I ride my Bike: Straßburg

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Dass ich auf den Geschmack von Radtouren gekommen bin, dürftet ihr schon mitbekommen haben. 2019 habe ich meine erste Tour durch das Moseltal gemacht. Dieses Jahr bin ich dann nach Straßburg geradelt und möchte Euch hier gerne meine Tour vorstellen.

Die Eckdaten der Tour

Start: Bad Dürkheim, Rheinland-Pfalz
Ziel: Straßburg, Elsass, Frankreich

Die Tour ging über 3 Etappen mit im Schnitt 90 Kilometer pro Tag. Ich würde ich die Strecke als leicht bis mittel beschreiben wollen, auch wenn die ein oder andere Hürde zu nehmen war.


Bad Dürkheim – Karlsruhe

Start: Bad Dürkheim
Ziel: Knielingen bei Karlsruhe


Distanz: 94,0 km
Höhenmeter aufwärts: 402 m
Höhenmeter abwärts: 401 m
Dauer: rund 5 Stunden (reine Fahrzeit)

Übernachtung im Hotel & Restaurant Schuh** – eine Bett & Bike Unterkunft mit Fahrradabstell-Möglichkeit und einem sehr guten Restaurant.

erste Etappe: Bad Dürkheim bis Karlsruhe

Zunächst ging es in die schöne Domstadt Speyer. Die erste Rast des Tages machten wir in einem Biergarten am Rhein und gingen frisch gestärkt in die zweite Runde.
Von hier aus ging es weiter den Rhein Flussaufwärts. Der Rhein ist tückisch, mit seinen vielen Armen und Inseln ist es sehr ratsam immer den Radwegen zu folgen, um nicht auf einmal in einer Sackgasse zu landen. Bis nach Germersheim fuhren wir auf dem Rheindamm entlang und obwohl es an diesem Tag sehr heiß war, kam hier und da eine frische Brise vorbei.
In Germersheim kam es dann zur zweiten Rast des Tages, bevor wir dann bei Leimersheim mit der Fähre auf die andere Rheinseite übersetzen. Von hier aus war es nicht mehr weit bis zu unserem Ziel Knielingen. Die letzte Etappe des Tages war mit Abstand die Schönste. Ebenfalls auf dem Rheindamm entlang, ging es vorbei an Seen und versteckten Naturschönheiten. Eine davon habe ich Euch mitgebracht.

Idylle am Rhein bei Knielingen

Karlsruhe – Straßburg

Start: Knielingen bei Karlsruhe
Ziel: Straßburg im Elsass (Frankreich)


Distanz: 102,4 km
Höhenmeter aufwärts: 1.240 m
Höhenmeter abwärts: 1.219 m
Dauer: rund 8 Stunden (reine Fahrzeit)

Übernachtung im Hotel Comfort**, ein Basic-Hotel, etwas außerhalb des Stadtzentrums, dafür aber mit einer guten Möglichkeit die Räder unter zu stellen, was in Straßburg gar nicht so einfach zu finden ist.



Zweite Etappe: Karlsruhe bis Straßburg

Ihr wundert Euch vielleicht, warum wir 8 Stunden für etwas über 100 Kilometer gebraucht haben. Ganz einfacher Grund. Es war sehr windig an diesem Tag und der Gegenwind hat uns richtig zu schaffen gemacht.

Begonnen hat der Tag mit einem kleinen Erlebnis. Kurz nach dem Knielinger See mussten wir den Rheinarm überqueren. Die Brücke ist für Radfahrer ausgelegt, denn an den Seiten befinden sich Laufschienen. Trotz allem, mit Gepäck ist es gar nicht so einfach, das Fahrrad erst einmal hinauf zu schieben. Funktionierte aber dann doch irgendwie.
Danach ging es kilometerlang auf dem Rheindamm entlang. Viel Wasser haben wir am Vormittag nicht gesehen, außer die Tropfen, die von oben kamen.
Als erste Rast haben wir uns für Raststatt entschieden. Auf dem Wochenmarkt frisch gestärkt mit Obst ging es weiter in die zwei Etappe des Tages.
Wir fuhren wieder zum Rhein und hier kam eine der Hürden, von denen ich eingangs gesprochen hatte. An diesem Tag gab es doch recht kräftigen Wind und wie es auch sein sollte, hatten wir Gegenwind und zwar nicht so wenig. Die Strecke am Rhein entlang ist zwar super schön, aber mit Gegenwind eine echte Qual. So haben wir uns bei Rheinmüster auch dafür entschieden die Tour nicht am Rhein fortzusetzen, sondern stattdessen über die Dörfer zu fahren. Die deutlich bessere Entscheidung. So ging es dann durch verschiedene Orte bis nach Kehl. Die letzte Rast in Deutschland.
Von hier aus ging es nur noch über die Brücke und schon waren wir in Straßburg.

Der erste Weg führte uns zum Straßburger Münster. In diesem Moment nicht nur das Wahrzeichen von Straßburg, sondern auch das Wahrzeichen, dass wir es wirklich geschafft haben.
Ein wunderbares Gefühl…

Unsere Unterkunft befand sich etwas außerhalb des Zentrums.
Nach einem anstrengenden und langen Tag auf dem Fahrrad ließen wir den Abend bei einem gemütlichen Elsässer Abendessen ausklingen.


Straßburg – Neuburg am Rhein

Start: Straßburg im Elsass (Frankreich)
Ziel: Bahnhof in Neuburg am Rhein


Distanz: 84,3 km
Höhenmeter aufwärts: 164 m
Höhenmeter abwärts: 194 m
Dauer: 5 Stunden (reine Fahrzeit)



Dritte Etappe: Straßburg bis Neuburg am Rhein

Der dritte Tag unserer Radreise und gleichzeitig auch der letzte. Wir hatten uns auf den Heimweg gemacht. Die linke Rheinseite kannten wir bereits vom Vortag. Für die Heimfahrt hatten wir uns für die Französische Seite entschieden. Diesmal Flussabwärts mit Rückenwind. Wir wurden für all die Strapazen des Vortages entschädigt und konnten es heute richtig gemütlich angehen.

Zunächst fuhren wir durch das, am Sonntagmorgen noch verschlafene Straßburg, bis es außerhalb der Stadt in einen wunderschönen Waldpark ging. Am Ende des Parks führte der Radweg direkt zum Rhein und wir konnten aufgrund der guten Windverhältnisse die Aussicht vom Rheindamm auf den Fluss genießen. So ging es bis zur Deutschen Grenze.
In Neuburg am Rhein hatten wir uns dann entschlossen, die Tour zu beenden und den Rest der Strecke mit dem Zug zurück zu fahren.

Alles in Allem hatten wir ein wunderbares Wochenende mit Höhen und Tiefen, aber vor allem einer wunderbaren Landschaft und einer tollen Radstrecke. Ich hatte mir die Tour etwas einfacher vorgestellt, doch am Ende bin ich dankbar sie gemacht haben zu dürfen und kann sie nur jedem weiter empfehlen.

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I ride my Bike: Mosel-Rhein-Tour

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Nie zuvor habe ich eine Fahrradtour über mehrere Tage gemacht, doch irgendwann ist immer das erste mal. Das Moseltal ist bekannt für den Radfahrtourismus und bestens dafür ausgelegt. Es gibt organisierte Radtouren, die das Gepäck von A nach B bringen und zahlreiche Bed&Bike Gasthäuser. Gewappnet mit zwar sehr limitierter, aber der richtigen Kleidung und einem Fahrrad (kein E-Bike) begann meine Reise mit dem Zug im pfälzischen Bad Dürkheim.

Die Eckdaten der Tour

Start: Saarburg an der Saar, Rheinland-Pfalz
Ziel: Worms am Rhein, Rheinland-Pfalz

Die Anreise haben wir mit dem Zug zu einem super Schnäppchen-Preis bekommen. Für nur 30 Euro bietet die Deutsche Bahn* das Rheinland-Pfalz – Ticket für zwei Erwachsene inklusive Kinder innerhalb 24 Stunden, quer durch Rheinland-Pfalz an.

Strecke: 431,8 Kilometer
Tage: 6 Tage / 5 Übernachtungen
Schwierigkeitsgrad: normal



Saarburg – Trier

Start: Bahnhof, Saarburg
Ziel: Schröders Stadtwaldhotel, Trier – buchen bei booking.com*


Distanz: 26,2 km
Höhenmeter aufwärts: 279 m
Höhenmeter abwärts: 212 m
Dauer: knapp 2 Stunden (reine Fahrzeit)

erste Etappe: Saarburg bis Trier

Die ursprüngliche Tour war ab Trier geplant, jedoch wuchs die Vorfreude im Zug, uns endlich auf den Sattel schwingen zu können, von Minute zu Minute. Also haben wir uns kurzerhand entschlossen, die Tour bereits in Saarburg zu beginnen.

Die Saarburg in der gleichnamigen Stadt in Rheinland-Pfalz

Der Bahnhof in Saarburg ist zentral gelegen und zum Fluß, der Saar, sind es nur wenige hundert Meter. Der Radweg führt direkt am Fluß entlang, über Schleusen und durch Waldstücke. Die erste Etappe bis Konz war ein hervorragender Einstieg auf die kommende Woche.
Ab Konz ging es nun weiter die Mosel hinunter. Nach nur wenigen Kilometern beginnt bereits die Großstadt Trier. Es geht zwar nach wie vor am Fluß entlang, doch je weiter es Richtung Innenstadt geht, desto schmuddeliger wird die Gegend. Auch die idyllische Ruhe, die wir auf den ersten 20 Kilometern erleben durften, war hier nur noch wenig zu spüren.

Das Highlight der Tagesetappe war die Stadt Trier. Nach der Anreise mit Zug und Fahrrad und einem knurrenden Magen suchten wir uns wohl einen der schönsten Plätze der Stadt für das Abendessen. Am Zerlaubener Ufer reiht sich ein Restaurant neben dem anderen. Mit dem Blick auf die Mosel und den dahinter gelegenen Stadtwald eine wunderbare Atmosphäre, den Sonnenuntergang zu genießen.
Die Innenstadt bietet einige Sehenswürdigkeiten, wie den Trierer Dom oder die Porta Nigra. Natürlich haben wir uns einen kleinen Rundgang durch die Stadt mit einem Gläschen Wein in der belebten Fußgängerzone nicht verwehren lassen.

Für die Nacht hatten wir uns im Schröders Stadtwaldhotel* einquartiert. Das Hotel mit einem hervorragenden Service für Radfahrer ist zwar nicht direkt in der Innenstadt gelegen, jedoch lohnt sich die kleine Bergetappe. Vom Trubel in der Stadt bekamen wir in dem schönen Trierer Stadtwald nichts mit und die Terrasse lädt zum Verweilen ein. Zu Fuß sind es gerade mal gute 30 Minuten bis ins Zentrum.

Trier – Bernkastel-Kues

Start: Schröders Stadtwaldhotel, Trier – buchen bei booking.com*
Ziel: Hotel Alt Cues, Bernkastel-Kues – buchen bei booking.com*


Distanz: 77,1 km
Höhenmeter aufwärts: 530 m
Höhenmeter abwärts: 636 m
Dauer: 5 1/2 Stunden (reine Fahrzeit)



Zweite Etappe: Trier bis Bernkaste-Kues

Die Reise beginnt. Die erste Etappe war nur zum warm fahren, doch jetzt geht es richtig los…

Radweg an der Mosel zwischen Trier und Bernkastel-Kues, Rheinland-Pfalz
Moselbrücke bei Schweich

Als wir das Stadtgebiet von Trier verließen, wurde die Gegend so richtig schön. Das Tal wurde langsam enger und die die ersten Weinberge waren zu sehen.
Rund 15 Kilometer nach Trier gibt es die erste gute Gelegenheit für eine kleine Rast. Bei Schweich liegt ein Campingplatz mit einem netten Gartenlokal direkt an der Mosel.

Nach Schweich ist es Zeit die Moselseite zu wechseln. Zwar geht der Radweg auch auch links der Mosel weiter, doch rechts ist der deutlich schönere Radweg. Über kleine Orte wie Kirsch, Longiuch, Rios, Thörnich, Köwerich; Neumagen Drohn, Piesport oder Braunberg, geht die Etappe heute bis nach Bernkastel-Kues. Einer der Tourismusorte an der Mosel schlechthin.
Je weiter man nach Bernkastel-Kues kommt, desto mehr lässt sich die Moselwein-Kultur spüren. Die Hänge werden allmählich steiler und die Gemütlichkeit größer.

Neben der Stadt Bernkastel-Kues war das Highlight des Tages der Weg ab Schweich. Die breiten Radwege durch Waldstücke entlang des Flusses und idyllische Weinberge und die zahlreichen Rastmöglichkeiten machten die zweite Etappe zu einem zu einem besonderen Erlebnis.

Blick auf die Burg in Bernkastel-Kues

Es war nicht ganz so einfach eine gute und günstige Unterkunft in Bernkastel-Kues zu finden. Die Preise für Übernachtungen machen sehr deutlich, dass es sich hier um einen der beliebtesten Orte an der Mosel handelt. Dennoch wurde ich fündig… Für die kommende Nacht hatten wir unser Quartier im Hotel Alt-Kuss, zwar etwas außerhalb des Zentrums, aber mit dem Fahrrad ja kein Problem, aufgeschlagen. Ein kleines aber feines Hotel mit einer gesicherten Abstellmöglichkeit für die Räder und einem hervorragenden Frühstück.

Bernkastel-Kues – Cochem

Start: Hotel Alt Cues, Bernkastel-Kues – buchen bei booking.com*
Ziel: Hotel Holl, Cochem – buchen bei booking.com*


Distanz: 84,2 km
Höhenmeter aufwärts: 682 m
Höhenmeter abwärts: 689 m
Dauer: 6 1/2 Stunden (reine Fahrzeit)



Dritte Etappe: Bernkasel-Kues bis Cochem

Die schönste Etappe der Woche. Wir waren im Mosel-Tal mit den beeindruckenden Weinbergen und atemberaubenden Landschaften angekommen.

Das Zitat von Konfuzius „Der Weg ist das Ziel“ trifft hier den Nagel auf den Kopf. Was genau diese Strecke so besonders machte? Es war nicht nur Weg an sich, der sich durch das enge Moseltal schlängelte. Es waren die wunderbaren kleinen Orte, durch die wir fuhren. Nach etwa 20 Kilometern bereits das erste Highlight: Traben-Trabach. Nach weiteren 20 Kilometer der bekannte Weinort Zell an der Mosel. Tatsächlich hatten wir uns kurz überlegt die Abkürzung zu nehmen und Zell an der Mosel rechts liegen zu lassen, doch der Umweg hat sich mehr als gelohnt. Mit etwas über 80 Kilometern war das die zweitlängste Etappe der Tour, am Ende hat sich aber jeder einzelne Meter gelohnt.

Diese Etappe hat einige Highlights zu bieten. Allem voraus: die atemberaubende Mosellandschaft. Ein weiteres Highlight sind die Städte Traben-Trabach mit der beeindruckenden Brücke zwischen den zwei Stadtteilen und Zell an der Mosel. Der Weinort ist berühmt für ihre „Zeller Schwarze Katz“. Das ist kein Tier, wie man vermuten würde, sondern eine Weinlage in Zell. Die Geschichte der „Zeller Schwarzen Katz“ reicht in das Jahr 1863 zurück und entspringt einer ganz netten Geschichte von Weinhändlern, die auf der Suche nach dem besten Wein waren.
Schlussendlich kann auch Cochem als eines der Highlights der Etappe genannt werden. Wieder ein Ort für Touristen gemacht, bietet Cochem eine super schöne Fußgängerzone und jede Menge an kulinarischem Angebot.

Auch in Cochem war es gar nicht so einfach ein geeignetes Nachquartier mit der Möglichkeit die Fahrräder sicher unterzubringen, zu einem angemessenen Budget zu finden. Schlussendlich wurde ich im Hotel Holl fündig. Ein kleines Biker Hotel, oberhalb des Zentrums (etwa 10 Minutes Fußweg), dass zwar auf den ersten Blick nicht den besten Eindruck macht, aber hervorragende Zimmer und ein super Frühstück bietet. Für eine Radtour völlig ausreichend.

Cochem – Koblenz

Start: Hotel Holl, Cochem – buchen bei booking.com*
Ziel: Deutsches Eck, Koblenz


Distanz: 58,6 km
Höhenmeter aufwärts: 594 m
Höhenmeter abwärts: 621 m
Dauer: 4 1/2 Stunden (reine Fahrzeit)

Vierte Etappe: Cochem bis Koblenz

Nach der Mammut-Etappe am Vortag, war die Strecke von Cochem nach Koblenz das reinste Kinderspiel. Es war klar, dass die vierte Etappe eher eine Erholung wird. Dementsprechend entspannt konnten wir los radeln. Die letzten Kilometer des offiziellen Mosel-Radweg sind lange nicht mehr so beliebt, wie die Strecke von Trier bis Cochem. Das wird daran deutlich, dass es weniger Rastmöglichkeiten an der Strecke gibt. Das Tal wird wieder breiter und die Weinberge weniger bzw. flacher. In der Stadt angekommen, wird es recht hektisch und es lässt sich nicht mehr so unbeschwert fahren, wie bisher. Dennoch ist Koblenz gut mit Radwegen entlang der viel befahrenen Straßen ausgebaut. Obwohl die Tour am berühmten Deutschen Eck in Koblenz, wo sich Rhein und Mosel treffen, noch nicht zu Ende ist, fühlt es sich toll an, es bis hier hin geschafft zu haben.

Das Highlight der Tour war, neben dem beeindruckenden Blick auf die bekannte Moseltalbrücke, die Rast in dem kleinen Weinort Winningen, rund 10 Kilometer vor Koblenz. Der Ortskern ist zwar eher ruhig, doch das gemütliche Gasthaus am Ortsrand lädt zum verweilen ein. Die Ruhe vor dem Koblenzer Sturm.

Die Moseltalbrücke

Natürlich erwähnenswert ist Koblenz, mit der Top Location – Das Deutsche Eck. Hier bietet sich der beeindruckende Blick auf die Festung Ehrenbreitstein.

Das Deutsche Eck in Koblenz

Viele Mosel-Radfahrer beenden ihre Tour in Koblenz. Demnach ist die Stadt auch nur bedingt auf Radfahrtourismus ausgelegt. Es gibt viele große Hotels, allerdings nur wenige mit einem sicheren Abstellort für Fahrräder. Im Hotel zum Hafen wurde ich fündig. Das hört sich erstmal imposant an, tatsächlich würde ich die Herberge eher als Gästehaus bezeichnen. Die Inhaber, ein supernettes Ehepaar mit einem guten Humor und einem etwas chaotischen Stil. Der erste (nicht besonders zufriedene) Eindruck konnte bei mir schnell widerrufen werden und für Radfahrer eine gute location.

Koblenz – Bacharach

das Bild zeigt nur die Strecke bis Boppard

Start: Hotel zum Hafen Koblenz – buchen bei booking.com*
Ziel: Hotel Burg Stahleck, Bacharach – buchen bei booking.com*


Distanz: 80,9 km
Höhenmeter aufwärts: 570 m
Höhenmeter abwärts: 541 m
Dauer: 6 1/2 Stunden (reine Fahrzeit)






Fünfte Etappe: Koblenz bis Bacharach

Die Mosel lag nun hinter uns und es ging weiter den Rhein Flußaufwärts. Das interessante daran war, dass an der Mosel fast ausschließlich E-Bikes unterwegs waren, ab Koblenz bekamen wir jedoch fast nur noch „normale“ Fahrräder zu sehen. Woran das wohl liegt?

Sicher hätten wir den direkten Weg ab Koblenz, den Rhein flußaufwärts wählen können, doch die Strecke war uns mit knapp 60 Kilometern etwas zu kurz für die vorletzte Etappe. Erstaunlich war, dass dass die Energie und die Motivation am Ende der Tour die 400er Marke zu knacken, mit jedem Tag stieg. Deshalb entschieden wir uns für den kleinen Umweg. Ab Koblenz den Rhein Flußabwärts bis zur Eisenbahnbrücke bei Bendorf, von wo es flussaufwärts wieder zurück nach Koblenz ging. Die Landschaft am Rhein war nur wenig mit der Mosellandschaft zu vergleichen. Zwar gab es auch hier die kleinen Ortschaften und die Weinberge, doch irgendwas war anders – aber mindestens genauso schön.

Der Radweg führt, wie auch der Moselradweg stets am Fluß entlang und nur selten gibt es Abschnitte, die durch die Stadt führen. Einzig in Lahnstein ist die Beschilderung und der Ausbau der Radwege nicht besonders gut geregelt.
Eine Besonderheit gibt es bei dieser Etappe zu erleben: Die Überquerung des Rheins mit der Fähre bei Boppard.

Eisenbahnbrücke über den Rhein

Nach der Teilstrecke Bernkastel-Kues – Cochem war diese Etappe die zweitschönste der ganzen Woche. Das erste Highlight des Tages war die Eisenbahnbrücke bei Bendorf. Einerseits so beeindruckend, andererseits sehr gefährlich. Die Brücke ist sehr eng, da ich mich aber von dem Ausblick habe ablenken lassen, kam es zu einem kleinen Unfall. Am Ende ging aber alles gut und es gab keine größere Verletzung. Dennoch würde ich empfehlen, entweder das Rad über die Brücke zu schieben, oder eben voll auf das fahren zu konzentrieren.
Das zweite Highlight is die Strecke ab Boppard bis Bacharach. In dem immer enger werdenden Rheintal reiht sich eine Burg nach der anderen und der Ausblick ist wunderschön. Das Highlight natürlich der bekannte Mäuse-Turm und die noch bekanntere Loreley.

Der Mäuseturm bei Bacharach

Bacharach ist ein kleiner, schnuckeliger Ort. Hinter den Stadtmauern sagen sich Abends Fuchs und Hase gute Nacht, wobei am Tage viele Touristen das kleine Dörfchen besuchen. Ein Restaurant reiht sich an das nächste, was die Wahl nicht gerade einfacher macht. Bekannt ist der Ort für die Burg Stahleck. Zum Abschluss der Tour habe ich uns im Hotel Burg Stahleck einquartiert. Von hier hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Burg und ist zentral im Ort gelegen. Natürlich mit einem sicheren Abstellort für Fahrräder und einem hervorragenden Frühstück.

Die Burg Stahleck in Bacharach am Rhein

Bacharach – Worms

Start: Hotel Burg Stahleck, Bacharach – buchen bei booking.com*
Ziel: Bahnhof, Worms


Distanz: 104,8 km
Höhenmeter aufwärts: 329 m
Höhenmeter abwärts: 315 m
Dauer: 7 1/2 Stunden (reine Fahrzeit)



Sechste Etappe: Bacharach bis Worms

Schlussetappe: geplant war die Heimreise ab Mainz mit dem Zug anzutreten, doch der Ehrgeiz, die 400 Kilometer zu knacken war größer. Am Ende hat es sich jedoch gelohnt.

Von Bacharach bis Bingen wird das enge Rheintal wieder breiter und die Ortschaften größer. Mainz erlebte ich definitiv als keine Radfahrerstadt, auch wenn die Stadt gut mit Radwegen ausgebaut ist. Die Rücksicht der Autofahrer hingegen hielt sich sehr in Grenzen und es war höchste Konzentration geboten. Nach einer kurzen Rast an einer fancy Beachbar am Rheinufer ging es in die Schlussetappe nach Worms. Belohnt wurden wir mit einer tollen Landschaft quer durch die Felder Rheinhessen’s. Der relativ neu gebaute Radweg führt zwar nicht direkt entlang des Rheins, doch „hinterm Deich“ blühten die Wildblumen am Wegesrand und weite Felder geben ein Gefühl der Freiheit.
Die letzten Kilometer bis zum Bahnhof in Worms zogen sich hingegen wie Kaugummi und besonders schön war es durch das Industriegebiet auch nicht mehr. Doch das war der Preis.

Radweg in Rheinhessen

Das absolute Highlight ist die Landschaft zwischen Mainz und Pfungstadt. Wie erwähnt führt der Radweg „hinterm Deich“ quer durch weitläufige Felder mit tollen Wildblumen am Wegesrand. Die Ruhe und die Einsamkeit in dieser Gegend ist atemberaubend. Ein gelungener Abschluss für eine tolle Woche auf dem Fahrrad.

Am Ende waren es 431,8 Kilometer von Saarburg an der Saar, bis Worms am Rhein. Drei Flüsse, tolle Landschaften und jede Menge Eindrücke. Rückblickend ist zu sagen, dass jeder Tag ein anderes Highlight zu bieten hatte. Die Tour war abwechslungsreich und einfach nur ein wunderbares Erlebnis.

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Ausflugsziele rund um Bodenmais

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In meinem letzten Artikel Bodenmais – beliebt und entspannt habe ich Euch bereits erzählt, wo ich meinen Kurztrip im Bayrischen Wald verbracht habe. Jetzt möchte ich Euch zeigen, was es rund um Bodenmais alles zu entdecken gibt:

Bärwurzerei in Zwiesel

Zwiesel ist rund 15 Kilometer vom Ferienort Bodenmais entfernt und bekannt für eine der berühmtesten Bärwurzereien Deutschlands. Die Destille liegt direkt am Ortseingang und mit den liebevollen Malereien an den Hauswänden nicht zu übersehen.

Bärwurzerei in Zwiesel im Bayrischen Wald

Beim Betreten des Verkaufsraumes war ich überrascht, wie klein der Laden ist. Tatsächlich habe ich etwas Größeres erwartet. Wie sich im Nachhinein heraus stellen sollte, reicht das aber völlig aus. Wir wurden direkt von einer sehr netten Dame begrüßt, die uns einlud, den ein oder anderen Schnaps und Likör aus der hauseigenen Bärwurzerei zu testen. Am Ende hatte ich an die 10 Probiererlein hinter mir (Vielleicht waren es auch mehr, ich habe irgendwann aufgehört zu zählen). Zwar wurde ich aufgrund des steigendes Alkoholpegel etwas entscheidungsfreudiger, dennoch ist die Wahl nicht ganz einfach, denn die Bärwurzerei hat sehr viele, sehr gute Schnäpse und Liköre im Angebot.
Überzeugend ist, dass die Bärwurzerei Zwiesel keine Geschmacksverstärker oder Farbstoffe für ihre Produkte verwendet. Alles Natur und auch die ein oder andere wahre Medizin lässt sich darunter finden. Das ursprüngliche Produkt, der Bärwurz, ist zwar lange nicht mehr der Top Seller des Unternehmens, dennoch wird er groß beworben. Der Originale Bärwurz besteht tatsächlich nur aus der Bärwurzel, die an sich schon sehr würzig duftet. Im Glas mit hochprozentigem Alkohol lässt sich die würzige Note deutlich heraus schmecken und als Verdauerlein ist der Bärwurz ein wahres Wundermittel.

Offizielle Website der Bärwurzerei Hieke Zwiesel:
www.baerwurzerei-hieke.de**

Zwiesel im Bayrischen Wald

Weinfurtner Glasdorf

Um eines direkt vorweg zu nehmen. Das Glasdorf liegt nicht etwa, wie zu vermuten ist in Weinfurt, sondern in dem kleinen Ort Ambruck im Bayrischen Wald. Die Neigung zur Glaskunst geht bei der Familie Weinfutner bis in das Jahr 1500 zurück. Das Glasdorf am Rande von Ambruck feiert 2019 sein 40-jähriges Bestehen und es ist beeindruckend, was aus den damals „bescheidenen Mitteln“, wie es in der Geschichte beschrieben ist, heute entstanden ist.
Das Glasdorf ist eine Ausstellungsfläche im Freien, angelegt in einem kleinen Park mit wunderschönen Glasskulpturen und jede Menge Spielspaß für Kinder. In der Glashütte dürfen die Gäste den Glasmachern bei der Arbeit über die Schultern schauen und es werden kostenlose Führungen mit wissenswerten Informationen zur Glasveredelung angeboten. Natürlich gibt es das veredelte Glas auch käuflich zu erwerben.

Offizielle Website des Weinfurtner Glasdorf: www.weinfurtner.de**

Glasskulptur im Weinfurtner Glasdorf im Bayrischen Wald

Gläserne Destille

Die Gläserne Destille war ein Zufallstreffer auf unserer Durchfahrt nach Sankt Engelmar. Ganz unscheinbar habe ich am Straßenrand das Schild „Gläserne Destille“ entdeckt und war neugierig was sich dahinter verbirgt. Im Nachhinein war es eine sehr gute Entscheidung, abzubiegen und genauer nach zu sehen.
Die Gläserne Destille ist ein Schnaps-Museum der Firma Penninger.
Wir hatten Glück, denn als wir ankamen startete gerade eine kleine, kostenlose Führung durch das Museum. Wir durften erfahren, wie der Bärwurz hergestellt wird und die kleinen Häuschen in die große Halle kamen. In dem kleinen Museum gibt es neben dem Schaubrennen, die historischen Gerätschaften zur Likörmanufaktur zu bestaunen und zu guter letzt eine Gratis-Verkostung im kleinen Museumsladen, bei dem die Schnäpse und Liköre getestet werden können.
Der kleine Abstecher hat sich also gelohnt.

Offizielle Website der Gläsernen Destille: www.penninger.de**

Die Gläserne Destille bei Bodenmais im Bayrischen Wald

Waldwipfelweg bei Sankt Englmar

Unser Ausflug zum Waldwipfelweg war eines der Highlights der Reise. Ein breiter Pfad in luftiger Höhe führt über den Wald hinweg und lässt die Bäume aus einer ganz anderen Perspektive entdecken, als man es sonst erlebt. Die Aussicht war selbst an dem etwas trüben Tag überragend. An einem sonnigen Tag stelle ich mir es tatsächlich noch schöner vor.

Waldwipfelweg in Sankt Engelmar im Bayrischen Wald

Nach dem Spaziergang in luftiger Höhe geht es weiter in den Naturerlebnispark. Spielerisch wird den Besuchern die Tier- und Pflanzenwelt des Bayrischen Waldes näher gebracht und ich habe die Herausforderung zum Grunzduell mit einem Wildschein angenommen.
Wir waren in der Vorweihnachtszeit da und hatten so die Gelegenheit, uns mit einem Heißgetränk auf dem Weihnachtsmarkt mitten im Wald, aufzuwärmen, bevor es weiter zum Pfad der optischen Phänomene ging. An den verschiedenen Stationen wurden wir auf eine teilweise ganz beeindruckende Art und Weise, von unseren Sinnen getäuscht.

Ganz am Ende des Pfades steht das „Haus am Kopf“. Tatsächlich ein Haus, das auf dem Kopf steht. Für einen kleinen Extra-Eintritt wurden wir in eine Welt versetzt in der alles um uns herum auf dem Kopf stand und bei dem ganz witzige Bilder der Illusion entstehen. 

Alles um mich herum steht Kopf im „Haus am Kopf“ im Waldwipfelweg Sankt Engelmar

Der Waldwipfelweg war für mich eines der schönsten und auch lehrreichsten Erlebnisse der Reise und ich kann nur jedem empfehlen, sich das Naturerlebnis zu gönnen.

Offizielle Website des Waldwipfelweges: www.waldwipfelweg.de**

Tschechische Republik

Die Grenze zur Tschechischen Republik liegt nur wenige Kilometer von Bodenmais entfernt. Die Glasstraße führt bis zum Grenzübergang bei Bayrisch Eisenstein.
Direkt hinter der Grenze sticht der Duty Free Shop ins Auge. Besonders zu empfehlen sind die lokalen Tschechischen Spirituosen, ob als Mitbringsel oder für den Eigengebrauch.
Bekannt sind die Grenzübergänge für das Plagiatsparadies. Die Shops hinter der Grenze bieten sämtliche Markenkopien zu Spottpreisen. Dann hat eben Adidas mal nur zwei Streifen. Allerdings finden sich zwischen den Ramschläden auch ganz nette Angebote. Vogelhäuschen oder handgemachte Grippen. Schöne Spielwaren aus Holz oder klassisch-kitschige Deko. 

Gerade mal 70 Kilometer weiter südlich befindet sich die Stadt Pilsen, die nicht zuletzt durch das Pilsner Urquell einen internationalen Bekanntheitsgrad erreicht hat.

Nach weiteren 100 Kilometern sind wir auch schon in Prag. Es gibt zwar einiges rund um Bodenmais zu entdecken, dennoch ist ein Tag in Prag sicherlich eine hervorragende Alternative für einen Tagesausflug.

Die Goldene Stadt Prag, Tschechische Republik

Entdecke weitere Ausflugsziele in Deutschland

Meine Reiseempfehlungen für Bodenmais:

  • Bei booking.com* findet Ihr alle Hotels in und um Bodenmais. Ich persönlich habe mit dem Bayerwaldhotel Hofbräuhaus im Zentrum von Bodenmais sehr gute Erfahrung gemacht.
  • Beste Reisezeit: das ganze Jahr durch

Meine Reiseempfehlungen für Prag:

Bodenmais – beliebt und entspannt

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Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich das letzte mal im Bayrischen Wald war. Es muss vor 15 Jahren im November gewesen sein. Ich kann mich heute nur dunkel daran erinnern, aber nun, als ich wieder ein paar Tage in der Region um Bodenmais verbrachte, stelle ich mir die Frage, warum ich so lange gewartet habe, um wieder hier her zu kommen. Gleichzeitig habe ich mir versprochen, nicht noch einmal 15 Jahre zu warten, bis ich wieder kommen werde.
Die Gegend ist ein Traum und gerade in der Winterzeit mit den romanisch verschneiten Dörfchen ein wahrer Alltagsentschläuniger. Vor 15 Jahren hatte ich gar nicht auf dem Schirm, wie schön die Gegend ist, doch nun ist es mir richtig bewusst geworden. Liegt es am Alter, oder dass ich nun genauer hinschaue? Ich weiß es nicht. Fakt ist: es ist toll in Bodenmais und der Region Bayrischer Wald.

Ich verlasse die Autobahn und fahre rund 30 Kilometer durch den Bayrischen Wald. Je näher ich Richtung Bodenmais komme, desto mehr Schnee ist zu sehen. Die Räumungsdienste machen hier einen hervorragenden Job, denn die Straßen sind frei und super zu befahren. Der Blick auf die verschneiten Bäume entlang der Straße macht Freude und schnell wird klar… ich bin im Urlaub.

Verschneite Straße in Bodenmais

Bodenmais

Bodenmais ist ein kleiner Luftkurort tief im Bayrischen Wald, am Fuße des „großen Arber“ (höchster Berg Bayerns, außerhalb der Alpen) und wurde 2012 mit dem HolidayCheck* Destination Award zum „beliebtesten Ferienort Deutschlands“ ausgezeichnet. Die Weichen wurden bereits in den 1880er Jahren gestellt.  Mit der Gründung des Bayrischen Wald-Vereins wurde der Fremdenverkehr in Bodenmais ausgebaut und bereits nach dem ersten Weltkrieg war der heutige Luftkurort der meist besuchte und beliebteste Kurort des Bayrischen Waldes. Mit dem Bau des Freibades, dem Kurhaus und Hallenbad und schließlich dem neuen Rathaus mit Kurverwaltung und dem Kurpark wurde Bodenmais schließlich 1992 das Prädikat „Heilklimatischer Kurort“ verliehen.
Dieser kleine geschichtliche Ausflug soll verdeutlichen, wie sehr sich Bodenmais zu einem entspannten Wellnessurlaub eignet. 

Wie und wo ich meinen kleinen Wellness-und Aktivurlaub verbracht habe, möchte ich Euch in meinem zweiteiligen Reisebericht gerne erzählen und euch dazu animieren, auch mal eine Reise nach Bodenmais zu wagen.

Sonnenaufgang in Bodenmais

Das Hotel in Bodenmais

Für eine Kombination aus Wellness- und Aktivurlaub habe ich mir das Bayerwaldhotel Hofbräuhaus* in Bodenmais ausgesucht. Zugegeben, war ich Anfangs etwas skeptisch was die angebotene 3/4 Pension betrifft. Die Preise sind doch recht happig und entsprechend hoch waren auch meine Erwartungen an die Küche und den Wellnessbereich.

Von der Küche wurde ich sehr positiv überrascht. Wechselnde Speisekarten mit jeweils vier Auswahlmöglichkeiten im Hauptgang. Dazu gab es jeden Tag ein wechselndes Vorspeisenbuffet, eine Suppe und ein Dessert. Nur die Getränke sind nicht inklusive, das ist aber auch völlig in Ordnung.

Den Wellnessbereich hatte ich mir etwas größer vorgestellt. Zuerst musste ich mich in dem kleinen Labyrinth erstmal zurecht finden. Eine Textilsauna mit verschieben Saunen und einem Dampfbad befindet sich im unteren Bereich. Das ist wohl der „alte“ Wellnessbereich des Hotels, dennoch ist alles super in Schuss und sehr gepflegt. Auf verschiednen Ebenen verteilen sich diverse Ruheräume, die ganz liebevoll und sehr gemütlich eingerichtet sind und zum relaxen einladen. Weiter geht es mit einem Schwimmbereich, mit einem mittelgroßen Schwimmbecken und gemütlichen Liegeflächen. Eine Ecke weiter gibt es noch ein Panorama Sprudelbad, dass mit seinen 36°C und dem Blick in die Berge des Bayrischen Wald eine kleine Oase darstellt.
Das absolute Highlight ist der „neue“ Sauna Bereich. Eine große, super schöne Panorama Sauna, ebenfalls mit Blick auf den Wald. Der Außenbereich ist mit gemütlichen Liegen und einen Warmwassersprudelbecken super schön gestaltet.
Der Wellnessbereich ist zwar deutlich kleiner, als ich es angenommen habe, aber super fein und zum entspannen eingerichtet. Aufgrund des verzwickten Labyrinth verteilt sich auch alles ganz gut, so dass es nicht zu eng wird.

Alles in Allem kann ich das Hotel nur weiterempfehlen. Auch wenn der Preis zuerst etwas abschreckend wirkt, es lohnt sich jeder Euro und vergleichbare Hotels in Bodenmais bewegen sich auf dem gleichen Preisniveau.

Der Ferienort Bodenmais

Ich habe tatsächlich schnell bemerkt, dass ich in einem der beliebtesten Ferienorte Deutschlands angekommen bin. In Bodenmais scheint es mehr Hotels und Restaurants als Einwohner zu haben. Das ist natürlich maßlos übertrieben, soll aber verdeutlichen, dass es als Gast in dem kleinen Ort an nichts mangelt, zumindest was das leibliche Wohl betrifft.
Der Ort an sich ist mit seinen etwas über 3.000 Einwohnern sehr überschaubar und idyllisch. Die kleinen Gassen, die hier und da von kleinen Lädchen geziert werden, sind für einen Abendspaziergang nach einem ausgiebigen Wellnesstag hervorragend geeignet. Viel zu erwarten ist hier allerdings nicht. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich auf meinem abendlichen Spaziergang mehr als zehn Menschen begegnet bin.
Die Hauptstraße bildet sogleich das Zentrum von Bodenmais und ist mit seinen Bekleidungsgeschäften, Bäckereien und Metzgereien, wenn auch unwesentlich, belebter.
Am Ortsrand befindet sich der kleine, aber feine Kurpark und mitten drin, der Bahnhof von Bodenmais. Von hier fährt die Waldbahn quer durch den Bayrischen Wald und wirbt mit dem Slogan „entdecke Bayrisch Kanada“. Aufgrund der Kürze der Zeit, hatte ich dieses mal leider nicht die Gelegenheit die Waldbahn zu testen und Bayrisch Kanada zu entdecken, das wird aber sicherlich zu einem späteren Zeitpunkt noch geschehen.
Auch die Touristenangebote, die Gegend rund um den kleinen Ferienort zu entdecken sind zahlreich. So werden Ortsführungen und geführte Wanderungen, sowie Tagesausflüge zum Beispiel nach Prag angeboten.

Winterlandschaft in Bodenmais

Der Silberberg

Bekannt ist Bodenmais unter anderem für den Silberberg und das Silberbergwerk. Bereits im 15. Jahrhundert wurde dort nach Silber gegraben. 1542 stellte das Bergwerk auf die Erzeugung von Vitriol um, das zu der damaligen Zeit zum Färben von Textilien verwendet wurde. Heute ist das Bergwerk für Besucher geöffnet und eine der Attraktionen von Bodenmais. Zu Schade, dass es zu der Zeit als ich da war gerade in den Winterferien war und ich nicht die Gelegenheit hatte, das Bergwerk zu besuchen.

Die Glasstraße

Ebenfalls im 15. Jahrhundert siedelten sich Glashütten rund um Bodenmais an. Die Region entwickelte sich zum Glasveredelungszentrum und bietet heute noch die größte Bleikristallauswahl Deutschlands. Entlang der 250 km langen Glasstraße befinden sich kleinere, aber auch größere Glasbläsereien und Glasveredelungsbetriebe. Die größte und bekannteste ist das Joska Glasparadies**, direkt am Ortsrand von Bodenmais gelegen. Die Auswahl ist riesig und ich bin mir sicher, es wird so ziemlich jedem gehen wie mir und ohne ein Stückchen veredeltem Glas nicht heraus gehen. Übrigens ist das Glas im ganzen Ort zu bewundern. Wo es andernorts nur häßlich graue Straßenbegrenzungen gibt, ziert in Bodenmais hübsches Glas die Straßen.
Wunderbare Glasskulpturen gibt es auch im Weinfurtner Glasdorf zu bestaunen, aber dazu komme ich im zweiten Teil nochmal zurück.

Veredeltes Glas in Bodenmais

Ich hoffe, ich konnte Euch mit meinem ersten Teil Bodenmais – beliebt und entspannt begeistern. Im zweiten Teil Ausflugsziele rund um Bodenmais erzähle ich Euch dann, was ich rund um Bodenmais alles erleben durfte.

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Meine Reiseempfehlungen für Bodenmais:

  • Bei booking.com* findet Ihr alle Hotels in und um Bodenmais. Ich persönlich habe mit dem Bayerwaldhotel Hofbräuhaus im Zentrum von Bodenmais sehr gute Erfahrung gemacht.
  • Beste Reisezeit: das ganze Jahr durch

Die Pfalz im Herbst

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Das saftige grün der Bäume verwandelt sich in ein Farbenmeer aus Orange-, Rot- und Brauntönen. Es duftet nach neuem Wein und Zwiebelkuchen. Ein Schlachtfest hier, ein Schlachtfest da. Überall Wanderer und Radfahrer in den Feldern und Wäldern. Das Leben in der Pfalz pulsiert noch mal so richtig, bevor wir uns in den kurzen Winterschlaf zurück ziehen.

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Sonnenuntergang in der Pfalz im Herbst

Ich würde wetten, dass es vielen Menschen geht wie mir…
Das Fernweh ist größer und die Destinationen in der großen weiten Welt sind oftmals interessanter, als die eigene Heimat und meist kennt man sich in der Umgebung weniger aus, als vielleicht am anderen Ende der Welt. Ist das nicht verrückt?!

Gerade in der letzten Zeit habe ich meine Heimat wieder mehr zu schätzen gelernt und möchte heute eine Lanze für die wunderbare Region Pfalz brechen. Warum denn tausende Kilometer in die Ferne reisen, wenn das schöne doch so nah liegt?!
Ich lade alle herzlich dazu ein, bei der nächsten Reise doch einfach mal an meine Heimat – die Pfalz – zu denken, denn auch hier gibt es viel zu erleben und gerade im „Altweibersommer“ wie es so schön heißt, lebt die Pfalz nochmal so richtig auf.

Der Herbst

Die schönste aller Jahreszeiten in der Pfalz. Man könnte sich nun fragen, warum gerade der Herbst so besonders ist, wo die Pfalz doch so bekannt für ihre Weinfeste und die sommerlichen Ausflüge in den Pfälzer Wald ist. Das stimmt. Die Pfalz ist das ganze Jahr über eine tolle Region und wenn ich es mal ganz genau betrachte, lebe ich da, wo andere Urlaub machen. Ich möchte Euch verraten, was die Pfalz im Herbst so besonders macht.

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Weintraube und Rebstock in der Pfalz im Herbst

Die Weinlese und der „neue Wein“

Im Spätsommer geht es langsam los, dass die Winzer ihre Ernte einbringen, bis dann im September und Oktober die Vollernter die Weinberge beherrschen. 

Im Weinbaugebiet Haardt, dass sich in die Südliche Weinstraße und die Mittelhaardt Deutsche Weinstraße aufteilt, sind ganze 64 weiße und 62 rote Rebsorten für den Anbau zugelassen. Wobei ich an dieser Stelle zugeben muss, dass die Pfälzer Weinbauer ihre Stärke eher in den Weißweinen haben. Der mit Abstand meist angebaute und bekannteste Pfalzwein ist der Riesling. Unser traditioneller Schorlewein. Gefolgt von den weniger säurebetonten Sorten Müller-Thurgau und dem alt bekannten Silvaner. In den letzten Jahren wurden die Pfälzer Rotweine aber deutlich besser und bekannter und lange können wir mehr als nur den Portugieser Schoppenwein, den wir nicht Rosé, sondern ganz simpel Weißherbst nennen. Tatsächlich ist der Dornfelder der meist angebaute Rotwein in der Pfalz, während der Spätburgunder die Hälfte der roten Anbaufläche ausmacht.

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Weintraube in der Pfalz im Herbst

Unumgänglich in der Pfalz im Herbst ist der Federweiße. Die Pfälzer fackeln nicht lange und bringen ihren frisch gepressten Rebensaft einfach direkt ins Glas und nennen das ganze dann „neuer Wein“. Vom „Süßen“ (Traubensaft) bis zum „Bizzler“, der übrigens mehr Alkohol enthält, als der Geschmack vermuten lässt, bieten die lokalen Winzer bei zahlreichen Weinlesefesten ihren „Neuen“ in Kombination mit Zwiebelkuchen an.

Die Weinlesefeste

Wie ich Euch schon in meiner Ode an den Dürkheimer Wurstmarkt verraten habe, ist eine unserer Hauptbeschäftigungen das Feiern. Die Weinfestsaison lassen wir somit mit den zahlreichen Weinlesefesten in der Region ausklingen.

Das mit Abstand größte und bekannteste Weinlesefest sind die „Neustadter Haiselcher“. Mittlerweile gleich einem Volksfest auf dem Bahnhofsvorplatz in Neustadt an der Weinstraße, dass in den traditionellen „Haiselcher“ neben den kulinarischen, lokalen Spezialitäten, am Wochenende mit Live-Musik und jede Menge neuem Wein, tausende von Besuchern anlockt. Natürlich gibt es hier auch den „alten Wein“ in gemütlichem Ambiente zu genießen. Tatsächlich werden über die vier Wochen, die das Weinlesefest andauert, kleine Häuschen aufgebaut, die ganz liebevoll dekoriert werden. Daher auch der Name „Haiselcher“.

Ein absolutes Highlight, und lange kein Geheimtipp mehr, ist das Weinlesefest in der Weinbiet Manufaktur** in Mußbach. Hier gibt es die Weinlese, zumindest unter der Woche, hautnah zu erleben. Die Weinbiet Manufaktur** ist eine Winzergenossenschaft, die die einmalige Möglichkeit bietet, bei der Anlieferung der Trauben live dabei zu sein, den Kellermeistern über die Schultern zu schauen und dabei den köstlichen neuen Wein und Pfälzer Spezialitäten im Hof der Genossenschaft zu genießen. Das Konzept ist so simpel wie genial. Die Gäste bringen Ihre Speisen mit und kaufen den dazugehörigen Wein direkt beim Hersteller. Nicht selten sind festlich gedeckte Tafeln mit Tischdecken und Kronleuchtern zu entdecken, die die Gäste für das gemütliche Zusammensein von zu Hause mitbringen und die „Neue-Wein-Zeit“ geradezu zelebrieren. Natürlich hat die Winzergenossenschaft auch am Wochenende ihre Pforten geöffnet, allerdings ohne Traubenanlieferung und Kellermeister.

Dieses Stück Kulturgut gibt es auch kleiner zu erleben. In jedem Ort entlang der Weinstraße finden sich Winzer, die ihre Höfe öffnen, um den Gästen den neuen Wein direkt ins Glas zu zapfen. Der traditionelle Zwiebelkuchen darf hier auf keinen Fall fehlen.

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Weintraube in der Pfalz im Herbst

Es gibt noch mehr als Wein

Ja, es ist schon auffällig. Immer wenn ich über die Pfalz berichte, geht es in erster Line um den Wein und die Weinfeste. Das liegt wohl daran, dass das ein großer Teil unserer Kultur ist und wir gesellige Menschen sind. Vor kurzem habe ich mir sagen lassen, dass wir „Draußen-Menschen“ seien. Auch eine nette Beschreibung, die ich jetzt einfach mal so stehen lassen würde. Das bringt mich zu dem Punkt, dass die Pfalz noch viel mehr als nur Wein und die Feste zu bieten hat, nämlich eine wunderschöne Natur und nette kleine Dörfchen mit sehr viel Charme.

Der Herbst ist die beste Zeit, die Region (und die Pfälzer Waldhütten) besser kennen zu lernen. Für Outdoor-Lustige bieten die wunderschönen Wander- und Fahrradwege ausreichende Gelegenheit dazu. In diesem Jahr habe ich mich ausgiebig damit beschäftigt und möchte Euch eine Tour ganz besonders ans Herz legen: eine Wanderung zur Pfälzer Waldhütte „Lamberts Kreuz“ an einem Donnerstag zum Schlachtfest. Natürlich hält die Speisekarte auch Gerichte für Vegetarier bereit.

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Der Pfälzer Wald im Herbst

Meine drei Lieblingstouren

Wanderung zum Weinlesefest in Mußbach

Wir starten in der wunderschönen Stadt Bad Dürkheim. Zu Fuß geht es Richtung Süden nach Wachenheim, in dem die deutschlandweit bekannte Sektkellerei Schloss Wachenheim** beheimatet ist. Sehr lohnenswert ist der Abstecher auf die Wachtenburg, von der wir den weiten Blick über die Weinstraße genießen. Nach dem kurzen, aber knackicken Auf- und Abstieg geht es weiter in den schönen Ort Forst an der Weinstraße, den wir über die Weinberge in Richtung Deidesheim verlassen. In Deidesheim angekommen sollten wir nun eine kleine Rast einlegen. Die zahlreichen Gastronomen bieten alles was das Herz begehrt, allerdings würde ich für eine Wanderung in jedem Fall einen Vesper empfehlen. Irgendwie schmeckt es, bei so einer Tour, aus dem Rucksack doch immer besser. Weiter geht es in die letzte Etappe, die sich nun ganz schön zieht und wir ausreichend Gelegenheit haben, die Weinberge zu bestaunen und die ein oder andere Traube zu stibitzen. Nach rund 15 Kilometern sind wir dann in Mußbach beim Weinlesefest angekommen und können uns den neuen Wein zu Pfälzer Spezialitäten schmecken lassen.
Für den Rückweg würde ich den Zug empfehlen.

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Der Weinberg in der Pfalz im Herbst

Fahrradtour in die Domstadt Speyer

Auch hier starten wir in Bad Dürkheim. Die Fahrradwege, sowie die Ausschilderungen in der Region sind hervorragend und wir werden auf unserem Weg nach Speyer noch keinen Kilometer auf Verkehrsstraßen fahren müssen. Von Bad Dürkheim machen wir uns auf den ersten und einzigen kleinen Anstieg des Tages auf gen Südwesten nach Friedelsheim. Wir lassen die Weinberge hinter uns und fahren durch das Feld nach Dannstadt-Schauernheim. Auf dem Weg begegnen uns Zwiebeln, Kohl und Co. Nächster Ort auf unserer Tour ist Schifferstadt. Ab hier kommen wir auf den Fahrradweg, der bereits den Dom zeigt und wir fahren durch ein kleines Waldstück auf befestigten Radwegen bis in die wunderschöne Domstadt Speyer. Hier angekommen haben wir rund 28 Kilometer hinter uns gelassen und können gemütlich durch die Stadt schlendern.

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Wanderung zum Lamberts Kreuz

Die Pfälzer Waldhütte ist aus allen Richtungen zu erreichen, ich habe mich aber für die kurze Variante entschieden. Mit dem Auto fahren wir zum Parkplatz des Kurpfalzpark** in Wachenheim. Von da aus starten wir unsere Wanderung durch den Pfälzer Wald. Es geht oberhalb des Kurpfalzpark** Gelände entlang und hier und da scheint ein Reh aus dem Park ausgebüchst zu sein, denn mit etwas Glück können wir die menschenscheue Tiere am Wegesrand erhaschen. Rund 7 Kilometer geht es mal mehr, mal weniger steil hinauf in Richtung Waldhütte. Verlaufen ist hier fast unmöglich, denn der Weg gabelt sich nur einmal, wo wir uns einfach rechts halten. Am Lamberts Kreuz angekommen erwartet uns eine unheimlich gediegene Atomsphäre mit Holztischen- und Bänken vor der Hütte und einer liebevoll eingerichteten Gaststätte. Von Oktober bis März findet hier wöchentlich am Donnerstag das Schlachtfest statt und es gibt die Pfälzer Spezialitäten Leberknödel, Bratwurst und Wellfleisch auf den Tisch.

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Pfälzer Waldhütte

Ich hoffe Ihr folgt meiner Einladung…

Zum Wohl die Pfalz

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Party around the World: Dürkheimer Wurstmarkt

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„354 lange Tage warten wir, der Platz vor’m großen Fass, der ist noch leer.
Doch bald ist es soweit, es naht die Wurstmarktzeit,
mit Weck un Worscht un Woi un Grand Malör“
(Auszug aus dem Wurstmarktsong „Viva Wurstmarkt“ der regionalen Partyband Grand Malör**).

Wenn eines klar ist, dann dass die Bad Dürkheimer gerne feiern und das am liebsten mit Weck un Worscht un Woi und am allerliebsten tun sie das auf dem Dürkheimer Wurstmarkt.

„Die Zelte steh’n, das Riesenrad und die Wildwasserbahn.
Es riecht nach Bratwurst, Popcorn und Pommes Frites.
Die Schubkärch steh’n bereit und jetzt is es soweit,
der Wurstmarkt lebe hoch und alle singen mit:
Viva Wurstmarkt, jetzt bist Du wieder da.
Viva Wurstmarkt, wir warten schon ein ganzes Jahr .
Und läuft der erste Rieslingschorle durch den Hals, dann singen wir:
Viva Wurstmarkt. Hoch lebe die Pfalz.

Wie ein Magnet zieht unser Wurstmarkt alle in den Bann
und wer gern feiert, ist hier mit dabei.
Musik und Pfälzer Wein, da bleibt niemand allein,
der Wurstmarkt lebe hoch und äner geht noch noi.

Im Hamel-Zelt, da tobt die Menge, bis die Schwarte kracht.
Am Schubkarchstand da schunkelt man von früh bis in die Nacht.
Und findest Du Dein Wurstmarkt-Girl, dann wird es sicher heiß,
auch wenn Du schon am nächsten morgen nichts mehr davon weißt.“
(Auszug aus dem Wurstmarktsong „Viva Wurstmarkt“ der regionalen Partyband Grand Malör**).

Treffender hätte die regionale Partyband Grand Malör** den Wurstmarkt im Herzen der Pfalz, der Kleinstadt Bad Dürkheim, nicht beschreiben können. Für Einheimische ist es nicht nur das größte Weinfest der Welt, mehr ist es die fünfte Jahreszeit, auf die wir „354 lange Tage“ hin fiebern, aber ebenso froh sind, wenn es wieder vorbei ist.

Zum 600. Jubiläum 2016 wurde sogar ein Countdown aufgestellt, der die Tage zählt, bis es endlich wieder los geht. Wenn die letzten Töne im Hamel-Zelt von Grand Malör** „Hoch lebe die Pfalz“ ertönen, ist alles wieder vorbei und der Countdown startet von vorne.

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Ja, die Dürkheimer lieben ihren Wurstmarkt und so möchte ich heute diese Liebe gerne mit Euch teilen. Das Leuchten in den Augen der Dürkheimer ist auch nach 600 Jahren ungebrochen, wenn sie das Wort „Wurstmarkt“ hören und vielleicht kann ich mit meiner kleinen Liebeserklärung auch ein Leuchten in Eure Augen zaubern.

Zu Anfang gleich mal eine kuriose Geschichte, was die Feierlust der Dürkheimer bestätigen soll: 1949 wurden „500 Jahre Dürkheimer Wurstmarkt“ gefeiert, bis einige Jahre später der Heimatforscher Ernst Zink heraus fand, dass es den Wurstmarkt in seiner ursprünglichen Form schon viel früher gab, nämlich 1417. So wurde 2016 (51 Jahre später) der 600. Dürkheimer Wurstmarkt gefeiert und ein Jahr drauf mit „600 Jahre Dürkheimer Wurstmarkt“ setzte die Stadt Bad Dürkheim gleich nochmal einen drauf. Auch dieses Jahr lässt es die Stadt wieder richtig krachen, auch wenn es ausnahmsweise mal kein Jubiläum gibt.

Den Besuchern ist es heute meist egal, wie lange das Traditionsfest schon besteht und wie der Wurstmarkt eigentlich entstand. Wichtig ist, dass ausreichend Wein im Vorrat ist. Wie Wein? Wir sind doch beim Wurstmarkt? Dazu komme ich später noch…
Erst einmal möchte ich Euch die Entstehung nicht vorenthalten und eine große Lanze für den Festausschuss brechen, die auch nach über 600 Jahren die Traditionen wahren und immer wieder mit neuen Highlights das Fest beleben.

Für alle Nicht-Pfälzer!!!
Vorab das kleine Einmaleins der pfälzischen Begrifflichkeiten:

Weck un Worscht un Woi:
Ganz einfach - Brötchen und Wurst und Wein - die Grundnahrungsmittel der Pfälzer. Vor allem der Wein.

Äner geht noch noi:
Pfälzischer Dialekt für: einer geht noch rein.
Damit ist natürlich der Rieslingschorle gemeint, der in der Pfalz quasi als Grundnahrungs-     mittel gilt und weil die Pfälzer ihre Geselligkeit so lieben, ist die Antwort auf ein „ich gehe jetzt nach Hause“ in der Regel: „Kumm, äner geht noch noi".

Schubkärchler:
Das sind Weinzelte aus einem Holzgerüst mit einer Zeltplane auf dem Dach und an den Seiten. Ausgestattet mit schmalen Tischen und Bänken, die mit Holzpfählen im Boden gerammt und  sehr eng sind. Am Kopf eine Theke, der Ausschank. Die Pfälzer Geselligkeit kommt hier von        ganz alleine. Abgeleitet ist der Name von den damaligen Schubkarren, mit denen die Bauern     vor über 600 Jahren ihre Güter auf den Michelsberg transportierten.

Schoppe:
Wein oder Weinschorle in einem, für die Pfalz typischen, Halbliter-Glas. 

Dubbeglas:
Ein Halbliter-Glas mit Dubbe (runde Einkerbungen - pfälzisch für Tupfen). 
Warum die Pfälzer Dubbe im Glas haben? Ganz einfach: einer Geschichte nach, hatten die          Pfälzer Metzger bei Schlachtfesten immerzu das Problem, dass ihnen das Stangenglas aus       den fettigen Händen flutschte. So erfanden sie kurzerhand das „Tupfen“ Glas und das Problem war gelöst.
Jetzt das kuriose: ein echtes Dubbeglas hat genau 36 Dubbe - genau so viele, wie es                      Schubkärchler auf dem Wurstmarkt gibt. Ist das der Hammer?

Reitschul:
Pfälzischer Dialekt für: Karussell

Zäpler (Zäpfler):
Das sind die Menschen, die während der neun Tage Wurstmarkt hinter der Theke in den               Schubkärchlern stehen und tausende Liter Wein ausschenken.

Die Geschichte des
Dürkheimer Wurstmarkt

Wie bereits erwähnt, gehen die Recherchen auf das Jahr 1417 zurück.
Es begann alles mit dem Michaelismarkt, der am 29. September, dem Namenstag des heiligen Michael, Pilger auf ihren Wallfahrten zur Kapelle auf dem Michelsberg zog.
Die heimischen Bauern und Winzer machten sich das Ereignis zu nutze und transportierten mit Schubkarren Wein, Wurst und Brot auf den Berg. Später gesellten sich Händler, Gaukler und Musikanten hinzu und das Treiben wurde von Jahr zu Jahr wilder und größer, so dass der Platz auf dem Michelsberg irgendwann knapp wurde.
1577 wurde das rauschende Fest schließlich auf die Brühlwiesen, heute besser bekannt als Wurstmarktplatz, am Fuße des Michelsberges gelegt.

By the Way: Der Michelsberg ist die älteste Weinlage der Pfalz und heute steht auf dem Platz wo früher mal die Wallfahrtskapelle stand, ein kleiner Nachbau als Wahrzeichen. Von dort oben hat man einen wunderschönen Blick über den Wurstmarkt und die ganze Stadt Bad Dürkheim.

Mit der Einführung der Reformation ging der religiöse Gedanke des Festes zwar verloren, gefeiert wurde dennoch weiterhin. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde der Markt auf drei Tage verlängert und der Fokus lag nun auf dem Vergnügungsangebot. Feuerschlucker, ein Kasperl-Theater und eine Reitschul kamen hinzu.

Ein Kasperl-Theater gibt es auf dem Dürkheimer Wurstmarkt heute leider nicht mehr, aber eine kleine Geschichte aus meiner Kindheit möchte ich gerne mit Euch teilen: Meine Eltern, damals Zäpler eines Schubarchstandes, waren zur Wurstmarktzeit immer sehr beschäftigt und meine Großeltern hatten die Aufsicht. Als echter Dürkheimer lässt man sich einen Nachmittag bei Weck un Worscht un Woi in geselliger Runde natürlich nicht entgehen und so merkten sie erst einige Zeit später, dass ihre kleine Sabine verschwunden war. Ich hatte mich in das Kasperl-Theater verzogen und mir eine Vorstellung nach der anderen angeschaut und nicht bemerkt, wie meine Eltern und Großeltern hektisch auf dem Wurstmarktplatz herum irrten und mich suchten. Schlussendlich fanden sie mich im Kasperl-Theater, wo ich an diesem Tag einen Dauerplatz gemietet hatte.
Skandal würde man heute dazu sagen, damals aber kein Problem und definitiv eine Geschichte, die lange im Gedächtnis bleibt.

1832 wurde zum ersten mal der Name „Wurstmarkt“ erwähnt. Grund dafür war der hohe Wurstkonsum während des Festes. Ich würde wetten, dass die Wurst auch heute noch die meist verzehrte Speise auf dem größten Weinfest der Welt ist.

Von Jahr zu Jahr wurde das Fest größer und die Dauer wurde länger, so dass ein Nachmarkt, sprich ein weiteres Marktwochenende, ins Leben gerufen wurde. Aufgrund der besseren Wetterbeständigkeit wurden Vor- und Nachmarkt um jeweils ein Wochenende vorgezogen und so findet der Dürkheimer Wurstmarkt heute noch an jedem zweiten und dritten Wochenende im September statt.

Eine Pause gab es während dem zweiten Weltkrieg und 1948 wurde aufgrund der Wurstknappheit ersatzweise ein Fischmarkt abgehalten. Zudem gab es im selben Jahr für jeden Besucher nur eine Flasche Wein, deren Zuteilung mit einer Lochkarte kontrolliert wurde.

Nach dem Krieg kam der wirtschaftliche Aufschwung und damit auch der boomende Weinkonsum auf dem Wurstmarkt. Fahrgeschäfte, unter anderem das Wahrzeichen des Wurstmarkt’s, das Riesenrad, gesellten sich hinzu und so ging es sowohl mit den Besucherzahlen, als auch mit dem Weinkonsum stetig bergauf. Der Rekord liegt bei 685.000 Besuchern (38mal so viele Menschen, wie Bad Dürkheim Einwohner hat) und 650.000 Gläsern Wein über 9 Tage.

Das größte Weinfest der Welt

Mal kurz ein paar Zahlen und Fakten, wie sich der ursprüngliche Michaelismarkt zum größten Weinfest der Welt gemausert hat:

  • 2 Feuerwerke zum Abschluss des Vor- und des Nachtmarktes
    (Jeweils um 21.00 Uhr am Vormarkt-Dienstag und Nachmarkt-Montag)
  • 3 Festzelte mit Musik von früh bis spät
  • 9 Tage im September wird gefeiert
    (Einheimische feiern auch gerne mal „zwischen den Tagen“ – Offiziell ist der Wurstmarkt von Freitag bis Dienstag am ersten und von Freitag bis Montag am zweiten Wochenende geöffnet.)
  • 12 Wein- und Gastronomiezelte im Weindorf in stilvollem Ambiente
  • 36 Schubkärchler sorgen für die Pfälzer Gemütlichkeit
  • 80 Meter ist das derzeit höchste Fahrgeschäft
  • 300 Sorten Wein und Sekt sind im Angebot
  • 600 Jahre und ein bisschen Tradition
  • 30.000 Dubbegläser sind im Einsatz
  • 45.000 qm fasst der Wurstmarktplatz zwischen Saline und dem Riesenfass
  • 650.000 Gläser Wein gehen über die Theke
  • 700.000 Würstchen werden verzehrt
  • 685.000 Besucher feiern an 9 Tagen

Tradition beim Dürkheimer Wurstmarkt

Die Tradition Weck un Worscht un Woi ist bis heute zweifelsohne ungebrochen. Aber auch die Schubkärchler, die heute natürlich deutlich moderner sind, als noch vor 600 Jahren, ist eine bestehende Tradition und tatsächlich einzigartig in der Pfalz.
Eine weitere ungebrochene Tradition, sind die Musiker, die früher wie heute für die Geselligkeit sorgen. An den Sonntag-Nachmittagen ziehen die rollenden Musikanten von Gang zu Gang zwischen den Schubkärchlern. Gute Laune, Geselligkeit und Schunkeln garantiert. Wer nun denkt, dass ist nur etwas für „alte Leut“ liegt hier falsch. Jung und alt von nah und fern kommen, um den Dürkheimer Wurstmarkt zu sehn.

Für mich, wo ich quasi auf dem Dürkheimer Wurstmarkt aufgewachsen bin, wäre eine Wurstmarkt ohne Riesenrad und Kettenkarusell, die Schubkärchler, ein guter Schoppe Rislingschorle, den Literarischen Frühschoppen und die Wurstmarkt-Bands, kein Wurstmarkt mehr. Also, lasst uns feiern…

Die Eröffnung

Am zweiten Freitag im September ist es soweit und der Wurstmarkt wird in alt bewährter Tradition eröffnet. Nach dem Festumzug, der von der Stadtmitte zum Wurstmarktplatz zieht, folgt das traditionelle Eröffnungsspiel, bis schließlich durch den Wurstmarktwinzermeister das Weinfass angestochen wird. Mit den drei folgenden Schüssen gilt der Dürkheimer Wurstmarkt dann offiziell als eröffnet.

Die Schubkärchler und der Schoppe

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Das Herzstück des Dürkheimer Wurstmarkt: die Schubkärchler. 36 an der Zahl – nach guter alter Tradition. Die Winzer und Zäpler geben sich Jahr für Jahr die allergrößte Mühe, den schönsten Stand des Festes zu präsentieren. So findet man ganz liebevoll gestaltete Schubkarchstände, die zur Gemütlichkeit einladen.
Ein „hier ist ja gar kein Platz mehr“ gibt es hier nicht. Wie einst der Mundartdichter Karl Räder sagte: „Hier triffst Du gute alte Bekannte, die Du Dein Lebtag noch nicht gesehen hast“. So war es früher und so ist es heute noch. Ist das nicht wunderschön?
Weingüter und Genossenschaften aus Bad Dürkheim und der Umgebung schenken eigenständig oder eben über Zäpler ihre vorher, von einem Komitee auf „Tauglichkeit“ getesteten Weine aus und meist gehen die Schoppen als Schorle über die Theke. Aber Achtung: eine Pfälzer Schorle besteht zu 80% aus Wein (meist Riesling) und gerade mal 20% Wasser. Stilgläser sind hier Tabu, dafür gibt’s das Weindorf.

Das Weindorf

Bereits seit über 35 Jahren besteht das Weindorf auf dem Dürkheimer Wurstmarkt und lockt die Besucher mit stilvollem Ambiente. Natürlich dreht sich in den 12 Weinzelten auch alles um den Weingenuss. Ausgewählte Weine und Sekte werden hier stilgerecht in Stilgläsern serviert. Den Shoppen gib’t natürlich auch hier, allerdings zieht das Weindorf Besucher, die sich sonst eher weniger für Volksfeste begeistern lassen, aber trotz allem die Pfälzer Weinfestkultur erleben möchten. Die musikalische Untermalung darf auch hier nicht fehlen. In stilvollem Ambiente gibt es an den beiden Sonntagen Jazz auf die Ohren.
Ebenfalls ein Highlight im Weindorf ist die Inthronisierung der Bad Dürkheimer Weinprinzessin am Vormarkt-Montag. Nach guter alter Tradition wird die neue Weinprinzessin hier in ihr Amt eingeführt.

Der Literarische Frühschoppen

Ja, die Dürkheimer haben kein Problem schon früh am Morgen einen Schoppen zu trinken. In den 60er Jahren entstand der Literarische Frühschoppen als ein kleines, geselliges Beisammensein bei Pfälzer Mundart. Aus dem klein wurde mittlerweile ein riesengroß und so pilgern am Vormarkt-Montag Tausende Feierlustige in die Schubkärchler und das teilweise schon um 4 Uhr morgens, um sich die besten Plätze zu sichern. Ab 7.00 Uhr ist der Ausschank geöffnet und um 10.00 Uhr beginnen die Mundartvorträge, die über Lautsprecher in alle Schubkärchler übertragen werden. Die „anonyme Giddarischde“** läuten dann gegen 13.00 Uhr mit ihrem „Pfalzlied“ den krönenden Abschluss ein und es gibt so gut wie niemanden, der hier nicht zum mitsingen animiert wird. Wer nun denkt, bis hierhin wurde nur Wasser getrunken, weit gefehlt. Der Frühschoppen macht seinem Namen alle Ehre und tatsächlich geht fast ausschließlich Wein über die Theke. Das sollte Beweis genug sein, dass die Bad Dürkheimer gerne feiern.

Man könnte nun langsam den Eindruck bekommen, die Dürkheimer sind nur am trinken. Ganz abstreiten würde ich das hier jetzt nicht, zumindest über die Wurstmarktzeit, aber tatsächlich ist der Wein Teil der Pfälzer Kultur und die restlichen 354 Tage geht auch alles seine geregelten Bahnen in Bad Dürkheim. Wobei, zugegeben, das ein oder andere kleinere Weinfest gibt es dann schon noch. Wir lieben eben unsere Geselligkeit und die Pfälzer Gemütlichkeit.

Die Wurstmarkt-Bands

Feiern ohne Musik, das geht natürlich nicht. Aber keine Sorge, auch hier ist der Dürkheimer Wurstmarkt seiner Tradition treu geblieben. In den drei Festzelten stehen jeden Tag regionale und überregionale Bands auf der Bühne.
Seit über 30 Jahren ist das Hamel-Zelt** (Traditions-Festzelt) mehr als etablierter Partygarant des Dürkheimer Wurstmarkt. Kommentare wie „beste Party auf dem Dürkheimer Wurstmarkt“ sind keine Seltenheit. Vor einigen Jahren noch feierten über 2.000 Besucher an einem Abend im Zelt und rissen im wahrsten Sinne des Wortes, die Hütte ab. Nachdem die Band aufhörte zu spielen wurden Berge zerstörter Tische und Bänke vor dem Zelt aufgetürmt, um sie in der selben Nacht durch neue zu ersetzen. Mittlerweile wurden die Garnituren eigens für den Wurstmarkt verstärkt, so dass die Feiermeute ohne Gefahr auf Tischen und Bänken zu Rock- und Partymusik, Soul, Rock’n Roll und Schlager, tanzen kann.

An jedem Nachmarkt-Freitag findet der sogenannte Schlager-Nachmittag (ehemals Senioren-Nachmittag) statt. Bekannte Künstler wie Bata Illic** und Tony Marshall** standen hier schon auf der Bühne. Zugegeben, eher was für die ältere Generation, aber das ist das Schöne am Dürkheimer Wurstmarkt. Für jung und alt ist etwas dabei.

Die regionale Band Gand Malör**, die ich zu Anfang mit ihrem Wurstmarktsong bereits vorstellte, sind mittlerweile eine feste Institution zum Abschluss des Dürkheimer Wurstmarkt. Mit „Hoch lebe die Pfalz“ schließen sie gemeinsam mit hunderten von Gästen den Dürkheimer Wurstmarkt am Nachmarkt-Montag ab.

Wo vor Jahren noch bis früh in den Morgen gefeiert wurde, herrscht nun eine Sperrstunde, aber dazu später mehr.

Die Fahrgeschäfte

Auch diese Tradition wurde weiter geführt. Was mit einer Reitschul begann ist heute ein großes Fahrvergnügen für groß und klein. Zahlreiche Fahrgeschäfte, sowie Los- und Spielbuden sorgen für Adrenalin und Spielspaß für groß und klein. Was auf keinen Fall fehlen darf ist das Riesenrad und das Kettenkarusell. Beides Wahrzeichen des Dürkheimer Wurstmarkt’s. Seit diesem Jahr gibt es auch für die Fahrgeschäfte eine Sperrstunde. Alle Bahnen, die über einen bestimmten Geräuschpegel kommen, müssen um Mitternacht den Stecker ziehen.

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Das Riesenrad auf dem Dürkheimer Wurstmarkt

Das Feuerwerk

Gleich zwei Feuerwerke ziehen die Besucher am Vormarkt-Dienstag und am Nachmarkt-Montag zum Dürkheimer Wurstmarkt. Am Entstehungsplatz des Festes, an der Michaeliskapelle auf dem Hügel wird die imposante Pyrotechnik abgefeuert und von Jahr zu Jahr wird nicht nur der Himmel, sondern auch die Augen der Besucher erleuchtet. Wunderschöne Feuerwerke, die eine Geschichte zum entsprechenden Motto erzählen. Zum 600. Wurstmarkt gab es zum ersten mal eine Begleitung von Musik, die perfekt auf das Feuerwerk abgestimmt wurde. Definitiv eines bzw. zwei der Highlights des größten Weinfest’s der Welt.

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Das Feuerwerk beim Dürkheimer Wurstmarkt

Der Wurstmarkt-Orden

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Nicht mehr weg zu denken ist der Dubbeglas-Orden, der nun bald sein 20jähriges Jubiläum feiert. Schon vorher gab es Anstecker in ähnlicher Form. Den ältesten datiert die regionale Zeitung, die Rheinpfalz** aus der Zeit vor 1939. Noch eine Tradition.
Der Dubbeglas-Orden ist ein sehr beliebtes Souvenir des Dürkheimer Wurstmarkt und als Dürkheimer ist es so etwas wie eine Verpflichtung einen Dubbe-Orden zum Besuch des Dürkheimer Wurstmarkt zu tragen. Der Kult kennt hier keine Grenzen und Extrem-Sammler geben auch gerne mal über 100 Euro, für einen Dubbe-Orden aus vergangener Zeit aus. Einige Stücke sind schon gar nicht mehr zu bekommen.

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In den vergangenen Jahren wurde das Merchandising noch weiter ausgebaut und so gibt es heute den I-Dubbe-Stand, der mit kleinen Mitbringsel und Souvenirs, wie T-Shirts, Mini-Dubbegläser zum Anhängen (oder was auch immer) und weitere kleine Nettigkeiten die Fangemeinde versorgt.
Mittlerweile auch sehr beliebt: Die Wurstmarkt-Teddie, die es nur an den Greifautomaten mit etwas Glück zu ergattern gibt.

Die Kleiderordnung

Eine Kleiderordnung bei einem Weinfest? Nicht wirklich! Aber sicherlich wird einigen Besuchern, besonders beim Literarischen Frühschoppen, das traditionelle Winzerhemd oder das Wurstmarktdirndl auffallen. Anfangs stand ich dem Dirndl etwas skeptisch gegenüber. Wir wollen doch keine Oktoberfest-Kopie werden, aber tatsächlich trug man früher in der Pfalz ebenfalls Tracht und so lässt das offizielle Wurstmarkt-Dirndl, die Traditionen nur neu aufleben. Eigentlich eine schöne Sache. Ich bevorzuge jedoch das traditionelle Winzerhemd.

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Der Skandal

Seit Jahren schon geht es hin und her zwischen Anwohner der Brühlwiesen und der Stadt Bad Dürkheim. Lärmbelästigung heißt es und schon vor einigen Jahren gab es eine Sammelbeschwerde bei der Stadt Bad Dürkheim. Es gibt hier viele Gerüchte und nichts genaues weiß man nicht, zumindest wenig offizielles. Fakt ist aber, dass aufgrund der Beschwerden und Klagen, die Lautstärke genauestens untersucht und bereits vor einigen Jahren Lautstärkeregler in die Mikrofone der Musikgruppen und der Fahrgeschäfte eingebaut wurden. Natürlich haben die Dürkheimer es sich nicht gefallen lassen, dass ihr heiliger Wurstmarkt von ein paar Anwohnern „zerstört“ wird. Es gab eine Petition und an fast jedem „Dürkheimer Stand“ lag eine Liste zur Unterschrift aus. Viel Erfolg hatte man damit aber leider nicht.
Verrückte Geschichte und tatsächlich würde dem Wurstmarkt ein Stückchen Tradition genommen, wenn es zu weiteren Maßnahmen, wie einer Sperrstunde für die Schublärchler käme. Einige Maßnahmen, wie das aktuelle Lärmschutzkonzept und die Sperrstunde für Festzelte und Fahrgeschäfte wurden bereits umgesetzt und ja, die Qualität leidet tatsächlich. So ist in den Hallen um Mitternacht die Party zu Ende und die Fahrgeschäfte stehen still.
Es wäre schön, wenn sich die Wogen nun langsam glätten und die Dürkheimer, zusammen mit den tausenden von Gästen ihren Wurstmarkt weiter feiern dürfen. Traditionen soll man schließlich nicht brechen.

Immer neue Highlights

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Dubbeglas

Zum 600. Jubiläum ging es los, dass die Marketing-Maschine so richtig ins Rollen kam. Mit vielen Maßnahmen, unter anderem ein Jubiläums-Logo, Fahnen in der ganzen Stadt und dem erstmaligen Musikfeuerwerk, wollte man den runden Geburtstag gebührend feiern. Seit dem jagt eine Überraschung die nächste und so lockt der Dürkheimer Wurstmarkt mit einigen Neuheiten, wie das neue, modernisierte Logo. Natürlich in guter alter Tradition, mit dem Dubbeglas im Zentrum.

Ganz verrückt ist die Einführung der eigenen Währung: die Worschtmark.
Den Sinn dahinter habe ich nicht ganz verstanden, aber eine witzige Marketingmaßnahme ist es allemal. Die silberfarbene Münze ist 5 Euro wert und kann in der Touristinfo erworben und als Währung auf dem Wurstmarkt eingesetzt werden. Das Wechselgeld allerdings, gibt es in Euro zurück. Nicht eingelöste Münzen können sogar zurück getauscht werden. Vermutlich steht hier der Sammlergedanke im Vordergrund. Wie auch immer, nette Idee und ein klarer Beweis, wie sehr die Dürkheimer ihren Wurstmarkt lieben.

In diesem Sinne, wünsche ich Euch ganz viel Spaß beim Dürkheimer Wurstmarkt und vielleicht entfacht das Feuer auch in Euch, wenn ihr auf „gute alte Bekannte trefft, die ihr Euer Lebtag noch nicht nicht gesehen habt“. Hoch lebe die Pfalz und ihre Gemütlichkeit.

Übrigens, das gesamte Programm des Dürkheimer Wurstmarkt und hilfreiche Tipps zur Anreise, Parken und Übernachten findet Ihr auf der offiziellen Website des Dürkheimer Wurstmarkt**.

Entdecke weitere Ausflugsziele in der Pfalz und in ganz Deutschland.

Meine Reiseempfehlungen für den Dürkheimer Wurstmarkt:

  • Über booking.com* findet Ihr alle Hotels in Bad Dürkheim und Umgebung. Denkt aber frühzeitig an eine Buchung. In der Regel sind schon Wochen vor dem größten Weinfest der Welt alle Zimmer ausgebucht.

Zauberhaftes Bambärch (Bamberg)

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Ich hatte dem zauberhaften Event in Bamberg bereits einen MIA Travel Tipp gewidmet. Heute möchte ich Euch mehr zu der wunderschönen Stadt Bamberg und dem zauberhaften Wochenende erzählen.

Bambärch, wie der schnuckelige Ort in Oberfranken, mit etwas über 75.000 Einwohnern, im Sprachgebrauch genannt wird, ist eine Universitätsstadt und das spürt man, wenn man durch die Gassen der Altstadt läuft.
Bamberg ist nicht nur eine wunderschöne Stadt. Tatsächlich ist die Altstadt der größte unversehrt erhaltene Stadtkern Deutschland’s. Darauf wurde auch die UNESCO aufmerksam und zeichnete Bamberg 1993 als Weltkulturerbe aus. Eine ganz wichtige Rolle spielt auch die Biertradition, aber dazu später mehr.

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Schleuse an der Regnitz in der Bamberger Altstadt.

Ein bisschen Geschichte

Die Geschichte der Stadt geht bis in das Jahr 902 zurück, als zum ersten mal von einem Castrum Babenberch die Rede war. Die Gründung der Stadt Bamberg, wie sie heute noch heißt, erfolgte erst knapp über hundert Jahre später, nämlich 1007.
Liest man die Geschichte Bamberg’s, wird man schnell feststellen, dass die katholische Religion eine sehr große Rolle spielt. Im Jahre 1046 bereits, wurde der zweite Bischof des Bistums Bamberg, Bischof Suidger, zum Papst Clemens II. gewählt und 1966 fand der 81. Deutsche Katholikentag, unter dem Motto „Auf Dein Wort hin“, in Bamberg statt.

Wer sich demnach für Geschichte und die katholische Religion interessiert, ist in Bamberg genau richtig, denn hier findet man beides in reichlichem Maße. Entsprechende Museen, wie das Diözesanmuseum und das Historische Museum bieten eine ausgiebig Gelegenheit, die Geschichte der Stadt besser kennen zu lernen.

Ein Bisschen Kultur

Bamberg hat neben der Bierkultur ein reichhaltiges Kultur-Angebot über das ganze Jahr hinweg:

Theater und Kleinkunst – Szene

1992 wurde die Improvisationstheater-Gruppe gegründet, die seit dem rund um Bamberg auftritt und ihr jährliches Highlight im Rahmen des Festivals „Baberg zaubert“ mit ihrem Impro-Marathon präsentiert.

Neben dem 1962 gegründeten Bamberger Marionettentheater – ein Theater für Erwachsene, gibt es weitere Theater und Kleinkunstbühnen: Das Kinder- und Jugendtheater „Chapeau Claque“, das E.T.A.-Hoffmann-Theater, die Puppenbühne Herrnleben mit dem Bamberger Kasperl, das Theater am Michelsberg, das Theater der Schatten, das Theater im Gärtnerviertel und die Sommeroper, ein Opern- und Orchesterworkshop für junge Künstler.

Das absolute Highlight und eines meiner schönsten Erlebnisse: Das jährliche Festival „Bamberg zaubert“. Das Festival fand 1999 erstmalig statt und ist heute das größte eintrittsfreie Straßen- und Kleinkunstfestivals Deutschland’s. Später mehr dazu…

Museen

Neben den Museen, die ich bereits erwähnte, gibt es in Bamberg weitere Sammlungen und Ausstellungen zu verschiedenen Themen:
Das Museum für Büro- und Kommunikationsgeschichte ist ein privat geführtes Museum zur Geschichte der Bürotechnik. Das Fränkische Brauereimuseum legt seinen Schwerpunkt auf die ehemaligen Baukünste der Klosterbrauereien der Benediktiner. Das Bamberger Krippenmuseum ist ein privates Museum zum Thema Weihnachtsgrippen, mit wechselnden Sonderausstellungen und das Feuerwehrmuseum stellt historische Feuerwehrtechnik inklusive ausgemusterter Fahrzeuge aus.

Sehenswürdigkeiten

Den Beinamen „Fränkisches Rom“ erhielt Bamberg aufgrund der sieben Hügel, auf denen die Stadt erbaut ist, wie Rom eben. In der Begründung der UNESCO, die Bamberg zum Weltkultur- und Naturerbe auszeichnete, heißt es: „Bamberg repräsentiere in einzigartiger Weise die auf einer Grundstruktur des Frühmittelalters entwickelte mitteleuropäische Stadt“.
Demnach ist die Altstadt an sich eine einzige Sehenswürdigkeit. Schlendert man durch die Altstadt wird man von faszinierenden Bauten und einer einmaligen Atmosphäre überrascht. Da die Liste dieser Bauwerke und Denkmäler unfassbar lang ist und hier den Rahmen sprengen würde, schlage ich vor, auf einen Reiseführer* zurück zu greifen. Allerdings möchte ich zwei Highlights gerne heraus heben:

Der Bamberger Dom und der Domplatz
Der geweihte Dom brannte im Laufe der Jahre zweimal ab, wurde aber neu aufgebaut und im Jahre 1237 abermals geweiht. So steht er bis heute in Bamberg und ist eines der Wahrzeichen der Stadt.

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Das alte Rathaus

Das Alte Rathaus
Der Standort des alten Rathauses ist eher ungewöhnlich, denn erbaut wurde das Gebäude mitten auf der Regnitz. Einer Sage nach wollte der Bischoff den Bürgern keinen Platz für den Bau gewähren, so dass sie schlichtweg Pfähle in das Flussbett rammten und eine kleine Insel erschufen, auf die sie das Rathaus bauten. Heute eines der kuriosesten, aber wunderschön anzusehenden Gebäude und ebenfalls eines der Wahrzeichen Bamberg’s.

Ich würde jedem, der die Gelegenheit hat einen Tag im Bamberg zu verbringen, empfehlen, sich von der Atmosphäre in der Stadt mitreißen zu lassen und einfach mal drauf los zu marschieren. Der Stadtkern mit der Altstadt, dem modernen Stadtkern und Gärtnerstadt ist
einzigartig und wunderschön. Ihr werdet es lieben…

Ein Bierchen gefällig…

Bamberg liegt an der Grenze zwischen Wein- und Bierfranken. Die Braukunst hat hier Tradition und von den ehemals 68 historischen Braustätten sind immerhin acht Brauerein nach alter Tradition und weitere 3 Gasthaus-Brauereien erhalten geblieben bzw. wurden in den vergangenen Jahren neu eröffnet. Ein Besuch in einem Brauhaus ist daher ein absolutes Muss. Die Spezialität der Bamberger ist das Rauchbier. Mein Geschmack ist es nicht, aber probiert haben sollte man es dennoch.
Die ortsansässigen Brauereien laden zu einem deftigen Essen nach Fränkischer Art und hervorragendem Bier ein. Natürlich ein Touristenmagnet und es ist zu Hochzeiten fast unmöglich einen der heiß begehrten Plätze zu ergattern. Das haben sich einige zu Nutze gemacht und so ist es mittlerweile üblich, dass auch in den verkehrsberuhigten Gassen der Altstadt das Bierchen auf der Straße, bei einem geselligen Beisammensein, genossen wird. 

Bamberg feiert

offensichtlich gerne und viel. Die Liste der regelmäßig und etablierten Veranstaltungen ist lang und bereits im Januar geht es mit den Bamberger Kurzfilmtagen los. Darauf folgt gleich im Februar das Bamberger Literaturfestival. Der Frühling und Sommer sind übersät mit Events, wie das Bamberger Weinfest am Maxplatz, die Tage der alten Musik, die alle zwei Jahre im Wechsel mit den Tagen der neuen Musik, stattfinden. Weiter geht es mit dem Altstadtfest, den Bamberger Sommernächten, den Calderón-Festspielen, dem Blues- & Jazzfestival und und und.

Das absolute Highlight und eines meiner schönsten Erlebnisse in Deutschland ist das Festival: Bamberg zaubert.

Bamberg zaubert

Jedes Jahr am dritten Wochenende im Juli verwandeln Künstler aus aller Welt die so schon zauberhafte Stadt in eine große Bühne. Und das seit bereits 20 Jahren. Zauberer, Magier, Akrobaten, Feuerkünstler, Clowns und andere Straßenkünstler reißen die Zuschauer, an wechselnden Stationen, in ihren Bann und nehmen sie mit auf eine Reise der Faszination. Ich durfte das Event bisher einmal erleben und war begeistert. Es sind nicht nur die Darbietungen der Künstler, die das Festival so besonders machen, das ganze Ambiente in der Stadt ist irgendwie magisch. Gefühlt ist die ganze Stadt auf den Beinen, aber dennoch fühlt es sich sehr familiär an.
Die Künstler reisen aus aller Welt an, um hier ihre Shows zu präsentieren. Mit Sack und Pack ziehen sie durch die Stadt und wieder und wieder  ziehen sie vor wechselndem Publikum ihre Show durch, um am Ende ein Trinkgeld dafür zu bekommen. Das Event ist völlig kostenlos und man zahlt nur, was gefällt. Einfach wundervoll.

Bricht der Abend ein, gehen die Künstler in ihren wohlverdienten Feierabend und es geht weiter am Domplatz, wo eine große Bühne mit Konzerten und magischen Nächten für gute Stimmung sorgt. Hier findet sich auch der Impro-Marathon wieder, von dem ich bereits berichtete.

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Ich kann es nur jedem ans Herz legen, dieses Event zu besuchen und sich von Bamberg und den wunderbaren Künstlern verzaubern zu lassen. Natürlich lohnt sich ein Besuch in Bamberg auch außerhalb des Festivals.

In diesem Sinne, viel Spaß im
zauberhaften Bamberg.

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Entdecke weitere Ausflugsziele in Deutschland

Meine persönliche Reiseempfehlungen für Bamberg:

  • Anreise mit der Deutschen Bahn* oder eben mit dem Auto
  • Unterkunft über Booking.com* oder besser noch Airbnb*
  • Reiseführer von Marco Polo* oder aus dem Kompass* Sortiment
  • Beste Reisezeit: Immer :-) Bamberg zaubert findet jedes Jahr am 3. Wochenende im Juli statt. Die Unterkunft sollte frühzeitig gebucht werden, da das Festival viele Besucher anlockt.

Party around the World: Hamburg

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Was kommt uns allen als erstes in den Sinn, wenn wir Hamburg hören?
Ich persönlich denke da an St. Pauli, die Reeperbahn und den Fischmarkt.
Natürlich hat Hamburg aber noch viel mehr zu bieten. In diesem Blog möchte ich mit Euch ein Wochenende in Hamburg verbringen. Von Party bis Kultur soll hier von allem etwas dabei sein.

Die Anreise

Das Beste wird wohl sein, wir reisen mit dem Zug an, denn der Hamburger Hauptbahnhof ist von allen Deutschen Großstädten wunderbar zu erreichen. Die Deutsche Bahn* bietet hier richtig günstige Spartickets an.
Natürlich gibt es auch gute Flugverbindungen. Lufthansa* bietet täglich über fünfzehn Flüge von Frankfurt an. Von 8.00h bis 22.00h gibt es stündlich einen Frankfurt-Hamburg Flieger. Die Anreise ist demnach eine der leichtesten Übungen für unseren Wochenendtrip.

Ich habe beides schon ausprobiert und zeitlich nimmt sich das nicht viel, wobei der Zug durchaus Vorteile hat. Der Hauptbahnhof von Hamburg liegt super zentral und man spart sich die Bahn- oder Busfahrt vom Flughafen ins Zentrum.

Freitag Nachmittag: 

Am Hauptbahnhof angekommen wollen wir uns mal auf den Weg in unser Hotel machen. Meine Empfehlung hier wäre, nicht direkt ein Hotel an der Reeperbahn zu wählen. Die etwas besseren Hotels sind sehr teuer und die günstigen Hotels, naja, den Rest könnt ihr euch denken.

Alternativ gibt es einige sehr nette Hotels in den hippen Stadtteilen, wie im Schanzenviertel oder am Hafen. Auch hier muss man etwas tiefer in die Tasche greifen. Meine Empfehlung für Budget Reisen, das A&O Hotel & Hostel* in der Nähe des Hauptbahnhofs. Gut zu erreichen und für alle Preisklassen ist etwas dabei. Die Zimmer sind ganz anständig und ein gutes Frühstück gibt es auch.

Kurz einchecken und dann sollten wir keine Zeit verlieren und uns auf den Weg in die Stadt machen. Vom A&O Hotel & Hostel* ist die Hamburger Altstadt fußläufig zu erreichen. An den zahlreichen Modeketten, kleinen Boutiquen, Cafe’s und Restaurants vorbei, kommen wir zur Europa Passage**, die wir hier mal rechts liegen lassen, denn wir sind ja nicht zum shoppen in Hamburg. Wenige hundert Meter weiter kommen wir zum bekannten Hamburger Rathaus. Etwas weiter geht es in die Neustadt, wo wir etwas High Society Luft schnuppern können. Hier reihen sich ein Luxus-Geschäft nach dem anderen. Mittendrin der Hamburger Dom.

Nach dem Schaufensterbummel lohnt es sich auf dem Rückweg über den Jungfernstieg, vorbei an der Binnenlaster zurück zu wandern. Gerade an lauen Sommerabenden ist es hier wunderschön.

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Hamburger Rathaus

Freitag Abend:

Zurück im Hotel, kurz frisch gemacht, geht es weiter zum Abendessen.

Mein persönliches Highlight: das Pantera Rodizio** in der Nähe der Landungsbrücken. Achtung, es gibt mehrere Rodizio in Hamburg und eine Reservierung, gerade am Freitag Abend ist absolut notwendig. Vor dem Restaurant stehen in der Regel die Gäste in langen Warteschlagen, in der Hoffnung einen Platz zu ergattern. Mit der U-Bahn fahren wir vom Hauptbahnhof an die Landungsbrücken und gehen weiter zu Fuß ist das Brasilianische Restaurant.
Bei einem leckeren Caipirinha lassen wir uns die verschiedenen gegrillten Fleischsorten mit den üppigen Beilagen schmecken.

Freitag Nacht:

Frisch gestärkt sollten wir die Gelegenheit nutzen, in das Partywochenende zu starten. Vom Rodizio ist es nicht weit bis nach St. Pauli. Nachdem wir uns ein bisschen auf der Reeperbahn umgesehen haben, macht es Sinn, in einer der kultigen Kneipen für einen, oder auch zwei oder drei Drinks den St. Pauli Flair etwas wirken zu lassen. Von total zusammen gerissen mit den schrägsten Gästen, bis super stylisch ist hier alles dabei. Was das Herz begehrt, wird auf dem Kiez geboten. Je später der Abend, desto mehr St. Pauli.

Natürlich darf nach der Kneipe ein Besuch in einem der Table Dance Clubs nicht fehlen. Die kleinen Clubs auf der Reeperbahn sind so, wie man es sich vorstellt. Irgendwie schmuddelig und für mich persönlich wenig ansprechend. An der Großen Freiheit** gibt es die größeren Clubs, wie Susi’s Show Bar**, das Dollhouse** oder das Safari**. Ein Wingman vom Safari erklärte mir mal, wo man was für sein Geld bekommt, möchte das an dieser Stelle aber ungern wiederholen. Probiert es einfach selbst mal aus.

Mittlerweile ist schon spät in der Nacht und entweder wir lassen den Abend langsam ausklingen, oder ziehen weiter in einen der zahlreichen anderen Clubs oder Bars auf der Reeperbahn. Was aber auf keinen Fall fehlen darf, ist ein Mitternacht Snack bei einer der Dönerbuden auf der Reeperbahn.

Mit der U-Bahn, die in Hamburg die ganze Nacht fährt, geht es nach einem schönen Partyabend zurück in’s Hotel. Erst einmal ausschlafen.

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Hamburger Reeperbahn

Samstag Morgen:

Nach dem Frühstück sollten wir es nicht verpassen, Hamburg etwas besser kennen zu lernen.

Aufgrund der guten Lage des A&O Hotel & Hostel können wir uns zu Fuß auf den Weg in die Speicherstadt machen. Das Flair in der Gegend ist ein ganz besonderes. Alte Lagerhäuser aus rotem Sandstein am Rande der Elbeausläufer, in denen heute internationale Händler ihre Geschäftsräume untergebracht haben. Ich persönlich finde es alleine schon faszinierend, einfach nur durch die Speicherstadt zu schlendern. Wenn wir schon mal da sind, können wir uns die Zeit im Dungeons**, im Miniaturwunderland** oder im Hamburger Michel vertreiben. Auch das Highlight, die neue Elbphilharmonie** sollten wir nicht unbeachtet lassen.

Samstag Nachmittag: 

Von der Speicherstadt geht es weiter zu den Landungsbrücken, wo wir uns zum Mittag ein Fischbrötchen gönnen und weiter zum Elbtunnel schlendern.

Der Elbtunnel ist ebenso faszinierend, wie die Speicherstadt und die Elbphilharmonie.

Der alte Elbtunnel wurde 1911 eröffnet und unterquert 24 Meter under der Wasseroberfläche die Norderelbe auf 426,5 Meter. Die zwei Tunnelröhren dienen heute noch als öffentlicher Verkehrsweg für Fußgänger, Radfahrer und eingeschränkt für Auto’s. Wir marschieren also 24 Meter unter der Wasseroberfläche durch die Norderelbe und über uns fährt vielleicht gerade ein Frachtschiff. Ist das nicht faszinieren und beängstigend zugleich?!

Auf dem Rückweg würde sich noch eine Hafenrundfahrt anbieten.
Alternativ liegen im Hafen ein Museumsschiff und ein U-Boot zur Besichtigung.

Somit hätten wir den Samstag wunderbar dazu genutzt, die Highlights von Hamburg etwas besser kennen zu lernen.

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Hamburger Hafen

Samstag Nacht:

Nachdem wir im Hotel noch etwas für die bevorstehende Nacht geruht und uns schick gemacht haben, geht es wieder auf in das Hamburger Nachtleben. Für den Samstag Abend gibt es zahlreiche Alternativen. Entweder ein Musical im Theater am Hafen oder im St. Pauli Theater**, das St. Pauli Musical Heiße Ecke**, eine Travestieshow im Pulverfass** auf der Reeperbahn oder eben einfach eine Kneipen- und Clubtour auf St. Pauli. Langweilig wird es hier sicherlich nicht.

Am Samstag Abend können wir den Kiez in voller Bracht erleben. In dem wohl bekanntesten Vergnügungs- und Rotlichtviertel der Welt erlebt man die Freizügigkeit der Damen und das Milieu, wie nirgendwo anders, zumindest in Deutschland. Die berühmt berüchtigte Herbertstraße ist für Frauen Tabu. Hier gibt es ein großes Tor, dass von Securities bewacht wird, so dass keine Frauen in die Rotlicht-Straße kommen.

Wenn wir es schaffen, uns die Nacht in den Club’s und Kneipen um die Ohren zu schlagen, sollten wir die St. Pauli-Partynacht unbedingt auf dem Hamburger Fischmarkt ausklingen lassen.

Neben den Marktschreiern, die ihren frischen Fisch und Wurst in Tüten anpreisen und den zahlreichen Obst,-Gemüse- und Allerleihändlern gibt es in der historischen Fischauktionshalle Live-Musik und früh am Morgen wird zu Jazz-, Country- oder Westernmusik getanzt. Total abgefahren und ein absolutes Muss für unser Hamburg-Wochenende.

Man möchte es nicht glauben, aber ein frisches Fischbrötchen, zusammen mit einem Bierchen zum Frühstück ist gar nicht mal so schlecht, wie es sich anhört.

Selbst wenn man es nicht schafft, die Nacht durch zu machen, lohnt es sich, auch mit wenig Schlaf, früh auf zu stehen und um 7.00 Uhr am Fischmarkt zu sein.

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Hamburger Hafen zum Sonnenaufgang (pünktlich zum Fischmarkt)

Sonntag Morgen:

Nach dem Fischmarkt sollten wir uns im Hotel eine Runde Schlaf gönnen. Eine Partynacht auf St. Pauli kann schon ganz schön anstrengend sein.

Sonntag Mittag:

Zum Sonntagsbrunch und zum Abschluss unseres Hamburg Party & Sight Seeing Wochenende, machen wir uns auf den Weg in das Schanzenviertel. Ein wunderschönes Altbauviertel, das mittlerweile sehr hipp und angesagt ist. Zahlreiche Cafe’s laden geradezu zu einem Brunch ein.

Das war es dann auch schon mit unserem Wochenendtrip nach Hamburg.

Etwas müde, aber glücklich über das schöne Wochenende machen wir uns auf dem Heimweg und können behaupten, dass wir richtig was erlebt haben.

Ich wünsche Euch viel Spaß bei Eurem nächsten Hamburg-Wochenende.

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