Around Jamaica #9 – Portland

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von Manchioneal bis Buff Bay

Alles hat mal ein Ende und heute gibt es den neunten und vorerst letzten Teil der Around Jamaica Tour. Bekanntlich kommt das Beste zum Schluß und so ist es auch hier. Portland ist für mich persönlich das schönste Parish Jamaica’s. Die Natur ist wunderschön und es gibt eine tolle Atmosphäre in dem Parish im Osten der Insel zu erleben.

Die Abschlusstour startet in dem kleinen Örtchen Manchioneal, führt vorbei an atemberaubenden Wasserfällen und wunderschönen Stränden, dem größten Fluss Jamaica’s, der Stadt Port Antonio, macht einen Abstecher in die John Crow Mountains und endet schließlich an den Sommerset Falls in der Nähe von Buff Bay.

Manchioneal

Der Namensgeber des Ortes Manchioneal ist eine Pflanze namens Manchioneal Tree, der ausschließlich entlang der Küste der Kleinstadt wächst. Ansonsten hat der Fischerort nur wenige Attraktionen zu bieten. Dafür gibt es nicht weit von hier einen der schönsten Wasserfälle der Insel, die Reach Falls.

Der lange, flach in Kaskaden abfallende Wasserfall am Fuße der John Crow Mountains ist einzigartig. Nahezu den gesamten Wasserfall kann man nach oben wandern und neben den natürlichen Pools, mit glasklarem Wasser gibt es hier und da kleine Höhlen, in die man, unter dem Wasserfall durch rein und oben wieder raus klettern kann. Definitiv finden die Reach Falls einen Platz in meinen Top 3 der schönsten Wasserfälle Jamaica’s. Noch dazu kommt, dass hier in der Regel nur wenig Betrieb ist und man das Naturspektakel, mit etwas Glück, ganz für sich alleine hat.

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Reach Falls, Jamaica

Long Bay

Zurück an der Küste geht es weiter nach Long Bay.
Der Name ist hier Programm. Der Long Bay Beach ist mit seinem feinen Sandstrand und der Länge von etwa 1,5 Kilometern einer der Längsten der Insel. Eine weitere Besonderheit sind die extremen Wellen, die an den, bereits teilweise weg gespülten Strand, rein brechen. Der Ort, der vor einigen Jahren noch das Ziel für viele Back Packer war, ist heute eine Hurricane-gefährdete Region. Dennoch kommen immer noch sehr viele zum surfen hier her. Die Wellen sind allerdings nicht zu unterschätzen und definitiv nichts für Anfänger geeignet. Entlang des Strandes gibt es noch einige Bars und Guesthäuser, aber auch hier hat die Natur bereits ziemlich deutlich zugeschlagen.

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Strand von Long Bay, Jamaica

Boston Bay

Ein Stück weiter, entlang der Küste kommen wir nun nach Boston Bay.
Auch hier gibt es einen kleinen Strand, der sehr gut zum surfen geeignet ist, inklusive Surfbrettverleih. Aufgrund der weniger starken Wellen, macht es Sinn, hier erst mal zu üben, bevor man sich an den Long Bay Beach wagt.
Am Wochenende kommen einige Einheimische zum Strand, um auf den Wellen zu reiten und neben der Musik und den guten Vibes die man automatisch mit bekommt, herrscht am Boston Bay Beach eine ganz nette Atmosphäre. Man muss bzw. darf hier damit rechnen, dass man eingebunden wird und bestimmt nur wenig Ruhe findet.

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Strand von Boston Bay, Jamaica

Neben dem Strand ist Boston Bay aber vor allem für das Nationalgewürz Jamaica’s, das Jerk, bekannt. Hier ist die Geburtsstätte der scharfen Gewürzmischung, mit der heute einige Gerichte verfeinert werden. In Boston Bay gibt es demnach den Jerk Center, wo sich die traditionellen Restaurants aneinander reihen. Die Chicken, die zuvor mit dem scharfen Gewürz massiert wurden, kommen hier ganz traditionell auf den Holzrost mit dem darüber liegenden Wellblechplatten zum rösten. Zwar bekommt man hier nicht das beste Jerk Chicken der Insel geboten und relativ teuer ist es obendrein, dennoch lohnt es sich, in Boston Bay einen kleinen Snackstopp einzulegen. Wer kein Hühnchen mag, für den gibt es eine reichliche Auswahl anderer Jerk-Leckereien.

Bevor es nun in die Hauptstadt Portland’s geht, kommt man auf dem Weg an ganz tollen Stränden, um nicht zu sagen, den schönsten Stränden Jamaica’s vorbei.

Blue Lagoon

Zugegeben, die blaue Lagune ist nicht wirklich ein Strand, aber dennoch kann man hier ein tolles Naturwunder bestaunen. Die größte Frischwasserlagune der Welt wird von frischem Quellwasser gespeist, dass sich mit dem Salzwasser der karibischen See vermischt. Dieser Umstand, als auch die Tiefe von rund 60 Metern sorgen für das tiefblaue Wasser, das im Sonnenschein ganz wundervoll leuchtet. Die Lagune ist gesäumt von großen Bäumen, was das Bild noch abrundet.
Offiziell erreicht man die Blue Lagoon nur mit dem Boot oder dem Bambusfloß. Wählt man die romantische Tour mit dem Floß, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass viele Wasserpflanzen in der Lagune zerstört werden. Der „Hintereingang“ ist daher viel schonender für die Umwelt und lässt die Unterwasserwelt heile. Einfach über die Mauer hüpfen und durch den kleinen Dschungelpfad zur Lagune ;-)

Übrigens trug die Blue Lagoon früher den Namen „Blue Hole“, wurde aber aufgrund des Filmes „the Blue Lagoon“, der 1980 hier gedreht wurde, umbenannt.

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Blue Lagoon in Port Antonio, Jamaica

Monkey Island

Von der Blue Lagoon erreicht man mit dem Boot die Monkey Island.
Eine kleine, von Menschen unbewohnte Insel. Hier leben tatsächlich nur Affen. An dem kleinen Strand legt man mit dem Boot an und kann die totale Einsamkeit genießen, zumindest dann, wenn man hier alleine anlegt. Der Ort bietet sich super zum schnorcheln an. Der Sandstrand fällt sehr flach ab und in der unglaublichen Seegraslandschaft, rund um die Insel, findet man neben den tausenden von Seeigeln auch kleine Rochen und andere außergewöhnliche Fische.

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Seegraslandschaft Nahe der Monkey Island in Port Antonio, Jamaica

San San Beach

Zurück an Land geht es weiter zum San San Beach.
Ein kleiner privater und recht exklusiver Strand in einer Bucht gelegen. Ich selbst war noch nicht da und konnte das kleine Idyll nur vom Boot aus bewundern.

Frenchman’s Cove

Einen weiteren Strand, etwas weniger exklusiv, aber ebenso in Privatbesitz gibt es nur wenige Kilometer weiter, den Frenchman’s Cove.
Auch dieser Strand liegt in einer Bucht und das besondere hier sind die Becken, die am Ufer entstanden sind. Der Strand fällt auch hier recht flach ab, desto erstaunlicher ist es, dass es an der Seite und dem angrenzenden Park einige tiefe Naturpools gibt. Bei Bedarf kann man sich am Frenchman’s Cove Strandliegen leihen oder einfach nur in den weißen Sandstrand legen. Die Beachbar inklusive Bedienung am Strand sorgt für das leibliche Wohl.

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Frenchman’s Cove in Port Antonio, Jamaica

Winnifred Beach

Damit nicht genug, gibt es noch einen weiteren Strand vor Port Antonio, den Winnifred Beach.
Der einzig öffentliche Strand der Gegend. Einheimische sorgen dafür, dass der Strand sauber gehalten wird und bitten dafür um eine Spende, die ich natürlich sehr gerne zahle, wenn damit so ein tolles Fleckchen Erde erhalten bleibt. Für mich persönlich ist der Winnifred, mit seinen vielen Bäumen und Palmen und den kleinen Holzhütten, in denen die Beachbars und Restaurants untergebracht sind, einer der schönsten Strände der Insel. Auch die Atmosphäre hier ist eine ganz besondere, wie ich finde. Übrigens lohnt es sich auch hier, den Schnorchel aus zu packen. Nicht weit vom Ufer gibt es einige Felsen, die im Wasser schlummern. Hier tummeln sich einige Korallen und schöne bunte Fische im Seegras, das auch hier recht beeindruckend ist. Zur Brutzeit kommen die Schildkröten an den Winnifred, um ihre Eier abzulegen. Erwischt man also die richtige Zeit, bekommt man dieses Spektakel inklusive.

Port Antonio

Nachdem wir nun alle Strände der Umgebung kennen, geht es in die Stadt Port Antonio.
Wie ich bereits eingangs erwähnte, kommt das Beste zum Schluss und neben den besten Stränden, würde ich auch die Stadt Port Antonio als eine der schönsten Städte Jamaica’s bezeichnen wollen. Die Schönheit geht in dem Alltagstrubel etwas unter, schaut man sich die Stadt aber mal etwas genauer an, stellt man schnell fest, dass es so eine historische Stadt nur noch selten auf Jamaica zu sehen gibt. Die alten Häuser im Kolonialstil, mit den kleinen Holzbalkonen und tollen Verzierungen prägen noch immer Stadtbild.

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Früher lebte Port Antonio vom Bananen- und Kokosnuss Export, die von dem drittgrößten Frachthafen Jamaica’s verschifft wurden. Allmählich entwickelte sich hier der Tourismus, in dem die Reisenden, meist aus den USA, mit den Bananenbooten hier ankamen. Man nennt Port Antonio auch „the birthplace of Jamaica Tourism“. Der Massentourismus blieb allerdings aus. Zum Glück, denn sonst wäre Portie, wie die einheimischen ihre Stadt nennen, nicht das, was es ist.
Natürlich hat Port Antonio alles zu bieten, was der Alltag so benötigt. Vor allem aber, eine enorme Auswahl an Verpflegung jeglicher Art. Street Food in den verschiedensten Varianten. Am Ortseingang gibt es eine Reihe von Cook Shops, wie die kleinen to-go Buden genannt werden, die ebenso einzigartig sind, wie die Attraktionen, die es rund um die Stadt zu entdecken gibt.

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Blick auf Port Antonio bei Sonnenaufgang

Navy Island

Als der Tourismus sich entwickelte, kam Erol Flynn nach Jamaica und ließ ein Hotel auf einer kleinen Insel vor Port Antonio bauen. Erol Flynn’s Navy Island.
Auf der Insel entstanden, neben dem Hotel, einige Luxuscottages und eine Freizeitanlage, die nicht nur für wohlhabende Besucher, sondern ebenso für die einheimische Bevölkerung zugänglich war.
Die Anlage wurde bei einem verheerenden Feuer in den 60er Jahren zerstört und heute sind nur noch die beeindruckenden Ruinen zu bewundern. Die Natur holt sich hier alles zurück und die Überreste verschwinden nach und nach in der wilden Buschlandschaft. Schlägt man sich durch den Busch findet man noch den ein oder anderen Schatz.

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Navy Island in Port Antonio, Jamaica

Folly House

Neben der sehr beeindruckenden Navy Island gibt es eine weitere Ruine in Port Antonio zu erkunden. Das Folly House, in der Nähe des Portland Lighthouse.
Ein wohlhabender Amerikaner erbaute das Haus, mit 60 Zimmern auf zwei Etagen, für sich uns seine Frau. Zum Bau benutzte er Salzwasser, was keine gute Idee war. Denn nur 12 Jahre nach der Fertigstellung fing das Haus an, nach und nach zusammen zu fallen, bis schließlich das Dach einbrach. Die Ruinen kann man heute besichtigen und tatsächlich war es für mich sehr faszinierend, das zusammengefallene, aber dennoch sehr beeindruckende Haus zu erkunden.

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Holy House in Port Antonio, Jamaica

John Crow Mountains

Wir verlassen nun die schönste Stadt Jamaica’s und machen uns auf in die Berge. An den Blue Mountains grenzen die John Crow Mountains, die man am besten von Port Antonio aus erreicht.
Entlang des Rio Grande geht es in die Berge und weiter über Moore Town nach Ginger House. Hier beginnen die Straßen langsam holpriger zu werden. Über Milbank, wo es dann keine Straßen, sondern nur noch Buschwege gibt, erreicht man schließlich Bowden Pen. Als ich 2016 den Trip in die John Crown Mountains machte, hat es die Tage zuvor viel geregnet und so waren die Wege zum Teil überschwemmt. Für wenige Kilometer war ich mit dem kleinen Mietauto über zwei Stunden unterwegs, habe es aber dennoch geschafft, in der kleinen Maroon Community anzukommen und ein paar interessante Tage ausserhalb der Zivilisation zu verbringen.
Ich wollte natürlich nicht die Gelegenheit verpassen, zu erfahren, wie die Maroons heute leben, so führte uns ein ganz netter Einheimischer der Gemeinschaft in den Dschungel.

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John Crow Mountains in Portland, Jamaica

Über den Chunu Chunu Trail, der knapp 15 Kilometer durch den Dschungel führt, kommt man zu einer weiteren Maroon Community, die hier völlig abseits der Zivilisation leben. Sie ernähren sich ausschließlich von Tieren und Pflanzen, die in den Bergen wachsen bzw. leben. Gekocht wird traditionell mit Feuer, kein Gas und schon gar kein Strom. Man fragt sich, wie so manche alltägliche Dinge funktionieren, z.B. Geschirr spülen. Hierzu gibt es eine Pflanze, deren Blätter man anfeuchtet und aneinander reibt. So entsteht ein ganz natürliches Spülmittel, dass auch für die Körperpflege verwendet wird. Auch zum Zähne putzen gibt es eine geeignete Pflanze. Das Wasser kommt aus den Quellen in den Bergen oder das Regenwasser wird aufgefangen.
Es ist faszinierend zu erfahren, dass es in der heutigen Zeit noch Menschen gibt, die unter solchen Umständen leben. Das nicht, weil sie es müssen, sondern weil sie es möchten. In Bowden Pen habe ich einen Hauch vom Maroon Leben erfahren dürfen, aber lange nicht das volle Programm, wobei es in den kleinen Holzhütten, in denen wir übernachteten, bis vor einiger Zeit noch keinen Strom gab. Das wäre sicherlich auch mal eine Erfahrung gewesen.

Scatter Falls & Fox Caves

Auf dem Rückweg in die Zivilisation machen wir einen Stopp in Berridale im Rio Grande Valley und erkunden von hier die Scatter Falls und Fox Caves.
Mit dem Floß überquert man den Rio Grande River und gelangt so auf die andere Seite. Nach einer kurzen Wanderung über die Bananen Plantagen kommt man schließlich zum Eingang der Scatter Falls. Das Areal ist in Privatbesitz und ohne die Erlaubnis des Besitzers kommt man hier nicht weiter.
An dem Wasserfall angekommen, geht das Adrenalin direkt etwas nach oben. Die Scatter Falls sind sehr steil abfallend und es ist ein Erlebnis nach oben zu klettern.

Hat man den Wasserfall einmal bezwungen, geht es weiter in die Fox Caves. Eine kleine, enge Höhle. Die einzelnen Räume sind teilweise so eng, dass man nur alleine rein kann und die Gänge sind so verzweigt, dass man definitiv einen erfahren Guide dabei haben muss, um hier wieder raus zu kommen.
Die Scatter Falls sind nicht sehr bekannt und das mach diesen Ort zu einem besonderen Erlebnis.

Rio Grande River

Zurück in Berridale kann man eigentlich direkt auf das nächste Floß umsteigen und den Rio Grande River bis an die Küste raften.
Der Rio Grande ist der längste Fluß Jamaica’s und hat seinen Ursprung in den John Crow Mountains. Viele Einheimische bieten hier Rafting Touren an. Wer hier allerdings auf Action hofft, muss vergeblich warten. Der Kapitän lenkt das Floß durch die mal mehr mal weniger starke Strömung, den breiten Fluß bis zur Küste. Alles in allem ist es aber eine eher ruhige Fahrt.

Etwa auf halbem Weg gibt es einen kleinen Strand, an dem sich ein Jamaikaner mit seiner Bar nieder gelassen hat. Er erzählte, dass bereits Johnny Depp hier war und den Strand direkt für eine Privatparty buchte. Ob das stimmt, oder nicht, sei mal dahin gestellt, aber vorstellbar ist es allemal. Die Rafting Tour ist ebenfalls eine ganz besondere Erfahrung. Nur die Natur um sich herum, fährt man den Fluß nach unten. Es gibt auf Jamaica zwar noch mehrere Flüsse, auf denen das Floßrafting angeboten wird, aber definitiv ist der Rio Grade das non-plus-ultra.

Sommerset Falls

Wieder an der Küste, kurz hinter Port Antonio angekommen, geht es direkt weiter zum nächsten Naturspektakel. Die Sommerset Falls.
Der Wasserfall und das umliegende Areal sind in Privatbesitz und waren lange geschlossen. Gerade im November 2017 wurde wieder eröffnet, aber fertig ist der Park vor dem spektakulären Wasserfall noch immer nicht. Das ist aber ganz egal, denn die Sommerset Falls entschädigen für alles.
Mit dem Boot wird man eine enge Schlucht wenige hundert Meter zum Wasserfall gefahren. Biegt man um die Ecke und erblickt zum ersten mal die Wassermassen, die hier mehrere Meter in die Tiefe stürzen, ist das ein ganz atemberaubendes Gefühl. Man sollte ein guter Schwimmer sein, um hier aus dem Boot zu steigen und sich entlang der Felsen in die recht große Höhle hinter dem Wasserfall zu kämpfen. In der Höhle angekommen wird es immer atemberaubender.
Von dem Vorsprung in der Höhle spring man dann in das wilde Becken durch den Wasserfall hindurch, schwimmt die Schlucht zurück bis in das große Becken, wo es mit dem Boot los ging. Der absolute Wahnsinn.

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Sommerset Falls in Portland, Jamaica

Wir haben nun einige Wasserfälle, Städte, Strände und andere Einzigartigkeiten der Insel entdeckt und die Sommerset Falls sind definitiv ein gebührender Abschluss der Around Jamaica Tour.
Ich hoffe, ihr hattet genau so viel Spaß wie ich, auf meiner kleinen Reise durch das Paradies.

Gerne stehe ich für Fragen und Anregungen rund um Jamaica zur Verfügung und unterstütze mit meinen Erfahrungen bei Deiner nächsten Reise.

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Meine Reiseempfehlungen:

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  • Den besten Reiseführer für Jamaica gibt’s bei Lonely Planet*
  • Sei etwas vorsichtig, wenn Du in Jamaica reist. Jamaica hat nach wie vor eine sehr hohe Kriminalitätsrate. Lass Dich davon aber nicht abschrecken. Bei konkreten Fragen zur Sicherheit etc. helfe ich gerne weiter :-)

MIA Travel Tipp’s für Jamaica:

Mehr MIA Travel Tipp’s gibt’s hier.

 

Around Jamaica #8 – St. Andrew & St. Thomas

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von den Blue Mountains bis zum Morant Point

Kingston ist schon sehr aufregend und turbulent. Nach dem Städtetrip geht es in Teil 8 der Around Jamaica Tour wieder etwas ruhiger zu. Und zwar in den Blue Mountains. Von hier geht die Reise über Port Royal, Bull Bay und Morant Bay bis zum östlichsten Zipfel der Insel, zum Morant Point.

Es gibt viele Wege, die in die Blue Mountains führen, der von Kingston allerdings ist am Besten zu befahren. Über kleine Siedlungen gelangt man schließlich nach Section, wo die Straße langsam holpriger wird und es nur noch mit einem geeigneten Auto weiter geht. Diese Straße führt weiter bis nach Buff Bay an der Küste im Nordosten der Insel. Man kann also über die Blue Mountains die ganze Insel überqueren, sollte dafür aber viel Zeit und Geduld mit bringen.

Bekannt sind die Blue Mountains für die Rastafari Gemeinschaften, die hier leben, die kleinen Siedlungen, mit teilweise ganz tollen Cafe’s und Restaurants, die Wanderwege quer durch den Dschungel inklusive dem Blue Mountain Peek und natürlich für den Blue Mountain Coffee. Das alles, und noch vieles mehr, gibt es heute zu entdecken.

Irish Town

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Wir starten in Irish Town.
Hier gibt es das Café Blue**, ein kleines nettes Café, dass bei den Kingstonern bekannt für seine Sandwiches und Kuchen ist. Von Irish Town geht es über eine kaum zu befahrende Straße zur Mount Zion Hill Community. Eine Rastafari Gemeinschaft, die die Kultur und Religion der Rastafaris mit allen Konsequenzen leben. Einmal in der Woche kommen einige der Gemeinschaft nach Papine (Kingston) um hier ihre traditionelle Zeremonie abzuhalten.

Newcastle

Weiter an der Craighton Coffee Estate** und einem weiteren netten Café, dem EITS Café** vorbei, kommt man schließlich nach Newcastle.
Wir befinden uns bereits auf rund 1.200m Höhe und man mag es kaum glauben, aber hier wird es langsam richtig frisch und von dem karibischen Klima ist nur noch wenig zu spüren. In Newcastle liegt ein Trainingscamp der Jamaica Defense Force. Eigentlich hat man gar keine andere Wahl, als über das Gelände zu fahren, denn die Straße führt mitten über den Hof des Camps. Als ich damals durch gefahren bin, hatten die strammen Soldaten gerade eine Trainingseinheit, bei der ich etwas zusehen konnte.
Von Newcastle gelangt man auch zum zweithöchsten Berg der Insel, zum St.Catherine’s Peek. Etwa eine Stunde ist man von hier zu Fuß unterwegs.

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Cottage in den Blue Mountains, Jamaica

Holywell Nationalpark

Von Newcastle ist es nicht mehr weit zum Holywell Nationalpark.
Auf den rund 120 Hektar bekommt man hier einiges geboten. Es gibt drei Wanderrundwege zwischen 2,5 und 5 Kilometer Länge und jeder für sich ist ein Erlebnis. Von Nutzpflanzen, wie wir sie teilweise aus unseren heimischen Gärten kennen und ganz außergewöhnlichen Pflanzen, die ich hier zum ersten mal gesehen habe, über eine überragende Aussicht bis nach Kingston runter, bis zu kleinen Wasserfällen, ist alles dabei.

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Blick auf Kingston vom Holywell Nationalpark in den Blue Mountains, Jamaica

 

Old Tavern Coffee Estate

Noch ein Stück weiter Richtung Section, kommt man an der Old Tavern Coffee Estate** vorbei. Ein sehr unscheinbares Haus, dass man von der Straße gar nicht sieht, ist die Kaffeeplantage nur anhand der zwei alten, ausgemusterten Traktoren, die an der Straße stehen, zu finden.

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Blue Mountains Nahe Section, Jamaica

Hier hatte ich die Gelegenheit alles über Kaffee zu erfahren. Der Inhaber David lud uns erst zu einer Tasse Kaffee, die er mit Honig süßte ein und erzählte dabei die Geschichte der Plantage. Seine Eltern kamen von England hier her und starteten mit einem Kaffeebohnenstrauch. Nach und nach wurden es immer mehr, so dass das Gelände heute eine mittelgroße Plantage mit rund 600 Sträuchern darstellt. Übrigens gewinnt man aus einem Strauch rund ein Pfund fertigen Kaffee. Die Sträucher liegen am Hang, so dass hier nicht maschinell geerntet werden kann. Nach dem Waschen und der Sortierung nach Güte werden die Bohnen zum Trocknen nach Kingston gefahren. Das würde aufgrund des Klimas in den Bergen nicht funktionieren. Danach kommen die Bohnen zurück in die Berge und werden geröstet. Die Familie legt großen Wert auf Natürlichkeit und somit werden keine Dünger oder sonstige Zusatzstoffe verwendet. Das macht das Geschäft riskant, wie David erzählte. Wird es zu kalt, erfriert die Pflanze, wird es zu warm, verbrennt die Pflanze. Auch zu viel Regen oder Sonne sind nicht gerade förderlich. Die Mischung in den Bergen bietet zwar oft das optimale Klima, dennoch spürt auch David den Klimawandel recht deutlich, sagte er.

Mavis Bank Coffee Factory**

Über weitere Siedlungen geht es auf der anderen Seite des Berges zurück bis nach Mavis Bank zur Mavis Bank Coffee Factory**.
Im Gegensatz zur Old Tavern Coffee Estate geht hier fast alles maschinell. Nach Vereinbarung hatte ich die Gelegenheit die Produktion zu besichtigen und der Produktionsleiter erklärte jeden Schritt vom Setzling bis zur Verpackung. Die rohen Bohnen werden in die Erde gepflanzt und feucht gehalten. Nach etwa drei Wochen sollte der Samen keimen. Die kleinen Setzlinge werden dann an Farmer in den Blue Mountains verkauft, von denen die Mavis Bank Coffee Factory die reifen Bohnen wieder zurück kauft. Das Unternehmen hat demnach keine eigene Plantage, sondern kauft alle Bohnen von lokalen Farmern ein. Je nach dem, in welcher Höhe die Farm liegt, desto mehr oder weniger bekommen die Farmer für ihre Ernte. Je höher, desto besser die Qualität, desto teurer die Bohnen. Nachdem die Farmer also ihre Ernte bei der Fabrik anliefern, werden diese maschinell gereinigt. Danach kommen die gereinigten Bohnen zum trocknen auf das sogenannte „Barbeque“. Eine große Fläche im Freien, in mitten der Fabrik. An sonnigen Tagen reichen vier Stunden aus. Fängt es an zu regnen, dauert es natürlich länger. Nachdem die Bohnen trocken genug sind, werden sie maschinell von der Hülle und dem Staub befreit. Danach müssen sie erst einmal in großen Jutesäcken trocken und dunkel lagern. Die Premium Bohnen lagern bis zu drei Monaten. Danach geht es weiter in die Sortierung, denn sie haben nicht alle die gleiche Größe und teilweise sind auch angegriffene Bohnen darunter, die nicht als ganze Bohnen verkauft werden können. Diese werden dann zur Herstellung des gemahlenen Kaffee verwendet. Die Sortierung erfolgt per Hand. Einige Damen sitzen in einem Raum und sortieren den ganzen Tag Kaffeebohnen. Die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen. Eine wahnsinnige Arbeit, wenn man bedenkt, welche Mengen hier umgesetzt werden. Nach der Sortierung geht es weiter in die Röstung. In der Fabrik gibt es zwei Maschinen, die das übernehmen. Danach wird Vakuum verpackt und das „Jablum“ Label mit einer Nähmaschine an die Außenverpackung, einen kleinen Jutesack, genäht. So entsteht also Kaffee. Bedenkt man die Zeit und den Aufwand, der dahinter steckt, ist der Preis, den wir für unseren Kaffee zahlen mehr als gerechtfertigt.

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Kaffeebohnen

Blue Mountain Peek

Von Mavis Bank ist es nicht mehr weit zum Blue Mountain Peek.
Mit 2.256 Metern der höchste Punkt der Insel. Viele Wanderer machen sich schon in den frühen Morgenstunden auf den Weg, um nach der dreistündigen Wanderung pünktlich zum Sonnenaufgang auf dem Berg zu sein.

Port Royal

Wir verlassen die Blue Mountains, eine wahnsinnig tolle Region und wahrscheinlich auch das, was Jamaica so besonders macht und über Kingston geht es zurück an die Küste, nach Port Royal.
Hier liegt die Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes begraben.

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Giddy House auf Port Royal, Jamaica

Port Royal kennt man aus den Fluch der Karibik Filmen. Zwar wurde hier nicht gedreht, aber die Geschichten, die man in den Filmen mit bekommt, sind wahr. Tatsächlich war hier die Royal Navy stationiert. Die Lage des königlichen Hafen war perfekt für englische Freibeuter, die Schiffe von Panama nach Spanien ab fingen. Der bekannteste Freibeuter war Henry Morgan, dessen Grab sich auf dem Friedhof in Port Royal befand. Ebenso wird in den Filmen ganz richtig dar gestellt, dass die Piratenhochburg für seine Sittenlosigkeit bekannt war. 1692 wurde die Hafenstadt von einem Erdbeben ziemlich zerstört. Die Hälfte der Halbinsel versank im Treibsand und liegt heute unter dem Meeresspiegel. Etwa die Hälfte der Bevölkerung soll bei dieser Naturkatastrophe ums Leben gekommen sein. Zwar sollte die Stadt und der Hafen wieder aufgebaut werden, aber ein weiteres Erdbeben und mehrere Hurricanes zerstörten den Ort abermals. Heute leben hier rund 2.000 Menschen und Port Royal, der einstig wichtigste Hafen der Karibik, ist heute nur noch ein kleines Fischerdorf und spielt keinerlei Rolle mehr.
Zur Blütezeit war Port Royal eine der reichsten Städte der Welt.
Eine Idee davon bekommt man in der Festung Fort Charles am Rande der Stadt, sowie die Überreste im Ortskern. Ein großer Teil der Festung liegt unter Wasser und sowohl der Zugang zu Nelson’s Quartdeck, der Aussichtspunkt der Festung, als auch das ehemalige Waffenlager, das Giddy House versinken schräg im Boden. Die Kanonen wurden teilweise frei gelegt und liegen rund 3 Meter unter der Meeresoberfläche. Man kann sich in etwa vorstellen, wie es im Meer darunter aussehen muss.

Im Ortskern gibt es noch einige zerfallene Häuser, die darauf hinweisen, dass sich hier tatsächlich sittenlose Piraten herum getrieben haben müssen. Ganz im Gegenteil zu früher hat Port Royal heute die niedrigste Kriminalitätsrate der ganzen Insel. Irgendwie ironisch, dass gerade ein Vorort von Kingston und die ehemalige Piratenhochburg die geringste Kriminalität hat.

Bull Bay

Von diesem historischen Ort geht es weiter nach Bull Bay.
Ein kleiner Ort an der Küste, der vergleichbar ist mit vielen anderen. Die Besonderheit hier sind die enormen Wellen, die den Ort zum Surferparadies machen. Aus diesem Grunde gibt es hier auch eine Surfschule, die Kurse anbieten, oder eben das Equipment verleihen.

Wir überqueren nun die Grenze zu St. Thomas. Vorweg muss ich sagen, dass St. Thomas wohl die am wenigsten touristischste Gegend der Insel ist. Teilweise hatte ich sogar den Eindruck, dass hier eine gewisse Abneigung gegen Weiße herrscht. Man wird nicht selten mit Whitie beschimpft und sehr schräg angeschaut. Das hat mich aber nicht davon abgehalten, die Gegend dennoch zu erkunden und dankenswerter Weise durfte ich auch andere Erfahrungen machen.

Morant Bay

Von Bull Bay, entlang der Küste, gelangt man nach schließlich nach Morant Bay.
Die größte Stadt St. Thomas´, einerseits sehr gastfreundlich, andererseits fast etwas fremdenfeindlich. Beide Erfahrungen konnte ich hier machen. Wie ich schon erwähnte, finden es Kids oft ganz faszinierend Weiße zu sehen. So auch geschehen in einem kleinen Burgerladen in Morant Bay. Die Kleine saß da und starrte mich unentwegt an. Als ich sah, dass sie ganz neidisch auf meine Pommes schaute, gab ich sie ihr natürlich ab. Sie war unglaublich zurückhaltend und schüchtern, nahm sie aber dann doch. Dem Ganzen ging voran, dass sie von einem Jungen geärgert wurde und sich offensichtlich nicht zu helfen wußte. Der Junge war dann natürlich sehr baff, als sie zur Entschädigung die Pommes bekam und er leer ausging. Er traute sich in unserem Beisein aber nicht, sie weiter zu ärgern. Morant Bay an sich ist eine recht unaufgeregte Stadt. Es gibt, wie in vielen größeren Städten der Insel, einen Markt im Zentrum und zahlreiche Shops entlang der Hauptstraße. Die Stadt hat keinen besonderen Flair, wie ich finde, aber dennoch war es ganz nett, die Erfahrungen hier mit zu nehmen. Wie unterschiedlich die Menschen hier sein können, habe ich bei einem Abendspaziergang erfahren. Erst in einer kleinen Kneipe, in der wir ganz offen empfangen wurden und sogar das ein oder andere nette Gespräch führten. Nach einem Jerk Chicken von den zahlreichen Straßengrills ging es weiter zu einer Open Air Sound System Party. Ein Einheimischer hing sich an uns ran und erwartete für den Begleitschutz natürlich eine Gegenleistung. Als ich ihm nach dem dritten Bier sagte, dass es nun genug wäre, wurde er recht unfreundlich. Wir hatten uns schon auf den Heimweg gemacht, als wir an einer weiteren Bar vorbei kamen und wiederum eine ganz andere Erfahrung, nämlich die totale Gastfreundschaft, erleben durften. Zusammen mit einer Gruppe Einheimischer ließen wir den Abend ausklingen und wurden auf das ein oder andere Getränk eingeladen. Definitiv ein Abend der Gegensätze und sehr bezeichnend für Morant Bay.

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Holland Beach Nahe Morast Bay, Jamaica

Bath

Auf dem Weg zum Morant Point machen wir einen kleinen Abstecher ins Inland, nach Bath. Der Ort trägt den gleichen Namen, wie Bath in England und ebenso gibt es hier in der Nähe eine Mineralquelle. Schon am Parkplatz warten zahlreiche Guides, die einem zur Quelle führen wollen. Tatsächlich kommt man da aber ganz alleine hin. An der Quelle angekommen gibt es viele, die sich das ganz natürliche Outdoor-Spa gönnen und eine Massage auf dem Stein genießen. Ich persönlich fand es eine ganz eigenartige Atmosphäre, als ich da war. Das mag aber an den Gästen gelegen haben, die gerade vor Ort waren. An sich ist die Quelle ein sehr schöner Ort und die Gelegenheit, ein so natürliches Spa zu besuchen, bekommt man auch nicht alle Tage. In der Nähe hat sich ein Hotel niedergelassen, die sich das mineralische Wasser ebenso zu nutze machen und ein Spa im herkömmlichen Stil eingerichtet haben. Zurück im Ort findet man einen kleinen unscheinbaren botanischen Garten. Viel Exotisches gibt es hier zwar nicht zu entdecken, aber der kleine Park ist ganz nett angelegt und bestimmt ein kleiner Stop over wert.

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Botanischer Garten in Bath, Jamaica

Morant Point

Zum Abschluss der heutigen Reise geht es an den Ostzipfel Jamaica’s, dem Morant Point. Über kleine Dörfer, in denen man die Ablehnung noch deutlicher spürt, kommt man in eine einsame, unbewohnte Gegend, in der die Rinder am Straßenrand grasen und die Ziegen auf der Straße herum rennen. Auf dem Weg zum Ostende kommt man am Holland Beach vorbei. Ein kleiner ganz toller, einsamer Strand. Schade ist, dass hier recht viel Müll angespült wird und es die Einheimischen nicht wirklich interessiert.

Am Zipfel angekommen findet man nichts als eine kleine Kirche, ein kleines Wohnhaus, einen Leuchtturm und vor allem eine wahnsinnige Kulisse. In dem Wohnhaus lebt der Leuchtturmwächter recht einsam. Ich hatte ihn angesprochen, ob es eine Möglichkeit gäbe, auf den Leuchtturm zu gehen und er führte uns nach oben. Man fühlt sich tatsächlich ein bisschen, wie am Ende der Welt angekommen.

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Leuchtturm am Morast Point, Jamaica

Mit diesem Eindruck vom Ende der Welt schließen wir die heutige Reise durch die Blue Mountains und die am wenigsten touristische Region der Insel, St. Thomas ab.

Gerne stehe ich für Fragen und Anregungen rund um Jamaica zur Verfügung und unterstütze mit meinen Erfahrungen bei Deiner nächsten Reise.

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Meine Reiseempfehlungen:

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  • Unterkünfte in Jamaica buchst Du am besten über booking.com*. Hier findest Du auch Hostels und Gueshäuser.
  • Den besten Reiseführer für Jamaica gibt’s bei Lonely Planet*
  • Sei etwas vorsichtig, wenn Du in Jamaica reist. Jamaica hat nach wie vor eine sehr hohe Kriminalitätsrate. Lass Dich davon aber nicht abschrecken. Bei konkreten Fragen zur Sicherheit etc. helfe ich gerne weiter

MIA Travel Tipp’s für Jamaica:

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Around Jamaica #7 – St. Andrew

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Kingston

Vom Süden der Insel geht es weiter in die Hauptstadt Kingston, im Südosten, im Parish St. Andrew. 2014 war ich das erste mal hier, allerdings nur für einen Tag. Ein Taxifahrer aus dem Norden brachte uns in die Hauptstadt und je später der Tag wurde, desto gestresster wurde er. Sein Ziel war es, unbedingt aus der Stadt wieder raus zu sein, bevor die Dunkelheit einbricht. 2016 habe ich mehrere Tage in Kingston verbracht und ja, man kann sich nicht überall problemlos bewegen, aber so heftig, wie der Taxifahrer es darstellte, ist es nicht wirklich. Im Gegenteil, weiß man wo man hin möchte und wie man sich zu verhalten hat, kann man am Tage, als auch bei Nacht richtig Spaß in der Großstadt haben und einiges entdecken und erleben. Kingston ist das kulturelle und wirtschaftliche Herz der Insel und das spürt man, wo man geht und steht.

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Kingston ist die Stadt in der extrem reich und extrem arm aufeinander treffen. In Mitten der Stadt gibt es eine Straße namens Half Way Tree, die quasi die Grenze zwischen Uptown und Downtown darstellt. In der Regel wird diese unsichtbare Grenze von den Kingstonern nicht überschritten und so leben arm und reich in ihren jeweils eigenen Stadtteilen. Man sollte es aber auf gar keinen Fall verpassen, beide Teile, ausgiebig kennen zu lernen.

Die Teilung der Stadt entstand durch das Erdbeben, dass Kingston 1907 erschütterte. Die Menschen, die es sich leisten konnten, errichteten ihr neues Domizil in Uptown. Downtown entwickelte sich zu einem Gebiet der Rastafari und der Arbeiterklasse. Arbeitslosigkeit und Armut ließ die Kriminalität rapide steigen und so ist heute für viele Menschen jeder Tag im Ghetto ein Kampf ums überleben.

Die heutige Entdeckungstour startet in Uptown, bevor wir dann später zum interessanteren Teil, nach Downtown kommen.

Uptown

Bevor wir den Rundgang in Uptown starten, möchte ich noch ein Erlebnis teilen. In der Nähe von Half Way Tree lebt Gina Smith. Ein Gitarrist, der bereits mit Jimmy Cliff und Ziggy Marley auf der Bühne stand. Er hat quasi jeden Tag open House und in seinem Inna da Yard hängen jeden Tag einige Leute rum, die Gina kennen. Ich hatte die Gelegenheit dabei sein zu dürfen als im Inna da Yard ganz spontanen eine Jam Session statt fand.

Nun beginnen wir aber den Rundgang in Uptown und starten am Half Way Tree, eine Kreuzung an der sich Uptown und Downtown vereinen. Am Straßenrand tummeln sich fliegende Händler, mit allem möglichen. Bereits hier sind die Preise deutlich teurer, wie auf dem Coronation Market in Downtown. Entlang der Hope Road kommt man erst zum Devon House, ein wunderschönes Haus im Kolonialstil, das vom ersten schwarzen Millionär Jamaica’s, George Stiebel erbaut wurde. Im Haus befindet sich heute eines der besten Restaurants der Insel, sowie eine Ausstellung. Viele Kingstoner kommen in den Park vor dem Gebäude, um eine Auszeit vom Trubel in der Stadt und ein hausgemachtes Eis von Davon House Ice Cream zu genießen.

Bob Marley Museum**

Weiter entlang der Hope Road kommt man zum Bob Marley Museum**.

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Bob Marley Grafitty in Kingston, Jamaica

Hier spürt man den Geist Bob Marley’s in seinem einstigen Wohnhaus, in dem er mit seiner Frau Rita lebte. Die Zimmer sind zu meist original erhalten und Exponate, wie Kleidungsstücke, Platten, Musikinstrumente und vieles mehr sind hier ausgestellt. Es wurde sogar sein kleiner Shop, den er in Trench Town eröffnete, in dem er seine gepresste Musik verkaufte, nach gebaut.
Im hinteren Teil des Gebäudes gibt es ein kleines Tonstudio mit dem wohl berühmtesten Einschussloch der Welt. Hier nahm er seine ersten Songs gemeinsam mit den Wailers auf. Tuff Gong in Trench Town kam erst später.
Zwei Tage vor dem legendären One Love Peace Concert, dass 1978 in Kingston statt fand, saß er mit seiner Frau Rita und seinem Manager in dem Studio. Marley hatte damals beim Government beantragt, dass das Konzert für jeden frei zugänglich sein sollte, ohne Eintritt. Er wollte damit die Message transportieren, dass alle Menschen gleich sind, egal ob schwarz oder weiß, ob arm oder reich. Die Parteien waren sich über diesen Antrag nicht einig und man sagt, dass die Partei, die den Antrag nicht unterstütze, einen Auftragskiller engagierte Bob Marley zu erschießen. Somit würde das Konzert nicht stattfinden und die gegnerische Partei hätte keinen Vorteil bei den nächsten Wahlen gehabt. Wie krank die Politik sein kann, macht dieses Ereignis deutlich. Zum Glück ist der Anschlag nicht geglückt und Bob Marley trat zwei Tage später mit einer Schußwunde am Arm beim One Love Peace Concert auf, dass am Ende tatsächlich für jeden kostenlos war und über 100.000 Menschen kamen.

Wie ich bereits in St. Ann erwähnte, spürt man in Kingston einen deutlicheren Bezug, wie in Marley’s Heimat Nine Mile. In Downtown geht es später weiter.

Hope Garden**

Noch ein Stück weiter die Hope Road entlang, gibt es eine weitere Ruheoase, der Hope Garden**. Auch hier kommen die Kingstoner zum ausspannen her. Der Hope Garden ist ein sehr schön angelegter Park, mit einem kleinen Zoo und zahlreichen Möglichkeiten, die Ruhe zu genießen. Ab und zu finden hier Konzerte statt.

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Hope Garden in Kingston, Jamaica

Am Ende der Hope Road beginnt der Stadtteil Papine. Zusammen mit August Town und Mona ist das die Unigegend Kingston’s. Hier befindet sich die University of the West Indies. Die größte Universität der Insel. Usein Bolt dreht heute noch sein Runden auf dem Campus und mit etwas Glück kann man dem schnellsten Mann der Welt beim Training zu sehen. Ich selbst war kurz vor Ostern in Kingston. Osterzeit ist Carnevalzeit. Demnach durfte ich eine der kleinen Carneval Parraden auf dem Mona Campus mit erleben. Die Trucks mit wahnsinnig lauter Musik, die alles außer Roots Reggae spielen, fahren mehrfach im Kreis und die Feierlustligen laufen hinterher. Tatsächlich entdeckt man das ein oder andere Mädchen mit den typischen Carneval Kostümen, die man aus der Karibik kennt. Am Ende versammeln sich die Trucks auf einem Platz und es gibt eine riesige Party. Definitiv sollte das jeder mal erlebt haben. Das Finale des Carnevals findet am Ostersonntag statt. Die größten Partys gibt es in Kingston und Ocho Rios, aber schon sechs Wochen vorher starten die kleinen Paraden hier und da.

National Stadium

In der Unigegend befindet sich auch das National Stadium. Hier finden zahlreiche kleinere und größere Sportevents statt. Einmal in Kingston, dachte ich mir, würde es sich lohnen ein Fußballspiel anzuschauen. So kam ich zum Länderspiel der Jamaica Reggae Boyz gegen die Nationalmannschaft von Costa Rica zur WM Qualifikation. Mit Pünktlichkeit haben es die Jamaikaner bekanntermaßen nicht wirklich, aber dass sie sogar zu einem Fußballspiel zu spät kommen, hätte ich nicht vermutet. Etwa zur Halbzeit war das Stadion dann voll gefüllt und die Tröten, wie man sie noch von der WM in Südafrika kennt, waren unfassbar laut. Hier gibt es keine Stadionschlachtrufe, oder Gesänge. Tatsächlich hört man nur die Tröten, 90 Minuten lang. Trotzdem ein tolles Erlebnis.

Emancipation Park

Nicht weit vom Stadion befindet sich der Emancipation Park. Ein kleiner, feiner Park mitten in der Stadt, mit einer Laufbahn, zu der viele Kingstoner zum joggen her kommen. Tatsächlich hat der Park aber eine tiefere Bedeutung. Er entstand nach dem Motto „a tribute to Freedom“ und beheimatet die Redemption Skulptur.

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Emancipation Statue im Emancipation Park in Kington, Jamaica

Skyline Drive

Von Papine geht es nun weiter Richtung Skyline Drive. Diese Straße trägt nicht umsonst diesen Namen. Von der Skyline Drive hat man den Blick über die ganze Stadt. Natürlich ist das am Tag schon sehr beeindruckend, bei Nacht allerdings ist es atemberaubend.

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Blick über Kingston bei Nacht

In der Skyline Drive befindet sich der beste Reggae Club der Stadt. Der Bub Club**. Mit einer überragenden Kulisse verbringt man hier den Sonntag Abend bei gepflegtem Roots Reggae. Ganz viel einheimische Rastamänner kommen hier her und tanzen sich im wahrsten Sinne des Wortes in Trance. Definitiv einer meiner besten Abende in Kingston.

Über die Jack’s Hill Road geht es wieder runter nach Half Way Tree und über Cross Roads weiter nach Downtown.

Downtown

Das Zentrum von Downtown bildet der William Grant Park, besser bekannt als „Parade“. Der nördliche und südliche Eingang wird von den Statuen von Norman Manley und Alexander Bustermante bewacht. Rund um Parade tobt das echte Leben.

Ward Theatre

Nördlich von Parade befindet sich das alte Ward Theatre. Das Theater war einst das größte der Karibik. Schon die Fassade ist sehr eindrucksvoll. Bekommt man allerdings die Möglichkeit, das zerfallene Gebäude von innen zu bewundern, ist das ein einmaliges Erlebnis. Ich hatte die Gelegenheit und was sich im inneren verbirgt, ist der Wahnsinn. Ganz alleine steht man in dem verlassenen Gebäude, in dem die Scheinwerfer und Verfolger, die Tribünen und die Deckenleuchter so aussehen, als ob sie erst gestern noch im Einsatz waren.

Kingston Parish Church

Gegenüber, südlich von Parade findet man dann direkt das nächste eindrucksvolle Gebäude, die Kingston Parish Church. Eine der schönsten Kirchen der Insel. Übrigens gibt es unzählige Kirchen in Jamaica, selbst in den kleinsten Ortschaften. Die Jamaikaner sind ein sehr gläubiges Volk, was das Ganze wieder sehr ironisch macht. Auf der einen Seite gibt es hier eine enorme Kriminalität und andererseits sind die Kirchen am Sonntag voll bis in die letzte Reihe.

Coronation Market

Westlich von Parade geht die Queen Street ab, die direkt zum Coronation Market führt. Der Markt ist der größte in der englisch-sprachigen Karibik und das halbe Land kommt hier her zum einkaufen. Bekommt man in MoBay, Ochi, Negril oder anderen Städten der Insel die alltäglichen Dinge (keine Souvenirs) auf der Straße angeboten, haben die Verkäufer diese zu 90 %iger Sicherheit hier günstig eingekauft, um sie in anderen Teilen der Insel teurer zu verkaufen.
Über den Markt zu schlendern, ist tatsächlich ein Erlebnis. Allerdings sollte man jegliche Wertgegenstände zu Hause lassen. Hier geht es meist hektisch und eng zu und schnell ist man sein Hab und Gut los, ohne es zu merken.
An jeder Ecke steht hier die Polizei mit Mannschaftsbussen und schweren Gewähren, denn nicht selten kommt es hier zu Schießereien zwischen den Banden.

Trench Town

Direkt hinter dem Coronation Market kommt man ins Ghetto. Die Stadtteile Jones Town, Denham Town, Tivoli Garden und wohl das bekannteste Ghetto der Welt Trench Town. Oft haben die herunter gekommenen Häuser und Blechhütten hier kein fließendes Wasser und der Strom wird abgezapft. Hier herrschen ganz eigene Gesetze. Ich selbst habe keine negative Erfahrung in Downtown gemacht. Im Gegenteil, hier lernt man das richtige Leben im Ghetto kennen. Wichtig ist, dass man weiß, wie man sich zu verhalten hat. Nicht verloren aussehen, keine Wertgegenstände zur Schau stellen und sich stets umsichtig bewegen.
Trench Town ist am Rande der Stadt. Hier lebte Bob Marley, nachdem er zusammen mit seiner Mutter das zu Hause in Nine Mile verließ. Zusammen mit weiteren Reggae Legenden wie Jimmy Cliff und Peter Tosh, hing er hier herum und hoffte in einem der Record Studios entdeckt zu werden. Wie man heute weiß, hat das funktioniert. Seine Geschichte würde hier den den Rahmen sprengen, aber die Erzählungen haben mich gefesselt. Man kann viel darüber lesen, aber erlebt man die Orte live, spürt man den Geist des berühmtesten Sohn Jamaica’s hier immer noch sehr deutlich.
Später gründete Bob Marley sein eigenes Label Tuff Gong, ebenso in Trench Town. Das Studio und die Plattenproduktion kann man heute besichtigen, inklusive original Equipment von Bob Marley. Das Studio wird immer noch für Aufnahmen genutzt. Für Besucher ist demnach nur geöffnet, wenn keine Aufnahmen statt finden.
Übrigens ist Kingston die größte Musiktalentschmiede und Musikproduktion weltweit. Nicht nur Newcomer und die, die es werden möchten, sondern auch namhafte Künstler wie Shaggy lassen hier ihre mal mehr, mal weniger erfolgreichen Hits produzieren.
Die Stadt, speziell Downtown lebt von und für die Musik. Hier wurde der Reggae geboren und lebt bis heute weiter. Wo man geht und steht spürt man die Vibes und es ist nicht unüblich, dass man nationalen und internationalen Künstlern hier einfach so über die Füße läuft. Ich hatte sogar die Gelegenheit, das Geburtshaus von Dennis Brown zu besuchen. Das Haus wurde beim Hurricane völlig zerstört und nie wieder aufgebaut. Man kann also nur erahnen, wie die Familie hier lebte.
Im Trench Town Culture Yard, wo Führungen von locals angeboten werden, erfährt man alles über das Leben von Bob Marley, kann sein kleines Zimmer, in dem er zusammen mit seiner Frau Rita lebte, bevor er nach Uptown ging, bestaunen und bekommt die Entstehung und Bedeutung des Reggae näher gebracht.

Fleet Street

Zurück über Parade in östliche Richtung kommt man in die Stadtteile Mountainview Gardens, Bournemouth Gardens und Springfield. Ebenso nicht die beste Gegend, allerdings lange nicht so rau wie westlich von Parade. Hier liegt die Fleet Street.

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Fleet Street in Kingston Downtoen, Jamaica

Eigentlich eine Straße, wie jede andere, aber eine Gruppe junger Jamaikaner haben es sich hier zur Aufgabe gemacht, dass Ghetto etwas schöner zu gestalten. Ein Haus, von dem lediglich die Außenwände übrig sind und das für die Müllverbrennung genutzt wurde, haben sich Künstler an den Hauswänden mit sehr eindrucksvollen Gemälden, die die Werte Jamaica’s zeigen, verewigt. Am Eingang steht geschrieben „not just a Ghetto“ und so ist es auch.

Life Yard

Die Jungs haben hier einen kleinen Ort des Friedens namens Life Yard mitten im Ghetto erschaffen. In ihrem kleinen Nutzgarten hinter den Haus haben sie eine Oase angelegt. Der Müll wird hier wieder verwertet und zum Beispiel aus alten Plastikflaschen werden Pflanzenkübel gezaubert.

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Not just a Ghetto in der Fleet Street, Downtoen Jamaica

Um die Ecke befindet sich die Alpha Boys School. Ein reine Jungenschule für gefährdete Jugendliche (wenn sie das nicht alle sind im Ghetto). Die Schule ist Talentschmiede für Musiker. Einige namhafte Talente haben hier ihre Karriere begonnen. Die Jungs präsentieren ihr Können einmal wöchentlich bei öffentlichen Auftritten in der Schule und treten ab und an sogar außerhalb auf. Die Jungs vom Life Yard veranstalten regelmäßig Kino und Trommelabende für die Kids der Alpha Boys School. Eine super Sache und hoffentlich wird das Ghetto so etwas weniger gefährlich für all die Jugendlichen und fordert weniger Opfer.

Wir bleiben noch etwas in Downtown, denn neben Ghetto und Musikkultur gibt es hier noch einiges mehr zu entdecken.

National Heroes Park

Ein kleiner Park, in dem die sieben Nationalhelden Jamaica’s in Form von Statuen und Skulpturen verewigt wurden.
Sir Alexander Bustermante, der erste Premierminister Jamaica’s und Bürgermeister von Kingston und Norman Manley, jamaikanischer Politiker.
Diese beiden Herren waren maßgeblich daran beteiligt, Jamaica in die Unabhängigkeit zu führen.
Marcus Garvey, ebenfalls ein Politiker, der die Schwarzenbewegung „Universal Negro Improvement Accosiation“ gründete.
Granny Nanny, die einzige Frau in der Reihe der Nationalhelden. Sie war die Anführerin der Maroons.
Samuel Sharp, führte den Weihnachtsaufstand in Montego Bay an.
Paul Bogle, führte den Morant Bay Aufstand an und George William Gordon, ein ehemaliger Sklave, der maßgeblich am Morant Bay Aufstand beteiligt war.

National Gallery of Jamaica & Liberty Hall

Kulturell geht es weiter in der National Gallary of Jamaica, die größte Kunstgalerie der Insel und der Liberty Hall, eine Multimedia Ausstellung zu Marcus Garvey. Hier erfährt man alles über die Schwarzenbewegung und zur Person Garvey.

Kingston Harbour

Zum Abschluss der heutigen Tour geht es an den Hafen, südlich von Downtown. Der Kingston Harbour ist der siebtgrößte Hafen weltweit. Hier kommen keine Kreuzfahrtschiffe, wie in MoBay oder Ochi an. Der Hafen wird heute lediglich zum Im- und Export genutzt. Seiner Zeit war es der größte Hafen in der Karibik und Umschlagplatz für alle Transporte von Nord-und Südamerika in den Rest der Welt. Aufgrund der guten Lage Jamaica’s ist Kingston heute noch ein sehr wichtiger Umschlagplatz für den internationalen Handel.

Wie auch viele Frachtschiffe verlassen wir nun die Hauptstadt und beenden die heutige Reise rund um Kingston, im Parish St. Andrew. Eine ganz faszinierende und eindrucksvolle Stadt mit vielen Facetten.

Gerne stehe ich für Fragen und Anregungen rund um Jamaica zur Verfügung und unterstütze mit meinen Erfahrungen bei Deiner nächsten Reise.

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Ihr erreicht mich per
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oder über das Kontaktformular auf meinem Blog unter www.afimia.de

Meine Reiseempfehlungen:

  • Eine gute und meist günstige Flugverbindung gibt es mit Condor* zu ergattern.
  • Unterkünfte in Jamaica buchst Du am besten über booking.com*. Hier findest Du auch Hostels und Gueshäuser.
  • Den besten Reiseführer für Jamaica gibt’s bei Lonely Planet*
  • Sei etwas vorsichtig, wenn Du in Jamaica reist. Jamaica hat nach wie vor eine sehr hohe Kriminalitätsrate. Lass Dich davon aber nicht abschrecken. Bei konkreten Fragen zur Sicherheit etc. helfe ich gerne weiter

MIA Travel Tipp’s für Jamaica:

Mehr MIA Travel Tipp’s gibt’s hier.

Around Jamaica #6 – Manchester & St. Elizabeth

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von Christina bis Black River

Weiter geht es mit dem sechsten Teil der „Around Jamaica“ Tour. Die Reise startet im Inland, in Christina in den Dry Harbour Mountains, im Parish Manchester. Über Mandeville geht es weiter in das Parish St. Elizabeth, bis nach Black River. Für mich ist diese Region eine der abwechslungsreichsten der Insel und es gibt ganz viele Orte zu entdecken, die vielen Urlaubern vorenthalten bleiben. Zusammen mit Portland ist diese Region mein persönlicher Favorit.

Christina

Die heutige Reise startet im südlichen Cockpit Country, genauer gesagt, in den Dry Harbour Mountains, in dem kleinen Örtchen Christina.
Leider habe ich es selbst noch nicht nach Christina geschafft. Eigentlich sollte es im April 2016 zum Yam Festival soweit sein. Bei meinem ersten Besuch im Cockpit Coutry hatte ich von dem Festival, dass wohl Leute aus dem ganzen Land an zieht, die mit ihren verkleideten Ziegen anreisen, gehört. Leider fiel das Event letztes Jahr aus. Zwar soll es in der Nähe von Christina noch einen Wasserfall geben, den es zu erkunden gibt, aber auch das habe ich leider noch nicht geschafft. Die Wege in dieser Region sind durchaus beschwerlich. Zwar gibt es offizielle Straßen, aber meist nicht unbedingt gut befahrbar. Wenn man also nicht gerade in der Gegend ist, wird der Weg eine ganz schöne Tortur.

Mandeville

Von den Bergen geht es Richtung Küste und wir machen einen Stopp in Mandeville.
Die Kleinstadt im Landesinneren, auf etwa 650m gelegen ist für mich eine der verrücktesten Städte der Insel. Wahrscheinlich ist es das Große Ganze, was mir hier ganz gut gefällt. Mandeville ist eine der wohlhabendsten Städte Jamaica’s. Einige, die in Kingston leben, haben hier ihren Zweitwohnsitz. Ebenso haben sich viele Rückkehrer, die ihr Geld im Ausland verdient haben, hier nieder gelassen und verbringen ihren Lebensabend in dem kleinen turbulenten Städtchen in Mitten der Insel.
Ich selbst habe letztes Jahr das Osterwochenende in Mandeville verbracht. Am Samstag herrschte noch ein reges Treiben in dem kleinen Ortskern, rund um den Markt. Am Sonntag allerdings war die Stadt wie ausgestorben. Nur ganz wenige Menschen waren auf der Straße. Nur auf einem kleinen Platz in einem Hinterhof, fand ein ganz nettes Event für Kids statt. Der Parkplatz wurde zu einer Rollschuhbahn umgewandelt und die Kinder hatten richtig Spaß. Man konnte sehen, wie sie uns beeindrucken wollen.
Generell finden es Kinder und Jugendliche in den weniger touristischen Gegenden oft ganz beeindruckend Weiße zu sehen. Nicht nur einmal habe ich gemerkt, wie die Kids mich minutenlang anstarrten und wenn ich dann mit ihnen sprach, waren sie ganz zurückhaltend und lächelten verlegen.
Gerade die Tage hatte ich die Gelegenheit, nochmal nach Manedville zu kommen und es ist einfach nur verrückt, im positiven Sinne natürlich. Vor allem der Verkehr. Die Straßen sind voll von Route Taxis, teilweise in drei vier Reihen, obwohl die Straße eigentlich nur für 2 Spuren ausgelegt ist. Dazwischen Massen an Menschen, die zwischen den Autos durch huschen. Am Markt, im Zentrum der Stadt herrscht ein Trubel, wie ich ihn noch nicht gesehen habe. Menschen über Menschen. Eine ganz wunderbare Atmosphäre.
Das Mandeville eine recht wohlhabende Gegend ist, kann man an mehreren Dingen fest machen. Es gibt hier zahlreiche Geschäfte, die es in vielen Teilen der Insel nicht gibt. Zum Beispiel einen von zwei Mega Mart’s. Ein riesiger Supermarkt, in dem es alles, wirklich alles gibt, allerdings sehr teuer, denn viele Dinge sind importiert, oder die Stores im Zentrum, die sehr gut besucht sind. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit habe ich ganz viele Frauen gesehen, die recht teure Spielsachen kauften, natürlich auch importiert.

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In der Nähe von Mandeville gibt es die High Mountain Coffee Factory. Eine kleine Kaffeefabrik, die man nach Vereinbarung besichtigen kann. Diese Region ist nicht unbedingt bekannt für Kaffee und auch ich würde empfehlen, sich dem Thema eher in den Blue Mountains zu widmen.

Alligator Pond

Bevor es nach St. Elizabeth geht, verlassen wir das Inland und machen einen Abstecher an die Küste, nach Alligator Pond.
Man sollte erwarten hier Alligatoren zu finden, dem ist allerdings nicht so. Alligator Pond ist ein kleines Fischerdorf, in dem die Einheimischen aus den umliegenden Städten, wie Mandeville ihr Strandwochenende verbringen. Die Bucht, mit ihrem schwarzen Sandstrand und dem tiefblauen Wasser, zieht auch viele Jugendliche zum surfen an. Ich persönlich finde es in Alligator Pond nicht besonders schön, dafür sehr authentisch.

Lover’s Leap**

Von Alligator Pond überqueren wir die Grenze nach St.Elizabeth und bleiben noch ein wenig an der Küste. Auf dem Weg nach Treasure Beach machen wir einen Stopp am Lover’s Leap**.

Diesen Ort würde ich mit dem Galina Point in St. Mary im Punkto Schönheit, auf die selbe Stufe stellen. Eine überragende Aussicht bietet sich von der Aussichtsplattform auf die steil abfallenden Klippen und das tiefblaue Meer. So schön der Ort ist, so eine traurige Geschichte hat er. Die Legende besagt, dass ein junges Sklavenpaar, das getrennt werden, das Mädchen als Geliebte des Gutsherren dienen und der Junge an ein anderes Great House verkauft werden sollte, sich hier gemeinsam das Leben nahmen und Hand in Hand über die Klippen in die Tiefe stürzten. Eine Statue der Beiden steht in dem angrenzenden, ganz nett angelegten Park.

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Lovers Leap, Nahe Treasure Beach, Jamaica

Treasure Beach

Weiter entlang der Küste Richtung Westen, kommt man nach Treasure Beach.

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Strand von Treasure Beach, Jamaica

Eingangs möchte ich erwähnen, dass ich zu Treasure Beach eine geteilte Meinung habe. Ich mag die Gegend sehr, denn hier ist ein ganz anderer Flair, wie in allen anderen Gegenden Jamaica’s, allerdings ist die Landschaft und die Natur auf anderen Teilen der Insel deutlich schöner. Definitiv ist Treassure Beach der Ort für Traveller und Back Packer, die ein etwas größeres Budget für ihre Reise mit bringen. Die Gegend ist nicht ganz günstig, aber ich finde es lohnt sich sehr, hier ein paar Tage zu verbringen. Es gibt hier nochmal ein ganz anderes Jamaica zu entdecken, als ich es bisher kennen lernen durften.
Angefangen bei den Stränden in Treasure Beach, die tatsächlich ein Traum sind. Der Calabesh Bay Beach, Frenchman’s Beach, Jack Spratt Beach, Old Wharf Beach und Great Bay Beach sind nicht miteinander verbunden und an all diesen Stränden gibt es unterschiedliches zu entdecken. Der Frenchman’s Beach ist wohl der Bekannteste. Es gibt einige kleine Bars, in denen man schnell Anschluss findet und in den Genuss kommt, die Einheimischen beim Domino spielen etwas besser kennen zu lernen.
Das Stadtzentrum ist relativ klein und es gibt nicht, wie üblich in den Touristengebieten, die ganzen typischen Souvenirshops. Hier kommt man definitiv nicht zum shoppen her. Im Gegenteil, das kleine Städtchen, mit seinem ganz gemütlichen Ambiente, hat etwas inspirierendes. In der Gegend leben viele Europäer, Amerikaner und Kanadier und das spürt man, wenn man hier durch die Straßen läuft, anders wie in anderen Teilen der Insel. Des Weiteren ist Treassure Beach eine der kulinarischen Hauptstädte Jamaicas. Sogar Kochkurse werden in einem der Restaurants angeboten und in einer kleinen Bar durfte ich den besten Bananen-Ingwer Shake der Insel genießen.
Jedes zweite Haus in Treasure Beach bietet eine Übernachtunmöglichkeit und ich schätze, dass es nirgends sonst auf Jamaica so viele Guesthäuser gibt, wie hier. Das Motto der Stadt ist „the Home of Eco Tourism“ und so ist es auch. Da ich es gerne mal etwas ruhiger mag, habe ich mich diesmal für ein kleines privates Guesthouse etwas außerhalb der Stadt entschieden. Das coole daran – neben der Ruhe, die man hier hat – zum Sonnenauf- und Untergang schwimmen hier Delphine vorbei.

Pelican Bar**

In Treasure Beach bieten viele Fischer einen Trip zur Pelicans Bar** an. Ist man einmal in der Gegend ist es ein Muss zu der Bar, mitten auf dem Meer raus zu fahren.

Die Bar ist tatsächlich ein Gebilde aus Holz, dass auf den ersten Blick sehr wacklig aussieht. Es gibt kleine Erfrischungen und eine einmalige Kulisse. Am schönsten ist es bei Sonnenuntergang. Offensichtlich erfreut sich die Bar einem regen Besucherzuwachs, denn als ich vor einigen Tagen nochmal da war, hatte sich der Besuchersteg erneut vergrößert. Ganz nett finde ich, dass man sich im Holz verewigen kann. Der Boden und die Decke ist voll mit Namen aus aller Welt.

Santa Cruz

Von dem einzigartigen Örtchen geht es wieder zurück ins Inland nach Santa Cruz.
Um Treasure Beach gibt es ein wirrwarr an Straßen und die Karten zeigen leider nicht, ob es sich dabei um gute oder schlechte Straßen handelt. Mit etwas Glück erwischt man eine gute Straße und muss nur einigen Schlaglöchern ausweichen. Wählt man allerdings den falschen Weg, schwitzt man nicht von der Temperatur, sondern eher davon, dass man das Auto heile über die Buckelpisten bekommt.
Ich habe vor einigen Tagen eine solche Straße (wenn man das noch Straße nennen kann) erwischt. Als ich vor dem vermeintlich unbezwingbaren Berg mit einer Kraterlandschaft stand, gab es schon kein zurück mehr. Nach mehreren Anläufen und der Hilfe von drei Jamaikanern, die mich anschoben, habe ich es dann aber doch geschafft, den Berg zu bezwingen.

Ist man dann in Santa Cruz angekommen, erlebt man wieder eine Überraschung, wie ich finde. Hier ist das Wirtschaftszentrum des Südwesten Jamaicas. Man erwartet im Landesinneren keine solche Stadt, wenn man die Siedlungen bisher kennen gelernt hat. Ähnlich wie in Mandeville herrscht hier ein reger Trubel, allerdings läuft der Verkehr deutlich zivilisierter ab. Im Ortszentrum gibt es einen Markt und rund herum ganz typische jamaikanische Shops mit Klamotten und anderen Alltagsgegenständen. Ebenso haben sich hier viele Baustoffunternehmen und Autohändler nieder gelassen. Definitiv sollte man sich das quirlige Örtchen Santa Cruz nicht entgehen lassen.

Bamboo Avenue

Auf normalen Straßen geht es weiter in die Bamboo Avenue.

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Bamboo Avenue in Jamaica

Die rund vier Kilometer lange Straße ist gesäumt von Jahrhunderten alten Bambus, die recht eindrucksvoll wie ein Bogen über die Straße wachsen. Die außergewöhnliche Avenue ist sicherlich kein Touristenmagnet, aber bestimmt kommen hier viele vorbei, die auf dem Weg zu den Attraktionen in der Gegend sind. Was viele eher nicht kennen, ist das kleine jamaikanische Restaurant in mitten der Bamboo Avenue, das als Spezialität das lokale Gericht Curry Goat und Curry Chicken anbietet. Man sollte meinen dass Ziege sehr streng schmeckt, aber tatsächlich mit der Curry Sosse, in der die Ziege inklusive Knochen geköchelt wird, schmeckt das typisch jamaikanische Gericht überragend.

Bubbling Springs

Frisch gestärkt geht es weiter zu den Bubbling Springs. Wie ich gelesen habe, soll es hier ein Mineralbad geben. Offen gestanden, ich stand davor, bin aber nicht hinein. Der Eintritt kostet 20 USD und was ich sehen konnte, ist es mehr ein kleiner Wasserpark für Kinder, mit Rutsche und so weiter. Leider konnte ich nicht das ganze Areal sehen und am Eingang war auch niemand, so dass ich die Bubbling Springs einfach links liegen ließ.

Maggotty

Fährt man weiter durch die Berge, über recht enge Straßen, mit zahlreichen Schlaglöchern kommt man in ein Dorf namens Maggotty.

Ohne zu wissen, was es dort wirklich zu entdecken gibt, habe ich einen Stopp eingelegt und den still gelegten und öffentlich zugänglichen Apple Valley Park entdeckt. Hier muss es, als der Park noch in Betrieb war, richtig nett gewesen sein. Die Überreste sind heute noch zu erkennen. Kleine Poollandschaften, künstlich angelegte Wasserfälle und Tretboote auf dem kleinen See. Heute ist alles nur noch eine Ruine und man kann nur erahnen, was sich hier mal abgespielt hat.
Am Ortseingang von Maggotty gibt es noch eine alte Zugbrücke. Ja, tatsächlich gab es auf Jamaica mal einen Zug. Sogar war das Bahnstreckennetz, das erst von Kingston bis Montego Bay und später von Bog-Walk (im Landesinneren) nach Port Antonio (im Osten), das Erste, dass außerhalb Europas und Nordamerikas gebaut wurde, damals noch unter englischer Krone.
Da die Strecken nicht rentabel waren und die Regierung bei der Unterhaltung drauf legte, wurde 1974 die Bog-Walk-Porti Strecke und 1978 auch die MoBay-Kingston Strecke still gelegt. Der Hurricane Allen, der 1980 über das Land fegte und der fünft stärkste seiner Art war, zerstörte weite Teile des Streckennetzes. Der Hurricane Gilbert 1988 gab den Strecken wohl den Rest und so stellt sich heute nicht mehr die Frage, ob sich eine Wiedereröffnung lohnen würde, auch wenn das mehrfach diskutiert wurde. Die Überreste sind als Ruinen, wie in Maggotty zu bewundern. Die Natur holt sich hier alles zurück und die Brücke ist tatsächlich sehenswert.

Appelton Rum Estate**

Von Maggotty geht es weiter in die Appelton Rum Estate**.
Hier wird der Appelton Rum nach wie vor hergestellt. Die Produktion ist umgeben von riesigen Zuckerrohrplantagen. Das Zuckerrohr wird geerntet und direkt in der Produktion verarbeitet. Früher wurden dazu Esel eingesetzt, die im Kreis liefen und mit dem Geschirr, dass sie um hatten, wurde die Presse bedient, in die das Zuckerrohr gesteckt wurde. Heute geht das natürlich maschinell. Kommt man der Produktion näher, ist der süßliche Geruch vom Zuckerrohr bereits deutlich wahr zu nehmen. Die Produktion ist extrem sauber und mit europäischen Standards zu vergleichen. Das liegt wohl nicht zuletzt daran, dass Appelton 2013 von Campari übernommen wurde. Die Marke Appelton bleibt aber bestehen.
Nach der Produktion wird man in den Keller, voll mit Rumfässern, die hier reifen, geführt. Der älteste Rum, der hier jemals lagerte, wurde 100 Jahre gereift und zum 50 jährigen Jubiläum der Unabhängigkeit (2012) an ganz ausgewählte Personen verteilt. Eine Flasche des edlen Tropfen steht noch im Shop in der Appelton Estate.
Natürlich darf eine Rumverkostung nicht fehlen. Nach der Tour bekommt man die diversen Sorten zur Probe vorgestellt. Tatsächlich ist der ein oder andere gute Rum dabei.

Accompong

Ein weiteres Stück nördlich, weiter rein in die Berge, die Übrigens eine überragende Kulisse bieten, gelangt man in das Dorf Accompong.
Hier gibt es eine der wenigen Maroon Siedlungen der Insel. Die Maroons sind Gemeinschaften, die von den Sklaven gegründet wurden und sich im Inland, meist weit weg von jeglicher Zivilisation zu Farmer Gemeinschaften zusammen geschlossen haben. Natürlich leben sie heute nicht mehr so, wie zur damaligen Zeit, dennoch haben sie sich einige Traditionen bewahrt. Ich hatte in den John Crow Mountains, im Osten der Insel die Gelegenheit einige Tage in einer Maroon Community zu verbringen. Meine Erfahrungen dazu folgen demnach später.

YS Falls**

Wir machen uns auf den Rückweg Richtung Küste. Der nächste Stopp: YS Falls**

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YS Falls in Jamaica

Der sehr schöne Wasserfall befindet sich in mitten einer Farm in Privatbesitz. Mit einem kleinen Bähnchen wird man vom Eingang über die Farm bis zu dem Wasserfall gefahren. Auffällig auf dem Weg sind die schönen Rinder, die rechts und links des Weges grasen. Tatsächlich habe ich solch schöne und vor allem gesund aussehende Rinder nur selten gesehen.
Beim Wasserfall angekommen hat man die Möglichkeit in dem kleinen Park zu chillen, oder eben in den Becken baden zu gehen. Sogar ein klein wenig Action bekommt man geboten, denn wenn man das möchte kann man sich wie Tarzan an einem Seil in eines der tiefen Becken schwingen. Sehr coole Nummer.

Middle Quarters

Nach der Erfrischung wird es erneut Zeit für eine kleine Stärkung in Middle Quarters. In dem kleinen sehr unspektakulären Örtchen gibt es entlang der Straße zahlreiche Damen die ihre Pepper Shrimps anbieten. Tatsächlich ist Middle Quarters der einzige Ort auf der Insel, an dem man die regionale Spezialität angeboten bekommt. Es lohnt sich sehr ein Tütchen für 500 JD (rund 3,50) zum naschen mit zu nehmen.

Black River

Den Abschluss der heutigen Reise machen wir in Black River.

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Black River in Black River Jamaica

Tatsächlich war Black River die erste Stadt der Insel, die Elektrizität hatte, und zwar 1893. Am Ortseingang befindet sich ein kleiner Park. Ein perfekter Ort, um beim Blick auf’s Meer, die Pepper Shrimps von Middle Quarters zu snacken. Kommt man zur richtigen Zeit hängen hier auch die ganzen Jugendlichen herum, die gerade Mittagspause von der Schule haben und beim lunch im Park ihre Freizeit genießen.
Von dem kleinen Park lässt es sich wunderbar durch das kleine Städtchen schlendern. Ich finde Black River, aufgrund der schönen alten Gebäude und der netten Atmosphäre eine der angenehmsten Städte der Insel. Ortsausgang kommt auf eine kleine Brücke unter der der Black River direkt ins Meer fließt. Mit etwas Glück kann man hier Krokodile entdecken. Sollte das nicht der Fall sein, bietet die Black River Safari eine hundertprozentige Möglichkeit.
Mit einem Boot fährt man über den Fluss. Das beeindruckende daran sind nicht nur die Krokodile, die hier zu Hause sind, sondern ebenso, das glasklare Wasser, dass aber tatsächlich schwarz bzw. sehr trübe wirkt. Das kommt von den Pflanzen, die in dem Wasser wuchern. Sie lassen den Fluss schwarz wirken. Die Kulisse bei der Bootstour ist der Wahnsinn.

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Aligator im Black River Jamaica

Nach diesem schönen Abschluss in Black River endet die heutige Reise hier und wie bereits zu Anfang erwähnt, ist diese Region eine der abwechslungsreichsten der Insel. Genau das Richtige für Entdecker…

Gerne stehe ich für Fragen und Anregungen rund um Jamaica zur Verfügung und unterstütze mit meinen Erfahrungen bei Deiner nächsten Reise.

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  • Sei etwas vorsichtig, wenn Du in Jamaica reist. Jamaica hat nach wie vor eine sehr hohe Kriminalitätsrate. Lass Dich davon aber nicht abschrecken. Bei konkreten Fragen zur Sicherheit etc. helfe ich gerne weiter

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Around Jamaica #5 – St. Catherine & Claredon

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von Spanish Town bis Milk River

Von St. Mary geht die heutige Reise durch das Inland, entlang der Ausläufer der Blue Mountains und startet in Spanish Town im Parish St. Catherine im Südosten der Insel, bis in den Süden nach Milk River im Parish Claredon.

Bereits der Weg von Ocho Rios nach Spanish Town ist ein Erlebnis für sich. Durch die tolle Berglandschaft, einmal quer über die Insel, gibt es auf halber Strecke einen Truck Stop, der es auf jeden Fall wert ist, eine kleine Rast einzulegen. Hier bieten Einheimische in kleinen Büdchen die lokalen Leckereien zu super günstigen Preisen an. Frisch gestärkt geht es dann weiter nach Spanish Town.
Alternativ zu dem „alten Weg“ gibt es auch den neuen Highway, der 2016 erst eröffnet wurde und einem zwar deutlich schneller, aber weniger eindrucksvoll ans Ziel kommen lässt.

Spanish Town

Wir starten die heutige Entdeckungsreise in der einstigen Hauptstadt der Insel, in Spanish Town. Allem voran soll erwähnt sein, dass Spanish Town keine Touristengegend ist. Vielmehr ist die Stadt die arme Nachbarschaft von Kingston und mehr ein Ghetto. Bandenkriege an der Tagesordnung. Ich habe gerade die Tage einen jungen Jamaikaner kennen gelernt, der in Spanish Town geboren und aufgewachsen ist und mir die dollsten Geschichten erzählte, was in der Stadt abgeht. Heute lebt er in Westmoreland, weit weg von der Kriminalität und sagt selbst, dass er sich hier wohler fühle, dennoch sei er dankbar, die Erfahrungen in Spanish Town gemacht zu haben. Es hätte ihn stark gemacht. Ich schätze, wir können das nicht wirklich verstehen, denn was die Jungs im Ghetto tatsächlich durch machen, kann unser eins nur erahnen.
Spanish Town war die zweite Siedlung, die von den Spaniern aufgebaut wurde. Daher findet man im Ortskern, um den Emancipation Square auch noch einige historische Gebäude im spanischen Stil.
Im National Archives sind Dokumente vorhanden, die Jahrhunderte zurück reichen und sehr interessant sind, wenn man sich für die Geschichte Jamaicas interessiert.
Das ehemalige Couthouse, ebenso am Emancipation Square gelegen, ist heute nur noch eine Ruine. Das Gebäude wurde in den 80er Jahren von einem verheerenden Feuer zerstört. Auch das ehemalige Kings House ist heute nur noch eine Ruine.
Spanish Town ist heute tatsächlich gefährlicher, was die Kriminalität betrifft, als Kingston. Zwar ist man als Tourist nicht wirklich im Visier der Kriminellen und meist wird man auch darauf aufmerksam gemacht, sobald man in eine Gegend kommt, die man besser nicht erkunden sollte, dennoch kann es gut vorkommen, dass man zwischen die Banden gerät. Vor allem Drogen und Waffen machen es zu einem der gefährlichsten Orte der Insel. Auch Unschuldige wandern hier schnell mal ins Gefängnis.

Über Portmore, eine Kleinstadt zwischen Kingston und Spanish Town, geht es Richtung Küste. Entlang der Hellshire Hills gelangt man an zwei Strände.

Forth Clarance Beach

Den nicht öffentlichen Forth Clarance Beach
Ein schöner, weitläufiger Strand, der durch die zahlreichen Bäume reichlich Schatten spendet. Es ist sehr ruhig hier und eine kleine Beachbar sorgt für das leibliche Wohl.

Hellsire Beach

Ein Stück weiter gibt es den öffentlichen Hellshire Beach
Zwar ist der Strand nicht unbedingt der Schönste der Insel und dennoch hat er einen ganz eigenen Flair. Entlang des Strandes gibt es kleine Holzhütten, die fangfrischen Fisch anbieten und kleine Holzliegen vor den Hütten. Sehr authentisch, wie ich finde. Der Strand ist unter der Woche keineswegs überlaufen, aber am Wochenende finden hier ganz gute Partys statt, wie ich gehört habe.

May Pen

Über den Highway 2000 geht es weiter nach May Pen, kurz hinter der Grenze im Parish Claredon. In der Kleinstadt spielt die Landwirtschaft eine große Rolle und so kommen Freitags und Samstags die Einheimischen aus der Gegend hier her, um sich auf dem großen Markt einzudecken. Ansonsten ist May Pen keine besonders sehenswerte Stadt, um ehrlich zu sein. Dennoch ist ein stop over auf dem Weg durchaus lohnenswert.

Milk River

Von May Pen Richtung Westen bis Toll Gate und weiter entlang des Milk Rivers, durch eine einsame Gegend mit zahlreichen Zuckerrohrfeldern und einer Bauxitabbauzone, die man an dem roten Grund erkennt, kommt man zum Milk River Bath.
Ein jamaikanisches Spa. Die Einrichtung speist ihre Becken von der etwa 3 Kilometer entfernen heißen Quelle, die am Fuße des Round Hills sprudelt. Das Wasser hat eine neun mal höhere Radioaktivität, als die des bekannten Ortes Bath in England.
Die Quelle wurde im 18. Jahrhundert von einem Sklaven entdeckt, der von seiner Gutsherrin ganz fürchterlich misshandelt wurde. Nachdem er getürmt war, entdeckte er die Quelle und badete darin. Wie durch ein Wunder waren seine Blessuren geheilt. Er konnte ja nirgends anders hin und ist deshalb zurück zu seinem Great House. Die Gutsherrin war so schockiert über seine Wunderheilung, dass er sich die Info zu Nutze machte und ihr nur verraten würde, wo die Quelle sich befindet, wenn er zukünftig einen anständigen Job machen und nicht mehr misshandelt würde. Das hat wohl funktioniert und er war seit dem Tag der Aufseher der Quelle, die sich die reiche Dame zu eigen machte. Seit ihrem Tod ist die Quelle in staatlichem Besitz und später wurde ein Hotel inklusive Spa hier errichtet.
Tatsächlich lohnt es sich in einem der Privatbecken ein Mineralbad zu nehmen, allerdings nur für eine kurze Zeit.

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Anzeige: MIA Travel Tipp #7 – Nie wieder Kampf um die Decke

Generell ist die Gegend um Spanish Town und May Pen nicht sehr touristisch und es gibt hier nur wenige Attraktionen. Ich jedoch finde, dass die Gegend an sich ein Erlebnis ist, wenn man gerne die Natur genießt und das echte Leben auf Jamaica kennen lernen möchte. Es gibt hier zahlreiche kleine Städte, Dörfer und Flüsse, die es zu erkunden gibt.

Und in diesem Sinne schließen wir die heutige Reise durch St. Cathereine und Claredon auch schon ab.

Gerne stehe ich für Fragen und Anregungen rund um Jamaica zur Verfügung und unterstütze mit meinen Erfahrungen bei Deiner nächsten Reise.

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Around Jamaica #4 – St. Mary

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von Boscobel bis Anotto Bay

Weiter geht es mit der Jamaica Rundreise. Wir bleiben im Norden, im Parish St. Mary und starten nach der Großstadt Ocho Rios, in dem kleinen Örtchen Boscobel. Teil 4 der „Around Jamaica“ Tour führt heute bis nach Anotto Bay. Ich empfehle, den Artikel auf jeden Fall bis zum Ende zu lesen, denn bekanntlich kommt das Beste zum Schluss und der Abschluss in St. Mary ist definitiv das Beste.

Prospect Plantation**

Je weiter man Richtung Osten fährt, desto grüner wird es. Das erste Beispiel dafür gibt die Prospekt Plantation**, in der Nähe von Boscobel.
Ein ehemaliges Great House, das heute, inklusive der Farm, für den Tourismus geöffnet ist. Sicher ganz nett, möchte man es aber etwas individueller, kommt später noch ein kleiner Geheimtipp.

James Bond Beach**

Entlang der Küste gibt es zahlreiche Strände. Alle in Privatbesitz und nur gegen Gebühr zu entdecken. Allerdings gibt es kurz vor dem Ort Orocabessa einen Strand, den ich persönlich ganz gut finde. Der James Bond Beach**
Hier kaufte sich Ian Flemming Ende der 40er Jahre eine Villa, die er Goldeneye nannte und jedes Jahr hier überwinterte. Er ließ sich wohl vom karibischen Meer inspirieren, denn hier entstanden einige der James Bond Romane. Fünf der Filme wurden sogar zum Teil auf Jamaica gedreht. Heute gehört die Villa, sowie auch die umliegenden Villen dem ehemaligen Manager von Bob Marley und er vermietet das exklusivste Domizil der Insel für schlappe 7.000 USD die Nacht, nämlich die Villa, in der einst Ian Flemming lebte.
Vom James Bond Beach kann man das Anwesen bestaunen. Neben der Kulisse bekommt man hier einen ganz ruhigen, kleinen Strand inklusive einer Beachbar geboten. Am Wochenende ist hier allerdings deutlich mehr los. Hier kommen Urlauber, als auch die local upper class her, um mit Stachelrochen zu schwimmen oder sich die Zeit auf dem Glassbottom Boot zu vertreiben. Eine Alternative bietet der kleine public local beach kurz vor dem James Bond Beach.

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Auf dem Weg zum James Bond Beach in Orocabessa, Jamaica

Orocabessa

In dem kleinen Örtchen Orocabessa herrscht eine ganz angenehme einheimische Atmosphäre. Von hier machen wir einen Abstecher ins Inland und schauen uns die individuellere Alternative zur Prospect Plantation an. Die Sun Valley Plantation**
Die Farm ist in Familienbesitz und die Inhaberin selbst, führt einem nach Terminvereinbarung über die gesamte Plantage. Man lernt Früchte und Pflanzen kennen, die die Hausherrin im Nachgang sogar zur Probe serviert. Lorna, die Inhaberin hatte sich alle Zeit der Welt für uns genommen und keine Frage blieb unbeantwortet.

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Sun Valley Plantation Nahe Oracabessa, Jamaica

Übrigens haben wir in Orocabessa zum ersten mal die Friseurkunst der Jamaikaner getestet. Üblicherweise gibt es die Barber Shops für die Männer, in denen in der Regel auch nur Männer arbeiten und die Hair Dresser für die Damen.
Die Barber sind natürlich auf die Haarstruktur der Schwarzen ausgelegt, die eine ganz andere ist, wie die der Weisen. Dennoch hatte es der Barber echt drauf. Es wird mit Maschinen und zum Schluss mit dem Rasiermesser für die Konturen gearbeitet. Die Jungs nehmen sich sehr viel Zeit, dass am Ende auch alles perfekt in einer Linie ist. Für umgerechnet knapp 3,50€ hatte mein Mann den besten Haarschnitt seines Lebens. Ich durfte die Erfahrung beim Hair Dresser machen, der wie erwartet meist nur von Damen besetzt ist. Ich hatte mich für ganz normale Braids entschieden. Nach etwa drei Stunden und knapp 20€ hatte ich den Kopf voller kleiner Zöpfchen. Eine ganz nette Erfahrung.

Galina Point

Zurück an der Küste, weiter Richtung Port Maria gibt es ein wunderschönes Fleckchen Erde, den Galina Point
Eigentlich steht hier nur ein alter Leuchtturm an der Klippe, aber tatsächlich bietet dieses Stückchen Erde eine einmalige Kulisse. Die Wellen brechen an den meterhohen Felsen und ich hätte stundenlang diesem Naturschauspiel zusehen können. Zudem kommt hier niemand her und man ist ganz mit sich und dem Meeresrauschen alleine. Der kleine weiß-blaue Leuchtturm rundet dieses ohnehin schon perfekte Bild noch ab. Definitiv ein Geheimtipp und allemal einen Abstecher wert.

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Leuchtturm am Galan Point, Jamaica

Port Maria

Weiter geht es entlang der Küste, in die nächste Kleinstadt, nach Port Maria

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Der Tourismus ist hier völlig vorbei gegangen. Dennoch lohnt es sich durch das unaufgeregte Städtchen zu schlendern und den jamaikanischen Flair auf sich wirken zu lassen. Jamaica ist bekannt dafür, dass Homosexuelle hier verachtet werden. In der Dancehall Szene gibt es nicht nur einen Song, der zu Gewalt gegen Homosexuelle aufruft. Umso erstaunlicher fand ich es, als ich in den Straßen von Port Maria einen ganz offensichtlich homosexuellen Mann entdeckte. Sicherlich keine sehr moderne Weltanschauung, aber so ist das nun mal auf der kleinen Insel mitten in der Karibik.

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Typische Jamaikanische Bar in Port Maria, Jamaica

Kwaaman & Tacky Falls

Ganz nach dem Motto, das Beste zum Schluss, gibt es vor der nächsten Kleinstadt Anotto Bay, der mit Abstand schönste Fleck der Erde, den ich bisher kennen lernen durfte. Kwaaman & Tacky Falls.
Es gibt hier keinen Wegweiser, oder irgendwelche Guides, die einem zu der einmaligen Kulisse führen. Mit dem Wissen, dass irgendwo im Busch, hinter dem kleinen Örtchen Strawberry Fields, ein völlig unberührter Wasserfall liegen muss, habe ich mich letztes Jahr auf die Suche gemacht. Nach einer dreistündigen Wanderung, vorbei an unbeschreiblich schönen Buchten und Klippen, mehrfach durch ein Flussbett, weiter durch den Busch, gelangt man tatsächlich an diesen versteckten Ort der Glückseligkeit. Der Wasserfall schießt rund 30 Meter in die Tiefe, in ein Becken, umgeben von wild gewachsenem Busch. Für mich mit Abstand das Schönste, was ich je gesehen habe. Man sollte sich die Zeit nehmen und die Ruhe beim Baden oder chillen auf den Steinen genießen zu können, denn ich hatte damals nur wenig Zeit, bis es dunkel wurde und bei Nacht im Dschungel, das möchte man glaube ich nicht.

Mit diesem perfekten Abschluss endet die heutige Reise durch St. Mary auch schon.

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Around Jamaica #3 – St. Ann

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von Discovery Bay bis Ocho Rios

Der dritte Teil der „Around Jamaica“ Tour führt zurück in den Norden der Insel. Die heutige Reise startet in Discovery Bay, wo einst Christopher Columbus strandete, im Parish St. Ann und endet in die Großstadt Ocho Rios.

Columbus Park

St. Ann ist eine der geschichtsträchtigsten Regionen der Insel. Deshalb starten wir mit ein bisschen Geschichtsunterricht, im Columbus Park, in der Nähe von Discovery Bay.

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Columbus Park in Discovery Bay, Jamaica

Zwar liest man ganz unterschiedliche Dinge, wo genau es gewesen ist, aber Fakt ist wohl, das irgendwo an der Küste im Parish St. Ann, Christopher Columbus im Jahre 1494 Jamaica entdeckte. Zuerst besetzen die Spanier das Land. Aus diesem Grunde gibt es in dieser Gegend auch einige Orte, die nach wie vor einen spanischen Namen tragen, oder zumindest aus dem spanischen abgeleitet sind. Erst später, nämlich 1655, eroberten die Engländer die Insel, bis Jamaica dann 1962 unabhängig wurde. Noch heute gibt es einige Ländereien, die in Besitz des englischen Königshauses sind. Eines davon hatte ich bereits in Teil 2 vorgestellt. Der Columbus Park, ein kleines Freilichtmuseum am Rande des Highway, soll an die Ankunft Columbus‘ erinnern.

An dieser Stelle muss ich dem alten Columbus mal von Herzen danken, dass er diese wundervolle Insel entdeckte. Übrigens war es der 5. Mai 1494. Welch ein Zufall, dass ich gerade an diesem Tag auch das Licht der Welt erblickte, zwar erst 488 Jahre später, aber so schließt sich der Kreis.

Runaway Caves & Green Grotto Caves

Wenige Kilometer weiter östlich kommt man nach Discovery Bay und historisch geht es weiter in den Runaway Caves und Green Grotto Caves.

Über 50 Kilometer erstreckt sich das verzwickte Höhlensystem bis ins Landesinnere. Die Runaway Caves, wie der Name schon sagt, wurden erst von den Spaniern als Fluchtmöglichkeit vor den Engländern, als die das Land eroberten und später von den Sklaven, die aus den Great Häusern flohen, genutzt. Übriges waren es schon die Spanier, die Sklaven hielten und nicht erst die Engländer, wie man meinen möchte. Die Sklaven wurden von von den verschiedensten Ecken Afrika’s nach Jamaica gebracht und somit entstand eine Multikultigesellschaft. Sie sprachen die unterschiedlichsten Sprachen und Dialekte. Um sich verständigen zu können und obendrein in einer geheimen Sprache, die die Gutsherren nicht verstanden, wurde aus allen Sprachen ein bisschen was zusammen gemixt und so entstand die heutige Landessprache Patois (Patwa). Die Amtssprache allerdings, ist nach wie vor Englisch. Ebenso rührt das jamaikanische Motto, nämlich „out of many one people“ aus dieser Zeit, das ich persönlich sehr schön finde.
Als die Sklaverei schon lange abgeschafft und Jamaica seine Unabhängigkeit schon einige Jahre genießen konnte, wurden die Runaway Caves 1998 wieder zum Leben erweckt. Wenn Jamaikaner eines gerne tun, dann ist es feiern, mit lauter Musik und ganz viel Rum. So wurde aus dem offenen und weitläufigen Eingang der Caves ein Nightclub. Überreste, wie die Bar, diverse Sitzmöglichkeiten und die Bühne, sind heute noch zu erkennen. Relativ schnell stellte man fest, dass die laute Musik und vor allem die Bässe dem Stein nicht unbedingt gut taten und kleinere Höhlen brachen sogar zusammen. Somit wurde der Club nur kurze Zeit später wieder geschlossen und die Runaway und Green Grotto Caves recht eindrucksvoll für die Besucher her gerichtet. Neben dem verzweigten Höhlensystem gibt es hier Millionen von Fledermäusen und im unterirdischen Wasserbecken, den Green Grotto Caves, sogar Schlangen, die hier ihre Heimat gefunden haben. Die Caves waren Kulisse für einen der zahlreichen James Bond Streifen, die auf der Insel gedreht wurden.

Runaway Bay

Nun aber Schluss mit Geschichte. Wir fahren weiter nach Runaway Bay / Salem

Runaway Bay an sich ist eine recht gemütliche Kleinstadt. An der Küste entlang, von Runaway Bay bis zur nächsten Kleinstadt Salem, reiht sich ein all inclusive Resort nach dem nächsten und trotz des regen Tourismus in der Gegend, ist die Atmosphäre hier sehr entspannt.
Am Ortseingang von Salem befindet sich der local beach der Gegend. Unter der Woche ist hier nur wenig Betrieb. Am Wochenende allerdings, ist die Hölle los. Tagsüber zum Baden und am Abend zu den Sound System Parties. Es werden einfach ein paar Boxen auf das Autodach geschnallt und los geht’s.
Ein Stückchen weiter auf der anderen Straßenseite geht es direkt weiter mit Party. Neben kleinen Bars, wo die Einheimischen abhängen, gibt es hier ein paar Table Dance Bars. Zugegeben hatte ich hier eine meiner schrägsten Nächte auf Jamaica.
Die Clubs sind recht dunkel und ich fühlte mich ein bisschen wie im Film „from Dusk till Dawn“. Die Kakerlaken liefen über die Bartheke und die ganze Atmosphäre war doch sehr schräg. Als ich ein Bild von einem der Mädchen machte, habe ich mir nichts dabei gedacht. Später aber, als ich mir das Bild ansah, war das Gesicht total verzerrt und das hübsche Mädel hatte eine richtige Monsterfratze. Ich habe keine Ahnung, wie das kommt, aber Fakt ist, dass es nicht am Licht gelegen haben kann, denn auf einem Bild, dass ich ein paar Tage später in einem Jerk Center machte, bei Tageslicht, war eine weitere Frau mit Monsterfratze zu sehen. Natürlich ist die Karibik für Voodoo bekannt und überall in den Souvenirshops gibt es kleine Puppen zu kaufen, spricht man die jamaikanischen Frauen aber darauf an, werden sie ganz still und wollen nicht darüber sprechen. Ich lasse das einfach mal so stehen.

Brown’s Town

Zurück zu den natürlichen Dingen. Von Runaway Bay schlängelt sich eine enge, aber recht gut zu befahrende Straße ins Landesinnere, über Brown’s Town, eine Kleinstadt, in die drei mal die Woche die Farmer aus den umliegenden Dry Harbour Mountains kommen, um ihre Waren auf dem Markt zu verkaufen. Mit den schönen, alten Gebäuden, sehr spanisch angehaucht, definitiv ein stop over auf dem Weg nach Nine Mile wert.

Nine Mile

Die Geburtsstätte von Bob Marley. Hier ist der King of Reggae geboren, aufgewachsen und auch begraben. Fährt man das kleine Dorf rein, strömen schon die kleinen Jungs auf die Straße, die hoffen, mit den Urlaubern ein bisschen Geld zu verdienen. Sie wedeln mit Blümchen und fertig gedrehten Joints, die sie den Gästen verkaufen möchten. Um das sehr einfache Holzhaus, in dem Bob Marley aufgewachsen und seine ersten Songs schrieb, wurde ein Areal für Besucher gebaut, durch das man von Guides geführt wird. Ebenso wurde hier die Ruhestätte, das Mausoleum errichtet, in dem Bob Marley heute schlummert, sowie eine kleine Ausstellung mit diversen Platten, Instrumenten und Klamotten. Ich finde es schwierig zu sagen, ob es sich lohnt, oder nicht, denn der Eintritt ist recht happig und aufgrund der Tatsache, dass hier Busse voll Besuchern angekarrt werden, ist das Gelände doch recht überlaufen. Ich persönlich habe in Kingston, in der Bob Marley später lebte, einen deutlicheren Bezug wahrnehmen können.

St. Ann’s Bay

Es geht zurück an die Küste, nach St. Ann’s Bay. Eine Stadt, wie viele andere auf der Insel. Das Besondere jedoch ist, dass hier Marcus Garvey geboren wurde. Marcus Garvey ist einer der sieben Nationalhelden Jamaicas. Er ist der Gründer der Schwarzenbewegung und trägt einen sehr großen Teil zur relativ jungen unabhängigen Geschichte Jamaicas bei. Ihm zu ehren wurde hier eine Statue errichtet und jedes Jahr im August gibt es eine Garvey Parade.
Die Nachwehen der englischen Führung und der Sklaverei sind heute noch deutlich zu spüren. So verbinden alle Jamaikaner die weiße Hautfarbe mit Reichtum, denn so lebten es die englischen Gutsherren vor. Das Vorurteil wurde von Generation zu Generation weiter gegeben. Ebenso möchten alle Jamaikaner irgendwie unabhängig sein. Nur in den Großstädten und den Touristengebieten ist es üblich, dass die Einheimischen im Angestelltenverhältnis arbeiten. In den Kleinstätten, auf dem Land und erst recht in den Bergen, ist so ziemlich jeder sein eigener Herr und es gibt unzählige Kleinunternehmer, die sich mit einer noch so kleinen Bude am Straßenrand, einer Farm, als Taxifahrer, oder mit anderen Tätigkeiten unabhängig machen und ihr eigener Chef sind. Unter Umständen kann es auch vorkommen, dass das Büdchen einfach geschlossen oder das Taxi stehen bleibt, wenn der Besitzer am Vortag genug verdient hat.
Obwohl die Zeit der Unterdrückung schon eine ganze Weile vorbei ist, ist das Thema noch immer sehr präsent und auch die aktuell jüngste Generation geht noch immer in diese Richtung.

Ocho Rios

Es geht weiter in die Großstadt, nach Ocho Rios.

Blick auf Ocho Rios

Ursprünglich ist Ocho Rios ein kleines Fischerdorf. In den 20er Jahren eröffnete hier das erste Hotel Jamaicas und in den 80er Jahren wurde Ochi, wie die Einheimischen Ihre Stadt nennen, vom Jamaican Tourist Board für den Tourismus ausgebaut. Seit dem hat sich die Stadt zur drittgrößten des Landes gemausert.
Aufgrund des Hafens kommen hier sehr viele Tagestouristen her und ähnlich wie in Montego Bay ist die Stadt geteilt in ein reines Touristenviertel in der Nähe des Hafens, mit unzähligen Souviniershops, Restaurants und Bars und eben Downtown. Die Grenze stellt eine Brücke dar und ich glaube fest daran, dass die Seereisenden auf den Schiffen erzählt bekommen, dass sie nicht über die Brücke gehen sollen, denn noch nie habe ich Downtown einen Weißen gesehen. Dabei ist genau hier das Abenteuer.
Downtown an sich ist nicht besonders schön und es geht sehr hektisch zu, aber definitiv ist das der spannendere Teil der Stadt. Hier gibt es einen großen Markt, auf dem es nahezu alle Obst- und Gemüsesorten, aber auch Alltagsgegenstände und Kleidung zu kaufen gibt. Die Gänge sind recht verschachtelt und eng, aber so ist das auf fast allen Märkten auf der Insel. Ansonsten ist Ochi für sein Nachtleben bekannt. Statt Reggae, wie es auf anderen Teilen der Insel an der Tagesordnung ist, wird hier Dancehall gespielt. Wo man geht und steht dröhnen sowohl am Tag, als auch in der Nacht die Dancehall Bässe und Gesänge durch die Stadt. Auch hier ist es üblich, dass einfach ein paar Boxen auf das Autodach geschnallt werden und mit vollem Anschlag fahren die Jungs durch die Straßen, bis sie sich an irgend einer Ecke nieder lassen.
Ich selbst habe ein Nacht in Downtown, um nicht tatsächlich im Ghetto zu sagen, verbracht. Zugegeben, ganz geheuer war mir nicht und die Unterkunft, die ich dort hatte, war sehr bescheiden, aber ein Erlebnis war es allemal.

Dunn’s River Falls

In der Umgebung von Ocho Rios gibt es einiges, mal mehr, mal weniger touristisches, zu entdecken. Allem voran die bekanntesten Wasserfälle Jamaica’s, die Dunns River Falls.

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Dunn’s River Falls in Ocho Rios Jamaica

Ich würde behaupten wollen, dass die Dunns River nicht der schönste Wasserfall der Insel ist, aber definitiv der beliebteste. Diese Tatsache ist auf die zahlreichen Tagestouristen, die am Hafen anlegen, aber auch auf das sehr gute Marketing zurück zu führen. Tatsächlich sind die Dunns River Falls einen Besuch wert, aber man sollte sich darauf einstellen, dass noch hunderte weitere Menschen auch da sind.
Die Guides führen die Menschenketten den Wasserfall nach oben und zelebrieren dabei ihre Schlachtrufe. Es macht Sinn sich von der Gruppe abzusetzen und seinen eigenen Weg zu gehen. Ich hatte so deutlich mehr Spaß und konnte das Naturspektakel auch richtig genießen.

Mystic Mountain & Dolphin Cove

Zwei weitere Touristenhighlights sind Mystic Mountain und Dolphin Cove.

Doplhin Cove ist tatsächlich als die No. 1 Attraktion Jamaicas ausgezeichnet. Ich hingegen, kann nur jeden davor warnen. Für 50 US Dollar Eintritt bekommt man ein kleines Becken mit Delphinen, die ganz wirr im Kreis schwimmen, ein viel zu kleines Becken mit 3 Haien, die noch verwirrter im Kreis schwimmen und ein Becken zum schnorcheln mit ein paar Stachelrochen, in dem das Wasser so trübe ist, dass man keinen halben Meter schauen kann. Mal davon abgesehen, dass man Tiere nicht in solchen Gefängnissen halten sollte ist es noch nicht mal ein besonderes Erlebnis in dem kleinen Park.
Den Mystic Mountain habe ich noch noch nicht selbst besucht und werde es vermutlich auch nie tun. Fakt ist, dass diese beiden Touristenattraktionen nichts mit Jamaica zu tun haben und es ist sehr schade das Tagestouristen diesen Eindruck des Landes bekommen, wenn sie hier mit dem Schiff anlegen.

Shaw Park

Definitiv ein Kontrastprogramm zu den Dunns River Falls, Dolphin Cove und Mystic Mountain bietet der Shaw Park Botanical Garden.

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Wasserfall im Shaw Park in Jamaica

Ein überragend angelegter Botanischer Garten, in dem es die Flora der Insel zu entdecken gibt und der nicht überlaufen ist. Die Betreiber haben sich sehr viel Mühe gegeben, dass die Gäste die Pflanzen kennen lernen und an dem kleinen Wasserfall auf dem Gelände lässt es sich sehr schön etwas Zeit verbringen. Zudem hat man von dem Park eine tolle Aussicht über die gesamte Stadt.

Konoko Falls

Unterhalb des Shaw Parks befinden sich die Konoko Falls.

Konoko Falls

Im letzten Jahr noch wegen Umbau geschlossen, hatte ich die Tage die Gelegenheit, den Park und vor allem den Wasserfall zu bewundern. Der Park oberhalb des Wasserfalls ist ebenso zu einem schönen wild gewachsenen botanischen Garten angelegt. Lange nicht so aufgeräumt, wie der Shaw Park, aber das macht es auch wieder etwas authentischer. Den kleinen Zoo hätten sich die Parkbetreiber sparen können, denn die Tiere haben viel zu kleine Gehege. Der Wasserfall hingegen ist tatsächlich sehr schön. Zwar schafft er es nicht in meine Top 3, aber aufgrund der Buschlandschaft rund herum ist er doch sehr schön anzusehen. Auch hier gibt es die Möglichkeit im Wasser nach oben zu wandern. Also eine gute Alternative zu den Dunns River Falls, wenn man sich mit einem etwas kleineren, dafür nicht überlaufenen Wasserfall, zufrieden gibt. Außerdem beherbergt der Park ein kleines Museum über die Geschichte Jamaikas.

Rund um Ocho Rios

Natürlich gibt es neben diesen Hauptattraktionen noch viele weitere Dinge in der Stadt und der näheren Umgebung zu entdecken. Mit River Rafting auf dem Bambus Floss, Reiten auf der Pferdefarm, Strand und Meer oder die Umgebung in den Bergen oder einfach nur die Stadt erkunden, kann man durchaus etwas Zeit hier verbringen.

Neben all diesen Angeboten muss ich sagen, hat man sich erst mal an Ochi gewöhnt, ist es okay hier. Anfangs fand ich die Stadt, neben MoBay, die unschönste der Insel. Nachdem ich nun aber das zweite mal einige Zeit hier verbracht habe, finde ich es gar nicht mehr so abschreckend.

Bevor wir St. Ann verlassen, soll noch erwähnt sein, dass die Region um Ocho Rios, genauer gesagt um den Shaw Park ebenso eine ganz wichtige Rolle in der Geschichte der Insel spielt. Hier wurde die Schlacht der Engländer gegen die Spanier gewonnen. Der letzte spanische Gouvanör Ysassi lebte nicht weit entfernt, in der Region Rio Nuevo, kurz vor der Grenze zu St. Mary und nutze ebenso die Runaway Caves als Versteck.

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MIA Travel Tipp’s für Jamaica:

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Around Jamaica #2 – Hanover & Westmoreland

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von Lucea bis Belmont

Der zweite Teil der „Around Jamaica“ Tour spielt sich im Westen der Insel ab.
Die Reise startet in Lucea, im Parish Hanover und geht bis Belmont, am Rande von Westmoreland. Von Touristenprogramm pur in Negril, über einige Geheimtipps, die nur wenig touristisch erschlossen sind, bis hin zum echten Leben auf der Insel in den Bergen bekommt man hier alles geboten.

Lucea

Der Trip beginnt im Parish Hanover, genauer gesagt, in Lucea.
Lucy, wie die Stadt von den Einheimischen genannt wird, ist die nächste größere Stadt nach Montego Bay Richtung Westen. Von MoBay ist man rund eine Autostunde bis hier hin unterwegs. Auf jeden Fall sollte man in Lucea einen kleinen stop over einlegen und die Kleinstadt nicht nur links liegen lassen.
Am Hafen, was tatsächlich nur ein kleiner Fischerhafen ist, findet jeden Samstag der Markt statt. Auch unter der Woche herrscht hier ein reges Treiben, was aber nichts gegen die zwei Hauptverkehrsstraßen ist, die mitten durch das kleine Zentrum führen. Hier steppt der Bär. Autos, Motorräder, Fußgänger und das reinste Chaos.
Aufgrund der schönen alten Gebäude, im karibischen Stil und dem typischen Kleinstadtflair ist Lucy eine der schönsten Städte der Insel, wie ich finde.
Übrigens wurde hier der Film „Cool Runnings“ gedreht. Warum gerade hier, weiß ich auch nicht, aber wahrscheinlich weil Lucea das echte Jamaica zeigt und die Umgebung eine tolle Landschaft zu bieten hat.

Mayfield Falls**

Biegt man bei Lucea Richtung Inland ab, gelangt man über kleine Siedlungen zu den
Mayfield Falls**. Ich persönlich würde die Mayfield Falls in die Top 3 der schönsten Wasserfälle der Insel stecken. Mittlerweile in Privatbesitz und von Chukka Tours betrieben, sind sie immer noch ein kleiner Geheimtipp. Mit einem Guide wandert man die flach ansteigenden Wasserfälle in rund einer Stunde nach oben. Auf dem Weg gibt es immer wieder kleinere Wasserfälle, die sich wunderbar als kleine Rückenmassage eignen. Oben angekommen kommt dann das Highlight. Die sogenannte Waschmaschine. Im wahrsten Sinne des Wortes wird man hier durch geschleudert.

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Mayfield Falls Jamaica

Green Island Harbour & Orange Bay

Zurück an der Küste, weiter Richtung Westen, kommt man überGreen Island Harbour nach Orange Bay. Viele Urlauber kennen diese Dörfer nur vom Highway, der übrigens nichts mit einer Autobahn zu tun hat, wie wir sie kennen. Dennoch ist die Straße von MoBay nach Negril eine der Besten der Insel. Ich fand es sehr ironisch, als ich vor einigen Tagen ein T-Shirt in einem Shop entdeckte, auf dem stand „we survived the street to Negril“.
Eine hervorragende Alternative zum Highway entlang der Küste, ist die sehr gut zu befahrende Straße im Inland. Vorbei an Feldern und dichter Buschlandschaft ist es ein Erlebnis, diese Schönheit zu entdecken.
Möchte man dem Trubel in Negril aus dem Weg gehen, ist man hier genau Richtig. Die Strände, wie der Half Moon Beach, ganz ruhig mit wenigen Besuchern und die Örtchen ganz entspannt und unaufgeregt. In Santoy und oben in den Bergen, sind es die Bewohner nicht wirklich gewohnt, dass hier Whities, wie die Jamaikaner uns nennen, durch die Straßen laufen. Deshalb wird man auch erst einmal von oben bis unten gemustert. Nach der ersten Beschauung der Mopedgang, die hier am Abend abhängt, ist aber alles ganz cool und man wird herzlich empfangen.
Wenn man nicht unbedingt die 500 JD (umgerechnet etwa 3,50€) Eintritt für den Half Moon Beach zahlen möchte, gibt es noch kleine öffentliche Strände entlang der Küste von Green Island bis Negril.

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Bevor es nun weiter geht nach Negril, fahren wir am lokalen Flughafen vorbei.
Was daran so interessant ist, möchte man sich fragen. Der Flughafen war in der Vergangenheit Hauptumschlagplatz für den Drogenhandel. Von hier flogen kleine Flugzeuge, voll gepackt mit Ganja bis unters Dach nach Nord- und Südamerika. Organisierter Transport, natürlich hochgradig illegal. Heute ist das nicht mehr der Fall und das Ganja wird ganz legal und unterstützt von der Regierung in die USA und nach Kanada exportiert. Für medizinische Zwecke. Nachdem die Zuckerindustrie zusammengebrochen ist und das Bauxit immer weniger wird, eine neue Einnahmequelle für das Land.

Negril

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Anzeige: MIA Travel Tipp #7 – Nie wieder Kampf um die Decke

Nun geht es weiter nach Westmoreland. Erster und unumgänglicher Stopp: die Touristenhochburg Negril
Schon in meinem Artikel „Welcome to Jamaica“ hatte ich über Negril und meine ersten Erfahrungen auf der Insel berichtet. Negril ist definitiv die Stadt der Insel, wo die meisten Urlauber, meist aus Europa, stranden, die Tagestouristen mal ausgenommen. Das war aber nicht immer so. Vor 20 Jahren noch war Negril der Geheimtipp für Hippies, wie die Backpacker von den Jamaikanern genannt werden. Ich durfte diese Zeit leider nicht erleben, aber es gibt noch eine Gegend auf der Insel, in der das heute noch so ist. Dazu später mehr.

Der Negril Beach, auch Long Beach oder 7 Mile Beach genannt, ist der längste Strand Jamaikas. Tatsächlich ist man zu Fuß eine gute Stunde unterwegs, wenn man vom östlichen zum westlichen Ende des Strandes wandert. Einmal während meines Aufenthaltes in Negril 2016 habe ich es geschafft, ganz früh raus zu gehen und am Strand entlang zu schlendern, ohne Störungen von irgendwelchen Husslern. Gegen 9.00 Uhr kommen sie aus Ihren Löchern und es wird schnell anstrengend, wenn man am morgen seine Ruhe haben möchte.
Was der Strand zu bieten hat?! Zahlreiche all inclusive Hotels und Resorts, manche eher einfach gehalten und manche tatsächlich sehr exklusiv, wie zum Beispiel das Couples Resort, das Paaren vorenthalten ist und einen eigenen FKK Strand bietet.
Zwischen den Hotels gibt es einige kleinere und auch größere Strandbars. Mit Abstand die beste Bar ist der Bourbon Beach, an dem am Abend ganz coole Events stattfinden, die nicht nur Touristen und Hussler, sondern tatsächlich auch Einheimische ziehen, die einfach nur den Live-Reggae genießen möchten.
Was man am Negril Beach vor allem findet, sind jede Menge Jamaikaner, die versuchen mit den Urlaubern irgendwie Geschäft zu machen. Jeder zweite möchte einem Ganja andrehen (keine gute Idee). Jeder dritte bietet eine Auswahl an Armbändern, Muscheln, Obst oder auch gegrillten Lobster, die sie an den Mann bzw. an die Frau bringen möchten. Jeder vierte hat eine Mappe mit den Standardtouren oder irgendwelchen Wassersportaktivitäten im Angebot und vielleicht nicht jeder fünfte, aber doch einige versuchen hier eine Frau zu finden.
Negril ist bekannt dafür, dass Frauen, mittleren Alters hier her kommen und sich einen jungen Jamaikaner angeln, der sie dann während dem Urlaub von vorne bis hinten verwöhnt. Details spare ich hier mal aus, aber tatsächlich nehmen dieses Angebot viele Damen wahr. Was genau sie zahlen und wie die Konditionen sind, habe ich bisher nicht raus gefunden, aber offensichtlich ist es für beide Seiten okay. Viele der Frauen kommen jedes Jahr hier her und „mieten“ sich immer den ein und den selben Mann.
Eine ganz nette Abwechslung zum überlaufenen Strand, bietet die Booby Cay Island. Mit einem Glassbottom Boat oder auch mit einem kleinen Fischerboot (wenn man die richtigen Leute findet), kann man sich auf die Insel, die nicht weit vom Strand entfernt ist, bringen lassen und einen ganz schönen Tag auf der einsamen Insel verbringen. Nur ganz wenige kommen hier her und man fühlt sich tatsächlich ein bisschen wie in „der blauen Lagune“. Übrigens war die kleine Insel tatsächlich mal Filmkulisse. Hier wurde „20.000 Meilen unter dem Meer“ gedreht.

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Sonnenuntergang am Negril Beach, Jamaica

Am Abend kann man durchaus von einer Bar bzw. Strandparty zur nächsten wandern, allerdings sollte man das keineswegs alleine tun, oder sich irgendwie auffällig verhalten. Mehrfach habe ich Beobachtungen gemacht, wie die Beachboys hier unterwegs sind. Sie stehen stundenlang an der selben Stelle und checken die Urlauber aus. Uns fällt das gar nicht auf, aber sie wissen ganz genau, wer wie lange schon hier ist und wer gerade angekommen ist. Teilweise kennen sie sogar die Namen, obwohl man noch kein Wort mit ihnen gewechselt hat. Die Neuankömmlinge sind in der Regel Frischfleisch und werden erst einmal ausgecheckt. Es kommt nicht selten vor, dass sie dann nach mehreren Tagen, an denen man den Kerl nicht wirklich wahr genommen hat, zu einem kommen und zum Beispiel erzählen, dass sie Koch in dem Hotel seien, in dem man unter gebracht ist und heute Geburtstag hätten. Wenn man ihnen dann gratuliert, wird man direkt um ein Bier angepumpt. Solche Geschichten habe ich nicht nur einmal selbst gehört und das ein oder andere mal ist das auch okay. Aber irgendwann ist dann eben auch ein Ende.
Ebenso wird an den Bars bei Nacht auch gerne mal ausgecheckt, wann man gekommen ist, was man trinkt und ob man raucht und je nach Stabilitätsgrad wird man auch gerne mal auf dem Heimweg begleitet. Ausgang unbekannt.
Neben den ganzen Beachboys tummeln sich auch einige Damen an den Bars, die auf willige Junggesellen warten. Die Mädels werden von den Jungs bewacht und auch dieses Thema kann für Männer, die dann vielleicht doch nicht wollen, schnell mal zum Verhängnis werden.
Neben all diesen Dingen kann man hier aber tatsächlich ganz nette Strandparties erleben. Teilweise sogar mit hochkarätigen Reggae Artists bei Live Auftritten.

Natürlich gibt es in Negril nicht nur den Strand und die Beachbars. Auch Shoppingfreunde kommen nicht zu kurz. Neben den zwei Crafts Markets der Stadt gibt es eine Mall, die der Traum für jedem Souviniershopper sein muss.

Die Innenstadt ist relativ klein und unaufgeregt. Da es wenig zu sehen gibt, kommen hier nur wenige Urlauber hin. Eventuell mal am Sonntag Vormittag zur Kirche, die tatsächlich ein Erlebnis, auch für Nichtgläubige ist. Die Gemeinde hat einen überragenden Gospel Chor und die Messe geht über mehrere Stunden. Die Damen und Herren, wobei die Frauen deutlich in der Überzahl sind, tragen ihre beste Kleidung, teilweise mit ganz tollem Kopfschmuck und bei den Gebeten und dem Chorgesang geraten sie richtig in Trance. Man darf sich das nicht wie in einer Kirche in Deutschland vorstellen, wo das reden verboten und absolute Stille herrscht. Hier ist richtig Party angesagt und es wird gesungen, getanzt und gefeiert. Eine sehr tolle und inspirierende Geschichte.

West End

Wir beenden unseren Stopp am Negril Beach und reisen weiter Richtung Westen zum West End. Das Ende Negril’s ist vom Leuchtturm gekennzeichnet. Entlang der Küstenstraße gibt es einige ganz nette Unterkünfte, Bars und lokale Restaurants. Kurz vor dem Leuchtturm dann das Highlight der Stadt. Das Rick’s Cafe. Eine der zehn besten Bars weltweit. Warum? Diese Frage habe ich mir auch gestellt, aber wahrscheinlich liegt es daran, dass die Location einfach nur überragend ist. Tagsüber ist hier nicht so viel Betrieb, aber je später der Nachmittag, desto voller wird es. Bevor man sich hier den Sonnenuntergang, der der schönste der Insel sein soll, wenn man den ganzen Tourguides glauben möchte, hat man im Rick’s die Möglichkeit von der Klippe, mehrere Meter in die Tiefe in das kühle Nass zu springen. Ganz verrückt, was hier abgeht. Bestimmt sollte man sich die Bar mal anschauen, wenn man schon mal hier ist, aber einmal reicht aus meiner Sicht dann auch. Die Preise hier sind abartig und für ein kleines Bier zahlt man auch gerne mal 6 Euro.

Jurassic Park

Wir verlassen nun Negril und fahren die Küstenstraße entlang, bis es nicht mehr weiter geht. Auf dem Weg nach Savanna-la-Mar machen wir einen Abstecher in den
Jurassic Park. Natürlich ist das nicht der Jurassic Park, den man aus dem Kino kennt, dennoch wurde der Inhaber durchaus von dem Film inspiriert. Ein Jamaikaner, der eigentlich sein Geld mit dem Bau von Fenster- und Türgittern und Jerkgrills verdient, hat es sich zum Hobby gemacht, aus dem Metall ganz kreative Dinosaurier und andere Kreaturen zu gestalten, die er in seinem kleinen aber feinen Areal ausstellt. Ganz Herzlich wird man vom Inhaber selbst empfangen und offensichtlich kommen hier nur ganz wenige Urlauber her, denn er war sehr überrascht, als er uns sah. Privatführung inklusive. Also ein echter Geheimtipp.

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Statue im Jurrasic Park Nahe Negril, Jamaica

Little Bay

Ein weiterer Geheimtipp gibt es ein Stückchen weiter, zurück an der Küste. Die Gegend um Little Bay. Hier ist das Negril von vor 20 Jahren zu Hause. Kleine Holzhütten an einsamen Stränden und nur Traveller, keine Pauschaltouristen sind hier unterwegs. Die Gegend ist Heimat einer Rastafari Gemeinde und wenn man sich damit mal auseinander setzen möchte, ohne gleich hoch in die Berge zu fahren, gibt es hier die Gelegenheit. Das einzige was man mitbringen muss ist Respekt.

Savanna-la-Mar

Von der ruhigen Idylle geht es weiter in die Großstadt, nach Savanna-la-Mar. Die einzige Großstadt in der Gegend. Somit kommen alle, in der Umgebung lebenden Jamaikaner hier her um ihre Besorgungen zu machen, wenn es nicht gerade um alltägliche Dinge geht. Auch befinden sich hier die Behörden und das Gefängnis Westmorelands. Das ist zwar (hoffentlich) weniger Interessant für Urlauber, aber das soll deutlich machen, dass Sav, wie die Stadt von den Einehemischen genannt wird, keine wirkliche Touristenstadt, sondern tatsächlich eine Geschäftsstadt und Heimat vieler Kleinkrimineller ist. Die Hauptstraße ist bei Tag okay und man kann sich einigermaßen husslefree bewegen, aber bei Nacht ist das nicht zu empfehlen.
Das Einzige, was man sich in Sav ansehen sollte ist der Markt am Savanna-la-Mar Fort. Die Befestigung wurde nie fertig gestellt und beherbergt heute einen der größten Märkte der Insel, der außer Sonntag, täglich geöffnet hat.
Vor einigen Jahren ist mir hier mal ein richtiger Fauxpas passiert. Noch nicht gefrühstückt, mit einem kleinen Hüngerchen bin ich über den Markt geschlendert. Die Bananen, wie ich dachte, sahen zum anbeißen aus. Also habe ich mir zwei gegönnt und genüsslich geschält. Ich wollte gerade rein beißen, als ich wahr nahm, dass die Marktfrauen um mich herum mich ganz schräg anschauten und schmunzelten. Ich mir nichts dabei gedacht und ganz genüsslich in die vermeintliche Banane gebissen, allerdings hatte ich keine Banane, sondern eine Plantain, eine Kochbanane in der Hand. Tatsächlich kann man die Plantain nur bedingt roh essen. Gekocht schmeckt sie überragend, aber roh doch sehr zäh und mehlig. Das würde mir heute nicht mehr passieren.
Neben der Plantain und auch den normalen Bananen gibt es hier alles an Obst, was die Insel zu bieten hat. Ein ganz heißer Tipp: Sour Sop. Eine ganz leckere Frucht, die ich bei uns zu Lande noch nicht gefunden habe. Daneben gibt es noch ganz viele außergewöhnliche Früchte. Man sollte sich einfach mal durch probieren, um zu testen was schmeckt.

Blue Hole

Der vorletzte Stopp der heutigen Reise führt zurück ins Inland, zum Roaring River Park / Blue Hole. Ein weiterer Geheimtipp, der touristisch nur bedingt erschlossen ist. Kommt man dem Blue Hole näher, wird man schon von den „Guides“ empfangen. Tatsächlich sind das keine wirklichen Guides. Wie ich verstanden habe, ist das Areal nicht in Privatbesitz und einige in der Gegend lebenden, haben sich zu einer Accosiation zusammen getan, und halten das Gelände in Schuss und führen Gäste in die Höhle. Außerhalb der Höhle liegt das Blue Hole. Wie der Name schon verrät ist das ein Loch, dem eine Quelle entspringt. Taucher haben schon versucht das Ende zu finden, allerdings ohne Erfolg. Das gibt eine Idee, wie tief die Quelle liegen muss.
Von der Quelle geht ein Fluss ab, der abwärts Richtung Küste donnert. Deshalb Roaring River.
Zahlt man einen kleinen Eintritt, wird man in die daneben liegende Höhle geführt. Die Gänge sind sehr gut zugänglich und man kann sich stehend bewegen. Es gibt verschiedene Sektionen, unter anderem eine Meditation Section. Hier kommen meist Rastafaris her, um zu meditieren. In einem anderen Teil der Höhle gibt es eine weitere Quelle. Auch hier konnte die Tiefe bisher nicht definiert werden. Ich hatte die Gelegenheit in der Mineralquelle zu baden und tatsächlich spürt man, wie erfrischend und belebend das kalte mineralische Wasser in der Höhle ist.
Da das Eintrittsgeld dafür aufgewendet wird, die Höhle und das umliegende Areal in Schuss zu halten, erwartet der Guide, der das ganze ehrenamtlich macht im Nachgang noch ein Trinkgeld, was aber überhaupt kein Problem sein sollte, denn man möchte mit dem Besuch ja auch etwas gutes tun.

Belmont

Den Abschluss der heutigen Reise machen wir in Belmont. Zwar gibt es hier nicht sehr viel zu entdecken, dennoch ist Belmont ein Dorf, dass es sich lohnt zu besuchen. Ich persönlich würde das Dörfchen zu meinen Top 5 Orten auf der Insel zählen wollen. Die Gemeinde ist ganz offen Gästen gegenüber und man wird sehr Herzlich empfangen. Am Strand gibt es eine kleine Beachbar, die zum chillen beim Sonnenuntergang einlädt. Wenn es nach mir geht, sieht man hier den schönsten Sonnenuntergang der Insel in einem ganz entspannten und einheimischen Ambiente. Schnell lernt man die Leute kennen und kommt in den Genuss mit einem kleinen Fischerboot zum vorgelagerten Riff zum Schnorcheln raus zu fahren. Da hier nur ganz wenige herkommen ist das Riff noch sehr gut in Schuss, anders wie die Riffs um Negril.
Neben der entspannten Atmosphäre, die man in Belmont erlebt, gibt es hier die Geburtsstätte und das Mousoleum von Peter Tosh, der mit Bob Marley and the Wailers bekannt wurde, zu erkunden. Die zwei Neffen von Peter Tosh betreiben das Areal und führen einem gern über das Gelände. Auch das ist nach wie vor ein kleiner Geheimtipp, denn nur ganz wenige wissen überhaupt, dass hier Peter Tosh’s Heimat ist.

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Fischerboot am Belmont Beach, Jamaica

Somit sind wir dann auch schon am Rande von Westmoreland angekommen und die Reise endet hier. Trotz der Touristenhochburg Negril, oder gerade deshalb gibt es hier noch viele außergewöhnliche und wenig touristische Dinge zu entdecken.

Zudem ist der Westen der Insel durchaus einer der schönsten Teile der Insel. Von schönen Stränden, über Natur pur in den Bergen, Party am 7 Mile Beach, bis Reggae Kultur bei Peter Tosh, bekommt man ausreichend die Möglichkeit, das Leben auf der Insel kennen zu lernen.

Gerne stehe ich für Fragen und Anregungen rund um Jamaica zur Verfügung und unterstütze mit meinen Erfahrungen bei Deiner nächsten Reise.

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Ihr erreicht mich per
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Meine Reiseempfehlungen:

  • Eine gute und meist günstige Flugverbindung gibt es mit Condor* zu ergattern.
  • Unterkünfte in Jamaica buchst Du am besten über booking.com*. Hier findest Du auch Hostels und Gueshäuser.
  • Den besten Reiseführer für Jamaica gibt’s bei Lonely Planet*
  • Sei etwas vorsichtig, wenn Du in Jamaica reist. Jamaica hat nach wie vor eine sehr hohe Kriminalitätsrate. Lass Dich davon aber nicht abschrecken. Bei konkreten Fragen zur Sicherheit etc. helfe ich gerne weiter

MIA Travel Tipp’s für Jamaica:

Mehr MIA Travel Tipp’s gibt’s hier.

Around Jamaica #1 – St. James & Trelawny

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von Montego Bay bis Rio Bueno

Wir starten unsere Reise in Montego Bay, im Parish St. James, wo sich der internationale Flughafen, der Donald Sangster Airport befindet und die meisten Urlauber ihre Reise in Jamaica beginnen. Die heutige Tour wird sich im Parish St. James bis nach Rio Bueno im Parish Trelawny umschauen.

Montego Bay

ist die zweitgrößte Stadt des Landes. Hier tobt das echte Leben und definitiv ist hier vor allem Vorsicht geboten. Mittlerweile ist MoBay, wie die Einheimischen ihre Stadt liebevoll nennen, die Stadt mit der höchsten Mord- und Kriminalitätsrate des Landes und überholt damit sogar Kingston. Dazu und auch mehr zu meiner Erfahrung in dieser Beziehung später mehr.

Man kann behaupten, dass die Stadt geteilt ist. In dem Touristenviertel entlang der Gloucester Avenue, auch Hip Strip genannt, reihen sich Souvenirshop an Souvenirshop. Die Touristenattraktionen sind definitiv der Doctor’s Cave, ein Beachclub, der hauptsächlich von Tagesurlaubern und den Gästen des dazugehörigen Hotels aufgesucht und das Margaritaville das am Tag von den Touristen und am Abend auch gerne mal von der local Upper Class besucht wird. Wenn gerade mal kein Kreuzfahrtschiff am Hafen anlegt, ist der Hip Strip nahezu leer gefegt und nur wenige Urlauber und auch Locals kommen hier her. An Kreuzfahrttagen wimmelt es von Besuchern und Taxis und vom echten Jamaica ist hier wenig zu spüren.
Wer das echte MoBay kennen lernen möchte, so wie ich, ist hier definitiv falsch, denn die Shopbesitzer sind meist Zuwanderer aus Indien und die einzigsten Jamaikaner, die man hier zu sehen bekommt, möchten einem entweder ein Taxi oder Ganja andrehen.

Je weiter man nach Dowtown kommt, desto authentischer wird es. Die Gloucester Ave entlang, durch den hübsch angelegten Park, in dem sich am Sonntag die Einheimischen treffen, weiter am Walter Fletcher Beach, dem öffentlichen Strand der Stadt, an den lokalen Bars und Restaurants und dem Fort Montego vorbei, wo man neben dem kleinen crafts market noch drei Kanonen findet, bis nach Downtown. Schon eingangs wird es turbulent und schnell hat man einen ganz netten Jamaikaner an der Backe, der einem beim gehen, ein bisschen was über die Geschichte der Stadt erzählt und einem den Weg weist. Schon ist man 10 US Dollar los. Wenn man das möchte, passt es, aber man sollte zumindest wissen, dass hier selten jemand etwas für umsonst macht. Ich bin anfangs natürlich auch darauf rein gefallen. Rückt man die Kohle dann nicht raus, kann es schnell unangenehm werden.
Downtown hat definitiv Charme und wenn man sich nicht irgendwie planlos zeigt, kann man auch echt etwas kennen lernen. Das Stadtzentrum wird geprägt vom Sam Sharpe Square. Ein sehr schöner Platz, der mit dem National Heroes Monument und dem daneben liegenden Cage geziert wird. Beides kulturelle Stetten und Wichtig in der Geschichte Jamaica’s. Sam Sharpe, Nationalheld und Anführer der Christmas Rebellion 1831. The Cage ist das damalige Gefängnis, in dem vor allem Sklaven, unter menschenunwürdigen Bedingungen unter gebracht wurden. Neben der Kultur, die man hier geboten bekommt, gibt es entlang der Market Street Richtung Hafen zahlreiche fliegende Händler, die ihr frisches Obst, Gemüse, Nüsse und andere Naschereien und den überragenden Peanut Porridge zu echt günstigen Preisen anbieten. Jeden Samstag findet hier der Wochenmarkt statt, aber auch unter der Woche, sind die Händler vereinzelt zu finden.
Am Ende der Market Street ist dann der Crafts Market. Nach meinem Empfinden, nach Kingston, der zweitgrößte der Insel. Die Händler bieten mal mehr mal weniger schöne Handarbeiten zu total überteuerten Preisen an. Dennoch findet man vereinzelt ganz nette, außergewöhnliche Stücke.
Zurück in Downtown ist sicherlich die Church Street erwähnenswert. Hier steht die Kirche der Stadt, die St. James Parish church, die schönste Kirche der Insel, wie es heißt. Die Gegend ist nicht sehr historisch angelegt und es geht genauso chaotisch zu, wie im Rest der Stadt.
Viel weiter sollte man dann auch nicht versuchen, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, denn die Nachbarschaft hier ist nicht mehr so friedlich. Zwar geht es meist um Bandenkriege und die Jungs jagen sich gegenseitig, aber Touristen werden auch gerne mal ausgeraubt.
Als ich im Februar 2016 in Montego Bay war fand hier gerade Wahlkampf statt, denn die Nationalwahlen standen vor der Tür. Gefühlt jeder Jamaikaner war auf den Beinen und unterstütze entweder die „Orangenen“, die PNP oder die „Grünen“, die JPL. An jenem Abend fand ein Auftritt des heutigen Präsidenten Andrew Holness statt und ich hatte mir überlegt, das Spektakel mal live anzuschauen. Aus welchem Grund auch immer, habe ich es nicht getan, was im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung war, denn an diesem Abend kam es bei der Veranstaltung zu einer Schießerei und drei Menschen kamen ums Leben. Ich habe das Ganze im lokalen Fernsehen verfolgt. Die Veranstaltung wurde natürlich sofort abgebrochen, aber leider ist dieses Thema wohl an der Tagesordnung in Montego Bay.
Alles in allem ist es keine besonders schöne Stadt, allerdings lernt man hier den Charme des Jamaikanischen Großstadtleben kennen lernen, dass nun mal Teil der Insel ist.
MoBay ist zwar nicht die Hauptstadt, dennoch sitzen hier wohl die einflussreichsten Menschen der Insel, wie ich es von einem Einheimischen erfahren durfte. Auch die Gegend um Montego Bay ist sicherlich die Reichste der Insel. In der Umgebung findet man zahlreiche 5 Sterne Hotels und einen Golf Platz. Dieser ist nach wie vor in englischem Besitz und die englische Königsfamilie ist wohl Stammgast in dieser Gegend. Auch zahlreiche Promis kommen, unter anderem, in dieser Gegend unter, wenn sie Jamaica besuchen.

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Montego Bay, Jamaica

Rose Hall Great House**

Die Reise geht weiter Richtung Osten. Nächster Stopp: Rose Hall Great House**
Ein ganz einzigartiger Ort, wie ich finde. Das Haus hat eine lange und interessante Geschichte, die es überall nach zu lesen gibt, aber hier den Rahmen sprengen würde. Was ich an diesem Haus viel interessanter finde, ist die Geschichte, um die Mistress Ann Palmer, die eine mehrfache Sklavenmörderin auf dem damaligen Gut war und heute noch in dem Haus umher spuken soll. Man möchte an solche Dinge glauben, oder eben nicht, Fakt ist aber, dass es in dem Haus eine ganz einzigartige Stimmung hat und sofern man ein bisschen empfänglich für solche Geschichten ist, wird es schnell etwas spooky.

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Rose Hall Great House Nahe Montego Bay, Jamaica

Greenwood Great House**

Ein Stück weiter gibt es direkt das nächste Great House. Das Greenwood. Zur Zeit der Sklaverei gab es mehrere hundert Great Häuser auf der Insel. Heute ist keines mehr bewohnt und nur noch wenige sind in ihrem Ursprung erhalten, bzw. wurden aufwendig renoviert und sind heute für Besucher geöffnet.

Falmouth

Weiter geht die Reise nach Trelawny. Nächster Stopp: Falmouth.
Eine ganz tolle, historisch erhaltene, authentische und nicht sehr aufgeregte Stadt im Norden Jamaica’s. Vor wenigen Jahren noch war Falmouth die Stadt, die von Kreuzfahrtschiffen angefahren wurde. Zwar wurde der Hafen 2011 nochmal ausgebaut, dennoch ist es hier zumeist eher ruhig, denn die Kreuzfahrer stranden heute mehr in Montegeo Bay und Ocho Rios.
Man kann sich in der Stadt ohne Probleme bewegen, ohne Angst vor Gaunern. Im Gegenteil. Ich durfte in der Stadt eine der schönsten Erfahrungen auf der Insel machen. In einem kleinen Café habe ich eine ältere Dame kennen gelernt. Ihr Vater Jamaikaner und ihre Mutter Deutsche, erzählte sie. Wir hatten eine ganz nette Zeit zusammen und Sie erzählte mir ihre durchaus interessante Lebensgeschichte. Als wir uns verabschiedeten, schenkte sie mir noch eine Flasche Rum, die sie in der Zwischenzeit heimlich von ihrem Carer besorgen ließ. Ganz tolle und nette alte Dame. Auch als ich mich im Ort verfahren habe, waren direkt ein paar Jungs, die auf der Straße chillten am Start und zeigten mir den richtigen Weg, ohne dafür etwas zu wollen.
Die Stadt selbst ist klein und schnell erkundet. Mit Sicherheit aber ein stop over wert.
Falmouth hat eine reichhaltige Geschichte, angefangen von der Zuckerindustrie und Sklaverei, bis hin zu den historischen Gebäuden, wie das Courthouse oder der Polizeistation, die heute noch sehr gut erhalten und in Betrieb sind.
In der Stadtmitte befindet sich der Albert George Market, wo früher die Sklavenauktionen statt fanden und die Afrikaner, die am Hafen abgeladen wurden, von einem der zahlreichen Farmer der Great Häuser „ersteigert“ wurde. Heute unvorstellbar. Steht man in dem Markt, der heute ein reiner Lebensmittel- und Haushaltswarenmarkt ist und überlegt sich, wie es hier mal gewesen sein muss, hat der Ort etwas sehr bedrückendes und zugleich faszinierendes.

Glistening Waters**

Zum Glück hat das heute ein Ende und wir können uns einem Naturschauspiel widmen, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe. Am Rande von Falmouth gibt es eine kleine Bucht, die sogenannte Glistening Waters. Wie der Name schon vermuten lässt, leuchtet hier das Wasser im Dunkeln, wenn es bewegt wird. Ein Naturschauspiel, dass es so in der Welt nur vier weitere male gibt. Die Ausprägung in Falmouth ist aber wohl am stärksten. Einen Eindruck bekommt man in dem Film „the Beach“, wo sich Leo mit seiner Freundin im grün glitzernden Wasser bei Nacht bewegt. Das gibt es wirklich und war nicht nur ein Filmeffekt.
Die beste Zeit ist, wenn das Wetter ruhig ist. Bei Regen ist das Spektakel nochmal ein Stück beeindruckender, denn die Regentropfen leuchten, wenn sie auf das Wasser tropfen. Nach heftigem Regen und Sturm ist es nicht zu empfehlen, auch nicht wenn zu viel los ist, in der Lagune, denn dann ist der Boden aufgewühlt und das Wasser leuchtet nicht besonders hell.

Cockpit Country

Auch das Inland von Trelawny ist ein Spektakel für sich. Das Cockpit Country.
Von Falmouth fährt man durch kleine Dörfer, die einem das richtige Jamaica ein Stückchen näher bringen, bis nach Albert Town. Auf dem Weg kommt man in Sherwood vorbei. Hier ist Usain Bolt, der schnellste Mann der Welt, geboren und aufgewachsen. Seine Familie lebt nach wie vor in dem idyllischen Örtchen.
In Albert Town beginnt eine Gegend, wo weit und breit keine Siedlungen zu finden sind. Hintergrund: Die Gegend ist geprägt von Limestone Höhlen und unbewohnbaren Bergen. Viele der Höhlen sind nicht begehbar, doch ich hatte das große Glück eine der begehbaren Caves in der Nähe von Albert Town kennen zu lernen. Natürlich darf man nur mit ausgebildeten Guides rein, denn man würde sich hoffnungslos verlaufen und nie wieder raus finden. Ein einmaliges Erlebnis. Über Stock und Stein, durch enge Höhlenspalten und den unterirdischen Fluss, in dem die Flusskrebse noch ihre Ruhe haben, bis auf die paar Füße, die ab und an vorbei marschieren, in die absolute Dunkelheit. Der reine Wahnsinn.
Zum Abschluss, nach der ansengenden Tour ist es sehr zu empfehlen, in einem der kleinen Dörfchen in einer Bar einzukehren und echtes jamaikanisches Essen zu genießen, denn nur in den Gegenden, wo wenig Touristen hin kommen, gibt es das richtig gute Zeug zu lokalen Preisen.

Duncans & Rio Bueno

Zurück an der Küsten gibt es auf der heutigen Reise noch zwei kleine Örtchen im Parish Trelawny zu entdecken: Duncans und Rio Bueno. Nicht sehr spektakulär, um ehrlich zu sein, dennoch definitiv ein stop over wert. Duncans, ein kleines, im Berg liegendes Dorf, weit weg vom Massentourismus. Die Einheimischen verbringen ihre Zeit am Wochenende am Jacob Taylor Beach.
Rio Bueno, ein Stück weiter Richtung Osten, ist ein kleines Fischerdorf an der Küste. Hier kann man den Fischern tatsächlich noch bei ihrer Arbeit zu sehen und natürlich gibt es hier den Fisch fangfrisch. Das Highlight in Rio Bueno, das Lobster Bowl. Ein ganz nettes Restaurant, in dem es wohl den besten Lobster der Insel geben soll.

Das waren auch schon einige der Highlights in St. James und Trelawny.
Die nächste Tour führt nach Hanover, das kleine Parish an der Nordwestküsten und Westmoreland im Westen Jamaicas.

Gerne stehe ich für Fragen und Anregungen rund um Jamaica zur Verfügung und unterstütze mit meinen Erfahrungen bei Deiner nächsten Reise.

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Meine Reiseempfehlungen:

  • Eine gute und meist günstige Flugverbindung gibt es mit Condor* zu ergattern.
  • Unterkünfte in Jamaica buchst Du am besten über booking.com*. Hier findest Du auch Hostels und Gueshäuser.
  • Den besten Reiseführer für Jamaica gibt’s bei Lonely Planet*
  • Sei etwas vorsichtig, wenn Du in Jamaica reist. Jamaica hat nach wie vor eine sehr hohe Kriminalitätsrate. Lass Dich davon aber nicht abschrecken. Bei konkreten Fragen zur Sicherheit etc. helfe ich gerne weiter

MIA Travel Tipp’s für Jamaica:

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