Around Jamaica #7 – St. Andrew

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Kingston

Vom Süden der Insel geht es weiter in die Hauptstadt Kingston, im Südosten, im Parish St. Andrew. 2014 war ich das erste mal hier, allerdings nur für einen Tag. Ein Taxifahrer aus dem Norden brachte uns in die Hauptstadt und je später der Tag wurde, desto gestresster wurde er. Sein Ziel war es, unbedingt aus der Stadt wieder raus zu sein, bevor die Dunkelheit einbricht. 2016 habe ich mehrere Tage in Kingston verbracht und ja, man kann sich nicht überall problemlos bewegen, aber so heftig, wie der Taxifahrer es darstellte, ist es nicht wirklich. Im Gegenteil, weiß man wo man hin möchte und wie man sich zu verhalten hat, kann man am Tage, als auch bei Nacht richtig Spaß in der Großstadt haben und einiges entdecken und erleben. Kingston ist das kulturelle und wirtschaftliche Herz der Insel und das spürt man, wo man geht und steht.

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Anzeige: MIA Travel Tipp #7 – Nie wieder Kampf um die Decke

Kingston ist die Stadt in der extrem reich und extrem arm aufeinander treffen. In Mitten der Stadt gibt es eine Straße namens Half Way Tree, die quasi die Grenze zwischen Uptown und Downtown darstellt. In der Regel wird diese unsichtbare Grenze von den Kingstonern nicht überschritten und so leben arm und reich in ihren jeweils eigenen Stadtteilen. Man sollte es aber auf gar keinen Fall verpassen, beide Teile, ausgiebig kennen zu lernen.

Die Teilung der Stadt entstand durch das Erdbeben, dass Kingston 1907 erschütterte. Die Menschen, die es sich leisten konnten, errichteten ihr neues Domizil in Uptown. Downtown entwickelte sich zu einem Gebiet der Rastafari und der Arbeiterklasse. Arbeitslosigkeit und Armut ließ die Kriminalität rapide steigen und so ist heute für viele Menschen jeder Tag im Ghetto ein Kampf ums überleben.

Die heutige Entdeckungstour startet in Uptown, bevor wir dann später zum interessanteren Teil, nach Downtown kommen.

Uptown

Bevor wir den Rundgang in Uptown starten, möchte ich noch ein Erlebnis teilen. In der Nähe von Half Way Tree lebt Gina Smith. Ein Gitarrist, der bereits mit Jimmy Cliff und Ziggy Marley auf der Bühne stand. Er hat quasi jeden Tag open House und in seinem Inna da Yard hängen jeden Tag einige Leute rum, die Gina kennen. Ich hatte die Gelegenheit dabei sein zu dürfen als im Inna da Yard ganz spontanen eine Jam Session statt fand.

Nun beginnen wir aber den Rundgang in Uptown und starten am Half Way Tree, eine Kreuzung an der sich Uptown und Downtown vereinen. Am Straßenrand tummeln sich fliegende Händler, mit allem möglichen. Bereits hier sind die Preise deutlich teurer, wie auf dem Coronation Market in Downtown. Entlang der Hope Road kommt man erst zum Devon House, ein wunderschönes Haus im Kolonialstil, das vom ersten schwarzen Millionär Jamaica’s, George Stiebel erbaut wurde. Im Haus befindet sich heute eines der besten Restaurants der Insel, sowie eine Ausstellung. Viele Kingstoner kommen in den Park vor dem Gebäude, um eine Auszeit vom Trubel in der Stadt und ein hausgemachtes Eis von Davon House Ice Cream zu genießen.

Bob Marley Museum**

Weiter entlang der Hope Road kommt man zum Bob Marley Museum**.

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Bob Marley Grafitty in Kingston, Jamaica

Hier spürt man den Geist Bob Marley’s in seinem einstigen Wohnhaus, in dem er mit seiner Frau Rita lebte. Die Zimmer sind zu meist original erhalten und Exponate, wie Kleidungsstücke, Platten, Musikinstrumente und vieles mehr sind hier ausgestellt. Es wurde sogar sein kleiner Shop, den er in Trench Town eröffnete, in dem er seine gepresste Musik verkaufte, nach gebaut.
Im hinteren Teil des Gebäudes gibt es ein kleines Tonstudio mit dem wohl berühmtesten Einschussloch der Welt. Hier nahm er seine ersten Songs gemeinsam mit den Wailers auf. Tuff Gong in Trench Town kam erst später.
Zwei Tage vor dem legendären One Love Peace Concert, dass 1978 in Kingston statt fand, saß er mit seiner Frau Rita und seinem Manager in dem Studio. Marley hatte damals beim Government beantragt, dass das Konzert für jeden frei zugänglich sein sollte, ohne Eintritt. Er wollte damit die Message transportieren, dass alle Menschen gleich sind, egal ob schwarz oder weiß, ob arm oder reich. Die Parteien waren sich über diesen Antrag nicht einig und man sagt, dass die Partei, die den Antrag nicht unterstütze, einen Auftragskiller engagierte Bob Marley zu erschießen. Somit würde das Konzert nicht stattfinden und die gegnerische Partei hätte keinen Vorteil bei den nächsten Wahlen gehabt. Wie krank die Politik sein kann, macht dieses Ereignis deutlich. Zum Glück ist der Anschlag nicht geglückt und Bob Marley trat zwei Tage später mit einer Schußwunde am Arm beim One Love Peace Concert auf, dass am Ende tatsächlich für jeden kostenlos war und über 100.000 Menschen kamen.

Wie ich bereits in St. Ann erwähnte, spürt man in Kingston einen deutlicheren Bezug, wie in Marley’s Heimat Nine Mile. In Downtown geht es später weiter.

Hope Garden**

Noch ein Stück weiter die Hope Road entlang, gibt es eine weitere Ruheoase, der Hope Garden**. Auch hier kommen die Kingstoner zum ausspannen her. Der Hope Garden ist ein sehr schön angelegter Park, mit einem kleinen Zoo und zahlreichen Möglichkeiten, die Ruhe zu genießen. Ab und zu finden hier Konzerte statt.

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Hope Garden in Kingston, Jamaica

Am Ende der Hope Road beginnt der Stadtteil Papine. Zusammen mit August Town und Mona ist das die Unigegend Kingston’s. Hier befindet sich die University of the West Indies. Die größte Universität der Insel. Usein Bolt dreht heute noch sein Runden auf dem Campus und mit etwas Glück kann man dem schnellsten Mann der Welt beim Training zu sehen. Ich selbst war kurz vor Ostern in Kingston. Osterzeit ist Carnevalzeit. Demnach durfte ich eine der kleinen Carneval Parraden auf dem Mona Campus mit erleben. Die Trucks mit wahnsinnig lauter Musik, die alles außer Roots Reggae spielen, fahren mehrfach im Kreis und die Feierlustligen laufen hinterher. Tatsächlich entdeckt man das ein oder andere Mädchen mit den typischen Carneval Kostümen, die man aus der Karibik kennt. Am Ende versammeln sich die Trucks auf einem Platz und es gibt eine riesige Party. Definitiv sollte das jeder mal erlebt haben. Das Finale des Carnevals findet am Ostersonntag statt. Die größten Partys gibt es in Kingston und Ocho Rios, aber schon sechs Wochen vorher starten die kleinen Paraden hier und da.

National Stadium

In der Unigegend befindet sich auch das National Stadium. Hier finden zahlreiche kleinere und größere Sportevents statt. Einmal in Kingston, dachte ich mir, würde es sich lohnen ein Fußballspiel anzuschauen. So kam ich zum Länderspiel der Jamaica Reggae Boyz gegen die Nationalmannschaft von Costa Rica zur WM Qualifikation. Mit Pünktlichkeit haben es die Jamaikaner bekanntermaßen nicht wirklich, aber dass sie sogar zu einem Fußballspiel zu spät kommen, hätte ich nicht vermutet. Etwa zur Halbzeit war das Stadion dann voll gefüllt und die Tröten, wie man sie noch von der WM in Südafrika kennt, waren unfassbar laut. Hier gibt es keine Stadionschlachtrufe, oder Gesänge. Tatsächlich hört man nur die Tröten, 90 Minuten lang. Trotzdem ein tolles Erlebnis.

Emancipation Park

Nicht weit vom Stadion befindet sich der Emancipation Park. Ein kleiner, feiner Park mitten in der Stadt, mit einer Laufbahn, zu der viele Kingstoner zum joggen her kommen. Tatsächlich hat der Park aber eine tiefere Bedeutung. Er entstand nach dem Motto „a tribute to Freedom“ und beheimatet die Redemption Skulptur.

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Emancipation Statue im Emancipation Park in Kington, Jamaica

Skyline Drive

Von Papine geht es nun weiter Richtung Skyline Drive. Diese Straße trägt nicht umsonst diesen Namen. Von der Skyline Drive hat man den Blick über die ganze Stadt. Natürlich ist das am Tag schon sehr beeindruckend, bei Nacht allerdings ist es atemberaubend.

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Blick über Kingston bei Nacht

In der Skyline Drive befindet sich der beste Reggae Club der Stadt. Der Bub Club**. Mit einer überragenden Kulisse verbringt man hier den Sonntag Abend bei gepflegtem Roots Reggae. Ganz viel einheimische Rastamänner kommen hier her und tanzen sich im wahrsten Sinne des Wortes in Trance. Definitiv einer meiner besten Abende in Kingston.

Über die Jack’s Hill Road geht es wieder runter nach Half Way Tree und über Cross Roads weiter nach Downtown.

Downtown

Das Zentrum von Downtown bildet der William Grant Park, besser bekannt als „Parade“. Der nördliche und südliche Eingang wird von den Statuen von Norman Manley und Alexander Bustermante bewacht. Rund um Parade tobt das echte Leben.

Ward Theatre

Nördlich von Parade befindet sich das alte Ward Theatre. Das Theater war einst das größte der Karibik. Schon die Fassade ist sehr eindrucksvoll. Bekommt man allerdings die Möglichkeit, das zerfallene Gebäude von innen zu bewundern, ist das ein einmaliges Erlebnis. Ich hatte die Gelegenheit und was sich im inneren verbirgt, ist der Wahnsinn. Ganz alleine steht man in dem verlassenen Gebäude, in dem die Scheinwerfer und Verfolger, die Tribünen und die Deckenleuchter so aussehen, als ob sie erst gestern noch im Einsatz waren.

Kingston Parish Church

Gegenüber, südlich von Parade findet man dann direkt das nächste eindrucksvolle Gebäude, die Kingston Parish Church. Eine der schönsten Kirchen der Insel. Übrigens gibt es unzählige Kirchen in Jamaica, selbst in den kleinsten Ortschaften. Die Jamaikaner sind ein sehr gläubiges Volk, was das Ganze wieder sehr ironisch macht. Auf der einen Seite gibt es hier eine enorme Kriminalität und andererseits sind die Kirchen am Sonntag voll bis in die letzte Reihe.

Coronation Market

Westlich von Parade geht die Queen Street ab, die direkt zum Coronation Market führt. Der Markt ist der größte in der englisch-sprachigen Karibik und das halbe Land kommt hier her zum einkaufen. Bekommt man in MoBay, Ochi, Negril oder anderen Städten der Insel die alltäglichen Dinge (keine Souvenirs) auf der Straße angeboten, haben die Verkäufer diese zu 90 %iger Sicherheit hier günstig eingekauft, um sie in anderen Teilen der Insel teurer zu verkaufen.
Über den Markt zu schlendern, ist tatsächlich ein Erlebnis. Allerdings sollte man jegliche Wertgegenstände zu Hause lassen. Hier geht es meist hektisch und eng zu und schnell ist man sein Hab und Gut los, ohne es zu merken.
An jeder Ecke steht hier die Polizei mit Mannschaftsbussen und schweren Gewähren, denn nicht selten kommt es hier zu Schießereien zwischen den Banden.

Trench Town

Direkt hinter dem Coronation Market kommt man ins Ghetto. Die Stadtteile Jones Town, Denham Town, Tivoli Garden und wohl das bekannteste Ghetto der Welt Trench Town. Oft haben die herunter gekommenen Häuser und Blechhütten hier kein fließendes Wasser und der Strom wird abgezapft. Hier herrschen ganz eigene Gesetze. Ich selbst habe keine negative Erfahrung in Downtown gemacht. Im Gegenteil, hier lernt man das richtige Leben im Ghetto kennen. Wichtig ist, dass man weiß, wie man sich zu verhalten hat. Nicht verloren aussehen, keine Wertgegenstände zur Schau stellen und sich stets umsichtig bewegen.
Trench Town ist am Rande der Stadt. Hier lebte Bob Marley, nachdem er zusammen mit seiner Mutter das zu Hause in Nine Mile verließ. Zusammen mit weiteren Reggae Legenden wie Jimmy Cliff und Peter Tosh, hing er hier herum und hoffte in einem der Record Studios entdeckt zu werden. Wie man heute weiß, hat das funktioniert. Seine Geschichte würde hier den den Rahmen sprengen, aber die Erzählungen haben mich gefesselt. Man kann viel darüber lesen, aber erlebt man die Orte live, spürt man den Geist des berühmtesten Sohn Jamaica’s hier immer noch sehr deutlich.
Später gründete Bob Marley sein eigenes Label Tuff Gong, ebenso in Trench Town. Das Studio und die Plattenproduktion kann man heute besichtigen, inklusive original Equipment von Bob Marley. Das Studio wird immer noch für Aufnahmen genutzt. Für Besucher ist demnach nur geöffnet, wenn keine Aufnahmen statt finden.
Übrigens ist Kingston die größte Musiktalentschmiede und Musikproduktion weltweit. Nicht nur Newcomer und die, die es werden möchten, sondern auch namhafte Künstler wie Shaggy lassen hier ihre mal mehr, mal weniger erfolgreichen Hits produzieren.
Die Stadt, speziell Downtown lebt von und für die Musik. Hier wurde der Reggae geboren und lebt bis heute weiter. Wo man geht und steht spürt man die Vibes und es ist nicht unüblich, dass man nationalen und internationalen Künstlern hier einfach so über die Füße läuft. Ich hatte sogar die Gelegenheit, das Geburtshaus von Dennis Brown zu besuchen. Das Haus wurde beim Hurricane völlig zerstört und nie wieder aufgebaut. Man kann also nur erahnen, wie die Familie hier lebte.
Im Trench Town Culture Yard, wo Führungen von locals angeboten werden, erfährt man alles über das Leben von Bob Marley, kann sein kleines Zimmer, in dem er zusammen mit seiner Frau Rita lebte, bevor er nach Uptown ging, bestaunen und bekommt die Entstehung und Bedeutung des Reggae näher gebracht.

Fleet Street

Zurück über Parade in östliche Richtung kommt man in die Stadtteile Mountainview Gardens, Bournemouth Gardens und Springfield. Ebenso nicht die beste Gegend, allerdings lange nicht so rau wie westlich von Parade. Hier liegt die Fleet Street.

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Fleet Street in Kingston Downtoen, Jamaica

Eigentlich eine Straße, wie jede andere, aber eine Gruppe junger Jamaikaner haben es sich hier zur Aufgabe gemacht, dass Ghetto etwas schöner zu gestalten. Ein Haus, von dem lediglich die Außenwände übrig sind und das für die Müllverbrennung genutzt wurde, haben sich Künstler an den Hauswänden mit sehr eindrucksvollen Gemälden, die die Werte Jamaica’s zeigen, verewigt. Am Eingang steht geschrieben „not just a Ghetto“ und so ist es auch.

Life Yard

Die Jungs haben hier einen kleinen Ort des Friedens namens Life Yard mitten im Ghetto erschaffen. In ihrem kleinen Nutzgarten hinter den Haus haben sie eine Oase angelegt. Der Müll wird hier wieder verwertet und zum Beispiel aus alten Plastikflaschen werden Pflanzenkübel gezaubert.

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Not just a Ghetto in der Fleet Street, Downtoen Jamaica

Um die Ecke befindet sich die Alpha Boys School. Ein reine Jungenschule für gefährdete Jugendliche (wenn sie das nicht alle sind im Ghetto). Die Schule ist Talentschmiede für Musiker. Einige namhafte Talente haben hier ihre Karriere begonnen. Die Jungs präsentieren ihr Können einmal wöchentlich bei öffentlichen Auftritten in der Schule und treten ab und an sogar außerhalb auf. Die Jungs vom Life Yard veranstalten regelmäßig Kino und Trommelabende für die Kids der Alpha Boys School. Eine super Sache und hoffentlich wird das Ghetto so etwas weniger gefährlich für all die Jugendlichen und fordert weniger Opfer.

Wir bleiben noch etwas in Downtown, denn neben Ghetto und Musikkultur gibt es hier noch einiges mehr zu entdecken.

National Heroes Park

Ein kleiner Park, in dem die sieben Nationalhelden Jamaica’s in Form von Statuen und Skulpturen verewigt wurden.
Sir Alexander Bustermante, der erste Premierminister Jamaica’s und Bürgermeister von Kingston und Norman Manley, jamaikanischer Politiker.
Diese beiden Herren waren maßgeblich daran beteiligt, Jamaica in die Unabhängigkeit zu führen.
Marcus Garvey, ebenfalls ein Politiker, der die Schwarzenbewegung „Universal Negro Improvement Accosiation“ gründete.
Granny Nanny, die einzige Frau in der Reihe der Nationalhelden. Sie war die Anführerin der Maroons.
Samuel Sharp, führte den Weihnachtsaufstand in Montego Bay an.
Paul Bogle, führte den Morant Bay Aufstand an und George William Gordon, ein ehemaliger Sklave, der maßgeblich am Morant Bay Aufstand beteiligt war.

National Gallery of Jamaica & Liberty Hall

Kulturell geht es weiter in der National Gallary of Jamaica, die größte Kunstgalerie der Insel und der Liberty Hall, eine Multimedia Ausstellung zu Marcus Garvey. Hier erfährt man alles über die Schwarzenbewegung und zur Person Garvey.

Kingston Harbour

Zum Abschluss der heutigen Tour geht es an den Hafen, südlich von Downtown. Der Kingston Harbour ist der siebtgrößte Hafen weltweit. Hier kommen keine Kreuzfahrtschiffe, wie in MoBay oder Ochi an. Der Hafen wird heute lediglich zum Im- und Export genutzt. Seiner Zeit war es der größte Hafen in der Karibik und Umschlagplatz für alle Transporte von Nord-und Südamerika in den Rest der Welt. Aufgrund der guten Lage Jamaica’s ist Kingston heute noch ein sehr wichtiger Umschlagplatz für den internationalen Handel.

Wie auch viele Frachtschiffe verlassen wir nun die Hauptstadt und beenden die heutige Reise rund um Kingston, im Parish St. Andrew. Eine ganz faszinierende und eindrucksvolle Stadt mit vielen Facetten.

Gerne stehe ich für Fragen und Anregungen rund um Jamaica zur Verfügung und unterstütze mit meinen Erfahrungen bei Deiner nächsten Reise.

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  • Den besten Reiseführer für Jamaica gibt’s bei Lonely Planet*
  • Sei etwas vorsichtig, wenn Du in Jamaica reist. Jamaica hat nach wie vor eine sehr hohe Kriminalitätsrate. Lass Dich davon aber nicht abschrecken. Bei konkreten Fragen zur Sicherheit etc. helfe ich gerne weiter

MIA Travel Tipp’s für Jamaica:

Mehr MIA Travel Tipp’s gibt’s hier.

Around Jamaica #3 – St. Ann

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von Discovery Bay bis Ocho Rios

Der dritte Teil der „Around Jamaica“ Tour führt zurück in den Norden der Insel. Die heutige Reise startet in Discovery Bay, wo einst Christopher Columbus strandete, im Parish St. Ann und endet in die Großstadt Ocho Rios.

Columbus Park

St. Ann ist eine der geschichtsträchtigsten Regionen der Insel. Deshalb starten wir mit ein bisschen Geschichtsunterricht, im Columbus Park, in der Nähe von Discovery Bay.

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Columbus Park in Discovery Bay, Jamaica

Zwar liest man ganz unterschiedliche Dinge, wo genau es gewesen ist, aber Fakt ist wohl, das irgendwo an der Küste im Parish St. Ann, Christopher Columbus im Jahre 1494 Jamaica entdeckte. Zuerst besetzen die Spanier das Land. Aus diesem Grunde gibt es in dieser Gegend auch einige Orte, die nach wie vor einen spanischen Namen tragen, oder zumindest aus dem spanischen abgeleitet sind. Erst später, nämlich 1655, eroberten die Engländer die Insel, bis Jamaica dann 1962 unabhängig wurde. Noch heute gibt es einige Ländereien, die in Besitz des englischen Königshauses sind. Eines davon hatte ich bereits in Teil 2 vorgestellt. Der Columbus Park, ein kleines Freilichtmuseum am Rande des Highway, soll an die Ankunft Columbus‘ erinnern.

An dieser Stelle muss ich dem alten Columbus mal von Herzen danken, dass er diese wundervolle Insel entdeckte. Übrigens war es der 5. Mai 1494. Welch ein Zufall, dass ich gerade an diesem Tag auch das Licht der Welt erblickte, zwar erst 488 Jahre später, aber so schließt sich der Kreis.

Runaway Caves & Green Grotto Caves

Wenige Kilometer weiter östlich kommt man nach Discovery Bay und historisch geht es weiter in den Runaway Caves und Green Grotto Caves.

Über 50 Kilometer erstreckt sich das verzwickte Höhlensystem bis ins Landesinnere. Die Runaway Caves, wie der Name schon sagt, wurden erst von den Spaniern als Fluchtmöglichkeit vor den Engländern, als die das Land eroberten und später von den Sklaven, die aus den Great Häusern flohen, genutzt. Übriges waren es schon die Spanier, die Sklaven hielten und nicht erst die Engländer, wie man meinen möchte. Die Sklaven wurden von von den verschiedensten Ecken Afrika’s nach Jamaica gebracht und somit entstand eine Multikultigesellschaft. Sie sprachen die unterschiedlichsten Sprachen und Dialekte. Um sich verständigen zu können und obendrein in einer geheimen Sprache, die die Gutsherren nicht verstanden, wurde aus allen Sprachen ein bisschen was zusammen gemixt und so entstand die heutige Landessprache Patois (Patwa). Die Amtssprache allerdings, ist nach wie vor Englisch. Ebenso rührt das jamaikanische Motto, nämlich „out of many one people“ aus dieser Zeit, das ich persönlich sehr schön finde.
Als die Sklaverei schon lange abgeschafft und Jamaica seine Unabhängigkeit schon einige Jahre genießen konnte, wurden die Runaway Caves 1998 wieder zum Leben erweckt. Wenn Jamaikaner eines gerne tun, dann ist es feiern, mit lauter Musik und ganz viel Rum. So wurde aus dem offenen und weitläufigen Eingang der Caves ein Nightclub. Überreste, wie die Bar, diverse Sitzmöglichkeiten und die Bühne, sind heute noch zu erkennen. Relativ schnell stellte man fest, dass die laute Musik und vor allem die Bässe dem Stein nicht unbedingt gut taten und kleinere Höhlen brachen sogar zusammen. Somit wurde der Club nur kurze Zeit später wieder geschlossen und die Runaway und Green Grotto Caves recht eindrucksvoll für die Besucher her gerichtet. Neben dem verzweigten Höhlensystem gibt es hier Millionen von Fledermäusen und im unterirdischen Wasserbecken, den Green Grotto Caves, sogar Schlangen, die hier ihre Heimat gefunden haben. Die Caves waren Kulisse für einen der zahlreichen James Bond Streifen, die auf der Insel gedreht wurden.

Runaway Bay

Nun aber Schluss mit Geschichte. Wir fahren weiter nach Runaway Bay / Salem

Runaway Bay an sich ist eine recht gemütliche Kleinstadt. An der Küste entlang, von Runaway Bay bis zur nächsten Kleinstadt Salem, reiht sich ein all inclusive Resort nach dem nächsten und trotz des regen Tourismus in der Gegend, ist die Atmosphäre hier sehr entspannt.
Am Ortseingang von Salem befindet sich der local beach der Gegend. Unter der Woche ist hier nur wenig Betrieb. Am Wochenende allerdings, ist die Hölle los. Tagsüber zum Baden und am Abend zu den Sound System Parties. Es werden einfach ein paar Boxen auf das Autodach geschnallt und los geht’s.
Ein Stückchen weiter auf der anderen Straßenseite geht es direkt weiter mit Party. Neben kleinen Bars, wo die Einheimischen abhängen, gibt es hier ein paar Table Dance Bars. Zugegeben hatte ich hier eine meiner schrägsten Nächte auf Jamaica.
Die Clubs sind recht dunkel und ich fühlte mich ein bisschen wie im Film „from Dusk till Dawn“. Die Kakerlaken liefen über die Bartheke und die ganze Atmosphäre war doch sehr schräg. Als ich ein Bild von einem der Mädchen machte, habe ich mir nichts dabei gedacht. Später aber, als ich mir das Bild ansah, war das Gesicht total verzerrt und das hübsche Mädel hatte eine richtige Monsterfratze. Ich habe keine Ahnung, wie das kommt, aber Fakt ist, dass es nicht am Licht gelegen haben kann, denn auf einem Bild, dass ich ein paar Tage später in einem Jerk Center machte, bei Tageslicht, war eine weitere Frau mit Monsterfratze zu sehen. Natürlich ist die Karibik für Voodoo bekannt und überall in den Souvenirshops gibt es kleine Puppen zu kaufen, spricht man die jamaikanischen Frauen aber darauf an, werden sie ganz still und wollen nicht darüber sprechen. Ich lasse das einfach mal so stehen.

Brown’s Town

Zurück zu den natürlichen Dingen. Von Runaway Bay schlängelt sich eine enge, aber recht gut zu befahrende Straße ins Landesinnere, über Brown’s Town, eine Kleinstadt, in die drei mal die Woche die Farmer aus den umliegenden Dry Harbour Mountains kommen, um ihre Waren auf dem Markt zu verkaufen. Mit den schönen, alten Gebäuden, sehr spanisch angehaucht, definitiv ein stop over auf dem Weg nach Nine Mile wert.

Nine Mile

Die Geburtsstätte von Bob Marley. Hier ist der King of Reggae geboren, aufgewachsen und auch begraben. Fährt man das kleine Dorf rein, strömen schon die kleinen Jungs auf die Straße, die hoffen, mit den Urlaubern ein bisschen Geld zu verdienen. Sie wedeln mit Blümchen und fertig gedrehten Joints, die sie den Gästen verkaufen möchten. Um das sehr einfache Holzhaus, in dem Bob Marley aufgewachsen und seine ersten Songs schrieb, wurde ein Areal für Besucher gebaut, durch das man von Guides geführt wird. Ebenso wurde hier die Ruhestätte, das Mausoleum errichtet, in dem Bob Marley heute schlummert, sowie eine kleine Ausstellung mit diversen Platten, Instrumenten und Klamotten. Ich finde es schwierig zu sagen, ob es sich lohnt, oder nicht, denn der Eintritt ist recht happig und aufgrund der Tatsache, dass hier Busse voll Besuchern angekarrt werden, ist das Gelände doch recht überlaufen. Ich persönlich habe in Kingston, in der Bob Marley später lebte, einen deutlicheren Bezug wahrnehmen können.

St. Ann’s Bay

Es geht zurück an die Küste, nach St. Ann’s Bay. Eine Stadt, wie viele andere auf der Insel. Das Besondere jedoch ist, dass hier Marcus Garvey geboren wurde. Marcus Garvey ist einer der sieben Nationalhelden Jamaicas. Er ist der Gründer der Schwarzenbewegung und trägt einen sehr großen Teil zur relativ jungen unabhängigen Geschichte Jamaicas bei. Ihm zu ehren wurde hier eine Statue errichtet und jedes Jahr im August gibt es eine Garvey Parade.
Die Nachwehen der englischen Führung und der Sklaverei sind heute noch deutlich zu spüren. So verbinden alle Jamaikaner die weiße Hautfarbe mit Reichtum, denn so lebten es die englischen Gutsherren vor. Das Vorurteil wurde von Generation zu Generation weiter gegeben. Ebenso möchten alle Jamaikaner irgendwie unabhängig sein. Nur in den Großstädten und den Touristengebieten ist es üblich, dass die Einheimischen im Angestelltenverhältnis arbeiten. In den Kleinstätten, auf dem Land und erst recht in den Bergen, ist so ziemlich jeder sein eigener Herr und es gibt unzählige Kleinunternehmer, die sich mit einer noch so kleinen Bude am Straßenrand, einer Farm, als Taxifahrer, oder mit anderen Tätigkeiten unabhängig machen und ihr eigener Chef sind. Unter Umständen kann es auch vorkommen, dass das Büdchen einfach geschlossen oder das Taxi stehen bleibt, wenn der Besitzer am Vortag genug verdient hat.
Obwohl die Zeit der Unterdrückung schon eine ganze Weile vorbei ist, ist das Thema noch immer sehr präsent und auch die aktuell jüngste Generation geht noch immer in diese Richtung.

Ocho Rios

Es geht weiter in die Großstadt, nach Ocho Rios.

Blick auf Ocho Rios

Ursprünglich ist Ocho Rios ein kleines Fischerdorf. In den 20er Jahren eröffnete hier das erste Hotel Jamaicas und in den 80er Jahren wurde Ochi, wie die Einheimischen Ihre Stadt nennen, vom Jamaican Tourist Board für den Tourismus ausgebaut. Seit dem hat sich die Stadt zur drittgrößten des Landes gemausert.
Aufgrund des Hafens kommen hier sehr viele Tagestouristen her und ähnlich wie in Montego Bay ist die Stadt geteilt in ein reines Touristenviertel in der Nähe des Hafens, mit unzähligen Souviniershops, Restaurants und Bars und eben Downtown. Die Grenze stellt eine Brücke dar und ich glaube fest daran, dass die Seereisenden auf den Schiffen erzählt bekommen, dass sie nicht über die Brücke gehen sollen, denn noch nie habe ich Downtown einen Weißen gesehen. Dabei ist genau hier das Abenteuer.
Downtown an sich ist nicht besonders schön und es geht sehr hektisch zu, aber definitiv ist das der spannendere Teil der Stadt. Hier gibt es einen großen Markt, auf dem es nahezu alle Obst- und Gemüsesorten, aber auch Alltagsgegenstände und Kleidung zu kaufen gibt. Die Gänge sind recht verschachtelt und eng, aber so ist das auf fast allen Märkten auf der Insel. Ansonsten ist Ochi für sein Nachtleben bekannt. Statt Reggae, wie es auf anderen Teilen der Insel an der Tagesordnung ist, wird hier Dancehall gespielt. Wo man geht und steht dröhnen sowohl am Tag, als auch in der Nacht die Dancehall Bässe und Gesänge durch die Stadt. Auch hier ist es üblich, dass einfach ein paar Boxen auf das Autodach geschnallt werden und mit vollem Anschlag fahren die Jungs durch die Straßen, bis sie sich an irgend einer Ecke nieder lassen.
Ich selbst habe ein Nacht in Downtown, um nicht tatsächlich im Ghetto zu sagen, verbracht. Zugegeben, ganz geheuer war mir nicht und die Unterkunft, die ich dort hatte, war sehr bescheiden, aber ein Erlebnis war es allemal.

Dunn’s River Falls

In der Umgebung von Ocho Rios gibt es einiges, mal mehr, mal weniger touristisches, zu entdecken. Allem voran die bekanntesten Wasserfälle Jamaica’s, die Dunns River Falls.

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Dunn’s River Falls in Ocho Rios Jamaica

Ich würde behaupten wollen, dass die Dunns River nicht der schönste Wasserfall der Insel ist, aber definitiv der beliebteste. Diese Tatsache ist auf die zahlreichen Tagestouristen, die am Hafen anlegen, aber auch auf das sehr gute Marketing zurück zu führen. Tatsächlich sind die Dunns River Falls einen Besuch wert, aber man sollte sich darauf einstellen, dass noch hunderte weitere Menschen auch da sind.
Die Guides führen die Menschenketten den Wasserfall nach oben und zelebrieren dabei ihre Schlachtrufe. Es macht Sinn sich von der Gruppe abzusetzen und seinen eigenen Weg zu gehen. Ich hatte so deutlich mehr Spaß und konnte das Naturspektakel auch richtig genießen.

Mystic Mountain & Dolphin Cove

Zwei weitere Touristenhighlights sind Mystic Mountain und Dolphin Cove.

Doplhin Cove ist tatsächlich als die No. 1 Attraktion Jamaicas ausgezeichnet. Ich hingegen, kann nur jeden davor warnen. Für 50 US Dollar Eintritt bekommt man ein kleines Becken mit Delphinen, die ganz wirr im Kreis schwimmen, ein viel zu kleines Becken mit 3 Haien, die noch verwirrter im Kreis schwimmen und ein Becken zum schnorcheln mit ein paar Stachelrochen, in dem das Wasser so trübe ist, dass man keinen halben Meter schauen kann. Mal davon abgesehen, dass man Tiere nicht in solchen Gefängnissen halten sollte ist es noch nicht mal ein besonderes Erlebnis in dem kleinen Park.
Den Mystic Mountain habe ich noch noch nicht selbst besucht und werde es vermutlich auch nie tun. Fakt ist, dass diese beiden Touristenattraktionen nichts mit Jamaica zu tun haben und es ist sehr schade das Tagestouristen diesen Eindruck des Landes bekommen, wenn sie hier mit dem Schiff anlegen.

Shaw Park

Definitiv ein Kontrastprogramm zu den Dunns River Falls, Dolphin Cove und Mystic Mountain bietet der Shaw Park Botanical Garden.

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Wasserfall im Shaw Park in Jamaica

Ein überragend angelegter Botanischer Garten, in dem es die Flora der Insel zu entdecken gibt und der nicht überlaufen ist. Die Betreiber haben sich sehr viel Mühe gegeben, dass die Gäste die Pflanzen kennen lernen und an dem kleinen Wasserfall auf dem Gelände lässt es sich sehr schön etwas Zeit verbringen. Zudem hat man von dem Park eine tolle Aussicht über die gesamte Stadt.

Konoko Falls

Unterhalb des Shaw Parks befinden sich die Konoko Falls.

Konoko Falls

Im letzten Jahr noch wegen Umbau geschlossen, hatte ich die Tage die Gelegenheit, den Park und vor allem den Wasserfall zu bewundern. Der Park oberhalb des Wasserfalls ist ebenso zu einem schönen wild gewachsenen botanischen Garten angelegt. Lange nicht so aufgeräumt, wie der Shaw Park, aber das macht es auch wieder etwas authentischer. Den kleinen Zoo hätten sich die Parkbetreiber sparen können, denn die Tiere haben viel zu kleine Gehege. Der Wasserfall hingegen ist tatsächlich sehr schön. Zwar schafft er es nicht in meine Top 3, aber aufgrund der Buschlandschaft rund herum ist er doch sehr schön anzusehen. Auch hier gibt es die Möglichkeit im Wasser nach oben zu wandern. Also eine gute Alternative zu den Dunns River Falls, wenn man sich mit einem etwas kleineren, dafür nicht überlaufenen Wasserfall, zufrieden gibt. Außerdem beherbergt der Park ein kleines Museum über die Geschichte Jamaikas.

Rund um Ocho Rios

Natürlich gibt es neben diesen Hauptattraktionen noch viele weitere Dinge in der Stadt und der näheren Umgebung zu entdecken. Mit River Rafting auf dem Bambus Floss, Reiten auf der Pferdefarm, Strand und Meer oder die Umgebung in den Bergen oder einfach nur die Stadt erkunden, kann man durchaus etwas Zeit hier verbringen.

Neben all diesen Angeboten muss ich sagen, hat man sich erst mal an Ochi gewöhnt, ist es okay hier. Anfangs fand ich die Stadt, neben MoBay, die unschönste der Insel. Nachdem ich nun aber das zweite mal einige Zeit hier verbracht habe, finde ich es gar nicht mehr so abschreckend.

Bevor wir St. Ann verlassen, soll noch erwähnt sein, dass die Region um Ocho Rios, genauer gesagt um den Shaw Park ebenso eine ganz wichtige Rolle in der Geschichte der Insel spielt. Hier wurde die Schlacht der Engländer gegen die Spanier gewonnen. Der letzte spanische Gouvanör Ysassi lebte nicht weit entfernt, in der Region Rio Nuevo, kurz vor der Grenze zu St. Mary und nutze ebenso die Runaway Caves als Versteck.

Gerne stehe ich für Fragen und Anregungen rund um Jamaica zur Verfügung und unterstütze mit meinen Erfahrungen bei Deiner nächsten Reise.

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Meine Reiseempfehlungen:

  • Eine gute und meist günstige Flugverbindung gibt es mit Condor* zu ergattern.
  • Unterkünfte in Jamaica buchst Du am besten über booking.com*. Hier findest Du auch Hostels und Gueshäuser.
  • Den besten Reiseführer für Jamaica gibt’s bei Lonely Planet*
  • Sei etwas vorsichtig, wenn Du in Jamaica reist. Jamaica hat nach wie vor eine sehr hohe Kriminalitätsrate. Lass Dich davon aber nicht abschrecken. Bei konkreten Fragen zur Sicherheit etc. helfe ich gerne weiter

MIA Travel Tipp’s für Jamaica:

Mehr MIA Travel Tipp’s gibt’s hier.

Welcome to Jamaica

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Warum Jamaica? Was ist so besonders an der kleinen Insel in der Karibik? Diese Frage habe ich mir vor Jahren auch gestellt. Bekannt ist Jamaica definitiv für Reggae, der damals von Bob Marley in die ganze Welt gebracht wurde, Rum und Ganja. Das Land hat aber noch viel mehr zu bieten, als Rum, Reggae und Ganja.
In den vergangenen vier Jahren durfte ich die uneingeschränkte Schönheit und das Leben auf der Insel kennen lernen. Eine einzigartige Erfahrung in einem einzigartigen Land. Dazu aber mehr in den kommenden Blogs.

Heute möchte ich mich mit der Ankunft und den ersten Eindrücken im Paradies beschäftigen…

Die Anreise

Die meisten Urlauber kommen am internationalen Flughafen von Montego Bay an. So auch ich das erste mal vor vier Jahren. Einmal die Einreise hinter sich gebracht, geht es raus in das Haifischbecken. Neben den ganzen Reiseveranstaltern, die auf ihre Gäste warten, gibt es hier zahlreiche „Geschäftsmänner“, die mit ihrem vermeintlich unwiderstehlichen Angebot, Ganja zu kaufen, locken. Zu empfehlen ist das allerdings keineswegs. Als ich damals das erst mal die Insel betrat, war das Zeug noch illegal. Ende 2015 wurde das Ganja aber dekriminalisiert und man darf heute eine bestimmte Menge besitzen und natürlich auch rauchen. Dennoch macht es keinen Sinn, direkt auf das erste Angebot einzugehen. Viel zu teuer und nicht besonders gut.
Je nach gebuchter Reise geht es dann vom sicheren Flughafen in die Urlaubsregionen, meist nach Negril oder Ocho Rios. Dafür sorgen die vielen kleinen Busse, die einem mit Bob Marley auf den bevorstehenden Urlaub einstimmen. Nur wenige reisen in Jamaica individuell, so wie ich es mittlerweile tue. Definitiv lernt man so deutlich mehr vom richtigen Leben auf der Insel kennen. Die individuellen Optionen sind das Taxi oder der Knutsford Express. Es gibt zwar auch die Route Taxis, aber das ist mit Gepäck eher weniger zu empfehlen. Zu groß ist die Gefahr, das man überfallen wird. Das Taxi ist definitiv die teuerste Angelegenheit. Für gerade mal drei Kilometer knöpfen einem die Herrschaften 15 US Dollar ab. Der Knutsford hingegeben, ist eine sehr angenehme Variante sich im Land zu bewegen. Mit Anfahrtsstellen quer über die Insel verteilt, fährt man mit einem recht modernen Bus von A nach B. Allerdings sind die Haltestellen oftmals außerhalb der Ortschaften und der Weg in die Unterkunft muss wiederum individuell gestaltet werden.

Übrigens gibt es bei Condor Airlines* ab und an mega Angebote nach Mondego Bay. Bereits für 150 Euro kann man hier Restplätze ergattern.

Die ersten Eindrücke

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Definitiv Paradies…allerdings mit Tücken.
Das erste, was ich von Jamaica kennen lernte, war Negril. Wie sollte es auch anders sein. Ganz herzlich wird man in Negril, gefühlt von jedem dort lebendem Jamaikaner, empfangen und naiv, wie ich damals war, dachte ich, dass sie einfach nur nett sind. Aber weit gefehlt. Gerade in Negril geht es nur ums Geschäft und so ziemlich alle, die so freundlich wissen möchten, wie man heißt, wo man her kommt und vor allem wie lange man bleibt, wollen einfach nur aus checken, wie viel Zeit ihnen bleibt, ihr Business mit einem zu machen. Sei es irgendwelche total überteuerten Touren, ihre vermeintlich handgemachten und einzigartigen crafts oder eben Ganja. Ganz naiv, bin ich damals zuerst darauf rein gefallen und hatte direkt Ärger mit einem der Budenbesitzer am Negril Beach. Als ich dann aber mit Nachdruck erklärte, dass ich sein „unschlagbares Angebot“ von mehreren hundert Gramm Ganja zu einem massiven Preis nicht wahrnehmen möchte, war er gar nicht mehr so freundlich. Nach der ersten Erfahrung wurde mir auch sehr deutlich von einer deutschen, auf Jamaica lebenden, Reiseleiterin erklärt, was man alles nicht tun sollte. Unter anderem am Abend im Dunkeln am Strand und an der Straße entlang laufen, keine Touren oder Aktivitäten bei irgendwelchen Beachboys buchen, und schon gar kein Ganja kaufen, dass einem gefühlt alle zwei Minuten angeboten wird. Ich fühlte mich gefangen im Paradies, denn ich war so eingeschüchtert, dass ich keinem mehr traute und am Abend Angst hatte, das Hotel zu verlassen. Der erste Eindruck war demnach eher nicht so doll und aus dem Urlaub im Paradies wurde anfangs ein zählen der Tage, bis ich wieder nach Hause durfte. Heute sieht die Sache natürlich ganz anders aus und ich bin froh, dass ich den damaligen Schritt gewagt habe. Denn nach einigen Tagen im paradiesischen Gefängnis, habe ich es nicht mehr aus gehalten und wollte etwas erleben.

Der zweite Eindruck

Ganz geheuer war mir nicht, als ich das erste mal bei Dunkelheit, getrieben von Neugier, wo die laute Musik her kommt, die Beachstrasse entlang bin. Natürlich nicht alleine, denn das wäre tatsächlich etwas unvernünftig gewesen. Es dauerte nicht lange, bis der erste Reggae Boy uns in ein Gespräch verwickelte. Wir hatten zwar eine nette Unterhaltung, aber seine Absicht war klar. Ich möchte nicht behaupten, dass er uns abziehen wollte, aber ganz leer wollte er auch nicht ausgehen. Als dann die Polizei angefahren kam und uns fragte, ob alles okay sei, war er auf einmal wie ausgewechselt. Die Angst stand ihm in den Augen und im Nachhinein erklärte er uns auch, warum. In Jamaica gibt es ein Gesetze, dass die Touristen schützen soll. Hätten wir damals angegeben, dass er uns belästigt, wäre er direkt mit gefahren und hätte die Nacht an einem weniger angenehmen Ort, nämlich dem Knast, verbracht. Durchaus ist Vorsicht geboten, wenn man sich in der Nacht draußen bewegt, gerade in Negril, aber so schlimm, wie es mir prophezeit wurde, war es lange nicht. Einfach mit ein bisschen Verstand und Vernunft an die Sache und das läuft schon. Somit war der zweite Eindruck sehr interessant und weckte mein Interesse auf mehr.

Nachdem ich dann in den restlichen Tagen meines damaligen Aufenthaltes die Schönheit der Insel bei diversen Touren kennen lernen durfte, war es um mich geschehen.
Jamaica polarisiert. Vermutlich ist es so, dass man Jamaica entweder liebt und man kommt immer wieder zurück, oder eben genau das Gegenteil. Einmal mit den Gegebenheiten angefreundet, möchte man mehr erfahren. Zumindest ging es mir so. Mittlerweile kenne ich fast die ganze Insel, habe tolle Menschen kennen gelernt, viel erlebt und mein erster Eindruck, nämlich der, dass ich nach drei Tagen wieder recht unzufrieden nach Hause wollte, hat sich um 360° gedreht.

Hier gehts zu der Blogserie:

Around Jamaica #1 – St. James & Trelawny
Around Jamaica #2 –  Hanover & Westmoreland
Around Jamaica #3 – St. Ann
Around Jamaica #4 – St. Mary
Around Jamaica #5 – St. Catherine & Claredon
Around Jamaica #6 – Manchester & St. Elizabeth
Around Jamaica #7 – St. Andrew
Around Jamaica #8 – St. Andrew & St. Thomas
Around Jamaica #9 – Portland

Jamaica ist mein Reisetipps für 2018.
Beste Reisezeit November bis April.

Irie Jamaica

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Gerne stehe ich für Fragen und Anregungen rund um Jamaica zur Verfügung und unterstütze mit meinen Erfahrungen bei Deiner nächsten Reise.
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Meine Reiseempfehlungen:

  • Eine gute und meist günstige Flugverbindung gibt es mit Condor* zu ergattern.
  • Unterkünfte in Jamaica buchst Du am besten über booking.com*. Hier findest Du auch Hostels und Gueshäuser.
  • Den besten Reiseführer für Jamaica gibt’s bei Lonely Planet*
  • Sei etwas vorsichtig, wenn Du in Jamaica reist. Jamaica hat nach wie vor eine sehr hohe Kriminalitätsrate. Lass Dich davon aber nicht abschrecken. Bei konkreten Fragen zur Sicherheit etc. helfe ich gerne weiter