeit zahlreiche Schiffe ihr Unglück fanden, ist auch als „Unglückskap“ bekannt. Von Unglück kann hier heute keine Rede mehr sein. Zu idyllisch ist das Fleckchen und Schiffe legen hier schon lange nicht mehr an.

In den frühen Morgenstunden verschlägt es die Fischer und Dorfbewohner hier her, um ihren Fang des Tages zu machen, oder einfach nur die Ruhe und den malerischen Blick auf die Coin de Mire zu genießen, bevor es dann am späten Vormittag von Touristen nur so wimmelt. Denn in dem kleinen unscheinbaren Ort Cap Malheureux liegt direkt an der Hauptstrasse, an der Küste, die berühmte Kapelle Notre Dame Auxiliatrice, die mit ihrem leuchten roten Dach eine Traumkulisse für alle Verliebten darstellt. So kommt es wohl vor, dass frisch Vermählte ihre Hochzeit in der Kapelle nachstellen, obwohl das natürlich nicht erlaubt ist.

Die Fischer von Cap Malheureux, Mauritius
Kapelle Notre Dame Auxiliatrice in Cap Malheureux, Mauritius

Coin de Mire

Auf dem Weg zur nächsten Station ging es weiter entlang der Hauptstraße. Der Blick auf das Meer ist zu großen Teilen von Hotels und Mietvillen verbaut. Doch ein kleiner, nett angelegter Park kurz vor dem Örtchen Perybére bietet ein wunderbares Panorama auf den Coin de Mire. Die kleine Insel, die rund fünf Kilometer vom Festland im Meer thront, gleicht der Optik eines Schiffsegels. 167 Meter ragt der Fels am höchsten Punkt aus dem stahlblauen Wasser.
Das unbegehbare Naturreservat beheimatet nicht nur den tropischen Weißschwanzvogel, der auf Mauritius als bedroht gilt, auch Wale sollen hier gelegentlich gesichtet werden.
Zudem ist ein Ausflug zum Coin de Mire eine beliebte Tour für Taucher, die vom Strand von Perybére aus mit dem Boot starten.

Coin de Mire, Mauritius

Übrigens befindet sich zwischen Cap Malheureux und Perybére das Hotel Coin de Mire*, was mir einen ganz netten Eindruck macht und ebenfalls in einer eher ruhigen Gegend liegt.

Perybére

Nach dem Panorama-Blick ging die Tour weiter Richtung Westen und bereits nach wenigen Kilometern war bereits die nächste Station in Sicht. Ein Erfrischungsstop am Strand von Perybére. Am Strand von Perybére gibt es eigentlich nicht besonders viel zu sehen, doch eine Sehenswürdigkeit gibt es dann doch. Hier betreibt der bislang einzige Sandkünstler auf Mauritius, Sanjay sein Freiluftattelier und zaubert Kunstwerke aus Sand, die nach wenigen Tagen von Wind und Wasser zerstört werden und er sich an sein neues Werk macht. Zudem gibt es hier eine kleine Erfrischung aus frischen, kühlen Früchten, ob eine Kokosnuss oder Ananas, das frische Obst wirkte als Energieschub auf der kleinen Radtour bei knapp über 30 °C und einer Luftfeuchtigkeit jenseits der 80%.

Grand Baie

Nach einer kurzen Erfrischung ging es dann in die letzte Etappe nach Grand Baie. Der Weg führte mich vorbei an einem kleinen Hindu-Tempel, bevor es in das Gewühl der größten Stadt des Nordens ging. Schon Eingangs wird klar, hier hat sich der Tourismus bereits vollends ausgebreitet. Ein Restaurant reiht sich an das nächste und Hotels und Gästehäuser scheinen gut besucht.
Hier endete meine kleine Radtour und es war an der Zeit, mich in der Stadt umzusehen. Meine Eindrücke und was es hier alles zu sehen gibt, möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten.

Essen, Trinken und Nachtleben

Die Patisserie Marimootoo

Direkt am Ortseingang, von Perybére kommend, befindet sich die beste Patisserie der Insel, wie es heißt. Bekannt für die „langue de belle more“ – „Schwiegermutters Zunge“. Blätterteig gefüllt mit einer Vanille Creme. Die Kreation, als auch der Name stammen wohl vom einstigen Ladenbesitzer, der das Gebäck tatsächlich nach seiner Schwiegermutter benannte. Die muss wohl sehr nett gewesen sein, schätze ich. Heute wird das Geschäft von der Tochter des einstigen Gründers geführt, die die Filiale von Curepipe nach Grand Baie verlegte und das Konzept etwas modernisierte. Die Rezepte der „Schwiegermutters Zunge“ sind jedoch unverändert geblieben.

Der Banana Beach Club

Grand Baie ist ebenso als Partystadt bekannt und so bietet die legendärste Bar der Insel die Gelegenheit auf einen gepflegten Partyabend in ungezwungener Atmosphäre. Unaufdringliche Mauritier mischen sich unter das Tourivolk und es gibt jeden Abend Musik vom DJ und am Wochenende sogar Live-Musik. Der Banana Beach Club zeigt sich in seinen Ursprüngen, als Bambushütte mit einem Flammenbaum im Innenhof.

Das Beach House

Der ehemalige südafrikanische Rugby-Nationalspieler Cabous van der Westhuizen kam 2008 nach Mauritius um Urlaub zu machen, verliebte sich, blieb und eröffnete das extrem lässige Beach House. Das Menü bietet eine gute Mischung aus lokalen und südafrikanischen Köstlichkeiten und die Atmosphäre ist sehr ungezwungen. Direkt am Meer mit einem Zugang zum Strand ist das Beach House sicher eine der ersten Adressen in Grand Baie und vielleicht sogar auf Mauritius.
Am Abend verwandelt sich das Beachhouse in eine lockere Bar mit Live Musik an den Wochenenden.

Generell bietet Grand Baie eine Riesen Auswahl an Restaurants und Bars entlang der Hauptstraße Royale Road und der La Salette Road (Richtung SuperU). Am Strand gibt es kreolisches Street Food zu günstigen Preisen. Verdursten und verhungern wird hier wohl niemand müssen.

The Beach House, Grand Baie, Mauritius

Shopping

Neben dem Nachtleben ist Grand Baie bekannt für das reichhaltige Shopping Angebot. Neben Port Louis und Curepipe ist die Stadt das Konsumzentrum der Insel.

Sunset Boulevard

Der Sunset Boulevard direkt an der Hauptstraße, der Royal Road gelegen bietet kleine Boutiquen mit ausgewählter, meist lokaler und hochwertiger Ware.

Grand Baie Bazar

Der Grand Baie Bazar ist das Shopping Eldorado für Touristen. Der Kunsthandwerksmarkt, wie er genannt wird, lockt mit einheimischen Erzeugnissen, aber auch mit Importware aus Thailand.
Neben den zahlreichen Ständen mit Taschen aus Zuckerrohr, Cashmere-Waren oder bunten Kleidern und Sarongs, gibt es einen kleinen Imbiss, der Erfrischungen bereit hält.
Der Grand Bazar ist die beste Adresse der Gegend, um Souvenirs einzukaufen.
Ein kleiner Tipp: das Handeln nicht vergessen… Fixe Preise gibt es hier nicht.

Super U Hypermarket

Der Super U Hypermarket befindet sich auf der Rückseite des Grand Baie Bazar und ist das genaue Gegenteil. Eine kleine Shopping Mall mit Markenartikel macht den Anfang, bevor es dann in den riesigen Supermarkt geht. Hier gibt es definitiv nichts, was es nicht gibt. Übrigens führt der Super U eine hervorragende Bücher- und Magazin-Abteilung. Wohl die beste des Nordens.

Grand Baie Bazar in Grand Baie, Mauritius

Wie ihr seht, hat Grand Baie neben Shopping und Nachtleben nicht besonders viel zu bieten. Die lebendige Stadt ist dennoch ein Ausflug wert, wie ich finde.

Dann wünsche ich allen auf dieser Tour viel Spaß und denkt daran ausreichend zu trinken und Euch vor der sonne zu schützen…

Übrigens… Alle Bilder aus Mauritius findet ihr in meiner AfiMIA Galerie.

Marrakesh – ein Wechselbad der Gefühle

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Im Juni 2018 habe ich meine Zeit im Süden Marokko’s, genauer gesagt in Agadir verbracht. Für mich war aber von Anfang an klar, dass ein Trip nach Marrakesh unumgänglich ist.
Ich wollte selbst erleben, wovon mir schon so viele Menschen vorschwärmten und hatte ein klares Bild vor Augen: ein Platz im Zentrum der wunderschönen Medina als eine Art Freilichtbühne mit marokkanischen Schlangenbeschwörern und Künstlern, ein wahnsinniger Markt mit Düften der Gewürze aus allen Richtungen und funkelnden Berber-Schmuck, den unverkennbaren marokkanisches Flair in der Altstadt und die wunderschönen Riad’s.

Irgendwie wollte der Funke bei mir aber nicht so wirklich überspringen. Oder vielleicht doch? Ehrlich gesagt, es war ein Wechselbad der Gefühle.

Nach der Reise war ich der festen Überzeugung, dass Marrakesh einen Platz in der Top 10 der meist besuchtesten Städte weltweit einnimmt. Eine so volle Stadt (mit Touristen) hatte ich selten zuvor gesehen. Bei meiner Recherche habe ich den Global Destination Cities Index des GEO** Magazins entdeckt, die seit 2009 untersuchen, welche Städte die meisten Besucher verzeichnen. Zu meiner großen Überraschung musste ich feststellen, dass Marrakesh noch nicht einmal in den Top 20 statt findet. Kaum zu glauben, denn die Stadt war unglaublich voll von Reisenden. Darauf hatte ich mich natürlich eingestellt, aber dass es dann so heftig ist, hätte ich nicht vermutet.

Dies bringt mich zum ersten Punkt, bei dem ich mir nicht sicher bin, was ich davon halten soll:

Der Markt von Marrakesh

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Markt von Marrakesh

Die Stadt ist, wie gesagt, voll mit Menschen, die neben den Sehenswürdigkeiten und Restaurants vor allem den Markt besuchen. Im Grunde besteht die Medina aus einem einzigen großen Markt und wahrscheinlich ist es das, was Marrakesh so erlebenswert macht.

Zugegeben, der Markt ist mehr als nur beeindruckend.

Vom Herzen der Medina, dem großen Platz Djemaa el-Fna, führen mehrere kleine Gassen zum Ort des Geschehens. Einmal im Labyrinth angekommen, wird man von Waren, meist aus lokaler Herstellung, geradezu überhäuft. Ledererzeugnisse, Berber-Schmuck, Gewürze, Tee, Tajine (ein traditioneller marokkanischer Kochtopf), das sind, neben dem kleinen Schnick Schnack, die typischen Portfolios der Händler. Das Angebot ist unfassbar riesig und nach einer Weile sieht dann irgendwie alles gleich aus. Da kommen die Second Hand Shops außerhalb des Labyrinth sehr gelegen. Wer auf der Suche nach alten Kameras, Musik und Allerlei aus vergangener Zeit ist, sollte hier einen Blick rein werfen.

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Von diesen „Schilder- und Second Hand Shops“ gibt es auf dem Markt in Marrakesh

Es wäre schön, wenn man einfach so durch die Gassen, vorbei an den kleinen Shops und Marktbuden schlendern und sich die Zeit, auf der Suche nach dem richtigen Souvenir nehmen könnte. Das ist aber leider nicht der Fall. Vielmehr ist es ein Spießrutenlauf, um nicht direkt in die Fänge der Markthändler zu gelangen. Bleibt man stehen oder schaut sich gar etwas genauer an, beginnt bereits das Handeln, obwohl man noch gar nicht sicher ist, ob man das Teil überhaupt möchte. Im Grunde absolut nachvollziehbar, aber für Gäste, die einen entspannten Marktspaziergang unternehmen möchten, eher eine Herausforderung. 

Eine weitere Herausforderung stellen die Mopedfahrer, die selbst in den engen Gassen, meist voll Menschen, mit einem Tempo durch den Markt fahren. Mehrfach kam es vor, das Fußgänger angefahren wurden und die Abgase tragen nicht gerade zum Wohlbefinden bei.

Dennoch möchte ich nochmal betonen, wie einzigartig der Markt ist. Man befindet sich in einem Labyrinth von schmalen Gängen und wären da nicht die kleinen Wegweiser, würde man sich garantiert verlaufen. Rechts und links die kleinen Shops, die bis oben hin voll mit Waren bestückt sind. Teilweise kann man die Händler auch bei der Herstellung der Waren (hauptsächlich Leder) beobachten.

Ein unglaubliches Erlebnis, einen solchen Markt zu erforschen. Zumindest für mich. Allerdings musste ich auch die Erfahrung machen, dass stets Vorsicht geboten sein sollte: Tatsächlich haben wir uns auf unserem ziellosen Umherschlendern etwas verlaufen. Als wir auf der Suche nach dem Ausgang waren, dauerte es nicht lange, bis wir einen jungen Mann an unserer Seite hatten. Seine Absichten waren schnell klar. Nachdem wir ihn mehrfach informierten, dass wir den Weg alleine finden würden, lief er uns dennoch vor der Nase herum und wollte uns in Lauftempo hinaus führen. Als wir ihm dann deutlich sagten, dass wir seine Hilfe nicht bräuchten, wurde er ziemlich unangenehm. Fing an, uns zu beschimpfen und verlangte Geld. Auch dass erlebt man in Marrakesh.

Ich hoffe, ihr versteht langsam, was ich mit „einem Wechselbad der Gefühle“ sagen möchte. So ähnlich geht es auch weiter:

Djemaa el-Fna

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Schlangenbeschwörer auf dem Djemaa el-Fna

Der große Platz in Mitten der Medina wurde mir als eine Art Freilichtbühne mit Schlangenbeschwörern und Künstlern vorgestellt, auf dem ich das marokkanische Flair in seiner vollen Blüte bewundern könnte. Okay, es gab Schlangenbeschwörer und auch auch Künstler, aber irgendwie hatte ich mir das etwas anders vorgestellt. Die Akteure haben sich so sehr auf die Besucherströme eingestellt, dass es sich aus meiner Sicht um eine reine Massenattraktion mit wenig Herzblut handelte und teilweise ganz erschreckende Bilder bot. So zum Beispiel ein junger Mann, der mit seinem Affen auf den Schultern der Touristen, sein Geld verdiente. Er behandelte das Tier so unmöglich, dass ich Schmerzen beim hin sehen bekam. Das Schlimme daran, es gab ganz viele Menschen, die diese Tierquälerei unterstützten. Auch die Schlangen waren hier leider nicht viel besser dran.

Um den Platz reihen sich Café neben Restaurant. Die Preise sind happig, der Service sehr überschaubar, dafür aber ist die Aussicht überragend, zumindest aus der zweiten Etage.

Wir haben uns die Zeit genommen, um das Treiben auf dem Platz, von der zweiten Etage eines Cafés, für eine Weile zu beobachten und ja, das war ein Erlebnis, was wiederum Dankbarkeit, diesen Platz erleben zu dürfen, in mir auslöste.

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Der Djemaa el-Fna in Marrakesh
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Windlichter auf dem Djemaa el-Fna

Als es langsam dunkel wurde, füllte sich der Djemaa el-Fna mit fliegenden Händlern, die mit liebevoller Gemütlichkeit ihre Windlichter im marokkanischen Stil zur Präsentation aufbauten. Im Hintergrund fing es an zu köcheln und der Grill zu glühen, denn am Abend verwandelt sich der Platz in ein Street-Food Erlebnis der besonderen Art. Ein absolut kulinarisches Highlight während meines gesamtem Marokko Aufenthaltes durften ich hier erleben. Nicht unbedingt wegen des Essen an sich. Mehr das Ambiente macht ein Abendessen auf dem Djemaa el-Fna so besonders.

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Street food in Marrakesh auf dem Djemaa el-Fna

Es ist fast unmöglich an einem Stand vorbei zu gehen und sich nicht hin zu setzten. So aufdringlich sind die Promoter. Schlussendlich ist es aber wahrscheinlich egal, ob man nun Stand 2 oder 35 wählt. Zur Auswahl gibt es überall das Gleiche: Gegrillte Fleischspieße, Gemüse, Salat und Brot. Noch während dem Essen kommen die fliegenden Süßwarenhändler mit ihren Karren voll süßer Köstlichkeiten vorbei, um für den Nachtisch zu sorgen.

Zusammengefasst habe ich den berühmtesten Platz Marrakesh’s mit Entsetzen und Enttäuschung, aber auch Begeisterung und Bewunderung erlebt. Somit bleibt auch der Djemaa el-Fna als „Wechselbad der Gefühle“ in Erinnerung.

Es gibt aber einen Punkt, von dem ich restlos begeistert war und meine Erwartungen mehr als übertroffen wurden:

Die Riad’s

So heißen die typisch marokkanischen Häuser mit Innenhof bzw. inneren Garten. Meist mit bunten Kacheln auf dem Boden und an den Wänden und einer Terrasse auf dem Dach.

Ich hatte für die kurze Zeit in Marrakesh das Riad Hamza** in einer Seitengasse, nahe dem Djemaa el-Fna gewählt und war restlos beeindruckt von der Schönheit des kleinen Hotels. Ein kleiner Innenhof mit einem Brunnen und einer gemütlichen Sitzecke luden zum verweilen ein. Hier durfte ich auch zum ersten mal die marokkanische Gastfreundlichkeit kennen lernen, denn zur Begrüßung gab es, nach guter alter Tradition, einen marokkanischen Tee. Die Zimmer waren hervorragend und ganz liebevoll und stilgetreu eingerichtet. Sehr zu empfehlen.

Das Riad Hamza** in Marrakesh. Jetzt auf booking.com* buchen

Natürlich konnte ich auf meiner Reise nur eines der Riad’s in Marrakesh testen, aber bei meiner Suche auf booking.com* fand ich eine Vielzahl solcher schönen Unterkünfte.

Zum ersten mal während meines Besuch’s in Marrakesh hatte ich kein „Wechselbad der Gefühle“, sondern wurde restlos überzeugt.

Mein Fazit zu Marrakesh

Nun bleibt nur noch die Frage, ob ich Marrakesh für eine Reise empfehlen würde.

Im Grunde schon. Jeder Ort ist eine Reise wert, wenn man etwas entdecken möchte und zu entdecken gibt es in Marrakesh einiges. Jedoch sollte man die Erwartungen nicht ganz so hoch ansetzen und den aktuellen Hype etwas relativierter betrachten.

Damit ihr Euch nun besser entscheiden könnt, hier mal noch meine kleine Pro-Kontra Liste zu Marrakesh:

Pro

  • Einmaliges Erlebnis
  • Kulinarisches Street-Food Erlebnis
  • Beeindruckender Markt
  • Tolle Übernachtungsmöglichkeiten
  • Überzeugende Gastfreundlichkeit
  • Ein buntes Allerlei an Waren und Souvenirs

Kontra

  •  Sehr viele Menschen auf kleinem Raum
  • Teilweise Touristenabzocke
  • Nervige Mopeds in den engen Marktgassen
  • Spießrutenlauf beim Markt-Schlendern
  • Happige Preise für Speisen & Getränke

Sofern ich nun nicht zu sehr vor eine Reise nach Marrakesh abgeschreckt habe, wünsche ich ganz viel Spaß beim Erleben von Marokkos Metropole Nr. 1.

Bslamah (Tschüss) aus Marokko

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Sieben Dinge, die Du über Marokko wissen solltest

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Im Juni habe ich zwei Wochen in Marokko verbracht. Es war gerade Ramadan und sicherlich Ausnahmezustand in dem nordafrikanischen Land. Dennoch durfte ich in der kurzen Zeit einige Einblicke gewinnen und möchte heute gerne sieben Dinge, die Ihr über Marokko wissen solltet, mit Euch teilen.

1. Die Religion

Marokko ist ein muslimisches geprägtes Land und die Marokkaner nehmen ihre Religion sehr ernst. In jeder Stadt gibt es mindestens eine Moschee und wer diese, aufgrund des Jobs nicht besuchen kann, packt den Gebetsteppich am Arbeitsplatz aus und nimmt sich dort die entsprechende Zeit für das Gebet.
Gerade während des Ramadan erlebt man in Marokko den Ausnahmezustand. Teilweise bleiben Geschäfte und Restaurants über Tag geschlossen. Wenn ein Laden geöffnet ist, kommt es nicht selten vor, das der Ladenbesitzer hinter der Theke schläft. Verständlich bei so wenig Schlaf in der Nacht, die während dem Ramadan doch sehr kurz ist.

Ansonsten bekommt man von der Religion nur sehr wenig mit. Nicht wie in anderen muslimischen Ländern ist das Stadtbild von verschleierten Damen geprägt, sondern eher aufgeschlossen und modern. Jedoch sollte man den nötigen Respekt mitbringen und nicht unbedingt in der Öffentlichkeit essen, trinken oder gar rauchen, zumindest während des Ramadan. 

2. Die Menschen

Die Menschen in der Großstadt, wie Agadir und Marrakesh, habe ich oft als aufdringlich, unverschämt und teilweise sehr aggressiv erlebt. Gerade in den Touristengebieten versuchen viele Marokkaner an den Gästen ihr Geld zu verdienen. Leider auch auf eine sehr unverschämte Art und Weise. Gehen die Gäste nicht darauf ein, wird man nicht selten auf marokkanisch beschimpft. Handgreiflichkeiten gegenüber Gästen habe ich hingegen nicht erlebt.
Ganz im Gegensatz zu der Umgangsweise untereinander. In den knapp zwei Wochen, die ich im Land verbringen durfte, habe ich mehrfach handgreifliche Auseinandersetzungen, die nicht selten ohne Blutvergießen endeten, erleben müssen. Sogar Steine und Macheten wurden als Waffen eingesetzt.
Es gibt natürlich Ausnahmen, allerdings hat man nach einer Weile nur wenig Vertrauen und erkennt diese nur schwer.
Die Menschen auf dem Land hingegen, durfte ich als zurückhaltend, gastfreundlich und eher entspannt kennen lernen. 

3. Die Landschaft

Ich habe Marokko in Punkto Landschaft als sehr vielfältig kennen gelernt. Im Norden des Landes, im Landesinneren, wirkt die Landschaft zwischen den kleinen Dörfchen eher karg und trocken. Jedoch sehr traditionell mit vielen kleinen Medina’s.
Weiter südlich im Atlasgebirge erlebt man dann eine wunderschöne Berglandschaft, teilweise gespickt mit kleinen Seen. Die Felsen lassen die Landschaft im Gebirge ebenso eher trocken wirken. Nur wenig grün findet man rund um die kleinen Siedlungen in den Bergen.

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Atlasgebirge, Marokko

Südlich des Atlasgebirge wird die Landschaft sehr fruchtbar. Hier ist das zu Hause des weltbekannten Argan. Die Landschaften sind wunderschön grün mit den unterschiedlichsten Pflanzen,Bäumen und Arganbaumplantagen soweit das Auge reicht.
Je weiter südlich es geht, desto trockener wird die Landschaft wiederum. Von steinig und trocken geht es nahtlos über, in die sandige Sahara Wüste. Zwar gibt es eine Grenze zwischen Marokko und der West-Sahara, jedoch besetzen die Marokkaner dieses Gebiet, so das die West-Sahara ein Teil Marokko’s ist. Jedoch für Touristen ohne Guide nicht zu empfehlen.

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Landschaft im Süden Marokko’s

4. Das Klima

Ebenso abwechslungsreich wie die Landschaft, ist auch das Klima in Marokko.
Während der Norden mit den heißen Sommertagen und den angenehm warmen Nächten kaum Regen bietet, wird das Klima, je weiter südlich es geht, milder und feuchter. So gibt es beispielsweise im Hochsommer in Marrakesh, im Norden des Landes, eine staubtrockene Hitze, während im südlichen Agadir, eine angenehme Wärme mit gelegentlichem Regen und kühlen Nächten herrscht. Das perfekte Klima für die Arganbäume.
Je weiter es Richtung Sahara geht, desto heißer wird es am Tag und kälter wird es in der Nacht. Auch die Feuchtigkeit nimmt wieder ab, denn in der Wüste regnet es nur selten.
Im Gebirge herrscht auch im Sommer ein kühles Klima. Je höher es geht, desto kühler wird es. Klingt logisch.

Die perfekte Reisezeit für Marokko ist demnach: 

  • Küstenregion Marokkos (Norden/Nordwesten): April bis November
  • Marrakesch (Inland): September bis Mai
  • Atlasgebirge (Hochlage): März, April, Mai, Oktober, November
  • Westsahara Küstenregion (Südwesten) (Agadir): April bis November

Meine persönliche Erfahrung im Juni – heiß im Norden und angenehm warm im Süden. Für die Nacht hingegen empfehlen sich Jäckchen und lange Hosen.

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Sonnenuntergang an einem heißen Tag in Marrakesh, Marokko

5. Die Küche

Die marokkanische Küche ist zwar von den Zutaten recht einfältig, allerdings mit einer breiten Variationsvielfalt. Hauptbestandteile sind Fleisch vom Rind, Lamm oder Huhn und Fisch, in Arganöl gegart. Dazu gekochtes Obst und Gemüse, was sich meist auf Paprika und Kartoffel beschränkt, allerdings auch Früchte wie Quitte finden den Weg in den Kochtopf.
Der traditionelle marokkanische Salat besteht aus Tomate, Gurke und Zwiebel. Dazu gibt es viele Oliven und verschiedene Broterzeugnisse, wie Fladenbrot oder der sehr beliebte, in Öl  gebackene Blätterteig.
Ebenso beliebt sind Couscous-Gerichte, die immer mit Fleisch und Gemüse angerichtet werden.

Nicht zu vernachlässigen sind die unzähligen Gewürze. Bei einem Besuch auf dem Markt türmen sich bunte Berge aller möglichen Gewürze wie Curry, Paprika, Safran und und und. Bereits der Einkauf wird durch die vielen Gerüche zu einem Erlebnis.

Gekocht wird in dem traditionellen Tajine. Eine Topf, bestehend aus einer flachen Schale, mit einem kegelförmigen Deckel aus Keramik, der auf einem Gestell, ebenfalls aus Keramik, steht und mit Feuer beheizt wird.

Moderne Haushalte kochen in der Tajine auf dem ganz normalen Herd.

Die Nachspeisen sind meist unglaublich süß und erinnern sehr an die türkische Küche. Viel Gebäck, Baklava und sehr süße Fruchtküchlein. Datteln, Mandel und Honig sind sehr beliebte Zutaten für das marokkanische Dessert.

Dazu gibt es den traditionellen marokkanischen Tee (wie mir ein Bauer auf dem Markt sagte: „der marokkanische Wodka“). Lange nicht so herb, wie Schwarztee und bestehend aus drei verschiedenen Kräutern. Sehr lecker.

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Marokkanisches Grillgericht

6. Die Preise

Generell muss ich zugeben, war ich überrascht, wie günstig (für unsere Verhältnisse) alles ist. Zwar ist bekannt, dass Marokko eines der ärmeren Länder unserer Welt ist, jedoch habe ich mit „normalen“ Preisen, gerade in den Touristenregionen gerechnet. 

Hier ein paar Beispiele: 

Gewürze & Tee: mit Sicherheit haben die Bauen auf dem Markt zwei Preislisten, denn hier war ich teilweise überrascht, wie teuer die Gewürze und der Tee sind. Jedoch sollte man sich vor Augen halten, dass es frischer kaum geht und es gibt keinen Vergleich zu den Gewürzen und dem abgepackten Tee, den man hier zu Lande bekommt.

Arganöl: kauft man nicht gerade das Arganöl in einem der Souvinierläden, sondern das „Richtige“ auf dem Markt, zahlt man zwar etwas mehr, aber im Vergleich zu den Produkten, die man in Deutschland erhält, bewegt man sich im um ein Drittel günstiger.

Leder: so günstig wie in Marokko habe ich die Lederwaren noch Nirgendwo entdeckt.  In allen Farben und Variationen schneidern die Ledergeschäfte die Kleidung nach Maß.

Berberschmuck: die Preise des traditionelle Schmuck aus Silber variieren sehr von Händler zu Händler. Auf dem Berber Markt in Marrakesh bekommt man alles, was das Silberherz begehrt, jedoch ist feilschen angesagt. Generell sollte auf dem Markt immer gehandelt werden. Die Preise sind bereits darauf ausgelegt.

Essen & Trinken: auch hier gibt es massive Unterschiede von Restaurant zu Restaurant. Zu empfehlen ist natürlich, die lokalen Restaurants aufzusuchen. Meist zwar nicht unbedingt sehr ansprechend von Design und Sauberkeit, das Essen hingegen ist einwandfrei, lecker und obendrein sehr günstig.

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Marokkanischer Marktstand

7. Die Infrastruktur

Marokko hat mittlerweile eine hervorragende Infrastruktur. Zwar lange nicht vergleichbar mit den verzweigten Autobahnnetzwerken in Deutschland, für das Land hingegen, absolut ausreichend.

Mit den drei Internationalen Flughäfen in Casablanca, Marrakesh und Agadir ist Marokko sehr gut mit Europa vernetzt. Die Straßenverhältnisse rund um die Großstädte sind hervorragend und als Verbindung zwischen Norden und Süden gibt es seit einigen Jahren eine Maut-Autobahn.

In kleineren Dörfern und Siedlungen im Landesinnere hingegen findet man noch sehr viele nicht asphaltierte Straßen, die hierzulande als Shotterpiste durchgehen.
Gerade in den Großstädten ist der Verkehr sehr wild. Gefühlt gibt es keine Regeln, wobei es die natürlich sehr wohl gibt. Die Regel, die ich jedenfalls als erstes lernte: wer fährt, gewinnt.

Eine wahre Herausforderung für alle, die den Verkehr nicht gewohnt sind, stellen die zahlreichen Moped’s die in den Städten unterwegs sind. So fahren die ungeduldigen Marokkaner selbst auf dem Markt in den engen Gassen mit ihrem Mopeds ohne Rücksicht auf Verluste.

Zwar wird man sie in der Stadt weniger entdecken, auf dem Land allerdings, ist es üblich, dass sich die Marokkaner mit den Eselwägen fortbewegen. Im Prinzip kleine Kutschen, die von Eseln gezogen werden und voll beladen sind.

Öffentliche Verkehrsmittel gibt es ausser den Taxen und Kleinbussen in der Großstadt, den Fernbussen zwischen Süden und Norden und der Zugstrecke im Norden, nicht wirklich. Die nördliche Zugstrecke verbindet die wichtigsten Städte Oujda, Fés, Maknés, Sidi Kacem, Tanger, Rabat, Casablanca, bis nach Marrakesh und die Züge gelten als die besten Afrika’s.

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Maut-Autobahn im Atlas Gebirge

Ich hoffe, ich konnte mit meinen Einblicken in Marokko Eure Begeisterung wecken, das Land selbst zu entdecken und Eure eigenen Eindrücke zu sammeln. Lasst mich gerne wissen, welche Erfahrungen Ihr mit nach Hause gebracht habt.

Bslamah (Tschüss) aus Marokko
und Viel Spaß bei Eurer nächsten Reise nach Nordafrika.

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Chill & Thrill im Paradise Valley

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Überall in Agadir schwärmen die Marokkaner vom Paradise Valley. Selbst die, die keine Tour verkaufen möchten. Es muss also etwas dran sein, an der besonderen Schönheit dieses Tal’s und wollte es genau wissen. Eingestellt habe mich auf eine Touristenattraktion, überfüllt von Besuchern und kommerzielle Ausschlachtung. 

Vorab soll gesagt sein:
Ich wurde positiv überrascht.

Aber mal von ganz vorne:

Eine Legende besagt, dass das Tal seinen Namen in den 60er Jahren von Jimi Hendrix zugesprochen bekam. Ob das nun wahr ist, oder nicht, sei mal dahin gestellt, Fakt ist aber, dass der Ort in vergangenen Tagen ein beliebter Platz für Hippie Gatherings war und teilweise auch heute noch ist. Daher auch die zweite Legende, die um die Namensgebung kursiert: Eine Frau, die in Marokko erkrankte, zog sich im Tal zurück. Die Genesung ging unerwartet schnell voran und so wurde das Tal ab diesem Tag, das Paradise Valley genannt.

So oder so, für alle, die in der Gegend sind und auf eine gute Mischung zwischen chill & thrill stehen, würde ich einen Besuch im Paradise Valley ans Herz legen wollen.

Die Anfahrt

In Agadir und Taghazout, die Badeorte im Süden Marokkos, bekommt man unzählige Angebote für einen Tagesausflug in’s Paradise Valley. Die Anbieter versprechen alle das Gleiche: einen Ausflug in’s Paradis mit unvergesslichen Eindrücken. Die Preise der Anbieter sind ähnlich und mit rund 30€ pro Person veranschlagt. Dafür bekommt man die Fahrt zum Paradise Valley und je nach Veranstalter einen Guide und teilweise sogar Verpflegung.
Wie ihr wisst, stehe ich nicht so sehr auf Massenabfertigung und habe deshalb die Alternative, selbst mit dem Auto zu fahren, gewählt. Ohnehin hatten wir für die Zeit in Marokko ein Auto gemietet (was ich übrigens jedem empfehlen würde, der nicht nur am Stand liegen möchte).

Von Agadir fährt man Richtung Norden in den Badeort Taghazout.
Taghazout hat gegenüber Agadir einen ganz anderen Charme und ist noch etwas ursprünglicher, als der große Nachbar, obwohl auch hier die Hotelanlagen aus dem Boden schießen. Im Zentrum vom Taghazout fährt man links ab, ins Landesinnere. Das Paradise Valley ist bereits hier schon ausgeschildert und man kann sich eigentlich nicht verfahren.

Der Weg ist das Ziel

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Nachdem man die Stadt hinter sich gelassen hat, wird es ruhiger. Die Straßen werden enger und holpriger und nach rund 30 Kilometern wird man von einem großen Schild „Paradise Valley“ empfangen. Ab hier geht das staunen über die Schönheit des Tal’s bereits los. Direkt neben der Straße, die teilweise einer Buckelpiste ähnelt, schlängelt sich der Quellfluss am Fuße der steil abfallenden Felswände entlang. 

Wie ich später erfahren durfte, wird diese Strecke in der Regensaison von Oktober bis Dezember oft unpassierbar, wenn sich der Fluß über die Straßen ausbreitet. Aktuell wird daran gearbeitet, eine höher gelegene Straße zu bauen, so dass man auch zu dieser Zeit das Tal durchqueren kann.

Entlang der  Strecke haben sich vereinzelt kleine Hütten angesiedelt, die den Gästen auf der Durchreise kleine Snacks und kühle Getränke anbieten. Die Betreiber haben sich die Location zu nutze gemacht und ihre bunten Tische und Stühle im Flussbett platziert, so dass nicht nur der kühle, frisch gepresste Orangensaft von innen, sondern auch das kühle Quellwasser die Füße erfrischt. Nach meinem Gefühl gibt es hier mehr Angebot, als Nachfrage, denn weder konnte ich hier einen Betrieb, noch den Bedarf wirklich erkennen. 

Das Abenteuer beginnt

Ohne große Ankündigung trifft man nach der eindrucksvollen Fahrt auf einen Parkplatz. Von hier geht es nur noch zu Fuß weiter. Schon beim Aussteigen wird man von Guides angesprochen, die einem zur Quelle führen möchten. Hier sei gesagt, der Trail is problemlos ohne Guide passierbar, möchte man aber mehr über Land und Leute erfahren und nebenbei noch etwas Gutes tun, sollte man sich darauf einlassen. Die Guides sind keine Angestellten und leben meist mit ihren Familien in der Gegend. So durften wir Hasan kennen lernen. Ein toller Mensch, der mit seiner Familie oberhalb der Quelle auf dem Berg, in einer kleinen Dorfgemeinschaft lebt. Er kennt die Gegend, wie seine Westentasche, was uns natürlich in Sachen geheime Ecken und unerschlossene Wege sehr zu Gute kam.

Das Highlight – das Paradise Valley

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Gemeinsam mit unserem Guide machten wir uns also auf den Weg, an den steilen Felswänden vorbei und durch den Fluß, der mit Sandsäcken und notdürftig zusammen gezimmerten Holzstegen überhaupt passierbar wird. Vorbei an kleinen Hütten, die Snacks und Getränke anbieten, geht es durch ein kleines Dorf, in dem sich eine Community nieder gelassen hat.

Nach etwa 20 Minuten Fußmarsch durch den teilweise mit hohen Palmen, Oliven- und Arganbäumen bewachsenen Wald, dann das erste Highlight. Zwischen den steilen Feldwänden leuchten die türkisblauen Pools in der Sonne. Im Hintergrund der Fluß, der sich zwischen den Felsen seinen Weg von oben hinab bahnt.

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Ein wunderschöner Anblick und zu meiner Überraschung waren nur wenige Gäste vor Ort, so dass man die Schönheit dieses Fleckchen Erde auch tatsächlich genießen kann. 

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Für die Adranalinjunkies unter uns bietet der zweite Pool eine ausreichende Tiefe, um von niedrigen, oder auch höher gelegenen Felsen in das sehr kühle Nass zu springen. Die Mutigen springen aus rund 20 Meter. Dennoch sollte man sich vorher erkundigen, wie tief das Wasser steht und wo man am besten rein springt. Im Herbst und Winter steht das Wasser eher höher also in der Regel kein Problem, aber gerade im Frühjahr und Sommer, wenn es nur wenig regnet, fließt nur wenig Wasser von der Quelle hinab und der Wasserstand in den Pools sinkt.

Für die chilligen unter uns lädt dieser Ort einfach nur zum relaxen auf den Steinen oder ein Bad im natürlichen Fischspa ein. In den Pools leben tausende kleine Fische, die darauf warten, an den Füßen der Gäste zu knabbern. Nicht die Kleinen, die man aus den Becken in den Touristengebieten kennt. Deutlich größer und deutlich hungriger sind die Fische in dem natürlichen Spa. 

Das unberührte Valley

Nach einer Runde chill & thrill geht es flussabwärts weiter, durch das unberührte Valley. Die Natur wird gefühlt immer Schöner und je weiter es geht, desto weniger Menschen begegnet man. Nach weiteren 30 Minuten Fußmarsch kommt man zu einem weiteren Pool. Ebenso mit unvergleichlicher Schönheit und auch hier wagen sich die Mutigen aus höchster Höhe in die Tiefen zu springen.

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Der Fluß stand im Juni recht tief, so dass wir die Felsformationen in dem tiefen Flussbett bewundern konnten. In den Felsen schlängeln sich kleine Höhlen, bis zu 50 Meter in die Felsen hinein, die allerdings ohne die richtige Ausrüstung nur von Außen zu bestaunen sind.

In der Regenzeit, erzählte uns Hasan, steht das Wasser teilweise bis zum Rande der Felsen und das Wasser donnert den Fluß mit einer enormen Wucht hinunter. In dieser Zeit ist das Tal nur von oben zugänglich. Die unteren Teile werden unpassierbar. Sicherlich ein ebenso tolles Bild.

Mein Fazit

Tatsächlich wurde ich vom Paradise Valley sehr überrascht. Zwar hat die Kommerzialisierung hier bereits zugeschlagen und das Valley ist kein wirklicher Geheimtipp mehr, aber die Schönheit des Tals überwiegt deutlich. Ich hoffe, dass bleibt auch so, denn auch hier ist der Müll bereits ein Problem, was nur wir mit etwas Achtsamkeit lösen können.

Viel Spaß im
Paradise Valley, Marokko

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Croco Park Agadir – Top oder Flop?

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Überall in Agadir hängen die Werbeplakate des Croce Park**, die mit „over 300 crocodiles“ werben. Das weckt natürlich Interesse, aber hält der Park auch, was er verspricht? Vor allem aber, geht es den Tieren dort gut?

Im Juni 2018 habe ich mich, während meines Aufenthalts in Agadir, auf den Weg in den Park gemacht, der etwa 15 Autominuten entfernt vom Zentrum Agadir’s, im Ort Drarga, liegt.
Dort angekommen wird man von einem riesigen Krokodilkopf mit offenen Maul aus Stein empfangen. Der Eingang ist also schon mal vielversprechend. Dann wollen wir uns den Park mal etwas genauer ansehen.

Croco Park Agadir

Nachdem man durch das Krokodilmaul den kleinen Mergeshop betritt, zahlt man zunächst mal den Eintritt, den ich mit 70 marokkanischen Dirham (etwa 7 Euro) für absolut angemessen halte. Schließlich wollen die Krokodile auch etwas zu Essen bekommen.

Im Park angekommen, wird man von einer kleinen Oase empfangen. Der erste Eindruck ist schon mal gut. Große Naturpools und eine grüne Landschaft malen ein schönes Bild mit den Bergen des Atlasgebirge im Hintergrund. 

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Die Besucher werden über einen 600 Meter langen Rundweg durch den Park geleitet und es gibt nicht nur Krokodile zu bewundern und deren Lebensweisen kennen zu lernen. Die Gründer des Parks haben sich unglaubliche Mühe gegeben, den Gästen einen Lehrpfad zur internationalen Flora zu präsentieren und ich muss sagen, es ist sehr gelungen. In den fünf kleinen botanischen Themengärten sind über 300 verschiedene Pflanzen von allen Kontinenten zu finden.

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Der Pfand birgt kleine Überraschungen und lehrreiche Attraktionen. So gibt es im „Labor“ Babykrokodile und die Aufzuchtstation. Forscher aus aller Welt kommen hier her, um mehr, über das vom aussterben bedrohte Nil Krokodil, zu erforschen.

Für die kleinen Besucher bieten neben der „Treasure Cave“ und dem toll angelegten, abwechslungsreichen Kletterparadies, die Workshop Stationen das Highlight.

An dieser Stelle: Entertainment: Top

Aber nun zu den Krokodilen:

Agadir_Crocopark_20

Überall, entlang des abwechslungsreich angelegten Rundweg, finden sich Tafeln, die den Besuchern die Gewohnheiten und Lebensweisen der Krokodile, mit kindgerechten Zeichnungen näher bringen. So erzählt eine der ersten Tafeln mit einer netten Geschichte, wie die Krokodile nach Agadir kamen.

„Es war einmal, vor langer Zeit, als ein riesengroßer Fels von einem Berg im Atlas abbrach und mit einem tosendem Geräusch den Berg hinunter donnerte. Es dröhnte so laut, dass ein altes Krokodil, dass im Süden, Nahe der Grenze zu Mauretanien lebte, aufgerüttelt wurde und davon eilte, weil es dachte das Dröhnen käme von einer großen Herde. Als das Krokodil zum Ort des Geschehens kam, fand es natürlich nicht die Beute der Herde, die es erwartete. Aber das Krokodil war nicht enttäuscht, als es den Felsen, in der Form eines Gesichtes (eines Löwen), dass seinen Weg durch das Afrikanische Flachland während seiner Kindheit kreuzte, entdeckte.
In der Überzeugung, dass der Fels auf der gegenüberliegenden Seite des großen Gewässers liegen blieb, beschloss es, sich hier mit der Familie nieder zu lassen. So kam es, dass viele Krokodile in Drarga, in der Agadir Provinz, ihren Lebensraum fanden.“
(Übersetzung der Tafel, die auf französisch und englisch bereit gestellt wird)

Seit den 1970er Jahren allerdings, sind Krokodile in Marokko ausgestorben. Grund dafür ist nicht nur die Trockenheit. Auch das Jagen für das beliebte Krokodilleder, hat diese Spezies in Marokko ausgerottet.

Für die Krokodile, die in einer Aufzucht in Djerba (Tunesien) geboren und bereits als Jungtiere nach Agadir gebracht wurden, war es wohl so etwas wie „nach Hause kommen“. Mit der Motivation, die vom aussterben bedrohte Spezies der Nil Krokodile zu schützen und Aufklärung zu betreiben, erbauten die Gründer einen natürlichen Lebensraum für die Tiere. Der Croco Park wurde, nach zwei-jähriger Bauphase, 2015 eröffnet.

Die Spezies, die heute im Cocapark beheimatet ist, sind ausschließlich Nil Krokodile, die bis zu 7 Meter lang und einer Tonne schwer werden können. Der Park wurde perfekt auf die Tiere zugeschnitten und bietet alle Elemente, die ein Krokodil für den Wohlfühlfaktor benötigt. Stein- und Sandstrände am Rande der großzügig angelegten Naturpools inklusive den nötigen Wasserfällen und Steinhöhlen, die bei Bedarf mit Wärmelampen geheizt werden.

Agadir_Crocopark_06

Tatsächlich hält das Plakat, was es verspricht. Als Besucher im Croco Park bekommt man unzählige Krokodile in natürlichem Lebensraum und einen lehrreichen Rundweg mit einer tollen Flora geboten.

Mit dem Hintergrund und der Motivation der Gründer würde ich den Croco Park in Agadir als TOP bewerten wollen. Die Tiere haben einen artgerechten Lebensraum erhalten und werden vor Wilderei und Trockenheit geschützt. Laut den Info’s, die man im Park bekommt, wird das Futter nicht nur strengstens kontrolliert, es wird auch darauf geachtet, dass jedes Tier seinen Teil abbekommt. Natürlich hat das nichts mit einem Leben in freier Natur zu tun, aber um das Nil Krokodil vor dem Aussterben zu schützen, macht der Croco Park einen tollen Job.

Mein Fazit: Croco Park Agadir: Top

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Agadir – mehr als nur Pauschaltourismus

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Agadir أكادير

Die Hafenstadt mit dem romantischen Namen weiße Stadt am Meer, liegt mit etwas über 600.000 Einwohnern im Süden Marokkos und ist die Hauptstadt der Region Souss-Massa.
Das Klima ist das ganze Jahr durch recht beständig. Am Tag steigen die Temperaturen auf mindestens 25°C (im Hochsommer zwischen Juli und September bis zu 45°C), während in der Nacht frische 15°C nicht unüblich sind. Das perfekte Klima für den Arganbaum, der hier seine Heimat hat.
Im Winter, zwischen Oktober und Dezember fällt viel Regen und einige Straßen rund um Agadir, in den Ausläufern des Atlasgebirges, werden unpassierbar. 

Marokko und die Region um Agadir ist eine meiner Empfehlungen der besten Reiseziele im Juni. Ich habe die ersten zwei Wochen im Juni, während des Ramadan, in Marokko verbracht und möchte Euch gerne an meinen Erlebnissen teilhaben lassen.

Die Geschichte Agadir’s

Im 15. Jahrhundert wurde die Stadt von portugiesischen Kaufleuten gegründet.
In den folgenden Jahrzehnten bauten die Portugiesen die Handelsverbindungen mit den Karawanen aus der Sahara auf und die Hafenstadt erlangte im 16. Jahrhundert ihren finanziellen Höhepunkt aus dem Export von Zucker, Baumwolle und Salpeter, sowie den Waren aus dem Saharahandel, den die Marokkaner inne hielten. Der Reichtum war in den 1760er Jahren vorbei, als der Sultan Sidi Mohammed ben Abdallah den Handel nach Essaouira (Nördlich von Agadir) verlagerte und es wurde ruhig in der Hafenstadt.

Im 20. Jahrhundert erklärte Frankreich, aufgrund der deutsch-französischen Spannungen und Rivalitäten um Marokko, das Land zum französischen Schutzgebiet und die Franzosen unternahmen eine Menge, Agadir zu sanieren. Jedoch verwüstete ein großes Erdbeben am 29. Februar 1960 die ganze Stadt. Über 15.000 Menschen ließen in nur wenigen Sekunden ihr Leben und Agadir war zu weiten Teilen zerstört.
Der Wiederaufbau ging mit Hilfe einiger europäischer Länder rasch voran und nach knapp 60 Jahren ist kaum noch etwas von der verheerenden Naturkatastrophe zu sehen. Leider wurde die gesamte Medina und viele Gebäude drum herum zerstört, so dass Agadir heute, außer dem Kasbah, keine alten Bauten mehr hat.

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Bild nach dem Erdbeben 1960

Agadir teilt sich heute im Grunde in vier Gebiete: der Hafen und das Industriegebiet, die Altstadt, die Neustadt und das Touristenzentrum am Strand und der Promenade.

Zwar wird Agadir vom Pauschaltourismus, was übrigens die Haupteinnahmequelle der Stadt ausmacht, geradezu überrollt, dennoch gibt es für die Entdecker unter uns einiges zu erleben.

Die Ankunft in Agadir

Bei der Ankunft am Flughafen Al Massira, etwa 30 Kilometer vom Zentrum entfernt, wird schnell klar, dass Agadir das Ziel für Pauschalurlauber ist. Am Ausgang warten bereits die Reiseunternehmen, um ihre Gäste in Empfang zu nehmen und mit deren Minibussen in die All-Inclusive Resorts zu fahren. 

Beim Verlassen des Flughafens bekommt man den Koffer fast schon aus der Hand gerissen und abtransportiert, ohne dass der hilfsbereite Herr überhaupt weiß, wo es hin geht. Natürlich macht er das nicht umsonst, aber wer nun denkt, er möchte lokales Geld, weit gefehlt. Nur Euros kommen für ihn in Frage. Direkt bekommt man einen ersten Eindruck von der Mentalität der Menschen in der Stadt, die in der Tourismusbrache tätig sind, denn es sollte sich später noch heraus stellen, dass das keine Ausnahme bleiben sollte.
Am Flughafen direkt gibt es wenige Taxis, denn Individualreisende kommen hier nur vereinzelt an. Etwas entfernt vom Ankunftsbereich sind jedoch einige Taxis, oder auch der Bus, der direkt nach Agadir fährt, zu finden. Bei höflichem Nachfragen, besteht durchaus auch die Möglichkeit in einem der Pauschaltransfers einen Platz zu ergattern und so sehr kostengünstig bis kostenlos ins Zentrum von Agadir zu gelangen.

Übernachten in Agadir

Die Stadt, gerade an der Promenade und in Teilen der Neustadt ist übersät mit All-Inclusive Resorts. In der Altstadt hingegen findet man nur wenige Hotels.
Die typisch marokkanischen Riad’s, kleine Häuser, meist mit Innenhöfen und tollen bunten Kacheln an Decken, Wänden und Böden, stellen in Marokko quasi die Hostels dar. Typische Hostels, wie man es aus anderen Ländern kennt, gibt es in Agadir nicht wirklich.
Alle Riad’s der Stadt wurden bei dem Erdbeben zerstört und teilweise wieder aufgebaut, leider lange nicht so schön, wie die Riad’s die man beispielsweise in Marrakesh findet.

Die Preise für Übernachtungen in Agadir, selbst in den 4 Sterne Hotels am Strand, sind überschaubar. In erster Reihe bucht man ein gutes Hotel bereits für 50€ die Nacht. Je weiter man Richtung Zentrum geht, desto günstiger wird es. 

Das Angebot an Restaurants ist reichhaltig, somit ist es nicht wirklich notwendig ein All-inclusive Angebot zu buchen. Selbstversorgung oder Verpflegung in den Restaurants ist selbst zu Ramadan kein Problem. Auch hier sind die Preise überschaubar. Für 25€ bekommt man bereits ein hochwertiges Drei-Gänge-Menü direkt an der Strandpromenade.
Meine Top-Empfehlung der Restaurants am Strand: Das El Toro. Zwar gibt es hier keine typisch marokkanische Küche, sondern eher eine Auswahl internationaler Speisen, aber sowohl die Qualität als auch der Service überzeugte total.

Der Strand und die Promenade

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Blick von der Kasbah auf den Hafen und den Strand von Agadir

Der sichelförmige, breite und saubere Sandstrand erstreckt sich über mehrere
Kilometer. Die großen Resorts bieten hier ihren Pauschalgästen einen Privatstrand mit Liegen und Sonnenschirmen, die teilweise auch gegen Gebühr von Nicht-Gästen des Hotels gemietet werden können. 

Obwohl hier eine Masse an Menschen unterwegs ist, herrscht eine ruhige Atmosphäre. Der weitläufige Strand lädt nicht nur Urlauber, sondern auch die Einheimischen zum relaxen, flanieren oder zum Sport ein.

Gerade zum Ramadan besiedeln die Marokkaner den Strand nach Einbruch der Dunkelheit zu einem geselligen Picknick am Strand. So sieht man hunderte von Menschen, die hier ihren Abend gemeinsam verbringen. Mit etwas Glück kann man so die Kultur etwas besser kennen lernen, wobei die Einheimischen doch sehr zurückhaltend gegenüber der Urlauber sind und es recht schwierig ist, in Kontakt zu kommen.

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Kamel am Strand von Agadir

Die fliegenden Händler, die über den Tag ihr Allerlei zum Kauf anbieten, bleiben meist
recht zurückhaltend und sind nicht besonders aufdringlich. Auch findet man zahlreiche Damen, die ihre Hennakunst und Herren, die Kamelreiten, anbieten, meist eher unaufdringlich.

Oberhalb des Strandes verläuft die sehr schön angelegte Promenade und wären da nicht die Marokkaner unterwegs, würde man nur wenig vermuten, dass man sich in Marokko befindet. Viel zu modern und wenig traditionell erscheint die Promenade von Agadir.

Am nördlichen Ende befindet sich der Jachthafen. Viele Marken- und Edelgeschäfte,  feine Restaurants und Hotels haben sich in den strahlend weißen Häusern angesiedelt. Raus aus der Marina reihen sich die lokalen und internationalen Restaurants aneinander, die nicht nur von Urlaubern besucht werden. Interessant sind die Speisekarten, die meist in Englisch, Französisch und auch in Deutsch angeboten werden. Die Übersetzungen sind teilweise sehr witzig. So gibt es zum Beispiel „Aufgespießt Huhn“ oder „Saft Rechtsanwalt“ (Avocadosaft) im Angebot.

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Jachthafen von Agadir

Am Abend lädt die Promenade zu einem Spaziergang ein. Auch nach Einbruch der Dunkelheit braucht man hier keine Angst vor Überfällen zu haben, denn jeder Teil ist hell ausgeleuchtet und die Touristenpolizei, die ihr Revier in Mitten der Promenade hat, läuft unentwegt Streife. 

Am Tag, wie am Abend sind hier ebenfalls einige fliegende Händler unterwegs, wobei mir das Ganze nicht ganz legal erschien. Mehrfach konnten wir beobachten, wie die Jungs und Mädels vor etwas weg rannten und sich hinter der Promenade am Strand versteckten.
Auffällig sind die Kinder, die an der Promenade mit ihren Rosen, um ein paar Münzen betteln. Offensichtlich mit wenig Berührungsängsten, scheuen sie nicht davor, erwachsene Männer anzuspringen.

Oberhalb der Promenade, beginnend an der Marina, verläuft die erste der drei Parallelstraßen, die sich komplett durch das Touristenzentrum zieht. Der Boulevard du 20 Août. Neben den Hotels in zweiter Reihe, Restaurants, Pubs und Nachtclubs, haben sich hier Souvenirhändler und Zweiradverleihservice angesiedelt.

Bisher hört sich das schon alles sehr nach Pauschalparadies an, aber Agadir hat einiges mehr zu bieten. Lasst mich Euch mitnehmen in das

Agadir für Entdecker:

Tafoukt Souq**

Der touristische Basar zwischen dem Boulevard du 20 Août und der Strandpromenade bietet alles vom Berberschmuck, über das marokkanische Gold, das Arganöl, bis hin zu Lederwaren und Fußballtrikots. Shopping Queens und Kings werden hier sicher fündig, auf der Suche nach dem marokkanischen Souvenir. Aber Achtung: Zwar kommen immer mehr Waren aus dem etwa 300 Kilometer entfernen Marrakesh, dennoch ist die Qualität oft minderwertig und nicht im Land hergestellt. Kleine Perlen findet man dennoch in dem reichhaltigen Angebot. Ich persönlich würde davon abraten, sich im Tafoukt Souq** mit Arganöl oder Gewürzen einzudecken. Dafür ist der Markt sicher der besser geeignete Ort.

Petit Train**

Auf der Boulevard du 20 Août befindet sich die Haltestelle des Petit Train. Der „kleine Zug“ ist eine Bimmelbahn, die für 18 Marokkanische Dirham (ca. 1,80 Euro) eine 40-minütige Panorama-Rundfahrt durch die Neustadt von Agadir anbietet. Eine wunderbare Möglichkeit, um sich einen ersten Überblick über die Stadt zu verschaffen, wobei alle Sehenswürdigkeiten auch sehr gut zu Fuß zu erreichen sind.

La Vallée des Oiseaux**

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Pfau im Bird Valley

Direkt hinter der Haltestelle des Petit Train** geht es in das kleine Valley of Birds**. Ein kleiner, schön angelegter Tierpark, der vor allem diverse Vogelarten, aber auch Ziegen und Steinböcke beherbergt. Durch den Park gelangt man auf die dritte Parallelstrasse, der Avenue Hassan II und schon ist man in der Neustadt angekommen.



Die Neustadt

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Podest für Verkehrspolizisten in der Neustadt von Agadir

Nicht besonders schön erstreckt sich die Neustadt mit den kargen Betonbauten östlich der schillernden Strandpromenade. Hier leben und arbeiten die Einwohner von Agadir im geschäftigen Zentrum. Schaut man aber etwas genauer hin, findet man kleine Oasen in der Stadt, die darauf warten entdeckt zu werden. 

Die Moschee von Agadir**

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Die Moschee von Agadir

In Mitten der Avenue des FAR befindet sich das hübsche Herzstück der Stadt, das kurz nach dem Erdbeben hier errichtet wurde. Die Moschee Mohamed V, die zum Gebet die Einwohner der Stadt anzieht. Neben den zahlreichen Moscheen der Stadt ist die Mohamed V die größte und bekannteste. Der Stadtteil und die damalige Moschee wurden beim Erdbeben komplett zerstört, so dass das Gebäude recht modern und doch traditionell erscheint.

Das Mémoire d’Agadir**
und der Olhao Park**

An der Ecke der Avenue du Président Kennedy und der Avenue des FAR befindet sich das Mémoire d’Agadir. Ein kleines Museum, dass mit eindrucksvollen Bildern, das frühere Agadir und das Erbeben behandelt. Der Eintritt ist mit 20 Marokkanischen Dirham (etwa 2 Euro) recht überschaubar und man bekommt eine kleine Einführung in die Geschichte der Stadt.

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Der Olhao Park in Agadir

Hinter dem Gemäuer, dass nach dem Erdbeben wieder im ursprünglichen Stil aufgebaut wurde, geht es in einen kleinen Park, den Olhao Park, der von der anderen Seite öffentlich und ohne Eintritt, zugänglich ist. Der Park wurde 1992 anlässlich der Städtepartnerschaft mit der portugiesischen Stadt Olhao angelegt. Überall in der kleinen Oase findet man die Ruinen, die nach dem Erbeben nicht wieder aufgebaut wurden. Schön zu sehen ist die Bauweise, wie sie hier verwendet wurde, denn es erinnert sehr an portugiesischen Stil. Die Säulen aus kleinen Schiefersteinen und Wände aus Lehm. Die Tür- und Fensterrahmen aus einfachen Holzbalken zusammen gezimmert. Die Böden wurden mit bunt gemusterten Fliesen ausgelegt. 

Passage Aût Souss

Eine weitere kleine Oase zwischen den kargen Betonbauten findet man in der Passage Aût Sousa. Die breite Passage erstreckt sich als fahrzeugfreie Querstraße zwischen der zweiten und dritten Parallelstraße. Hier befindet sich versteckt das Musée du Patrimoine Amazigh. Das Museum beschäftigt sich mit dem Kunsthandwerk und der Lebensweise der Berber.

An der Ecke der Passage und der Avenue Mohamed V gibt es eine weitere, recht unbekannte Sehenswürdigkeit der Stadt zu entdecken. Das Theater von Agadir. Außer bei Veranstaltungen leider geschlossen, stellt alleine die Fassade ein Augenschmaus dar.

Stade al Inbiaat**

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Das Stadion von Agadir

Langsam geht es weiter Richtung Altstadt. Auf der Avenue Mohamed V in Richtung Süden liegt das Stadion von Agadir, das Stade al Inbiaat. Der Haupteingang ist im schlichten, aber typisch marokkanischen Stil gehalten und würde es nicht am Eingang stehen, würde man hier nicht wirklich eines der größten Stadien Marokkos vermuten. Mit etwas Glück ist der Seiteneingang geöffnet, so das man einen Blick ins Innere des Stadions werfen kann. Ansonsten besteht noch die Möglichkeit vom Hintereingang in das Stadion zu gelangen. Viel zu sehen gibt es allerdings nicht.

Nach dem Stadion geht es weiter entlang des Präsidentenpalast und dem dazugehörigen Park, der an mehreren Stellen von Wachposten geschützt wird, in die Altstadt.

Die Altstadt

Auch die Altstadt besticht durch ihre kargen Bauten, allerdings geht es hier weitaus chaotischer zu. Diesen Stadtteil als Altstadt zu bezeichnen, ist fast schon ironisch, denn auch hier wurde vieles zerstört und in den letzten 60 Jahren neu aufgebaut. Dennoch gibt es hier zwei Highlights zu entdecken:

Der Souk el Had

Der größte und traditionelle Markt der Stadt war mein persönliches Highlight in Agadir. Hier kommen die Marokkaner her, um sich mit Obst und Gemüse, als auch Fleisch, Fisch, Backwaren und natürlich den traditionellen Gewürzen einzudecken. Gewürze und Pflegeartikel natürlichen Ursprungs sind typisch marokkanisch. An allen Ecken duftet es herrlich nach den verschiedensten Gerüchen und es geht hektisch zu auf dem Markt. Hier wäre nun die richtige Gelegenheit sich mit den Gewürzen und lokalen Produkten einzudecken.

Hinter dem großen Food Market geht es in ein Labyrinth von Gängen, mit hunderten kleiner Shops, die alles, wirklich alles anbieten, dass die Marokkaner für Ihren Alltag benötigen. Kleidung, Schuhe, Schmuck, Bettwäsche, Möbel, Reinigungsmittel und und und. Es gibt hier nichts, was es nicht gibt. In diesem Bereich des Marktes sind nur wenige Urlauber unterwegs und man bekommt ein tolles Gefühl der marokkanischen Kultur.

Natürlich kommen auch Souvenirshopper auf ihre Kosten, den im nächsten Teil des Marktes stellen viele lokale Hersteller ihre Souvenirs zum Verkauf. Neben den Standardwaren, die es überall in der Stadt gibt, findet man hier kleine Schätze von lokalen Künstlern. 

Die Neue Medina

Nach der Shopping Tour ist es wieder etwas Zeit für Kultur. Das zweite Highlight etwas außerhalb der Altstadt ist die Neue Medina. Da die Stadtmauern und die alte Medina beim Erdbeben komplett in Schutt und Asche gelegt wurden, gibt es heute leider nichts mehr, dass an das frühere Agadir erinnert. Ein Mann aus Sizilien machte es sich zur Aufgabe die alte Medina an einem anderen Ort originalgetreu nachzubauen. So kann man die neue Medina, heute etwas außerhalb des Zentrums, besichtigen und bekommt einen Eindruck davon, wie es in der Stadt mal ausgesehen haben muss. 

Kasbah

Wir verlassen das Zentrum und machen uns auf den Berg über Agadir.
Vom Strand aus ist die Kasbah bereits zu bewundern und bei Dunkelheit ist der Berg mit einem Schriftzug beleuchtet. Der Andienen Talborjet, der Berg unterhalb der Kasbah, wo sich die einstige Altstadt befand, dient heute als Friedhof, der beim Erdbeben ums Leben gekommene Einwohner.
Zu sehen ist davon nichts. Die rund 15.000 Menschen wurden hier begraben und heute ist Gras darüber gewachsen.
Die Kasbah ist zwar zu Fuß zu erreichen, aber der Anstieg ist hart und schweißtreibend. Daher meine Empfehlung: mit dem Taxi nach oben und zu Fuß zurück in die Stadt. Als Alternative würde sich ein Roller, den man in der Boulevard du 20 Août mieten kann, anbieten.
Bis auf die Außenmauern der Festung ist hier nicht mehr viel zu sehen. Vereinzelt findet man noch Einstige und kann erahnen, wie es hier einmal ausgesehen hat.
Dennoch lohnt sich ein Besuch, denn der Ausblick von hier oben ist wunderschön. Man blickt über den Strand und den Hafen von Agadir, sowie über die gesamte Stadt und im Norden in die Berge des Atlasgebirges.

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Kasbah auf dem Berg über Agadir

Ein wunderbarer Abschluss für eine Tour durch das Agadir für Entdecker.

In diesem Sinne:
viel Spaß bei Eurem nächsten Besuch in Agadir.

Meine Reiseempfehlungen für Marokko:

Beste Reisezeit…
Küstenregion Marokkos (Norden/Nordwesten): April bis November
Marrakesch (Inland): September bis Mai
Atlasgebirge (Hochlage): März, April, Mai, Oktober, November
Westsahara Küstenregion (Südwesten) (Agadir): April bis November

Anreise…
Günstige Flüge nach Marrakesh und Agadir gibt es mit Ryan Air*

Übernachten…
Die traditionellen Riadh’s sind sicherlich die schönste Art, die Nacht in Marokko zu verbringen. Über booking.com* findet man ganz nette Riadh’s

Reiseführer…
Der Lonely Planet* ist ein super Reiseführer für Marokko. Eine gute Alternative gib’t von Marco Polo*.

Sprache…
in Marokko wird neben Marokkanisch größtenteils Französisch gesprochen. Auch mit Englisch und teilweise auch Deutsch kommt man in den Touristengebieten gut weiter. Dennoch sind Sprachkenntnisse nie verkehrt… Jetzt Sprachen lernen mit Babbel*

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Südafrika – ein Land der Gegensätze

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Ich hatte bisher drei mal das Vergnügen, nach Südafrika zu reisen immer wieder gab es Neues zu entdecken. Für mich persönlich ist Südafrika ein Land der Gegensätze in vielerlei Hinsicht….

Der mit Abstand größte Gegensatz:

Arm und Reich / Schwarz und Weiss

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Statue im Botanischen Garten in Kapstadt

Die Kluft zwischen Arm und Reich ist wohl in keinem anderen Land so offensichtlich, wie in Südafrika. Sicherlich sind das noch immer die Nachwehen der Apartheid. Bis vor einigen Jahren gab es sogar noch eine gesetzliche Einteilung in Klassen. Schwarze, Weiße, Coloureds und Asiaten, wobei die Afrikaner bzw. Schwarzen rund 80% der Bevölkerung stellen. Bei meiner ersten Reise nach Südafrika war ich natürlich sehr gespannt, wie sich das Thema im Alltag verhält und wie das Leben “nebeneinander” heute statt findet.

Riesen Thema und tatsächlich gibt es hier einiges zu berichten. Zusammengefasst ist es so, dass in Service-Berufen ausschließlich Schwarze arbeiten und oftmals werden sie von den Weissen schon eher als “Diener” behandelt. Dennoch durfte ich auch einige Schwarze kennen lernen, die in “besseren” Berufen (ohne die Service Berufe hier abwerten zu wollen) arbeiten und ähnlich gut leben, wie die Weissen. Betrachtet man allerdings die 80% schwarze Bevölkerung, würde ich behaupten wollen, dass im Business eher 80% (wenn nicht gar mehr) Weisse zu finden sind. Und auch hier musste ich fest stellen, dass nur wenige Schwarze sich wirklich in die “weisse Gesellschaft” integrieren, sondern eher ihr eigenes Grüppchen bilden.

Bei meiner ersten Reise war ich offen gestanden doch sehr geschockt, wie präsent das Thema heute noch ist und habe mich teilweise sogar geschämt, weiss zu sein. Nach mehreren Tagen im Land hat sich mein erster Eindruck zumindest etwas relativiert und ich durfte einige positive Erfahrungen im Hinblick auf das tägliche zusammen leben machen. Dennoch war es für mich ein sehr befremdliches Gefühl, dass es solche Unterschiede nur aufgrund der Hautfarbe gibt, dabei ist es ist doch völlig egal, welche Hautfarbe ein Mensch hat. Nelson Mandela sagte einst: Niemand wird mit dem Hass auf andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ethnischen Herkunft oder Religion geboren. Hass wird gelernt.

Das Thema “schwarz und weiss” zieht sich natürlich durch und prägt die Gesellschaftsschichten. Sicherlich sind nicht alle Weissen reich, aber man kann wohl behaupten, dass alle Weisen ein anständiges Leben führen können. Nicht so bei der schwarzen Bevölkerung. Bei meiner ersten Reise vor drei Jahren bin ich am Flughafen von Johannesburg gelandet und auf dem Weg nach Downtown gab es noch ganz viele Township’s entlang der Autobahn. Ein Township ist eine Siedlung mit nicht befestigten Blechhütten, ohne offizielle Wasser- und Stromversorgung. Wie ich erfahren habe, sind diese Township’s ein Dorn im Auge der Johannesburger und werden abgerissen, sobald sie zu groß werden. Direkt nach dem Abriss beginnt dann der Wiederaufbau, bis zum nächsten Abriss. Als ich nun im September diesen Jahres wieder da war, gab es keine Township’s mehr am Rande der Autobahn, sondern befestigte Siedlungen, die zumindest einen Wassertank auf dem Dach und an die Stromversorgung angeschlossen sind. Die Township’s gibt es allerdings immer noch. Nun aber nicht mehr so offensichtlich für die “bessere Gesellschaft” und vor allem Gäste des Landes. Ganz nach dem Motto: aus den Augen, aus dem Sinn. Generell ist es schon so, dass die Menschen in den Township’s am Rande der Existenz leben. Die Menschen in den befestigten Siedlungen haben zumindest eine Arbeit und können sich ein festes Dach, Strom und Wasser und vor allem Nahrung leisten.

Leider bringt Armut oft Kriminalität mit sich. Die Kriminalitätsrate Südafrika’s ist massiv. So schützen alle besser verdienenden Südafrikaner ihr Heim mit Zäunen, Mauern und natürlich Alarmanlagen, oder leben sogar in secured Areas, die durch ein Security Gate geschützt sind. Abendliche Spaziergänge in der Dunkelheit sind ein No-Go und bestimmte Teile in den Großstädten sind selbst mit dem Auto ein Tabu. So sieht also das alltägliche Zusammenleben aus.

Ein weiterer Gegensatz, den ich erfahren durfte, sind die Unterschiede zwischen:

Johannesburg und Kapstadt

Johannesburg
Kapstadt

Als Gast hat beides seinen Charme… Johannesburg ist die bevölkerungsreichste Stadt Südafrikas. Die Business Metropole. Die Menschen, die in Johannesburg leben, würden nicht nach Kapstadt ziehen wollen und umgekehrt. So jedenfalls der Tenor der Johannesburger und Kapstädter. Tatsächlich konnte ich feststellen, dass die Mentalitäten schon recht unterschiedlich sind. Wo in Johannesburg Business gemacht wird, steht in Kapstadt das Leben im Vordergrund. Aber nicht nur die Menschen, auch die Natur in den Metropolen und der Umgebung und das Stadtbild sind nicht wirklich vergleichbar.

Johannesburg ist eine sehr geschäftige Stadt mit einem schönen Stadtkern und durchaus sehenswerten Ecken und vielen Shopping Malls und Entertainment Angeboten. Das Stadtbild ist geprägt von eher schlichten Geschäftshäusern.

In Kapstadt hingegen geht alles etwas entspannter zu. Sicherlich findet man die schlichten Geschäftshäuser auch da, allerdings gibt es eine gute Mischung aus schönen alten und super modernen und schicken Gebäuden.

Johannesburg liegt im Norden im Landesinneren. Die Umgebung bzw. der Norden und das Landesinnere ist geprägt von kleinen Städten und weitläufigen Arealen, aber vor allem den Reservaten und dem Krüger Nationalpark. In den Krüger habe ich es leider noch nicht geschafft, dennoch durfte ich das Wildlife in der Nähe von Johannesburg in einem kleinen Reservat kennen lernen.

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Plumari Reservat in der Nähe von Johannesburg

Kapstadt, im Süden des Landes am Meer liegend, bietet eine enorme Vielfalt und es gibt richtig viel, sehr schönes zu entdecken. Für mich am beeindruckendsten: Das Kap der guten Hoffnung und der Tafelberg. Am Kap der guten Hoffnung treffen sich der indische und der atlantische Ozean. Eine solche Schönheit habe ich selten gesehen. Der Tafelberg, der übrigens als Weltwunder nominiert wurde, ist ein beeindruckender Berg und mit der Seilbahn nach oben gefahren, kann man gut einige Stunden auf der weitläufigen flachen Bergspitze umher wandern. Zudem hat man einen riesen Ausblick über die gesamte Stadt.

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Das Kap der Guten Hoffnung in der Nähe von Kapstadt

Neben diesen zwei Attraktionen gibt es noch viele andere Dinge zu entdecken und erleben. Auf gar keinen Fall kommt man an dem Stadtteil “Waterfront” vorbei. Mehr ein Vergnügungsviertel mit zahlreichen Restaurants und Bars, sowie einer sehr netten Atmosphäre. Geht man etwas ausserhalb von Downtown gibt es viel historisches zum Thema Sklaverei, Apartheid und die Zeit vor der Unabhängigkeit zu erfahren.

Erwähnenswert in der Umgebung ist sicherlich der botanische Garten “Kirstenbosch”. Ein riesiger, ganz toll angelegter botanischer Garten, in dem man gut einen Tag zubringen kann. Des Weiteren wird die Umgebung Kapstadt’s von zahlreichen Weingebieten und sogar in Europa sehr bekannten Weingütern geprägt.

Was mich zum nächsten Thema bringt…

Wein oder Gin

Beides ist definitiv ein Muss in Südafrika. Bevor ich zum ersten mal nach Südafrika gereist war, hatte ich noch keinen Gin getrunken. Weil das neben dem Bier und Wein, so etwas wie das Nationalgetränk ist, habe ich mich vor drei Jahren ran gewagt und seit dem bin ich auf den Geschmack gekommen. Es gibt eine enorme Vielfalt an richtig guten Gin’s von lokalen Destillerien.

Einmal in Kapstadt sollte man unbedingt eine Weinprobe machen. Ich habe mir bei einem der bekanntesten Weingüter, dem Groot Constantia, die Proben des lokalen Rebensafts gegönnt. Neben dem tollen Ambiente auf dem Weingut ein schönes Erlebnis und echt gute Weine. Generell hat Südafrika einiges an Wein zu bieten und es nicht nur ein Gerücht, dass Südafrika zu den besten Weinherstellern der Welt zählt.

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Weinberg des Groot Constantia in der Nähe von Kapstadt

Alles in Allem finde ich Südafrika eines der sehenswertesten Länder dieser Welt und die Erfahrungen, die ich hier geteilt habe, ist lange nicht alles was das Land zu bieten hat. Es gibt so vieles zu entdecken und niergens spürt man mehr das traditionelle und das moderne Afrika direkt nebeneinander (und teilweise sogar miteinander).

Für welche Region Du Dich auch entscheidest…
Viel Spaß in Südafrika.

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Erfahre mehr über Südafrika oder
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Mein wunderbares Abenteuer in Kenya

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Ein großer Wunsch von mir war es schon lange, eine Safari zu erleben und die Big 5 in freier Wildbahn zu sehen. Mit diesem Wunsch und meiner Begeisterung für Afrika hat es uns im Dezember 2016 nach Kenya gezogen.

Ich hatte mich im Vorfeld nur wenig mit dem Land beschäftigt, da aber klar war, dass diese Reise eine Mischung aus Erholung am Strand und Abenteuer werden sollte. Also haben wir uns ein Domizil an der Südküste gesucht, um von da die Region zu entdecken. Was ich in diesen zwei Wochen neues lernen und entdecken durfte, war überwältigend und ich weiß jetzt um so mehr, warum ich Afrika so sehr mag.

Sonnenuntergang im Tsavo Nationalpark, Kenya
Wo fange ich an… Es gibt so vieles zu berichten.

Die Ankunft in Kenya und die große Überraschung Wir kamen am internationalen Flughafen von Mombasa an und die große Überraschung bei unserer Ankunft war, dass relativ viele Kenianer deutsch sprechen. Im Laufe unseres zweiwöchigen Aufenthaltes in der Küstenregion, haben wir nur wenige kennen gelernt, die nicht zumindest ein paar Worte unserer Sprache beherrschen. Nach etwas Recherche war mir dann auch klar, warum das so ist… Es gibt unheimlich viele deutsche “Best Ager”, die seit Jahren in den Süden Kenya’s kommen, sowie einige, die sich dort nieder gelassen und in der Tourismusbranche etabliert haben. So gibt es in Diana Beach einige deutsch geführten Hotels und Tour Operator, die sich auf die Gäste eingestellt haben. Neben deutschen Werbeplakaten und Prospekten werden sogar deutschsprachige Touren angeboten. Für mich war das Ganze zu erst etwas befremdlich: Ein afrikanisches Land, in dem man zu meist in heimischer Sprache angesprochen wird. Andererseits aber nachvollziehbar. Die Kenianer in der Region um Diani Beach leben vom Tourismus und haben sich darauf eingestellt, ihre Deutschen Gäste in heimischer Sprache zu begrüßen und zu unterhalten. Je weiter wir uns von Diana Beach entfernten, desto weniger deutschsprachige Kenianer durften wir kennen lernen.

Die Metropole Mombasa

Nur nach wenigen Metern aus dem Flughafen raus, habe ich mich direkt wohl gefühlt. Die zweitgrößte Stadt Kenya’s hat den berühmten afrikanischen Großstadtflair und ist dabei doch recht modern. Entlang der Strassen ein geschäftiges Gewusel, Märkte an den Strassenrändern, teilweise ohne Marktbuden. Das Angebot wird einfach auf Planen auf dem Boden ausgelegt. Teilweise sehr unhygienisch und schmutzig. Wahnsinnig viel Verkehr, gefühlt ohne Regeln und ein ständiges Hupkonzert. Besonders spannend wird der Verkehr an der Fähre, der die Insel Mombasa mit dem Festland verbindet. Je nach Uhrzeit stehen hunderte von Fussgängern an der Fähre an. Unvorstellbar, was für einen Weg manche Kenianer, die ausserhalb von Mombasa leben, aber in der Stadt arbeiten, jeden Tag auf sich nehmen müssen. Unter Umständen steht man an der Fähre schon mal bis zu drei Stunden. In der Stadt gibt es nicht wirklich besondere Sehenswürdigkeiten. Ich jedoch finde, die ganze Stadt ist eine Sehenswürdigkeit und bestimmt ein Abenteuer. Allerdings ist Vorsicht geboten. Die Kriminalität in Mombasa ist recht hoch und “Whities” werden gerne mal aus geraubt, sofern man sein Hab und Gut zur Schau stellt. Demnach sollte man doch recht unauffällig und mit wenigen Wertgegenständen die Stadt erkunden.

Das Dorfleben von Ukunda

Wir hatten die Gelegenheit die Stadt Ukunda und die umliegenden Dörfer mit dem Fahrrad zu erkunden. Alleine ist das sicherlich nicht zu empfehlen, da man sich auf den unbefestigten Wegen, die kreuz und quer durch die Prärie führen, unfassbar verfahren und vermutlich nicht zurück finden würde. In Diani Beach gibt es einen Fahrradverleih, die einen Guide mit anbieten, der zum einen die Wege und entdeckungswerten Ecken kennt und zum anderen den Zugang in die kleine Dorfschule ermöglicht. Für mich ein einmaliges Erlebnis, die kleinen Jungs und Mädels in der Schule, die uns so herzlich begrüßt haben. Wir durften dem Unterricht lauschen und die Kids waren mega stolz, uns deren Wissen zu präsentieren. Weiter nach Ukunda Stadt gibt es den Markt, mit all den lokalen Leckereien. Obst und Gemüse, wie gemalt, sowie ein reichliches Angebot an Fisch, Fleisch und Snacks. Für uns Europäer ist es nicht wirklich ratsam, die Snacks direkt vom Markt zu schlemmen. Auch wenn der Geschmack ein Erlebnis ist, ist die Art der Zubereitung (meist sehr unhygienisch) nicht für unsere zarten Mägen geeignet und haben mit aller Sicherheit, den Kenya Express zur Folge. Bedeutet: Magenschmerzen und Durchfall. Der Guide hat uns nach dem Markt dann weiter durch das Gewirr von unbefestigten Wegen, vorbei an kleinen Siedlungen, in ein kleines verstecktes Dörfchen geführt. Auf dem Weg kamen wir ständig an Grüppchen von Kindern und Jugendlichen vorbei. Wir waren natürlich gewappnet und hatten uns Süssigkeiten für die Kids besorgt. Unfassbar. In wenigen Sekunden haben sich Trauben von Kindern um uns gebildet. Faszinierend war aber, dass keinerlei Gier oder Neid zwischen den Kids zu erkennen war. Dieses Erlebnis war für mich ein ganz besonderes. Einerseits ganz traurig, wie arm die Familien und vor allem Kinder und Jugendlichen sind und wie doll sie sich über ein paar Süssigkeiten freuen. Andererseits faszinierend, wie freundlich und mit einem doch recht zufriedenen Eindruck wir empfangen und behandelt wurden. Das Highlight des Tages durften wir dann in dem kleinen Dörfchen erfahren. Eine kleine Gemeinde, die aus fünf Familien besteht. Jede Familie lebt in ihrer eigenen Hütte. Hört sich erst mal nett an. Allerdings sprechen wir über kleine Lehmhütten mit maximal 20 qm, die ohne Strom und Wasserversorgung nur zum Schlafen und bei Regen zum Kochen benutzt werden. Ansonsten spielt sich alles draussen ab. Bei guten Wetter wird auch draussen gekocht. Natürlich mit Holz. Ein Badezimmer gibt es nicht in der Hütte. In der Siedlung gibt es ein Badezimmer, was ein oben offener Lehmverschlag darstellt. Fliessend Wasser gibt es nicht. Die Dorfbewohner müssen ihr Wasser vom Brunnen in einiger Entfernung holen. Man sollte meinen, dass es in der Gemeinde unheimlich schmutzig und unhygienisch sein muss. Nein, ist es nicht. Es ist wahnsinnig sauber und aufgeräumt. Okay, Hygiene in unserem Sinne ist natürlich etwas anderes, aber ich hätte es unter diesen Umständen doch deutlich schlimmer erwartet. Eine Familie im Dorf hat uns dann sogar noch auf eine Kokosnuss und ein traditionelles Essen, nämlich Maismehlpampe mit Trockenfleisch eingeladen. Gekocht wurde vor der Hütte mit Holz und gegessen auf dem Boden sitzend, alle zusammen aus einer Schüssel, mit den Händen. Einfach nur Wow und ich bin sehr Dankbar, dass ich das alles erleben durfte.

Was hat Diani Beach sonst noch zu bieten?

Offen gestanden, nicht sehr viel. Diani Beach ist ein reiner Touristenort und man lernt nur wenig vom “echten” Kenya kennen. Es gibt zwar ein, zwei “Attraktionen” in der Umgebung, jedoch sind auch diese sehr touristisch ausgelegt. Ganz in der Nähe gibt es ein kleines Massai Dorf, das man besuchen kann. Das hat sicherlich wenig mit einem Massai Stamm, der im inneren des Landes, fernab von Tourismus lebt, zu tun, allerdings bekommt man einen kleinen Einblick, wie die Männer, mit den roten Gewändern und Frauen mit dem pompösen Halsschmuck leben.

Auch nicht weit entfernt, gibt es eine kleine Tierfarm. Neben einem Krokodil und einem Varan wird hier eine der gefährlichsten Schlangen Kenya’s gehalten. Die schwarze Kobra. Sehr aggressiv und ich möchte dieser Schlange niemals in freier Wildbahn begegnen.

Der Strand von Diani Beach ist wunderschön. Ein sauberer, langer Sandstrand, der zu einem langen Spaziergang einlädt. Schade ist, dass das Strandbild von den Ruinen, die man zu Hauf findet, etwas abgewertet wird. Alte Hotelanlagen, die (meist durch Brände und Stürme) zerstört und nicht wieder aufgebaut, bzw. umgebaut wurden. Einerseits gut, denn dann ist der Strand nicht so überfüllt. Andererseits schade, denn es gibt nur wenig Möglichkeit, abends in einer Strandbar etwas feiern zu gehen. Übrigens ist auch hier wieder Vorsicht geboten. Bei Nacht kommen die “Kriminellen” gerne mal aus ihren Verstecken und es ist nicht unüblich, dass man bei einem Strandspaziergang oder auch auf der Strasse überfallen wird.

Eine wunderbare Alternative der Fortbewegung sind die kleinen TukTuks, die einem für wenig Geld von A nach B bringen.

Das Highlight:
Die Safari im Tsavo Nationalpark

Ein absolutes Highlight und wohl ein Erlebnis, an dem man nicht vorbei kommt, ist eine Safari in einem der Nationalparks. Wir haben uns für den Tsavo Ost & Tsavo West entschieden. Mit dem Auto etwa 4 Stunden von Mombasa entfernt befindet sich der “kleine”, aber sehr feine Park. Es lohnt sich tatsächlich beide Seiten des Parks zu besuchen, denn die Fauna und Flora ist sehr unterschiedlich. In Tsavo Ost gibt es mehr eine Savannenlandschaft, mit wenig Gebüsch. Die besten Voraussetzungen bei einem Game Drive die Big 5 zu erspähen. Der Tsavo West hingegen ist mehr eine Buschlandschaft, mit vielen Hügeln und einem Fluss. Trotz des dichten Buschs findet man zahlreiche Tiere. Alles in allem ist es einfach nur faszinieren, bei den Game Drives die Landschaft zu beobachten und man ist eigentlich nur damit beschäftigt ein Tier auszuspähen. Wenn man dann mal einen Elefanten, eine Herde Giraffen oder Zebras, die zahlreichen Arten von Antilopen oder auch mal einen Büffel oder Nashorn entdeckt, ist es einfach nur Wahnsinn, das Tier zu beobachten und zu erleben, wie gesund und zufrieden es aussehen kann. Ich für meinen Teil konnte solche Tiere bisher nur im Zoo oder Zirkus sehen. Das ist aber bei weitem nicht das Gleiche. Da es schwierig ist, das Ganze in Worte zu fassen, habe ich ein kleines Video auf meiner Facebook Seite geteilt, dass einen kleinen Eindruck von den Begegnungen im Tsavo Nationalpark verschaffen soll.

Ein weiteres Erlebnis sind die Übernachtungen in den Parks. In den zahlreichen Lodges, die natürlich nicht verlassen werden dürfen, hat man die Möglichkeit, beim Abendessen, die Tiere am Wasserloch zu beobachten. Ein wahres Schauspiel…

Alle Bilder aus Kenya
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Mein Fazit: Super schönes, tolles Land mit vielen Eindrücken, die mich zum Nachdenken über ganz alltägliche Dinge, wie Wasser und Strom, mein Konsumverhalten und wie gut es uns hier in Deutschland geht, gebracht haben.