Marrakesh – ein Wechselbad der Gefühle

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Im Juni 2018 habe ich meine Zeit im Süden Marokko’s, genauer gesagt in Agadir verbracht. Für mich war aber von Anfang an klar, dass ein Trip nach Marrakesh unumgänglich ist.
Ich wollte selbst erleben, wovon mir schon so viele Menschen vorschwärmten und hatte ein klares Bild vor Augen: ein Platz im Zentrum der wunderschönen Medina als eine Art Freilichtbühne mit marokkanischen Schlangenbeschwörern und Künstlern, ein wahnsinniger Markt mit Düften der Gewürze aus allen Richtungen und funkelnden Berber-Schmuck, den unverkennbaren marokkanisches Flair in der Altstadt und die wunderschönen Riad’s.

Irgendwie wollte der Funke bei mir aber nicht so wirklich überspringen. Oder vielleicht doch? Ehrlich gesagt, es war ein Wechselbad der Gefühle.

Nach der Reise war ich der festen Überzeugung, dass Marrakesh einen Platz in der Top 10 der meist besuchtesten Städte weltweit einnimmt. Eine so volle Stadt (mit Touristen) hatte ich selten zuvor gesehen. Bei meiner Recherche habe ich den Global Destination Cities Index des GEO** Magazins entdeckt, die seit 2009 untersuchen, welche Städte die meisten Besucher verzeichnen. Zu meiner großen Überraschung musste ich feststellen, dass Marrakesh noch nicht einmal in den Top 20 statt findet. Kaum zu glauben, denn die Stadt war unglaublich voll von Reisenden. Darauf hatte ich mich natürlich eingestellt, aber dass es dann so heftig ist, hätte ich nicht vermutet.

Dies bringt mich zum ersten Punkt, bei dem ich mir nicht sicher bin, was ich davon halten soll:

Der Markt von Marrakesh

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Markt von Marrakesh

Die Stadt ist, wie gesagt, voll mit Menschen, die neben den Sehenswürdigkeiten und Restaurants vor allem den Markt besuchen. Im Grunde besteht die Medina aus einem einzigen großen Markt und wahrscheinlich ist es das, was Marrakesh so erlebenswert macht.

Zugegeben, der Markt ist mehr als nur beeindruckend.

Vom Herzen der Medina, dem großen Platz Djemaa el-Fna, führen mehrere kleine Gassen zum Ort des Geschehens. Einmal im Labyrinth angekommen, wird man von Waren, meist aus lokaler Herstellung, geradezu überhäuft. Ledererzeugnisse, Berber-Schmuck, Gewürze, Tee, Tajine (ein traditioneller marokkanischer Kochtopf), das sind, neben dem kleinen Schnick Schnack, die typischen Portfolios der Händler. Das Angebot ist unfassbar riesig und nach einer Weile sieht dann irgendwie alles gleich aus. Da kommen die Second Hand Shops außerhalb des Labyrinth sehr gelegen. Wer auf der Suche nach alten Kameras, Musik und Allerlei aus vergangener Zeit ist, sollte hier einen Blick rein werfen.

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Von diesen „Schilder- und Second Hand Shops“ gibt es auf dem Markt in Marrakesh

Es wäre schön, wenn man einfach so durch die Gassen, vorbei an den kleinen Shops und Marktbuden schlendern und sich die Zeit, auf der Suche nach dem richtigen Souvenir nehmen könnte. Das ist aber leider nicht der Fall. Vielmehr ist es ein Spießrutenlauf, um nicht direkt in die Fänge der Markthändler zu gelangen. Bleibt man stehen oder schaut sich gar etwas genauer an, beginnt bereits das Handeln, obwohl man noch gar nicht sicher ist, ob man das Teil überhaupt möchte. Im Grunde absolut nachvollziehbar, aber für Gäste, die einen entspannten Marktspaziergang unternehmen möchten, eher eine Herausforderung. 

Eine weitere Herausforderung stellen die Mopedfahrer, die selbst in den engen Gassen, meist voll Menschen, mit einem Tempo durch den Markt fahren. Mehrfach kam es vor, das Fußgänger angefahren wurden und die Abgase tragen nicht gerade zum Wohlbefinden bei.

Dennoch möchte ich nochmal betonen, wie einzigartig der Markt ist. Man befindet sich in einem Labyrinth von schmalen Gängen und wären da nicht die kleinen Wegweiser, würde man sich garantiert verlaufen. Rechts und links die kleinen Shops, die bis oben hin voll mit Waren bestückt sind. Teilweise kann man die Händler auch bei der Herstellung der Waren (hauptsächlich Leder) beobachten.

Ein unglaubliches Erlebnis, einen solchen Markt zu erforschen. Zumindest für mich. Allerdings musste ich auch die Erfahrung machen, dass stets Vorsicht geboten sein sollte: Tatsächlich haben wir uns auf unserem ziellosen Umherschlendern etwas verlaufen. Als wir auf der Suche nach dem Ausgang waren, dauerte es nicht lange, bis wir einen jungen Mann an unserer Seite hatten. Seine Absichten waren schnell klar. Nachdem wir ihn mehrfach informierten, dass wir den Weg alleine finden würden, lief er uns dennoch vor der Nase herum und wollte uns in Lauftempo hinaus führen. Als wir ihm dann deutlich sagten, dass wir seine Hilfe nicht bräuchten, wurde er ziemlich unangenehm. Fing an, uns zu beschimpfen und verlangte Geld. Auch dass erlebt man in Marrakesh.

Ich hoffe, ihr versteht langsam, was ich mit „einem Wechselbad der Gefühle“ sagen möchte. So ähnlich geht es auch weiter:

Djemaa el-Fna

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Schlangenbeschwörer auf dem Djemaa el-Fna

Der große Platz in Mitten der Medina wurde mir als eine Art Freilichtbühne mit Schlangenbeschwörern und Künstlern vorgestellt, auf dem ich das marokkanische Flair in seiner vollen Blüte bewundern könnte. Okay, es gab Schlangenbeschwörer und auch auch Künstler, aber irgendwie hatte ich mir das etwas anders vorgestellt. Die Akteure haben sich so sehr auf die Besucherströme eingestellt, dass es sich aus meiner Sicht um eine reine Massenattraktion mit wenig Herzblut handelte und teilweise ganz erschreckende Bilder bot. So zum Beispiel ein junger Mann, der mit seinem Affen auf den Schultern der Touristen, sein Geld verdiente. Er behandelte das Tier so unmöglich, dass ich Schmerzen beim hin sehen bekam. Das Schlimme daran, es gab ganz viele Menschen, die diese Tierquälerei unterstützten. Auch die Schlangen waren hier leider nicht viel besser dran.

Um den Platz reihen sich Café neben Restaurant. Die Preise sind happig, der Service sehr überschaubar, dafür aber ist die Aussicht überragend, zumindest aus der zweiten Etage.

Wir haben uns die Zeit genommen, um das Treiben auf dem Platz, von der zweiten Etage eines Cafés, für eine Weile zu beobachten und ja, das war ein Erlebnis, was wiederum Dankbarkeit, diesen Platz erleben zu dürfen, in mir auslöste.

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Der Djemaa el-Fna in Marrakesh
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Windlichter auf dem Djemaa el-Fna

Als es langsam dunkel wurde, füllte sich der Djemaa el-Fna mit fliegenden Händlern, die mit liebevoller Gemütlichkeit ihre Windlichter im marokkanischen Stil zur Präsentation aufbauten. Im Hintergrund fing es an zu köcheln und der Grill zu glühen, denn am Abend verwandelt sich der Platz in ein Street-Food Erlebnis der besonderen Art. Ein absolut kulinarisches Highlight während meines gesamtem Marokko Aufenthaltes durften ich hier erleben. Nicht unbedingt wegen des Essen an sich. Mehr das Ambiente macht ein Abendessen auf dem Djemaa el-Fna so besonders.

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Street food in Marrakesh auf dem Djemaa el-Fna

Es ist fast unmöglich an einem Stand vorbei zu gehen und sich nicht hin zu setzten. So aufdringlich sind die Promoter. Schlussendlich ist es aber wahrscheinlich egal, ob man nun Stand 2 oder 35 wählt. Zur Auswahl gibt es überall das Gleiche: Gegrillte Fleischspieße, Gemüse, Salat und Brot. Noch während dem Essen kommen die fliegenden Süßwarenhändler mit ihren Karren voll süßer Köstlichkeiten vorbei, um für den Nachtisch zu sorgen.

Zusammengefasst habe ich den berühmtesten Platz Marrakesh’s mit Entsetzen und Enttäuschung, aber auch Begeisterung und Bewunderung erlebt. Somit bleibt auch der Djemaa el-Fna als „Wechselbad der Gefühle“ in Erinnerung.

Es gibt aber einen Punkt, von dem ich restlos begeistert war und meine Erwartungen mehr als übertroffen wurden:

Die Riad’s

So heißen die typisch marokkanischen Häuser mit Innenhof bzw. inneren Garten. Meist mit bunten Kacheln auf dem Boden und an den Wänden und einer Terrasse auf dem Dach.

Ich hatte für die kurze Zeit in Marrakesh das Riad Hamza** in einer Seitengasse, nahe dem Djemaa el-Fna gewählt und war restlos beeindruckt von der Schönheit des kleinen Hotels. Ein kleiner Innenhof mit einem Brunnen und einer gemütlichen Sitzecke luden zum verweilen ein. Hier durfte ich auch zum ersten mal die marokkanische Gastfreundlichkeit kennen lernen, denn zur Begrüßung gab es, nach guter alter Tradition, einen marokkanischen Tee. Die Zimmer waren hervorragend und ganz liebevoll und stilgetreu eingerichtet. Sehr zu empfehlen.

Das Riad Hamza** in Marrakesh. Jetzt auf booking.com* buchen

Natürlich konnte ich auf meiner Reise nur eines der Riad’s in Marrakesh testen, aber bei meiner Suche auf booking.com* fand ich eine Vielzahl solcher schönen Unterkünfte.

Zum ersten mal während meines Besuch’s in Marrakesh hatte ich kein „Wechselbad der Gefühle“, sondern wurde restlos überzeugt.

Mein Fazit zu Marrakesh

Nun bleibt nur noch die Frage, ob ich Marrakesh für eine Reise empfehlen würde.

Im Grunde schon. Jeder Ort ist eine Reise wert, wenn man etwas entdecken möchte und zu entdecken gibt es in Marrakesh einiges. Jedoch sollte man die Erwartungen nicht ganz so hoch ansetzen und den aktuellen Hype etwas relativierter betrachten.

Damit ihr Euch nun besser entscheiden könnt, hier mal noch meine kleine Pro-Kontra Liste zu Marrakesh:

Pro

  • Einmaliges Erlebnis
  • Kulinarisches Street-Food Erlebnis
  • Beeindruckender Markt
  • Tolle Übernachtungsmöglichkeiten
  • Überzeugende Gastfreundlichkeit
  • Ein buntes Allerlei an Waren und Souvenirs

Kontra

  •  Sehr viele Menschen auf kleinem Raum
  • Teilweise Touristenabzocke
  • Nervige Mopeds in den engen Marktgassen
  • Spießrutenlauf beim Markt-Schlendern
  • Happige Preise für Speisen & Getränke

Sofern ich nun nicht zu sehr vor eine Reise nach Marrakesh abgeschreckt habe, wünsche ich ganz viel Spaß beim Erleben von Marokkos Metropole Nr. 1.

Bslamah (Tschüss) aus Marokko

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Sieben Dinge, die Du über Marokko wissen solltest

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Im Juni habe ich zwei Wochen in Marokko verbracht. Es war gerade Ramadan und sicherlich Ausnahmezustand in dem nordafrikanischen Land. Dennoch durfte ich in der kurzen Zeit einige Einblicke gewinnen und möchte heute gerne sieben Dinge, die Ihr über Marokko wissen solltet, mit Euch teilen.

1. Die Religion

Marokko ist ein muslimisches geprägtes Land und die Marokkaner nehmen ihre Religion sehr ernst. In jeder Stadt gibt es mindestens eine Moschee und wer diese, aufgrund des Jobs nicht besuchen kann, packt den Gebetsteppich am Arbeitsplatz aus und nimmt sich dort die entsprechende Zeit für das Gebet.
Gerade während des Ramadan erlebt man in Marokko den Ausnahmezustand. Teilweise bleiben Geschäfte und Restaurants über Tag geschlossen. Wenn ein Laden geöffnet ist, kommt es nicht selten vor, das der Ladenbesitzer hinter der Theke schläft. Verständlich bei so wenig Schlaf in der Nacht, die während dem Ramadan doch sehr kurz ist.

Ansonsten bekommt man von der Religion nur sehr wenig mit. Nicht wie in anderen muslimischen Ländern ist das Stadtbild von verschleierten Damen geprägt, sondern eher aufgeschlossen und modern. Jedoch sollte man den nötigen Respekt mitbringen und nicht unbedingt in der Öffentlichkeit essen, trinken oder gar rauchen, zumindest während des Ramadan. 

2. Die Menschen

Die Menschen in der Großstadt, wie Agadir und Marrakesh, habe ich oft als aufdringlich, unverschämt und teilweise sehr aggressiv erlebt. Gerade in den Touristengebieten versuchen viele Marokkaner an den Gästen ihr Geld zu verdienen. Leider auch auf eine sehr unverschämte Art und Weise. Gehen die Gäste nicht darauf ein, wird man nicht selten auf marokkanisch beschimpft. Handgreiflichkeiten gegenüber Gästen habe ich hingegen nicht erlebt.
Ganz im Gegensatz zu der Umgangsweise untereinander. In den knapp zwei Wochen, die ich im Land verbringen durfte, habe ich mehrfach handgreifliche Auseinandersetzungen, die nicht selten ohne Blutvergießen endeten, erleben müssen. Sogar Steine und Macheten wurden als Waffen eingesetzt.
Es gibt natürlich Ausnahmen, allerdings hat man nach einer Weile nur wenig Vertrauen und erkennt diese nur schwer.
Die Menschen auf dem Land hingegen, durfte ich als zurückhaltend, gastfreundlich und eher entspannt kennen lernen. 

3. Die Landschaft

Ich habe Marokko in Punkto Landschaft als sehr vielfältig kennen gelernt. Im Norden des Landes, im Landesinneren, wirkt die Landschaft zwischen den kleinen Dörfchen eher karg und trocken. Jedoch sehr traditionell mit vielen kleinen Medina’s.
Weiter südlich im Atlasgebirge erlebt man dann eine wunderschöne Berglandschaft, teilweise gespickt mit kleinen Seen. Die Felsen lassen die Landschaft im Gebirge ebenso eher trocken wirken. Nur wenig grün findet man rund um die kleinen Siedlungen in den Bergen.

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Atlasgebirge, Marokko

Südlich des Atlasgebirge wird die Landschaft sehr fruchtbar. Hier ist das zu Hause des weltbekannten Argan. Die Landschaften sind wunderschön grün mit den unterschiedlichsten Pflanzen,Bäumen und Arganbaumplantagen soweit das Auge reicht.
Je weiter südlich es geht, desto trockener wird die Landschaft wiederum. Von steinig und trocken geht es nahtlos über, in die sandige Sahara Wüste. Zwar gibt es eine Grenze zwischen Marokko und der West-Sahara, jedoch besetzen die Marokkaner dieses Gebiet, so das die West-Sahara ein Teil Marokko’s ist. Jedoch für Touristen ohne Guide nicht zu empfehlen.

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Landschaft im Süden Marokko’s

4. Das Klima

Ebenso abwechslungsreich wie die Landschaft, ist auch das Klima in Marokko.
Während der Norden mit den heißen Sommertagen und den angenehm warmen Nächten kaum Regen bietet, wird das Klima, je weiter südlich es geht, milder und feuchter. So gibt es beispielsweise im Hochsommer in Marrakesh, im Norden des Landes, eine staubtrockene Hitze, während im südlichen Agadir, eine angenehme Wärme mit gelegentlichem Regen und kühlen Nächten herrscht. Das perfekte Klima für die Arganbäume.
Je weiter es Richtung Sahara geht, desto heißer wird es am Tag und kälter wird es in der Nacht. Auch die Feuchtigkeit nimmt wieder ab, denn in der Wüste regnet es nur selten.
Im Gebirge herrscht auch im Sommer ein kühles Klima. Je höher es geht, desto kühler wird es. Klingt logisch.

Die perfekte Reisezeit für Marokko ist demnach: 

  • Küstenregion Marokkos (Norden/Nordwesten): April bis November
  • Marrakesch (Inland): September bis Mai
  • Atlasgebirge (Hochlage): März, April, Mai, Oktober, November
  • Westsahara Küstenregion (Südwesten) (Agadir): April bis November

Meine persönliche Erfahrung im Juni – heiß im Norden und angenehm warm im Süden. Für die Nacht hingegen empfehlen sich Jäckchen und lange Hosen.

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Sonnenuntergang an einem heißen Tag in Marrakesh, Marokko

5. Die Küche

Die marokkanische Küche ist zwar von den Zutaten recht einfältig, allerdings mit einer breiten Variationsvielfalt. Hauptbestandteile sind Fleisch vom Rind, Lamm oder Huhn und Fisch, in Arganöl gegart. Dazu gekochtes Obst und Gemüse, was sich meist auf Paprika und Kartoffel beschränkt, allerdings auch Früchte wie Quitte finden den Weg in den Kochtopf.
Der traditionelle marokkanische Salat besteht aus Tomate, Gurke und Zwiebel. Dazu gibt es viele Oliven und verschiedene Broterzeugnisse, wie Fladenbrot oder der sehr beliebte, in Öl  gebackene Blätterteig.
Ebenso beliebt sind Couscous-Gerichte, die immer mit Fleisch und Gemüse angerichtet werden.

Nicht zu vernachlässigen sind die unzähligen Gewürze. Bei einem Besuch auf dem Markt türmen sich bunte Berge aller möglichen Gewürze wie Curry, Paprika, Safran und und und. Bereits der Einkauf wird durch die vielen Gerüche zu einem Erlebnis.

Gekocht wird in dem traditionellen Tajine. Eine Topf, bestehend aus einer flachen Schale, mit einem kegelförmigen Deckel aus Keramik, der auf einem Gestell, ebenfalls aus Keramik, steht und mit Feuer beheizt wird.

Moderne Haushalte kochen in der Tajine auf dem ganz normalen Herd.

Die Nachspeisen sind meist unglaublich süß und erinnern sehr an die türkische Küche. Viel Gebäck, Baklava und sehr süße Fruchtküchlein. Datteln, Mandel und Honig sind sehr beliebte Zutaten für das marokkanische Dessert.

Dazu gibt es den traditionellen marokkanischen Tee (wie mir ein Bauer auf dem Markt sagte: „der marokkanische Wodka“). Lange nicht so herb, wie Schwarztee und bestehend aus drei verschiedenen Kräutern. Sehr lecker.

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Marokkanisches Grillgericht

6. Die Preise

Generell muss ich zugeben, war ich überrascht, wie günstig (für unsere Verhältnisse) alles ist. Zwar ist bekannt, dass Marokko eines der ärmeren Länder unserer Welt ist, jedoch habe ich mit „normalen“ Preisen, gerade in den Touristenregionen gerechnet. 

Hier ein paar Beispiele: 

Gewürze & Tee: mit Sicherheit haben die Bauen auf dem Markt zwei Preislisten, denn hier war ich teilweise überrascht, wie teuer die Gewürze und der Tee sind. Jedoch sollte man sich vor Augen halten, dass es frischer kaum geht und es gibt keinen Vergleich zu den Gewürzen und dem abgepackten Tee, den man hier zu Lande bekommt.

Arganöl: kauft man nicht gerade das Arganöl in einem der Souvinierläden, sondern das „Richtige“ auf dem Markt, zahlt man zwar etwas mehr, aber im Vergleich zu den Produkten, die man in Deutschland erhält, bewegt man sich im um ein Drittel günstiger.

Leder: so günstig wie in Marokko habe ich die Lederwaren noch Nirgendwo entdeckt.  In allen Farben und Variationen schneidern die Ledergeschäfte die Kleidung nach Maß.

Berberschmuck: die Preise des traditionelle Schmuck aus Silber variieren sehr von Händler zu Händler. Auf dem Berber Markt in Marrakesh bekommt man alles, was das Silberherz begehrt, jedoch ist feilschen angesagt. Generell sollte auf dem Markt immer gehandelt werden. Die Preise sind bereits darauf ausgelegt.

Essen & Trinken: auch hier gibt es massive Unterschiede von Restaurant zu Restaurant. Zu empfehlen ist natürlich, die lokalen Restaurants aufzusuchen. Meist zwar nicht unbedingt sehr ansprechend von Design und Sauberkeit, das Essen hingegen ist einwandfrei, lecker und obendrein sehr günstig.

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Marokkanischer Marktstand

7. Die Infrastruktur

Marokko hat mittlerweile eine hervorragende Infrastruktur. Zwar lange nicht vergleichbar mit den verzweigten Autobahnnetzwerken in Deutschland, für das Land hingegen, absolut ausreichend.

Mit den drei Internationalen Flughäfen in Casablanca, Marrakesh und Agadir ist Marokko sehr gut mit Europa vernetzt. Die Straßenverhältnisse rund um die Großstädte sind hervorragend und als Verbindung zwischen Norden und Süden gibt es seit einigen Jahren eine Maut-Autobahn.

In kleineren Dörfern und Siedlungen im Landesinnere hingegen findet man noch sehr viele nicht asphaltierte Straßen, die hierzulande als Shotterpiste durchgehen.
Gerade in den Großstädten ist der Verkehr sehr wild. Gefühlt gibt es keine Regeln, wobei es die natürlich sehr wohl gibt. Die Regel, die ich jedenfalls als erstes lernte: wer fährt, gewinnt.

Eine wahre Herausforderung für alle, die den Verkehr nicht gewohnt sind, stellen die zahlreichen Moped’s die in den Städten unterwegs sind. So fahren die ungeduldigen Marokkaner selbst auf dem Markt in den engen Gassen mit ihrem Mopeds ohne Rücksicht auf Verluste.

Zwar wird man sie in der Stadt weniger entdecken, auf dem Land allerdings, ist es üblich, dass sich die Marokkaner mit den Eselwägen fortbewegen. Im Prinzip kleine Kutschen, die von Eseln gezogen werden und voll beladen sind.

Öffentliche Verkehrsmittel gibt es ausser den Taxen und Kleinbussen in der Großstadt, den Fernbussen zwischen Süden und Norden und der Zugstrecke im Norden, nicht wirklich. Die nördliche Zugstrecke verbindet die wichtigsten Städte Oujda, Fés, Maknés, Sidi Kacem, Tanger, Rabat, Casablanca, bis nach Marrakesh und die Züge gelten als die besten Afrika’s.

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Maut-Autobahn im Atlas Gebirge

Ich hoffe, ich konnte mit meinen Einblicken in Marokko Eure Begeisterung wecken, das Land selbst zu entdecken und Eure eigenen Eindrücke zu sammeln. Lasst mich gerne wissen, welche Erfahrungen Ihr mit nach Hause gebracht habt.

Bslamah (Tschüss) aus Marokko
und Viel Spaß bei Eurer nächsten Reise nach Nordafrika.

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Chill & Thrill im Paradise Valley

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Überall in Agadir schwärmen die Marokkaner vom Paradise Valley. Selbst die, die keine Tour verkaufen möchten. Es muss also etwas dran sein, an der besonderen Schönheit dieses Tal’s und wollte es genau wissen. Eingestellt habe mich auf eine Touristenattraktion, überfüllt von Besuchern und kommerzielle Ausschlachtung. 

Vorab soll gesagt sein:
Ich wurde positiv überrascht.

Aber mal von ganz vorne:

Eine Legende besagt, dass das Tal seinen Namen in den 60er Jahren von Jimi Hendrix zugesprochen bekam. Ob das nun wahr ist, oder nicht, sei mal dahin gestellt, Fakt ist aber, dass der Ort in vergangenen Tagen ein beliebter Platz für Hippie Gatherings war und teilweise auch heute noch ist. Daher auch die zweite Legende, die um die Namensgebung kursiert: Eine Frau, die in Marokko erkrankte, zog sich im Tal zurück. Die Genesung ging unerwartet schnell voran und so wurde das Tal ab diesem Tag, das Paradise Valley genannt.

So oder so, für alle, die in der Gegend sind und auf eine gute Mischung zwischen chill & thrill stehen, würde ich einen Besuch im Paradise Valley ans Herz legen wollen.

Die Anfahrt

In Agadir und Taghazout, die Badeorte im Süden Marokkos, bekommt man unzählige Angebote für einen Tagesausflug in’s Paradise Valley. Die Anbieter versprechen alle das Gleiche: einen Ausflug in’s Paradis mit unvergesslichen Eindrücken. Die Preise der Anbieter sind ähnlich und mit rund 30€ pro Person veranschlagt. Dafür bekommt man die Fahrt zum Paradise Valley und je nach Veranstalter einen Guide und teilweise sogar Verpflegung.
Wie ihr wisst, stehe ich nicht so sehr auf Massenabfertigung und habe deshalb die Alternative, selbst mit dem Auto zu fahren, gewählt. Ohnehin hatten wir für die Zeit in Marokko ein Auto gemietet (was ich übrigens jedem empfehlen würde, der nicht nur am Stand liegen möchte).

Von Agadir fährt man Richtung Norden in den Badeort Taghazout.
Taghazout hat gegenüber Agadir einen ganz anderen Charme und ist noch etwas ursprünglicher, als der große Nachbar, obwohl auch hier die Hotelanlagen aus dem Boden schießen. Im Zentrum vom Taghazout fährt man links ab, ins Landesinnere. Das Paradise Valley ist bereits hier schon ausgeschildert und man kann sich eigentlich nicht verfahren.

Der Weg ist das Ziel

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Nachdem man die Stadt hinter sich gelassen hat, wird es ruhiger. Die Straßen werden enger und holpriger und nach rund 30 Kilometern wird man von einem großen Schild „Paradise Valley“ empfangen. Ab hier geht das staunen über die Schönheit des Tal’s bereits los. Direkt neben der Straße, die teilweise einer Buckelpiste ähnelt, schlängelt sich der Quellfluss am Fuße der steil abfallenden Felswände entlang. 

Wie ich später erfahren durfte, wird diese Strecke in der Regensaison von Oktober bis Dezember oft unpassierbar, wenn sich der Fluß über die Straßen ausbreitet. Aktuell wird daran gearbeitet, eine höher gelegene Straße zu bauen, so dass man auch zu dieser Zeit das Tal durchqueren kann.

Entlang der  Strecke haben sich vereinzelt kleine Hütten angesiedelt, die den Gästen auf der Durchreise kleine Snacks und kühle Getränke anbieten. Die Betreiber haben sich die Location zu nutze gemacht und ihre bunten Tische und Stühle im Flussbett platziert, so dass nicht nur der kühle, frisch gepresste Orangensaft von innen, sondern auch das kühle Quellwasser die Füße erfrischt. Nach meinem Gefühl gibt es hier mehr Angebot, als Nachfrage, denn weder konnte ich hier einen Betrieb, noch den Bedarf wirklich erkennen. 

Das Abenteuer beginnt

Ohne große Ankündigung trifft man nach der eindrucksvollen Fahrt auf einen Parkplatz. Von hier geht es nur noch zu Fuß weiter. Schon beim Aussteigen wird man von Guides angesprochen, die einem zur Quelle führen möchten. Hier sei gesagt, der Trail is problemlos ohne Guide passierbar, möchte man aber mehr über Land und Leute erfahren und nebenbei noch etwas Gutes tun, sollte man sich darauf einlassen. Die Guides sind keine Angestellten und leben meist mit ihren Familien in der Gegend. So durften wir Hasan kennen lernen. Ein toller Mensch, der mit seiner Familie oberhalb der Quelle auf dem Berg, in einer kleinen Dorfgemeinschaft lebt. Er kennt die Gegend, wie seine Westentasche, was uns natürlich in Sachen geheime Ecken und unerschlossene Wege sehr zu Gute kam.

Das Highlight – das Paradise Valley

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Gemeinsam mit unserem Guide machten wir uns also auf den Weg, an den steilen Felswänden vorbei und durch den Fluß, der mit Sandsäcken und notdürftig zusammen gezimmerten Holzstegen überhaupt passierbar wird. Vorbei an kleinen Hütten, die Snacks und Getränke anbieten, geht es durch ein kleines Dorf, in dem sich eine Community nieder gelassen hat.

Nach etwa 20 Minuten Fußmarsch durch den teilweise mit hohen Palmen, Oliven- und Arganbäumen bewachsenen Wald, dann das erste Highlight. Zwischen den steilen Feldwänden leuchten die türkisblauen Pools in der Sonne. Im Hintergrund der Fluß, der sich zwischen den Felsen seinen Weg von oben hinab bahnt.

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Ein wunderschöner Anblick und zu meiner Überraschung waren nur wenige Gäste vor Ort, so dass man die Schönheit dieses Fleckchen Erde auch tatsächlich genießen kann. 

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Für die Adranalinjunkies unter uns bietet der zweite Pool eine ausreichende Tiefe, um von niedrigen, oder auch höher gelegenen Felsen in das sehr kühle Nass zu springen. Die Mutigen springen aus rund 20 Meter. Dennoch sollte man sich vorher erkundigen, wie tief das Wasser steht und wo man am besten rein springt. Im Herbst und Winter steht das Wasser eher höher also in der Regel kein Problem, aber gerade im Frühjahr und Sommer, wenn es nur wenig regnet, fließt nur wenig Wasser von der Quelle hinab und der Wasserstand in den Pools sinkt.

Für die chilligen unter uns lädt dieser Ort einfach nur zum relaxen auf den Steinen oder ein Bad im natürlichen Fischspa ein. In den Pools leben tausende kleine Fische, die darauf warten, an den Füßen der Gäste zu knabbern. Nicht die Kleinen, die man aus den Becken in den Touristengebieten kennt. Deutlich größer und deutlich hungriger sind die Fische in dem natürlichen Spa. 

Das unberührte Valley

Nach einer Runde chill & thrill geht es flussabwärts weiter, durch das unberührte Valley. Die Natur wird gefühlt immer Schöner und je weiter es geht, desto weniger Menschen begegnet man. Nach weiteren 30 Minuten Fußmarsch kommt man zu einem weiteren Pool. Ebenso mit unvergleichlicher Schönheit und auch hier wagen sich die Mutigen aus höchster Höhe in die Tiefen zu springen.

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Der Fluß stand im Juni recht tief, so dass wir die Felsformationen in dem tiefen Flussbett bewundern konnten. In den Felsen schlängeln sich kleine Höhlen, bis zu 50 Meter in die Felsen hinein, die allerdings ohne die richtige Ausrüstung nur von Außen zu bestaunen sind.

In der Regenzeit, erzählte uns Hasan, steht das Wasser teilweise bis zum Rande der Felsen und das Wasser donnert den Fluß mit einer enormen Wucht hinunter. In dieser Zeit ist das Tal nur von oben zugänglich. Die unteren Teile werden unpassierbar. Sicherlich ein ebenso tolles Bild.

Mein Fazit

Tatsächlich wurde ich vom Paradise Valley sehr überrascht. Zwar hat die Kommerzialisierung hier bereits zugeschlagen und das Valley ist kein wirklicher Geheimtipp mehr, aber die Schönheit des Tals überwiegt deutlich. Ich hoffe, dass bleibt auch so, denn auch hier ist der Müll bereits ein Problem, was nur wir mit etwas Achtsamkeit lösen können.

Viel Spaß im
Paradise Valley, Marokko

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Croco Park Agadir – Top oder Flop?

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Überall in Agadir hängen die Werbeplakate des Croce Park**, die mit „over 300 crocodiles“ werben. Das weckt natürlich Interesse, aber hält der Park auch, was er verspricht? Vor allem aber, geht es den Tieren dort gut?

Im Juni 2018 habe ich mich, während meines Aufenthalts in Agadir, auf den Weg in den Park gemacht, der etwa 15 Autominuten entfernt vom Zentrum Agadir’s, im Ort Drarga, liegt.
Dort angekommen wird man von einem riesigen Krokodilkopf mit offenen Maul aus Stein empfangen. Der Eingang ist also schon mal vielversprechend. Dann wollen wir uns den Park mal etwas genauer ansehen.

Croco Park Agadir

Nachdem man durch das Krokodilmaul den kleinen Mergeshop betritt, zahlt man zunächst mal den Eintritt, den ich mit 70 marokkanischen Dirham (etwa 7 Euro) für absolut angemessen halte. Schließlich wollen die Krokodile auch etwas zu Essen bekommen.

Im Park angekommen, wird man von einer kleinen Oase empfangen. Der erste Eindruck ist schon mal gut. Große Naturpools und eine grüne Landschaft malen ein schönes Bild mit den Bergen des Atlasgebirge im Hintergrund. 

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Die Besucher werden über einen 600 Meter langen Rundweg durch den Park geleitet und es gibt nicht nur Krokodile zu bewundern und deren Lebensweisen kennen zu lernen. Die Gründer des Parks haben sich unglaubliche Mühe gegeben, den Gästen einen Lehrpfad zur internationalen Flora zu präsentieren und ich muss sagen, es ist sehr gelungen. In den fünf kleinen botanischen Themengärten sind über 300 verschiedene Pflanzen von allen Kontinenten zu finden.

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Der Pfand birgt kleine Überraschungen und lehrreiche Attraktionen. So gibt es im „Labor“ Babykrokodile und die Aufzuchtstation. Forscher aus aller Welt kommen hier her, um mehr, über das vom aussterben bedrohte Nil Krokodil, zu erforschen.

Für die kleinen Besucher bieten neben der „Treasure Cave“ und dem toll angelegten, abwechslungsreichen Kletterparadies, die Workshop Stationen das Highlight.

An dieser Stelle: Entertainment: Top

Aber nun zu den Krokodilen:

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Überall, entlang des abwechslungsreich angelegten Rundweg, finden sich Tafeln, die den Besuchern die Gewohnheiten und Lebensweisen der Krokodile, mit kindgerechten Zeichnungen näher bringen. So erzählt eine der ersten Tafeln mit einer netten Geschichte, wie die Krokodile nach Agadir kamen.

„Es war einmal, vor langer Zeit, als ein riesengroßer Fels von einem Berg im Atlas abbrach und mit einem tosendem Geräusch den Berg hinunter donnerte. Es dröhnte so laut, dass ein altes Krokodil, dass im Süden, Nahe der Grenze zu Mauretanien lebte, aufgerüttelt wurde und davon eilte, weil es dachte das Dröhnen käme von einer großen Herde. Als das Krokodil zum Ort des Geschehens kam, fand es natürlich nicht die Beute der Herde, die es erwartete. Aber das Krokodil war nicht enttäuscht, als es den Felsen, in der Form eines Gesichtes (eines Löwen), dass seinen Weg durch das Afrikanische Flachland während seiner Kindheit kreuzte, entdeckte.
In der Überzeugung, dass der Fels auf der gegenüberliegenden Seite des großen Gewässers liegen blieb, beschloss es, sich hier mit der Familie nieder zu lassen. So kam es, dass viele Krokodile in Drarga, in der Agadir Provinz, ihren Lebensraum fanden.“
(Übersetzung der Tafel, die auf französisch und englisch bereit gestellt wird)

Seit den 1970er Jahren allerdings, sind Krokodile in Marokko ausgestorben. Grund dafür ist nicht nur die Trockenheit. Auch das Jagen für das beliebte Krokodilleder, hat diese Spezies in Marokko ausgerottet.

Für die Krokodile, die in einer Aufzucht in Djerba (Tunesien) geboren und bereits als Jungtiere nach Agadir gebracht wurden, war es wohl so etwas wie „nach Hause kommen“. Mit der Motivation, die vom aussterben bedrohte Spezies der Nil Krokodile zu schützen und Aufklärung zu betreiben, erbauten die Gründer einen natürlichen Lebensraum für die Tiere. Der Croco Park wurde, nach zwei-jähriger Bauphase, 2015 eröffnet.

Die Spezies, die heute im Cocapark beheimatet ist, sind ausschließlich Nil Krokodile, die bis zu 7 Meter lang und einer Tonne schwer werden können. Der Park wurde perfekt auf die Tiere zugeschnitten und bietet alle Elemente, die ein Krokodil für den Wohlfühlfaktor benötigt. Stein- und Sandstrände am Rande der großzügig angelegten Naturpools inklusive den nötigen Wasserfällen und Steinhöhlen, die bei Bedarf mit Wärmelampen geheizt werden.

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Tatsächlich hält das Plakat, was es verspricht. Als Besucher im Croco Park bekommt man unzählige Krokodile in natürlichem Lebensraum und einen lehrreichen Rundweg mit einer tollen Flora geboten.

Mit dem Hintergrund und der Motivation der Gründer würde ich den Croco Park in Agadir als TOP bewerten wollen. Die Tiere haben einen artgerechten Lebensraum erhalten und werden vor Wilderei und Trockenheit geschützt. Laut den Info’s, die man im Park bekommt, wird das Futter nicht nur strengstens kontrolliert, es wird auch darauf geachtet, dass jedes Tier seinen Teil abbekommt. Natürlich hat das nichts mit einem Leben in freier Natur zu tun, aber um das Nil Krokodil vor dem Aussterben zu schützen, macht der Croco Park einen tollen Job.

Mein Fazit: Croco Park Agadir: Top

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Agadir – mehr als nur Pauschaltourismus

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Agadir أكادير

Die Hafenstadt mit dem romantischen Namen weiße Stadt am Meer, liegt mit etwas über 600.000 Einwohnern im Süden Marokkos und ist die Hauptstadt der Region Souss-Massa.
Das Klima ist das ganze Jahr durch recht beständig. Am Tag steigen die Temperaturen auf mindestens 25°C (im Hochsommer zwischen Juli und September bis zu 45°C), während in der Nacht frische 15°C nicht unüblich sind. Das perfekte Klima für den Arganbaum, der hier seine Heimat hat.
Im Winter, zwischen Oktober und Dezember fällt viel Regen und einige Straßen rund um Agadir, in den Ausläufern des Atlasgebirges, werden unpassierbar. 

Marokko und die Region um Agadir ist eine meiner Empfehlungen der besten Reiseziele im Juni. Ich habe die ersten zwei Wochen im Juni, während des Ramadan, in Marokko verbracht und möchte Euch gerne an meinen Erlebnissen teilhaben lassen.

Die Geschichte Agadir’s

Im 15. Jahrhundert wurde die Stadt von portugiesischen Kaufleuten gegründet.
In den folgenden Jahrzehnten bauten die Portugiesen die Handelsverbindungen mit den Karawanen aus der Sahara auf und die Hafenstadt erlangte im 16. Jahrhundert ihren finanziellen Höhepunkt aus dem Export von Zucker, Baumwolle und Salpeter, sowie den Waren aus dem Saharahandel, den die Marokkaner inne hielten. Der Reichtum war in den 1760er Jahren vorbei, als der Sultan Sidi Mohammed ben Abdallah den Handel nach Essaouira (Nördlich von Agadir) verlagerte und es wurde ruhig in der Hafenstadt.

Im 20. Jahrhundert erklärte Frankreich, aufgrund der deutsch-französischen Spannungen und Rivalitäten um Marokko, das Land zum französischen Schutzgebiet und die Franzosen unternahmen eine Menge, Agadir zu sanieren. Jedoch verwüstete ein großes Erdbeben am 29. Februar 1960 die ganze Stadt. Über 15.000 Menschen ließen in nur wenigen Sekunden ihr Leben und Agadir war zu weiten Teilen zerstört.
Der Wiederaufbau ging mit Hilfe einiger europäischer Länder rasch voran und nach knapp 60 Jahren ist kaum noch etwas von der verheerenden Naturkatastrophe zu sehen. Leider wurde die gesamte Medina und viele Gebäude drum herum zerstört, so dass Agadir heute, außer dem Kasbah, keine alten Bauten mehr hat.

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Bild nach dem Erdbeben 1960

Agadir teilt sich heute im Grunde in vier Gebiete: der Hafen und das Industriegebiet, die Altstadt, die Neustadt und das Touristenzentrum am Strand und der Promenade.

Zwar wird Agadir vom Pauschaltourismus, was übrigens die Haupteinnahmequelle der Stadt ausmacht, geradezu überrollt, dennoch gibt es für die Entdecker unter uns einiges zu erleben.

Die Ankunft in Agadir

Bei der Ankunft am Flughafen Al Massira, etwa 30 Kilometer vom Zentrum entfernt, wird schnell klar, dass Agadir das Ziel für Pauschalurlauber ist. Am Ausgang warten bereits die Reiseunternehmen, um ihre Gäste in Empfang zu nehmen und mit deren Minibussen in die All-Inclusive Resorts zu fahren. 

Beim Verlassen des Flughafens bekommt man den Koffer fast schon aus der Hand gerissen und abtransportiert, ohne dass der hilfsbereite Herr überhaupt weiß, wo es hin geht. Natürlich macht er das nicht umsonst, aber wer nun denkt, er möchte lokales Geld, weit gefehlt. Nur Euros kommen für ihn in Frage. Direkt bekommt man einen ersten Eindruck von der Mentalität der Menschen in der Stadt, die in der Tourismusbrache tätig sind, denn es sollte sich später noch heraus stellen, dass das keine Ausnahme bleiben sollte.
Am Flughafen direkt gibt es wenige Taxis, denn Individualreisende kommen hier nur vereinzelt an. Etwas entfernt vom Ankunftsbereich sind jedoch einige Taxis, oder auch der Bus, der direkt nach Agadir fährt, zu finden. Bei höflichem Nachfragen, besteht durchaus auch die Möglichkeit in einem der Pauschaltransfers einen Platz zu ergattern und so sehr kostengünstig bis kostenlos ins Zentrum von Agadir zu gelangen.

Übernachten in Agadir

Die Stadt, gerade an der Promenade und in Teilen der Neustadt ist übersät mit All-Inclusive Resorts. In der Altstadt hingegen findet man nur wenige Hotels.
Die typisch marokkanischen Riad’s, kleine Häuser, meist mit Innenhöfen und tollen bunten Kacheln an Decken, Wänden und Böden, stellen in Marokko quasi die Hostels dar. Typische Hostels, wie man es aus anderen Ländern kennt, gibt es in Agadir nicht wirklich.
Alle Riad’s der Stadt wurden bei dem Erdbeben zerstört und teilweise wieder aufgebaut, leider lange nicht so schön, wie die Riad’s die man beispielsweise in Marrakesh findet.

Die Preise für Übernachtungen in Agadir, selbst in den 4 Sterne Hotels am Strand, sind überschaubar. In erster Reihe bucht man ein gutes Hotel bereits für 50€ die Nacht. Je weiter man Richtung Zentrum geht, desto günstiger wird es. 

Das Angebot an Restaurants ist reichhaltig, somit ist es nicht wirklich notwendig ein All-inclusive Angebot zu buchen. Selbstversorgung oder Verpflegung in den Restaurants ist selbst zu Ramadan kein Problem. Auch hier sind die Preise überschaubar. Für 25€ bekommt man bereits ein hochwertiges Drei-Gänge-Menü direkt an der Strandpromenade.
Meine Top-Empfehlung der Restaurants am Strand: Das El Toro. Zwar gibt es hier keine typisch marokkanische Küche, sondern eher eine Auswahl internationaler Speisen, aber sowohl die Qualität als auch der Service überzeugte total.

Der Strand und die Promenade

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Blick von der Kasbah auf den Hafen und den Strand von Agadir

Der sichelförmige, breite und saubere Sandstrand erstreckt sich über mehrere
Kilometer. Die großen Resorts bieten hier ihren Pauschalgästen einen Privatstrand mit Liegen und Sonnenschirmen, die teilweise auch gegen Gebühr von Nicht-Gästen des Hotels gemietet werden können. 

Obwohl hier eine Masse an Menschen unterwegs ist, herrscht eine ruhige Atmosphäre. Der weitläufige Strand lädt nicht nur Urlauber, sondern auch die Einheimischen zum relaxen, flanieren oder zum Sport ein.

Gerade zum Ramadan besiedeln die Marokkaner den Strand nach Einbruch der Dunkelheit zu einem geselligen Picknick am Strand. So sieht man hunderte von Menschen, die hier ihren Abend gemeinsam verbringen. Mit etwas Glück kann man so die Kultur etwas besser kennen lernen, wobei die Einheimischen doch sehr zurückhaltend gegenüber der Urlauber sind und es recht schwierig ist, in Kontakt zu kommen.

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Kamel am Strand von Agadir

Die fliegenden Händler, die über den Tag ihr Allerlei zum Kauf anbieten, bleiben meist
recht zurückhaltend und sind nicht besonders aufdringlich. Auch findet man zahlreiche Damen, die ihre Hennakunst und Herren, die Kamelreiten, anbieten, meist eher unaufdringlich.

Oberhalb des Strandes verläuft die sehr schön angelegte Promenade und wären da nicht die Marokkaner unterwegs, würde man nur wenig vermuten, dass man sich in Marokko befindet. Viel zu modern und wenig traditionell erscheint die Promenade von Agadir.

Am nördlichen Ende befindet sich der Jachthafen. Viele Marken- und Edelgeschäfte,  feine Restaurants und Hotels haben sich in den strahlend weißen Häusern angesiedelt. Raus aus der Marina reihen sich die lokalen und internationalen Restaurants aneinander, die nicht nur von Urlaubern besucht werden. Interessant sind die Speisekarten, die meist in Englisch, Französisch und auch in Deutsch angeboten werden. Die Übersetzungen sind teilweise sehr witzig. So gibt es zum Beispiel „Aufgespießt Huhn“ oder „Saft Rechtsanwalt“ (Avocadosaft) im Angebot.

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Jachthafen von Agadir

Am Abend lädt die Promenade zu einem Spaziergang ein. Auch nach Einbruch der Dunkelheit braucht man hier keine Angst vor Überfällen zu haben, denn jeder Teil ist hell ausgeleuchtet und die Touristenpolizei, die ihr Revier in Mitten der Promenade hat, läuft unentwegt Streife. 

Am Tag, wie am Abend sind hier ebenfalls einige fliegende Händler unterwegs, wobei mir das Ganze nicht ganz legal erschien. Mehrfach konnten wir beobachten, wie die Jungs und Mädels vor etwas weg rannten und sich hinter der Promenade am Strand versteckten.
Auffällig sind die Kinder, die an der Promenade mit ihren Rosen, um ein paar Münzen betteln. Offensichtlich mit wenig Berührungsängsten, scheuen sie nicht davor, erwachsene Männer anzuspringen.

Oberhalb der Promenade, beginnend an der Marina, verläuft die erste der drei Parallelstraßen, die sich komplett durch das Touristenzentrum zieht. Der Boulevard du 20 Août. Neben den Hotels in zweiter Reihe, Restaurants, Pubs und Nachtclubs, haben sich hier Souvenirhändler und Zweiradverleihservice angesiedelt.

Bisher hört sich das schon alles sehr nach Pauschalparadies an, aber Agadir hat einiges mehr zu bieten. Lasst mich Euch mitnehmen in das

Agadir für Entdecker:

Tafoukt Souq**

Der touristische Basar zwischen dem Boulevard du 20 Août und der Strandpromenade bietet alles vom Berberschmuck, über das marokkanische Gold, das Arganöl, bis hin zu Lederwaren und Fußballtrikots. Shopping Queens und Kings werden hier sicher fündig, auf der Suche nach dem marokkanischen Souvenir. Aber Achtung: Zwar kommen immer mehr Waren aus dem etwa 300 Kilometer entfernen Marrakesh, dennoch ist die Qualität oft minderwertig und nicht im Land hergestellt. Kleine Perlen findet man dennoch in dem reichhaltigen Angebot. Ich persönlich würde davon abraten, sich im Tafoukt Souq** mit Arganöl oder Gewürzen einzudecken. Dafür ist der Markt sicher der besser geeignete Ort.

Petit Train**

Auf der Boulevard du 20 Août befindet sich die Haltestelle des Petit Train. Der „kleine Zug“ ist eine Bimmelbahn, die für 18 Marokkanische Dirham (ca. 1,80 Euro) eine 40-minütige Panorama-Rundfahrt durch die Neustadt von Agadir anbietet. Eine wunderbare Möglichkeit, um sich einen ersten Überblick über die Stadt zu verschaffen, wobei alle Sehenswürdigkeiten auch sehr gut zu Fuß zu erreichen sind.

La Vallée des Oiseaux**

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Pfau im Bird Valley

Direkt hinter der Haltestelle des Petit Train** geht es in das kleine Valley of Birds**. Ein kleiner, schön angelegter Tierpark, der vor allem diverse Vogelarten, aber auch Ziegen und Steinböcke beherbergt. Durch den Park gelangt man auf die dritte Parallelstrasse, der Avenue Hassan II und schon ist man in der Neustadt angekommen.



Die Neustadt

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Podest für Verkehrspolizisten in der Neustadt von Agadir

Nicht besonders schön erstreckt sich die Neustadt mit den kargen Betonbauten östlich der schillernden Strandpromenade. Hier leben und arbeiten die Einwohner von Agadir im geschäftigen Zentrum. Schaut man aber etwas genauer hin, findet man kleine Oasen in der Stadt, die darauf warten entdeckt zu werden. 

Die Moschee von Agadir**

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Die Moschee von Agadir

In Mitten der Avenue des FAR befindet sich das hübsche Herzstück der Stadt, das kurz nach dem Erdbeben hier errichtet wurde. Die Moschee Mohamed V, die zum Gebet die Einwohner der Stadt anzieht. Neben den zahlreichen Moscheen der Stadt ist die Mohamed V die größte und bekannteste. Der Stadtteil und die damalige Moschee wurden beim Erdbeben komplett zerstört, so dass das Gebäude recht modern und doch traditionell erscheint.

Das Mémoire d’Agadir**
und der Olhao Park**

An der Ecke der Avenue du Président Kennedy und der Avenue des FAR befindet sich das Mémoire d’Agadir. Ein kleines Museum, dass mit eindrucksvollen Bildern, das frühere Agadir und das Erbeben behandelt. Der Eintritt ist mit 20 Marokkanischen Dirham (etwa 2 Euro) recht überschaubar und man bekommt eine kleine Einführung in die Geschichte der Stadt.

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Der Olhao Park in Agadir

Hinter dem Gemäuer, dass nach dem Erdbeben wieder im ursprünglichen Stil aufgebaut wurde, geht es in einen kleinen Park, den Olhao Park, der von der anderen Seite öffentlich und ohne Eintritt, zugänglich ist. Der Park wurde 1992 anlässlich der Städtepartnerschaft mit der portugiesischen Stadt Olhao angelegt. Überall in der kleinen Oase findet man die Ruinen, die nach dem Erbeben nicht wieder aufgebaut wurden. Schön zu sehen ist die Bauweise, wie sie hier verwendet wurde, denn es erinnert sehr an portugiesischen Stil. Die Säulen aus kleinen Schiefersteinen und Wände aus Lehm. Die Tür- und Fensterrahmen aus einfachen Holzbalken zusammen gezimmert. Die Böden wurden mit bunt gemusterten Fliesen ausgelegt. 

Passage Aût Souss

Eine weitere kleine Oase zwischen den kargen Betonbauten findet man in der Passage Aût Sousa. Die breite Passage erstreckt sich als fahrzeugfreie Querstraße zwischen der zweiten und dritten Parallelstraße. Hier befindet sich versteckt das Musée du Patrimoine Amazigh. Das Museum beschäftigt sich mit dem Kunsthandwerk und der Lebensweise der Berber.

An der Ecke der Passage und der Avenue Mohamed V gibt es eine weitere, recht unbekannte Sehenswürdigkeit der Stadt zu entdecken. Das Theater von Agadir. Außer bei Veranstaltungen leider geschlossen, stellt alleine die Fassade ein Augenschmaus dar.

Stade al Inbiaat**

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Das Stadion von Agadir

Langsam geht es weiter Richtung Altstadt. Auf der Avenue Mohamed V in Richtung Süden liegt das Stadion von Agadir, das Stade al Inbiaat. Der Haupteingang ist im schlichten, aber typisch marokkanischen Stil gehalten und würde es nicht am Eingang stehen, würde man hier nicht wirklich eines der größten Stadien Marokkos vermuten. Mit etwas Glück ist der Seiteneingang geöffnet, so das man einen Blick ins Innere des Stadions werfen kann. Ansonsten besteht noch die Möglichkeit vom Hintereingang in das Stadion zu gelangen. Viel zu sehen gibt es allerdings nicht.

Nach dem Stadion geht es weiter entlang des Präsidentenpalast und dem dazugehörigen Park, der an mehreren Stellen von Wachposten geschützt wird, in die Altstadt.

Die Altstadt

Auch die Altstadt besticht durch ihre kargen Bauten, allerdings geht es hier weitaus chaotischer zu. Diesen Stadtteil als Altstadt zu bezeichnen, ist fast schon ironisch, denn auch hier wurde vieles zerstört und in den letzten 60 Jahren neu aufgebaut. Dennoch gibt es hier zwei Highlights zu entdecken:

Der Souk el Had

Der größte und traditionelle Markt der Stadt war mein persönliches Highlight in Agadir. Hier kommen die Marokkaner her, um sich mit Obst und Gemüse, als auch Fleisch, Fisch, Backwaren und natürlich den traditionellen Gewürzen einzudecken. Gewürze und Pflegeartikel natürlichen Ursprungs sind typisch marokkanisch. An allen Ecken duftet es herrlich nach den verschiedensten Gerüchen und es geht hektisch zu auf dem Markt. Hier wäre nun die richtige Gelegenheit sich mit den Gewürzen und lokalen Produkten einzudecken.

Hinter dem großen Food Market geht es in ein Labyrinth von Gängen, mit hunderten kleiner Shops, die alles, wirklich alles anbieten, dass die Marokkaner für Ihren Alltag benötigen. Kleidung, Schuhe, Schmuck, Bettwäsche, Möbel, Reinigungsmittel und und und. Es gibt hier nichts, was es nicht gibt. In diesem Bereich des Marktes sind nur wenige Urlauber unterwegs und man bekommt ein tolles Gefühl der marokkanischen Kultur.

Natürlich kommen auch Souvenirshopper auf ihre Kosten, den im nächsten Teil des Marktes stellen viele lokale Hersteller ihre Souvenirs zum Verkauf. Neben den Standardwaren, die es überall in der Stadt gibt, findet man hier kleine Schätze von lokalen Künstlern. 

Die Neue Medina

Nach der Shopping Tour ist es wieder etwas Zeit für Kultur. Das zweite Highlight etwas außerhalb der Altstadt ist die Neue Medina. Da die Stadtmauern und die alte Medina beim Erdbeben komplett in Schutt und Asche gelegt wurden, gibt es heute leider nichts mehr, dass an das frühere Agadir erinnert. Ein Mann aus Sizilien machte es sich zur Aufgabe die alte Medina an einem anderen Ort originalgetreu nachzubauen. So kann man die neue Medina, heute etwas außerhalb des Zentrums, besichtigen und bekommt einen Eindruck davon, wie es in der Stadt mal ausgesehen haben muss. 

Kasbah

Wir verlassen das Zentrum und machen uns auf den Berg über Agadir.
Vom Strand aus ist die Kasbah bereits zu bewundern und bei Dunkelheit ist der Berg mit einem Schriftzug beleuchtet. Der Andienen Talborjet, der Berg unterhalb der Kasbah, wo sich die einstige Altstadt befand, dient heute als Friedhof, der beim Erdbeben ums Leben gekommene Einwohner.
Zu sehen ist davon nichts. Die rund 15.000 Menschen wurden hier begraben und heute ist Gras darüber gewachsen.
Die Kasbah ist zwar zu Fuß zu erreichen, aber der Anstieg ist hart und schweißtreibend. Daher meine Empfehlung: mit dem Taxi nach oben und zu Fuß zurück in die Stadt. Als Alternative würde sich ein Roller, den man in der Boulevard du 20 Août mieten kann, anbieten.
Bis auf die Außenmauern der Festung ist hier nicht mehr viel zu sehen. Vereinzelt findet man noch Einstige und kann erahnen, wie es hier einmal ausgesehen hat.
Dennoch lohnt sich ein Besuch, denn der Ausblick von hier oben ist wunderschön. Man blickt über den Strand und den Hafen von Agadir, sowie über die gesamte Stadt und im Norden in die Berge des Atlasgebirges.

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Kasbah auf dem Berg über Agadir

Ein wunderbarer Abschluss für eine Tour durch das Agadir für Entdecker.

In diesem Sinne:
viel Spaß bei Eurem nächsten Besuch in Agadir.

Meine Reiseempfehlungen für Marokko:

Beste Reisezeit…
Küstenregion Marokkos (Norden/Nordwesten): April bis November
Marrakesch (Inland): September bis Mai
Atlasgebirge (Hochlage): März, April, Mai, Oktober, November
Westsahara Küstenregion (Südwesten) (Agadir): April bis November

Anreise…
Günstige Flüge nach Marrakesh und Agadir gibt es mit Ryan Air*

Übernachten…
Die traditionellen Riadh’s sind sicherlich die schönste Art, die Nacht in Marokko zu verbringen. Über booking.com* findet man ganz nette Riadh’s

Reiseführer…
Der Lonely Planet* ist ein super Reiseführer für Marokko. Eine gute Alternative gib’t von Marco Polo*.

Sprache…
in Marokko wird neben Marokkanisch größtenteils Französisch gesprochen. Auch mit Englisch und teilweise auch Deutsch kommt man in den Touristengebieten gut weiter. Dennoch sind Sprachkenntnisse nie verkehrt… Jetzt Sprachen lernen mit Babbel*

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