Ich habe das Paradies gefunden

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Zuerst wurde Mauritius geschaffen,
dann das Paradies.
Aber das Paradies war nur

eine Kopie von Mauritius.“

(Mark Twain)

Zauberhafte Strände, türkisblaues Wasser, leuchtend blühende Pflanzen und Bäume und eine außergewöhnliche Vogelwelt, das kannte ich bereits von Mauritius, aber das Paradies habe ich mir dann doch irgendwie anders vorgestellt.
Schon Tage zuvor habe ich mich auf den Trip in den Black River Georges Nationalpark gefreut und habe am Ende des Tages sogar das Paradies gefunden.
Wahrscheinlich war es nicht das, was Mark Twain beschrieb, doch für mich war es genau das.

Hier möchte ich von meinem absoluten Highlight während meiner Mauritius-Reise erzählen. Eine Tour von Calodyne nach Chamarel, ein Besuch im Curious Corner und der siebenfarbigen Erde, ein Rumtasting in der Rhumerie de Chamarel, eine Fahrt durch den Black River Gorges Nationalpark und einen krönenden Abschluss am Grand Bassin.

Von Calodyne nach Chamarel

Calodyne liegt im Norden der Insel, ganz in der Nähe von Grand Baie. Der Highway über das Hochland führt in den Südwesten, in den bekannten Touristenort Flic en Flac.
Von hier aus geht es über schmale Serpentinen nach Chamarel.
Für die gerade mal 75 Kilometer von Calodyne nach Chamarel ging allerdings doch etwas mehr Zeit drauf, als ich vermutet hatte. Mit dem Auto war ich knappe eineinhalb Stunden unterwegs. Doch die lange Fahrt hat sich mehr als gelohnt.

Chamarel

Der kleine Ort mit gerade mal 700 Einwohnern liegt in mitten des Riviére-Noire-Waldes. Ein Überbleibsel aus dem ehemals Kaffee-, Indigo-, Baumwolle- und Zuckeranbau ist eine kleine Kaffeeplantage, die den Arabica heute noch zum Verbrauch auf der Insel produziert.
Viele Inselbesucher erleben Chamarel nur auf der Durchreise zur siebenfarbigen Erde, ohne einen Zwischenstop einzulegen, doch damit verpassen sie etwas sehr paradiesisches:

Die Aussichtsterrasse bei Chamarel

Der Viewpoint liegt direkt an der Hauptstrasse und bietet einen atemberaubenden Panoramablick über die Südwestküste. Hinter den Pinienwäldern ragt der Le Morne aus dem strahlend blauen Wasser. Ein Blick zum verlieben und vor allem zum verweilen.
Dieses Panorama hat sich das Restaurant Le Chamarel** zu Nutze gemacht. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, hier einen kleinen Zwischenstopp einzulegen und einen Kaffee auf der Terrasse des Restaurants zu genießen. Ein Ort zum verlieben. Das denken sich wohl auch die Vögelchen, die hier wunderbar zu beobachten sind.
Übrigens war die Terrasse schon mehrfach Kulisse von Werbespots und auch die Serie „Traumschiff“ machte hier schon Station.

Blick vom Café de Chamarel auf die Südwestküste Mauritius
Vogelwelt am Cafe de Chamarel, Mauritius

Curious Corner

Nur ein Katzensprung vom Café de Chamarel** entfernt liegt die kleine Welt der optischen Täuschungen, genannt Curious Corner**. Ich war mir nicht ganz sicher, ob sich der Eintritt von 375 MRU (knapp 10 EUR) wirklich lohnt, oder ob es nur eine Touriabzocke ist. Ist es nicht. Es ist super witzig und das Team im Curious Corner** ist top.
Ein kleiner Funfact am Rande. Im Garten stehen ein riesiger Tisch und Stuhl, der die Besucher an die Welt von Alice im Wunderland erinnert. Auch für Alice tat sich hinter den Spiegeln eine neue Welt auf und sie war es auch, die dem Dodo, dem heute ausgestorben mautitischen Vogel, zur weltweiten Berühmtheit verhalf, in dem er in der Geschichte an einem Wettlauf teilnahm. So schließt sich der Kreis.
Ich möchte hier nicht zu viel verraten und jedem Besucher die Kuriositäten, die das Kabinett bereit hält, selbst entdecken lassen. So viel soll gesagt sein. Ich hatte einen Riesen Spaß.
Hier eine kleine Kostprobe.

Seven Colored Earth Geopark

Gegenüber von Curious Corner befindet sich der Eingang zur meistbesuchten Attraktion Mauritius’: die siebenfarbige Erde von Chamarel / Seven Colored Earth

Das Areal ist in Privatbesitz und um überhaupt zur siebenfarbigen Erde zu gelangen, führt eine hervorragend ausgebaute Straße durch den Geopark. Der Eintritt wird am Kassenhäuschen an der Zufahrt zum Geopark (gegenüber Curious Corner) entrichtet und man zahlt je nach Package, denn ausser der siebenfarbigen Erde gibt es im Geopark noch weitere Attraktionen.
Der Eintritt zur siebenfarbigen Erde ist mit 250 MRU (rund 6 EUR) sehr angebracht, wie ich finde.
In der Regel fahren die Gäste mit dem Mietwagen, Taxi, oder dem Bus der örtlichen Touranbieter durch den Park. Wanderer habe ich nur sehr wenige gesehen. Bei den heißen Temperaturen und der prallen Sonne ist das wahrscheinlich auch nicht gerade ein Zuckerschlecken.

Chamarel Waterfall

Auf der Fahrt durch den Geopark, der an sich schon ein Augenschmaus ist, kommt man nach wenigen Kilometern zum Chamarel Waterfall Viewpoint. Diese „Attraktion“ ist im Eintritt inbegriffen und kostet demnach nichts extra. Die Terrasse bietet einen freien Blick auf den Chamarel Waterfall der aus dem Berg heraus rund 100 Meter in die Tiefe stürzt. Über einen kleinen Stufen-Pfad durch den Wald gelangt man zur zweiten Ebene der Aussichtsplattform. Von hier oben ist der Blick fast noch ein bisschen schöner und offensichtlich schrecken die steilen Stufen viele Besucher dann doch ab, denn hier oben ist deutlich weniger los.
Der Blick auf den Wasserfall, der doch in recht weiter Ferne liegt, ist atemberaubend. Selbst aus der Entfernung sind die tosenden Wassermassen noch zu hören und der Wunsch dem Wasserfall etwas näher zu kommen, war nicht nur bei mir recht groß.

Chamarel Waterfall, Mauritius

Siebenfarbige Erde

Nur rund fünf Fahrmituten weiter wartet nun die Hauptattraktion des Geoparks auf seine Besucher: die siebenfarbige Erde.
Der Parkplatz war an diesem Tag ziemlich voll, doch ich gehe davon aus, dass es völlig egal ist, wann man hier her kommt, es wird vermutlich immer viel los sein.
Vorbei am Kassenhäuschen, an dem man das Ticket nochmal vorzeigen muss, geht es dann über eine Waldpfad auf eine Aussichtsterasse und nun liegt sie vor den Besuchern: die siebenfarbige Erde in ihrer vollkommenen Schönheit und löste zumindest bei mir eine Faszination aus.
An der Besucherplattform, wie soll es anders sein, befindet sich eine Snackbar. Der Blick von hier ist zwar schon wunderschön, doch läuft man den kleinen Pfad entlang zur Plattform an der Rückseite, finde ich die Aussicht fast noch besser. Erstaunlicherweise verlaufen sich die Besuchermassen und es ist super angenehm im Park um die siebenfarbige Erde herum zu spazieren.

Siebenfarbige Erde auf Mauritius

Die Farben und ihre Entstehung

Die sieben Farben, die da wären Rot, Braun, Violett, Grün, Blau, Lila und Gelb, sind aus einem einfachen und doch faszinierenden Naturphänomen heraus entstanden.
Wie auch der Rest der Insel ist diese entzückende Hügellandschaft vulkanischen Ursprungs. Durch die Umwandlung der Basaltlava in Minerale und den klimatischen Einflüssen wurden alle wasserlöslichen Bestandteile aus der Erde ausgewaschen und es blieb das rötliche-schwarze Eisenoxid und das bläulich-violette-grünblaue Aluminiumoxid übrig, die sich wiederum vermischten und so entstanden die sieben Farben von Chamarel. Je nach Sonneneinstrahlung können sich die Farben leicht verändern. Optisch wirkt das es, als wäre die Erde aus Sand, was übrigens auch vielen Besuchern erzählt wird, die dann für teuer Geld eine Probe kaufen, tatsächlich ist es jedoch Lavagestein.

Siebenfarbige Erde auf Mauritius

Die Rhumerie de Chamarel

Nach dem Besuch im Geopark geht die Reise weiter. Erst durch das beschauliche Örtchen Chamarel, dann weiter zur Rhumerie de Chamarel**, die nur wenige Fahrmituten vom Geopark entfernt liegt.
Auf Mauritius gibt es noch einige Rumfabriken. Die Rhumerie de Chamarel** ist hingegen eine der bekanntesten und hervorragend auf Besucher eingerichtet.
Am Eingang müssen die Besucher ein Eintrittsgeld entrichten und dürfen dafür an einer geführten Tour durch die kleine aber feine Produktion teilnehmen. Ich persönlich fand die Tour ganz interessant, denn ausser der Herstellung erzählen die Guides einiges zum Anbau und der Herkunft des Rohstoffes, dem Zuckerrohr.
Als Zwischenstopp gibt es einen Rhumcocktail aufs Haus, bevor es dann in die Destillerie und weiter zur Rhumprobe geht. Eine ganz nette Geste, wie ich finde.

Rumcocktail in der Rhumerie de Chamarel, Mauritius

Bei der Rumprobe werden neun verschiedene Rumorten ausgeschenkt. Die Probiererlein sind zwar nur ganz klein, doch neun davon, können so manchen gestanden Mann aus der Bahn werfen. Ich musste noch Auto fahren und konnte leider keinen der kleinen Köstlichkeiten probieren, doch ich habe mir sagen lassen, dass der ein oder andere sehr schmackhafte Rum dabei war.
Natürlich stehen im Shop alle Rumsorten, die in der Rhumerie de Chamarel** hergestellt werden, auch zum Verkauf.

Rumsorten in der Rhumerie de Chamarel, Mauritius

Der Black River Gorges Nationalpark

Wir treten langsam die Heimreise an und zurück geht es nicht über die Küste, bzw. das Hochland, wie wir gekommen sind, sondern durch den wunderschönen Black River Gorges Nationalpark. Wer die Zeit und Lust hat hier wandern zu gehen, wird sich noch mehr dieser Schönheit entdecken, doch eine Fahrt mit dem Auto ist bereits ein Erlebnis. Die schmalen Straßen führen über Berg und Tal und außer Bäume und Sträucher ist weit und breit nichts zu sehen.
Etwa auf halben Weg geht eine kleine, unscheinbare Einfahrt in den Wald. Ein kleines Schild mit der Aufschrift „to Waterfall“ hat mein Interesse geweckt. Interessanterweise habe ich in keinem Reiseführer gelesen, dass es hier etwas zu sehen gibt. Gibt es aber, sofern man auf Wasserfälle und eine schöne Aussicht steht.
An dem Parkplatz geht ein Weg in einen weitläufigen Park und weiter zu einem Viewpoint auf die Alexandra Falls. Ähnlich wie die Chamarel Waterfalls stürzen die Wassermassen in weiter Entfernung in die Tiefe. Zudem bekommt man hier noch den freien Blick auf die Ostküste geboten.
Zurück auf der Hauptstraße schlängelt sich der Weg weiter über die schmalen Straßen, bis zu eiener großen Kreuzung. Hier endet der Back River Gorges Nationalpark und das Grand Bassin ist bereits ausgeschildert. Auf zur nächsten Station…

Black River Gorges Nationalpark, Mauritius
Alexandra Falls im Black River Gorges Nationalpark, Mauritius

Das Grand Bassin

Ich habe in dem Buch 111 Orte auf Mauritius die man gesehen haben muss*, was ich übrigens wärmstens empfehlen kann, über das Grand Bassin, als eine Pilgerstätte gelesen, zu der zum am Tag des Neumondes nach dem gregorianischen Kalender, tausende gläubige Hindus pilgern. Erst einmal habe ich vom Grand Bassin nicht sehr viel erwartet. Beschrieben war es als ein heiliger See mit einem nahe gelegenen Tempel. Klingt erstmal nicht sehr spektakulär und wenn es nicht ohnehin auf unserem Weg gelegen hätte, wäre ich wahrscheinlich gar nicht hin gefahren, was im Nachhinein ein großes Versäumnis gewesen wäre. Ich habe das Grand Bassin als einen irgendwie magischen Ort erlebt. Eingangs steht eine 33 Meter hohe Shiva Statue, die an sich schon sehr beeindruckend ist. Das Grand Bassin, ein See der mit der verschiedenen Hindugöttern geschmückt ist, auf dem die Blumen schwimmen, die Besucher Shiva mitgebracht haben und im Hintergrund ein Tempel thront, war an diesem späten Nachmittag fast leer. Nur eine Familie wandelte von Gottheit zu Gottheit. Die Ruhe und die Energie, die an diesem Ort zu spüren war, hatte auf mich eine faszinierende und magische Wirkung. Ich konnte eine unbeschreibliche Schwingung spüren. Ich kann es nur ganz schwer beschreiben und ich weiß, es hört sich doch sehr spirituell an, doch das einzige, was ich am Grand Bassin spürte, war wirkliche innere Zufriedenheit. Ein ganz toller Ort, der mir, samt dem Gefühl, sicher lange in Erinnerung bleiben wird und an den ich gerne zurück denke.

Grand Bassin, Mauritius

Das war meine kleine Reise ins Paradies. Ein perfekter Tag mit einem wunderschönen Abschluss. Bestimmt hatte Mark Twain nicht von diesen Orten gesprochen, als er das Paradies fand, doch wie ich eingangs erwähnte, war für mich diese Mischung und was ich an diesem Tag erleben durfte, das Paradies.

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Land und Leute auf Mauritius

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Land und Leute… kann man das nicht überall auf Mauritius kennen lernen? Wahrscheinlich schon. Auf meinem Trip nach Curepipe durfte ich das wunderbare Land und die Menschen jedoch von einer anderen Seite erleben, als es mir im Rest der Insel möglich war.

Curepipe

Diese Stadt dürfte den wenigsten Touristen ein Begriff sein. Wenn hier nicht der Trou aux Cerf, ein 100 Meter tiefer Vulkankrater, die Besucher anziehen würde, dürften sich wahrscheinlich nur wenige Mauritius-Reisende in die Stadt verirren.

Curepipe ist tatsächlich die zweitgrößte Stadt der Insel und liegt im Hochland, rund 500 Meter über dem Meeresspiegel. Daher ist das Klima auch eher kühl und regnerisch. Im Laufe der mauritischen Entwicklung hat sich Curepipe zum Handelszentrum der Insel gemausert. Das die Mauritier gerade eine Stadt im Hochland wählten, hat eine einfache Erklärung. Während der Malariaepedemie im Jahre 1867 zogen sich zahlreiche Einwohner aus Port Louis in die Berge zurück, um hier ihre Pfeifen von dem Erreger zu befreien. Sie blieben und mit der Zeit entwickelte sich die Stadt zum zentralen Handelszentrum der Insel und ist es bis heute geblieben.

Was mich genau nach Curepipe gezogen hat, kann ich Euch heute gar nicht mehr so genau sagen, aber ich bin froh, dass ich den Trip gemacht habe, denn sonst hätte ich diese Seite von Mauritius nicht kennen gelernt. Vorab muss ich allerdings sagen, dass die Stadt mit Sicherheit kein Hingucker ist. Im Gegenteil. Sie wirkt extrem herunter gekommen und viele Gebäude gleichen eher einer Ruine. Das regnerische Klima hat hier deutlich seine Spuren hinterlassen. Viele Häuser mit feuchten und extrem schmutzigen Fassaden, teilweise leer stehend und baufällig zeichnen das Stadtbild. Kurios wirken fast schon die bunten Säulen, die im Zentrum in die Höhe ragen. Den Grund für dieses Gebilde und was es darstellen soll, konnte ich nicht wirklich heraus finden.

Die Säulen von Curepipe, Mauritius

Das kleine quirlige Zentrum erstreckt sich rund um den Busbahnhof und im Grunde ist die Stadt ein einziger großer Markt. Direkt hinter dem Busbahnhof befindet sich der Teil, in dem Kleidung und Haushaltswaren angeboten werden. Die engen Gassen gleichen einem Labyrinth und es wimmelt von Menschen, die ihren Einkauf erledigen.
Viel beeindruckender allerdings fand ich persönlich die „Mall“. Hinter dem Frischemarkt mit Obst, Gemüse und Fleisch geht es in ein weiteres Labyrinth mit unzähligen Shops. Kleidung, Spielwaren, Elektronik, Haushaltswaren, einfach alles lässt sich hier finden. Es ist nur schwer zu beschreiben, was sich hier abspielt. Definitiv zeigt sich Mauritius in Curepipe von einer Seite, die an der Küste nicht zu erleben ist.

Statue von Paul und Virginie in Curepipe, Mauritius

Vom Shopping Trubel erholen, das geht in dem kleinen Park im Stadtzentrum, gegenüber des Rathauses.
Was den Park so besonders macht, ist eine Statue von Paul und Virginie.
Die Statue zeigt das berühmteste Liebespaar der Insel. Der Clou dabei ist, dass die beiden nicht wirklich lebten, sondern der Phantasie des französischen Schriftstellers Bernadin de Saint-Pierre entspringen, der in seinem Roman die Tropen zum wahren Paradies auf Erden auszeichnet.
Das Original aus weißem Marmor steht im Blue Penny Museum in Port Louis.

Etwas außerhalb des Stadtzentrums befindet sich noch eine der bekanntesten Manufakturen für Modellschiffe. Voiliers de l’Océan. Das Unternehmen fertigt, wie auch Historic Marine in Goodlands, von dem ich Euch in meinem zweiten Mauritius-Beitrag berichtete, Modellschiffe in diffiziler Handarbeit. In dem einladenden und weitläufigen Shop können die Schiffe verhältnismäßig günstig erworben werden. Die Angestellten kümmern sich sogar um den Versand nach Europa, falls das typische Souvenir nicht ins Handgepäck passt.
Der Modellschiffbau hat auf Mauritius seit den 70er Jahren Tradition und es gibt einige größere und kleine Manufakturen über die Insel verteilt, wobei die Hochburg in Curepipe liegt.

Der Trou aux Cerfs

Neben dem quirligen Stadtzentrum hat Curepipe eine Sehenswürdigkeit zu bieten, die einige Besucher ins Hochland zieht. Der Trou aux Cerfs. Fakt ist, ohne diesen Vulkan gäbe es die paradiesische Insel Mauritius nicht.
Rund zwei Kilometer westlich des Stadtzentrums ragt der dicht bewaldete schlafende Vulkan in die Höhe. Rund um den Krater wurde eine asphaltierte, autofreie Straße angelegt, auf der Spaziergänger und Fahrradfahrer dem Trubel der Stadt entfliehen und den faszinierenden Blick ins Innere des Vulkans und das umliegende Hochland werfen können.

Der Trou aux Cers in Curepipe, Mauritius
Der Trou aux Cers in Curepipe, Mauritius

Theoretisch besteht die Möglichkeit in den Krater hinein zu wandern. Praktisch ist der kleine Urwald jedoch rings herum mit einem hohen Zaun abgesperrt. Als wir auf dem Rundweg so entlang spazierten, entdeckten wir ein offenes Türchen im Zaun. Zwei Menschen hatten sich gerade auf dem Weg in den Krater gemacht und wir konnten die Gelegenheit ergreifen, uns ihnen anzuschließen. Der Weg ist superschmal und nicht gerade ungefährlich, doch sehr faszinierend in Mitten eines Vulkans zu wandern, der so dicht bewachsen ist, dass ich mir wie im Urwald vor kam.

Im inneren des Krater des Trou aux Cerfs in Curepipe, Mauritius

Auf dem Weg nach Curepipe

Oft heißt es, der Weg ist das Ziel und so könnte auch der Weg nach Curepipe beschrieben werden. Der Highway durch das Hochland ist bereits eine Reise Wert und wer die Insel von Nord nach Süd erkundet, wird um die zwei berühmten Berge nicht herum kommen.

Die Trois Mamelles

Besser bekannt unter den Spitznamen „die Brustwarzen“. Die Mauritier lieben ihre bildlichen Beschreibungen und von der Ferne gleicht der Berg tatsächlich dem Anblick von Brustwarzen, die aus dem Plateu in die Höhe ragen. Der Berg mit den zwei Gipfeln ist als beliebtes Ausflugsziel für Wanderer bekannt und an der Spitz angekommen, haben sie nicht nur einen atemberaubenden Blick über das Jemen-Tal, auch Fledermäuse, Hirsche und Affen sind hier oben zu beobachten.

Der Pieter Both

Mit seinen 820 Metern ist der Pieter Both der zweithöchster Berg der Insel. Benannt wurde er nach dem ersten niederländischen Generalgouvaneur, der 1615 mit seinem Schiff vor Mauritius kenterte.
Zu erkennen ist der sogenannte „Hausberg von Port Louis“ an seinem ballförmigen Stein auf der Spitze, um den viele phantasievolle Geschichten auf der Insel kursieren. Eine davon erzählt, dass einst ein Milchmann am Fuße des Berges rastete, als er der Fee Syntaka begegnete. Sie versprach ihm, einem spektakulären Feentanz beiwohnen zu dürfen, wenn er das Theater als Geheimnis bewahren könne. Das konnte er nicht. Er brach sein Versprechen, die Erde bebte, Syntaka verschwand und der Milchmann fand sich versteinert auf der Spitze des Berges wieder. Der Pieter Both ist heute ein nicht wegzudenkendes Wahrzeichen der Insel und im Volksmund heißt es, solange die Kugel auf der Spitze des Berges bleibt, geht es Mauritius gut.
Dann hoffen wir mal, dass er noch sehr lange da oben bleibt. In diesem Sinne… viel Spaß in Mauritius.

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Ein Tag in Pamplemousses

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Nachdem ich kurz nach meiner Ankunft auf der paradiesischen Insel Mauritius, die Landkarte studierte, viel mit ein Ort mit einem witzigen Namen ins Auge: Pamplemousses.
Die Kleinstadt zwischen Grand Baie und Port Louis ist tatsächlich nach den grapefruite-ähnlichen Zitrusbäumen benannt, die seinerzeit die Holländer auf die Insel brachten.
Schlussendlich war es aber nicht der Name, der mich zu einem Auslug nach Pamplemousses bewegte, sondern eine der Hauptattraktionen der Insel, wie es heißt:

Der Botanische Garten von Pamplemousses

Der Sir Seewoosagur Ramgoolan Botanic Garden, benannt nach dem ersten Premierminister des unabhängigen Mauritius, gilt als der ältester Botanischer Garten der Südhalbkugel und soll nach den Kew Gardens in London der zweitbeste der Welt sein.
Ich bin überrascht über diese Auszeichnung, habe ich doch schon Botanische Gärten in anderen Ländern gesehen, die mir persönlich besser gefallen haben. Vermutlich liegt es aber daran, dass die Artenvielfalt in dem Garten von Pamplemousses tatsächlich extrem reichhaltig ist, was, so vermute ich, in anderen Botanischen Gärten, außer den Kew Gardens nicht der Fall ist. Die Optik spielt hier wohl eine ungeordnete Rolle. Recherchiert habe ich das allerdings nicht.

Tatsächlich ist der Sir Seewoosagur Ramgoolan Botanic Garden als eine der Hauptattraktionen der Insel bekannt und ich war auf Besucheranstürme und drängende Menschenmassen eingestellt. Weit gefehlt, mein Besuch im Botanischen Garten war super entspannt. Das Areal ist so weitläufig und clever angelegt, dass es Fleckchen gab, die wir in diesem Moment für uns ganz alleine genießen konnten.

Sir Seewoosagur Ramgoolan Botanic Garden in Pamplemousses, Mauritius

Der ursprüngliche Plan der Franzosen war es, die Ile de France (wie Mauritius einst hieß) zu einer Gewürzinsel zu entwickeln, um sich unabhängiger von den Holländern zu machen, die seinerzeit das Monopol auf den Handel indischer Gewürze hatten. So pflanzte der Botaniker Pierre Poivre einen importierten Gewürznelkenbaum. Als dieser dann auch noch zu blühen begann brach er damit nicht nur das Monopol der Holländer, sondern legte zugleich den Grundstein für den heutigen Botanischen Garten in Pamplemousses.

Auf 37,5 Hektar säumen sich heute heimische und importierte Pflanzen im Park, dessen Pflege über einige Zeit recht vernachlässigt wurde. Zwar wird heute wieder mehr Wert auf das Erscheinungsbild gelegt, doch ich persönlich finde, dass hier noch Luft nach oben ist.

Der Eintritt liegt bei 200 Rupien (knapp 5 Euro) was absolut angemessen ist. Nicht im Verhältnis dazu steht der Preis, den man für die Guides zahlt, die am Eingang bereit stehen und optional für einen Rundgang mit ausführlicher Erklärung gebucht werden können, nämlich 50 Rupien (rund 1,25 Euro).

Meine Highlights des Sir Seewoosagur Ramgoolan Botanic Garden

Die Allee der Persönlichkeiten

Der Sir Seewoosagur Ramgoolan Botanic Garden genießt eine weltweite Bekanntheit. So hat es sich etabliert, dass Persönlichkeiten, die das Land besuchen (vorwiegend aus der Politik) einen Baum in einer im Park angelegten Allee pflanzen. Unter anderem hat sich hier auch Nelson Mandela mit einem Baum verewigt.

Das Riesen-Schildkröten- und Hirschgehege

Am Rande des Gartens, versteckt sich ein Gehege mit Riesen-Schildkröten. Die auf Mauritius einst vom aussterben bedrohten Tiere werden von der MWF, der Mauritius Wildlife Foundation geschützt und auch der Botanische Garten trägt seinen Teil zum Erhalt der wunderschönen Tiere bei.
Direkt nebenan befindet sich ein Gehege mit Hirschen. Hirsche auf Mauritius?! Ganz genau. Im Norden der Insel leben sie in freier Wildbahn in dicht bewaldetem Gebiet.

Die weißen Lotus-Blüten

Der dicht bewachsene Teich mit den weißen Lotusblüten, die eigentlich rosa blühen, sind definitiv ein Highlight des Garten. Wunderschöner Anblick und alleine deshalb lohnt sich der Besuch im Botanischen Garten.

Die Amazonas-Riesenseerosen

Das absolute Highlight ist ein großer Teich mit Amazonas-Risenseerosen, die aus den USA importiert wurden. Bereits im Herbst beginnen die Seerosen sich zu entfalten und sich, wie ein Teller auf dem Teich auszubreiten. Die Seerosen blühen am ersten Tag weiß und am zweiten Tag rosé und das auch nur im Januar. Es ist im Dezember demnach recht unwahrscheinlich eine blühende Amazonas-Riesenseerose zu entdecken, doch  auch ohne Blüten kommt das Auge hier auf seine Kosten.

Die Palmenvielfalt

Der Sir Seewoosagur Ramgoolan Botanic Garden beheimatet unglaubliche 80 verschiedene Palmenarten, darunter auch ganz Besondere, wie die Talipot Palme. Die Talipot Palme wird bis zu 25 Meter hoch und blüht nur einmal in ihrem Leben – nach 30 – 80 Jahren – danach stirbt sie ab. Faszinierend…

Alles in Allem hatte ich vom Botanischen Garten in Pamplemousses durchaus mehr erwartet, doch enttäuscht war ich keineswegs. Es ist ein schöner Ausflug und verbunden, mit der nächten Attraktion in Pamplemousses ein absolut gelungener Tag.

L’Aventure du Sucre

Nach dem Besuch im Botanischen Garten, dachte ich, wenn ich schonmal in der Nähe bin, bietet es sich doch an, noch einen Abstecher in das Zuckermuseum zu unternehmen. Also auf zum Zuckermuseum. Wäre ich der guten Ausschilderung gefolgt, wäre ich auch direkt am Eingang gelandet, ich habe mich jedoch auf meine GPS Map verlassen die mich stattdessen zum Haupteingang der Beau Plan Zuckerfabrik führte. Hier wird nämlich immer noch produziert, allerdings deutlich moderner als damals und in einem neuen Gebäude. Die alte Zuckerfabrik ist heute zu einem Museum umgebaut. Der nette Herr an der Pforte hat mir den Weg zum Besuchereingang erklärt und so war das Ziel dann doch schnell gefunden.

Alte Lokomotive von Mauritius

Das Gelände vor dem Museum war bereits ein erster Hingucker und bot einen kleinen Ausflug in die Mauritische Geschichte. Vor dem Restaurant steht eine alte Lokomotive, deren Wagon zu einem Imbiss umgebaut wurde. Was die Lokomotive hier so besonders macht, möchte ich Euch gerne erzählen.

Um das Jahr 1850 schien die Zuckerindustrie auf Mauritius zu kollabieren, denn das Mauritische Gold wurde per Esel- und Pferdekarren quer über die Insel transportiert. Zu groß waren die Mengen für die verfügbare Kapazität an Transportmitteln. So wurde 1856 der Plan gefaßt ein Eisenbahnnetz über die Insel zu spannen um so den Zuckertransport zu gewährleisten. Gesagt, getan, 6 Jahre später war es dann soweit und es führten immerhin zwei Strecken über die Insel. Weitere folgten in den Jahren darauf.
In den 1950er, knapp 100 Jahre nach der Eröffnung des Eisenbahnnetzes, erschien der Transport per Güterverkehr schon weniger rentabel geworden zu sein, da das Zuckergeschäft immer mehr zu einem saisonalen Produkt wurde und generell die Produktion auf der Insel zurück ging. Bereits 10 Jahre später wurde der Eisenbahnbetrieb eingestellt und ein Überbleibsel, nämlich eine Lokomotive inklusive Wagons ist heute auf dem Gelände der Zuckerfabrik Beau Plan zu bestaunen.

Das Museum L’Aventure du Sucre

Tatsächlich war ich etwas überrascht vom Eintrittspreis von 425 Rupien pro Person, ist das für Mauritius doch verhältnismäßig teuer, doch am Ende kann ich nur bestätigen, was ich im Vorfeld gelesen hatte, nämlich dass dieses Museum eines der besten der Insel ist. Jedenfalls fand ich den Besuch sehr interessant.

Zum Eintrittspreis bekommt man einen Gratis-Audioguide, den man sich per App auf sein Smartphone laden kann. Gar nicht schlecht, wie ich finde.

Los geht die Tour durch das Museum mit einer schönen Ausstellung über die multikulturelle Geschichte der Insel, die stark durch den Zucker geprägt wurde. Man sollte sich etwas Zeit nehmen, und die Geschichte zu entdecken, denn nur so wird man entstehen, wie es zu den verschiedenen Kulturen kommt, die auf der Insel zusammen leben.

Direkt nach dem „Geschichte-Pavillon“ geht es in die alten Betriebshallen und weiter in die verschiedenen Bereiche von Zuckerproduktion und Zuckerrohranbau, bis zu Energie, Wirtschaft und Handel. Der Audi-Guide erklärt was genau an den einzelnen Anlagen passierte und wie aus einem Zuckerrohr schussendlich genießbarer Zucker, oder sogar Rum hergestellt wurde. Die Anlagen sehen aus, als ob sie erst gestern noch in Betrieb waren und das gesamte Museum macht einen hervorragend gepflegten Eindruck.
Zu guter letzt kommt man um die „Boutique“ nicht herum, was aber gar nicht schlimm ist, denn hier hat man die Möglichkeit verschiedene Zuckersorten zu testen und sich ein kleines Rumtasting zu gönnen.

Anlagen im Zuckermuseum L’Aventure du Sucre auf Mauritius

Bis auf diese zwei Attraktionen, die zugleich zu den touristischen Hauptzielen der Insel gehören, hat Pamplemousses nicht wirklich etwas zu bieten. Ein sehr umtouristisches und fast verfallenes Dorf scheint von den Touristengebieten Welten entfernt zu sein. Doch alleine wegen dem Botanischen Garten und dem Zuckermuseum lohnt sich ein Ausflug nach Pamplemousses im Norden der Insel zwischen Grand Baie und Port Louis.

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Mit dem Bus nach Goodlands

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Entlang der Nordküste fährt die Buslinie 95 bis nach Goodlands. Ja, die kleine Ortschaft, rund 20 Kilometer von Grand Baie entfernt, heißt tatsächlich so und läuft total unter dem Radar der Touristen. Nur wenige verschlägt es hier hin, doch ist ein Abstecher nicht nur an den Markttagen eine Tour wert.

Goodlands

Die 20.000 Einwohner Stadt zählt nicht zu den, nach Bevölkerung gemessen, größten Städten der Insel, doch ist sie eines der Handelszentren im Norden und nach Grand Baie die größte Stadt der Region. Hier machen, vor allem an den Markttagen, die Bewohner der gesamten Umgebung ihre Besorgungen.
Entstanden ist die Stadt, wie viele andere auch, durch die Zuckerindustrie. In den 1830er Jahren siedelten sich hier mehrere Zuckerfabriken an. Die letzte schloss erst im Jahr 1994 ihr Pforten.
Das geschäftigen Treiben spielt sich entlang der Hauptstraße bis hin zum Marktplatz bzw. zum Busbahnhof ab. Ein Shop reiht sich an den nächsten, während die (hauptsächlich) Frauen mit ihren glitzernden Saris und Sarongs ihre Besorgungen machen.
Alle zwei Minuten schlängelt sich ein Bus durch die dicht befahrene Hauptstrasse der Kleinstadt und sammelt die Männer und Frauen ein, die an den sehr unscheinbaren Haltestellen, alle maximal 500 Meter, warten. Eine wunderbare Gelegenheit für Gäste, das hektische Treiben zu beobachten und die Stimmung der Kleinstadt Goodlands auf sich wirken zu lassen, so wie ich es getan habe.

Mit dem Bus nach Goodlands

Der Busbahnhof von Goodlands

Reisen wie die Einheimischen, so machen es viele Urlauber, die sich kein Auto mieten, oder exklusiv mit dem Taxi reisen möchten. So auch ich an einem meiner ersten Urlaubstage auf Mauritius.
Bus fahren ist unter den Mauritiern absolut alltäglich, so sind die „Öffentlichen“ auch recht gut frequentiert. Ausser den Sitzplätzen werden auch Stehplätze angeboten. Zum gleichen Preis versteht sich. Zu voll gibt es hier nicht. Ich hatte jedoch das Glück  in einem recht leeren Bus nach Goodlands zu fahren, denn bei den winterlichen Temperaturen von 30°C in einem voll gestopften Bus ohne Klimaanlage kann es recht schnell ungemütlich werden, stelle ich mir vor.

Die Fahrt von gerade mal 7 Kilometer von Calodyne nach Goodlands, die in Europa in guten 10 Minuten zu schaffen ist, dauert auf Mauritius mit dem öffentlichen Bus rund eine halbe Stunde. Warum eine halbe Stunde? Auf jedem Kilometer gibt es mindestens eine Bushaltestelle. Angehalten wird zwar nur, wenn jemand an der Haltestelle wartet, oder ein Fahrgast dem Fahrer ein Stop per Klingel signalisiert, doch das ist in der Regel so gut wie an jeder Station der Fall. Eigentlich eine gute Sache, denn so muss niemand weit zur nächsten Haltestelle laufen und ohnehin hatte ich im Urlaub ja alle Zeit der Welt.
Der Preis für die Kurzstrecke liegt bei 150 Rupien pro Person, das sind umgerechnet rund 3,50 Euro.

Mein Tipp: Erkundigt Euch vor der Reise auf www.mauritius-buses.com** bzgl. der Buslinie, geht zur Haltestelle, die ihr am Besten von den Einheimischen erfragt, steigt in den Bus ein und fragt den Fahrer, ob es nach Goodlands, oder zu jedem anderen beliebigen Ziel, geht. Bestätigt er, setzt ihr euch einfach hin und wartet bis der Kassierer / die Kassiererin zu Euch kommt.
So funktioniert Bus fahren auf Mauritius. Die Mauritier sind ein sehr hilfsbereites Volk und Fragen hilft bei Unklarheiten eh meist am Besten.

Buslinie 95 Richtung bis Goodlands Busbahnhof (Endhaltestelle)
Preis ab Calodyne 150 MRU
Website: www.mauritius-buses.com**

Markt in Goodlands

Der Markt in Goodlands ist nicht für Touristen gemacht, sondern für die Einheimischen. Neben frischem Obst und Gemüse reihen sich die Stände mit Kleidung, Haushalts-, und Badartikel, als auch jegliches Allerlei nebeneinander. Durchaus ist der ein oder andere Standbetreiber darunter, der auch mal ein ganz nettes Souvenir verkauft, die es in den üblichen Souvenir-Shops nicht unbedingt zu finden gibt.
Auf dem Markt herrscht ein reges Treiben und die Einheimischen aus der ganzen Region erledigen ihre Besorgungen. Ungeachtet laufe ich als offensichtlicher Tourist durch die engen Gassen hinter dem Busbahnhof und werde nur selten von den Marktbetreibern „belästigt“. Das kannte ich so von einem Markt auch noch nicht, war aber mal eine ganz nette Erfahrung.

Markt: Dienstag & Freitag 9.00 - 15.00 Uhr

Sehenswertes in Goodlands

Der Hindu Tempel Siva Soopramanier Koviel & Kali Maiya

Der kleine Hindu Tempel in mitten der Stadt ist lange nicht so frequentiert, wie in anderen Teilen der Insel, doch ist er schön anzusehen mit seinen wunderbar farbenfrohen Götterstatuen, die auf den Dächern des Tempels thronen.
Für Besucher ist es kein Problem, den Tempel zu besuchen, doch sind einige Verhaltensregeln absolut zu beachten. Als erstes heißt es: Schuhe ausziehen. Nach Möglichkeit sollten Schultern und Knie bedeckt sein. Ich hatte leider nichts dabei und wurde auch so geduldet. Absolut tabu ist es zu fotografieren, oder gar die Statuen zu berühren. Selbstverständlich ist, die Gläubigen bei ihrem Ritual nicht zu stören, also am besten so unauffällig wie möglich verhalten.
Die Atmosphäre im Tempel habe ich als eine ganz besondere wahr genommen. Ich kann es noch nicht einmal richtig beschreiben, doch war es etwas anderes, als in einer christlichen Kirche zu stehen.

Hindu Tempel in Goodlands

Die Modellfabrik Historic Marine

Ebenfalls ein unter Touristen recht unbekannter Spot ist die Modellfabrik, die Nachbauten von Schiffen in diffiziler Handarbeit fertigt. Ich entdeckte das Schild „Historic Marine“ an der Hauptstraße und war Neugierig, was sich dahinter verbirgt. Über ein kleines Industriegelände am Ende der Stadt  war am hinteren Ende dann recht unscheinbar das kleine Gebäude zu entdecken. Zögerlich warf ich einen Blick hinein, doch der freundliche Mitarbeiter bat mich direkt hinein.
An die Fabrik, die sich im hinteren Teil befindet, ist ein kleiner Showroom angeschlossen, den Besucher kostenlos besichtigen dürfen. Eigentlich ist es mehr ein kleines Museum. Neben der Titanic sind hier die Black Pearl und viele weitere bekannte Nachbauten berühmter Schiffe zu finden. Wahrheit- und Maßstabsgetreu nachgebaut. Eine umwerfende Arbeit und ein Traum für jeden Schiffsliebhaber.
Nach einem kurzen Rundgang durch den Showroom bot mir der nette Mitarbeiter sogar einen Blick in die Produktion an. In der kleinen, aber feinen Werkstatt sitzen einige Männer und Frauen, die an ihren Schiffen bauen. Wie der Herr mir erzählte, wird hier ein Schiff von einer Person von Anfang bis zum Ende gebaut. Je nach Größe sind die Handwerker bis zu vier Monate mit dem Bau eines Schiffes beschäftigt. Das Schiff auf dem unten stehenden Bild war zum Beispiel so lange in Arbeit, bis es so aussah.
Es bietet sich absolut an, nach dem kleinen Rundgang und dem Einblick in die Produktion ein kleines Trinkgeld in die Tippbox am Ausgang zu werfen, denn so viel Freundlichkeit darf gerne auch belohnt werden.

Modellschiff von Historic Marine in Goodlands, Mauritius

Das Herrenhaus Saint Antoine

Am Rande der Stadt, nachdem man den Markttrubel hinter sich gelassen hat, verbirgt sich auf der linken Seite der alte Familiensitz der Familie von Edmond de Chazal, ein Mann aus Frankreich, der 1835 dieses wunderbare Stück Land erwarb und ein Herrenhaus im Kolonialstil errichten ließ.
Das Haus, das mit den original Möbel und alten Familienfotos eingerichtet ist, steht heute zur Besichtigung und sogar zum Übernachten in einem der vier Gästezimmer offen.
Ich habe gehört, dass es hier den besten Ti-Punch der Insel geben soll.

Auf dem Weg nach Goodlands

Auf dem Weg in das Handelszentrum Goodlands führt die Strecke durch das kleine Fischdörfchen Grand Gaube. Der letzte Touristenort an der Nordküste, bevor es in den Nordosten mit vorwiegend Felsküste geht, die touristisch bisher nicht erschlossen ist.
Hier befindet sich das Hotel Lux*, ein familiengerechtes Resort mit einer Besonderheit: Der Helipad. Von hier aus starten Heilikopterrundflüge über die Nordküsten bis ins Landesinnere hinein. Ganz günstig ist der Spaß allerdings nicht. Für einen 20-minütigen Rundflug zahlt man 200 Euro. Ein ganz exklusives, doch sicherlich einzigartiges Vergnügen, wie ich mir es vorstelle.
Ebenso starten von hier auch die zwei Wasserflugzeuge, die man an der Nordküste gelegentlich zu Gesicht bekommt. Die Leichtflugzeuge dürfen nur bei wenig Wind fliegen, denn sonst wäre der Spaß zu gefährlich. Buchbar ist das Heli-Erlebnis bei www.airmauritius.com** und die Rundflüge mit den Wasserflugzeugen bei www.mautitius-exclusive.de** 

Alles in allem ist Goodlands absolut ein Abstecher wert, wie ich finde. Sicherlich wird man hier keinen ganzen Tag verbringen, selbst an den Markttagen, doch empfehlen möchte ich es allen, die in der Gegend sind und gerne mal einen Abstecher zu Land und Leute machen und die Insel abseits der Touristengegenden kennen lernen möchte.

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I ride my Bike: von Calodyne bis Grand Baie, Mauritius

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Calodyne

So heißt der kleine unscheinbare Ort, in dem sich das Hotel Sealife Resort und Spa* versteckt und Ausgangspunkt für meine Unternehmungen sein sollte. Das Örtchen hat außer einer Tankstelle, einem kleinen, gut sortierten Supermarkt, einigen Beautyläden, einem kleinen Italiener und einem Baumarkt nicht wirklich viel zu bieten, doch konnte ich hier die Ruhe genießen, die ich in den üblichen Touristenorten vergeblich hätte suchen müssen.
Ich bin auf Mauritius… dem Paradies, wie Mark Twain es einst beschrieb.
Um aus Calodyne raus zu kommen, habe ich zunächst kein Auto gemietet, oder bin mit dem öffentlichen Bus gefahren, mit dem man übrigens problemlos in die nächst gelegenen Städte (mit Geldautomat, den gibt es hier nämlich nicht), oder, mit Umsteigen, sogar über die ganze Insel kommt. Ich habe ich mich für eine Mini-Fahrradtour entschieden.

Übrigens: Nähres zu den öffentlichen Buslinien habe ich Euch auf der Mauritius Startseite hinterlassen.

Mit dem Fahrrad von Calodyne nach Grand Baie

Zugegeben sind Fahrradtouren aus Mauritius, selbst für Hobbyradler, wie ich es bin, eine kleine Herausforderung. Die Temperaturen sind extrem hoch und die sehr hohe Luftfeuchtigkeit macht das Radeln nicht gerade angenehmer, wie Ihr an meinem knallroten Kopf zur linken erkennen könnt. Dennoch sind kleine Strecken, wie die, die ich Euch jetzt gerne beschreiben möchte, durchaus auch für Ungeübte machbar.

Kurz zu den Streckendetails:
Distanz: rund 15 Kilometer einfach
Schwierigkeit: meist eben mit wenig Steigung

Los geht es in dem Ort Calodyne, die Hauptstraße entlang Richtung Westen. Fahrradwege gibt es auf Mauritius nicht. Wo die Auto- und Busfahrer gegenseitig nur wenig Rücksicht aufeinander nehmen, wird auf Fahrräder tatsächlich etwas sorgfältiger eingegangen, was ich zunächst nicht vermutet hätte.

Cap Malheureux

Den ersten Stop habe ich in Cap Malheureux gemacht, der bereits nach wenigen Kilometern erreicht war, doch für eine kurze Rast durchaus Wert scheinte. Das Kap, an dem in grauer Vorzeit zahlreiche Schiffe ihr Unglück fanden, ist auch als „Unglückskap“ bekannt. Von Unglück kann hier heute keine Rede mehr sein. Zu idyllisch ist das Fleckchen und Schiffe legen hier schon lange nicht mehr an.

In den frühen Morgenstunden verschlägt es die Fischer und Dorfbewohner hier her, um ihren Fang des Tages zu machen, oder einfach nur die Ruhe und den malerischen Blick auf die Coin de Mire zu genießen, bevor es dann am späten Vormittag von Touristen nur so wimmelt. Denn in dem kleinen unscheinbaren Ort Cap Malheureux liegt direkt an der Hauptstrasse, an der Küste, die berühmte Kapelle Notre Dame Auxiliatrice, die mit ihrem leuchten roten Dach eine Traumkulisse für alle Verliebten darstellt. So kommt es wohl vor, dass frisch Vermählte ihre Hochzeit in der Kapelle nachstellen, obwohl das natürlich nicht erlaubt ist.

Die Fischer von Cap Malheureux, Mauritius
Kapelle Notre Dame Auxiliatrice in Cap Malheureux, Mauritius

Coin de Mire

Auf dem Weg zur nächsten Station ging es weiter entlang der Hauptstraße. Der Blick auf das Meer ist zu großen Teilen von Hotels und Mietvillen verbaut. Doch ein kleiner, nett angelegter Park kurz vor dem Örtchen Perybére bietet ein wunderbares Panorama auf den Coin de Mire. Die kleine Insel, die rund fünf Kilometer vom Festland im Meer thront, gleicht der Optik eines Schiffsegels. 167 Meter ragt der Fels am höchsten Punkt aus dem stahlblauen Wasser.
Das unbegehbare Naturreservat beheimatet nicht nur den tropischen Weißschwanzvogel, der auf Mauritius als bedroht gilt, auch Wale sollen hier gelegentlich gesichtet werden.
Zudem ist ein Ausflug zum Coin de Mire eine beliebte Tour für Taucher, die vom Strand von Perybére aus mit dem Boot starten.

Coin de Mire, Mauritius

Übrigens befindet sich zwischen Cap Malheureux und Perybére das Hotel Coin de Mire*, was mir einen ganz netten Eindruck macht und ebenfalls in einer eher ruhigen Gegend liegt.

Perybére

Nach dem Panorama-Blick ging die Tour weiter Richtung Westen und bereits nach wenigen Kilometern war bereits die nächste Station in Sicht. Ein Erfrischungsstop am Strand von Perybére. Am Strand von Perybére gibt es eigentlich nicht besonders viel zu sehen, doch eine Sehenswürdigkeit gibt es dann doch. Hier betreibt der bislang einzige Sandkünstler auf Mauritius, Sanjay sein Freiluftattelier und zaubert Kunstwerke aus Sand, die nach wenigen Tagen von Wind und Wasser zerstört werden und er sich an sein neues Werk macht. Zudem gibt es hier eine kleine Erfrischung aus frischen, kühlen Früchten, ob eine Kokosnuss oder Ananas, das frische Obst wirkte als Energieschub auf der kleinen Radtour bei knapp über 30 °C und einer Luftfeuchtigkeit jenseits der 80%.

Grand Baie

Nach einer kurzen Erfrischung ging es dann in die letzte Etappe nach Grand Baie. Der Weg führte mich vorbei an einem kleinen Hindu-Tempel, bevor es in das Gewühl der größten Stadt des Nordens ging. Schon Eingangs wird klar, hier hat sich der Tourismus bereits vollends ausgebreitet. Ein Restaurant reiht sich an das nächste und Hotels und Gästehäuser scheinen gut besucht.
Hier endete meine kleine Radtour und es war an der Zeit, mich in der Stadt umzusehen. Meine Eindrücke und was es hier alles zu sehen gibt, möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten.

Essen, Trinken und Nachtleben

Die Patisserie Marimootoo

Direkt am Ortseingang, von Perybére kommend, befindet sich die beste Patisserie der Insel, wie es heißt. Bekannt für die „langue de belle more“ – „Schwiegermutters Zunge“. Blätterteig gefüllt mit einer Vanille Creme. Die Kreation, als auch der Name stammen wohl vom einstigen Ladenbesitzer, der das Gebäck tatsächlich nach seiner Schwiegermutter benannte. Die muss wohl sehr nett gewesen sein, schätze ich. Heute wird das Geschäft von der Tochter des einstigen Gründers geführt, die die Filiale von Curepipe nach Grand Baie verlegte und das Konzept etwas modernisierte. Die Rezepte der „Schwiegermutters Zunge“ sind jedoch unverändert geblieben.

Der Banana Beach Club

Grand Baie ist ebenso als Partystadt bekannt und so bietet die legendärste Bar der Insel die Gelegenheit auf einen gepflegten Partyabend in ungezwungener Atmosphäre. Unaufdringliche Mauritier mischen sich unter das Tourivolk und es gibt jeden Abend Musik vom DJ und am Wochenende sogar Live-Musik. Der Banana Beach Club zeigt sich in seinen Ursprüngen, als Bambushütte mit einem Flammenbaum im Innenhof.

Das Beach House

Der ehemalige südafrikanische Rugby-Nationalspieler Cabous van der Westhuizen kam 2008 nach Mauritius um Urlaub zu machen, verliebte sich, blieb und eröffnete das extrem lässige Beach House. Das Menü bietet eine gute Mischung aus lokalen und südafrikanischen Köstlichkeiten und die Atmosphäre ist sehr ungezwungen. Direkt am Meer mit einem Zugang zum Strand ist das Beach House sicher eine der ersten Adressen in Grand Baie und vielleicht sogar auf Mauritius.
Am Abend verwandelt sich das Beachhouse in eine lockere Bar mit Live Musik an den Wochenenden.

Generell bietet Grand Baie eine Riesen Auswahl an Restaurants und Bars entlang der Hauptstraße Royale Road und der La Salette Road (Richtung SuperU). Am Strand gibt es kreolisches Street Food zu günstigen Preisen. Verdursten und verhungern wird hier wohl niemand müssen.

The Beach House, Grand Baie, Mauritius

Shopping

Neben dem Nachtleben ist Grand Baie bekannt für das reichhaltige Shopping Angebot. Neben Port Louis und Curepipe ist die Stadt das Konsumzentrum der Insel.

Sunset Boulevard

Der Sunset Boulevard direkt an der Hauptstraße, der Royal Road gelegen bietet kleine Boutiquen mit ausgewählter, meist lokaler und hochwertiger Ware.

Grand Baie Bazar

Der Grand Baie Bazar ist das Shopping Eldorado für Touristen. Der Kunsthandwerksmarkt, wie er genannt wird, lockt mit einheimischen Erzeugnissen, aber auch mit Importware aus Thailand.
Neben den zahlreichen Ständen mit Taschen aus Zuckerrohr, Cashmere-Waren oder bunten Kleidern und Sarongs, gibt es einen kleinen Imbiss, der Erfrischungen bereit hält.
Der Grand Bazar ist die beste Adresse der Gegend, um Souvenirs einzukaufen.
Ein kleiner Tipp: das Handeln nicht vergessen… Fixe Preise gibt es hier nicht.

Super U Hypermarket

Der Super U Hypermarket befindet sich auf der Rückseite des Grand Baie Bazar und ist das genaue Gegenteil. Eine kleine Shopping Mall mit Markenartikel macht den Anfang, bevor es dann in den riesigen Supermarkt geht. Hier gibt es definitiv nichts, was es nicht gibt. Übrigens führt der Super U eine hervorragende Bücher- und Magazin-Abteilung. Wohl die beste des Nordens.

Grand Baie Bazar in Grand Baie, Mauritius

Wie ihr seht, hat Grand Baie neben Shopping und Nachtleben nicht besonders viel zu bieten. Die lebendige Stadt ist dennoch ein Ausflug wert, wie ich finde.

Dann wünsche ich allen auf dieser Tour viel Spaß und denkt daran ausreichend zu trinken und Euch vor der sonne zu schützen…

Übrigens… Alle Bilder aus Mauritius findet ihr in meiner AfiMIA Galerie.