Mit dem Bus nach Goodlands

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Entlang der Nordküste fährt die Buslinie 95 bis nach Goodlands. Ja, die kleine Ortschaft, rund 20 Kilometer von Grand Baie entfernt, heißt tatsächlich so und läuft total unter dem Radar der Touristen. Nur wenige verschlägt es hier hin, doch ist ein Abstecher nicht nur an den Markttagen eine Tour wert.

Goodlands

Die 20.000 Einwohner Stadt zählt nicht zu den, nach Bevölkerung gemessen, größten Städten der Insel, doch ist sie eines der Handelszentren im Norden und nach Grand Baie die größte Stadt der Region. Hier machen, vor allem an den Markttagen, die Bewohner der gesamten Umgebung ihre Besorgungen.
Entstanden ist die Stadt, wie viele andere auch, durch die Zuckerindustrie. In den 1830er Jahren siedelten sich hier mehrere Zuckerfabriken an. Die letzte schloss erst im Jahr 1994 ihr Pforten.
Das geschäftigen Treiben spielt sich entlang der Hauptstraße bis hin zum Marktplatz bzw. zum Busbahnhof ab. Ein Shop reiht sich an den nächsten, während die (hauptsächlich) Frauen mit ihren glitzernden Saris und Sarongs ihre Besorgungen machen.
Alle zwei Minuten schlängelt sich ein Bus durch die dicht befahrene Hauptstrasse der Kleinstadt und sammelt die Männer und Frauen ein, die an den sehr unscheinbaren Haltestellen, alle maximal 500 Meter, warten. Eine wunderbare Gelegenheit für Gäste, das hektische Treiben zu beobachten und die Stimmung der Kleinstadt Goodlands auf sich wirken zu lassen, so wie ich es getan habe.

Mit dem Bus nach Goodlands

Der Busbahnhof von Goodlands

Reisen wie die Einheimischen, so machen es viele Urlauber, die sich kein Auto mieten, oder exklusiv mit dem Taxi reisen möchten. So auch ich an einem meiner ersten Urlaubstage auf Mauritius.
Bus fahren ist unter den Mauritiern absolut alltäglich, so sind die „Öffentlichen“ auch recht gut frequentiert. Ausser den Sitzplätzen werden auch Stehplätze angeboten. Zum gleichen Preis versteht sich. Zu voll gibt es hier nicht. Ich hatte jedoch das Glück  in einem recht leeren Bus nach Goodlands zu fahren, denn bei den winterlichen Temperaturen von 30°C in einem voll gestopften Bus ohne Klimaanlage kann es recht schnell ungemütlich werden, stelle ich mir vor.

Die Fahrt von gerade mal 7 Kilometer von Calodyne nach Goodlands, die in Europa in guten 10 Minuten zu schaffen ist, dauert auf Mauritius mit dem öffentlichen Bus rund eine halbe Stunde. Warum eine halbe Stunde? Auf jedem Kilometer gibt es mindestens eine Bushaltestelle. Angehalten wird zwar nur, wenn jemand an der Haltestelle wartet, oder ein Fahrgast dem Fahrer ein Stop per Klingel signalisiert, doch das ist in der Regel so gut wie an jeder Station der Fall. Eigentlich eine gute Sache, denn so muss niemand weit zur nächsten Haltestelle laufen und ohnehin hatte ich im Urlaub ja alle Zeit der Welt.
Der Preis für die Kurzstrecke liegt bei 150 Rupien pro Person, das sind umgerechnet rund 3,50 Euro.

Mein Tipp: Erkundigt Euch vor der Reise auf www.mauritius-buses.com** bzgl. der Buslinie, geht zur Haltestelle, die ihr am Besten von den Einheimischen erfragt, steigt in den Bus ein und fragt den Fahrer, ob es nach Goodlands, oder zu jedem anderen beliebigen Ziel, geht. Bestätigt er, setzt ihr euch einfach hin und wartet bis der Kassierer / die Kassiererin zu Euch kommt.
So funktioniert Bus fahren auf Mauritius. Die Mauritier sind ein sehr hilfsbereites Volk und Fragen hilft bei Unklarheiten eh meist am Besten.

Buslinie 95 Richtung bis Goodlands Busbahnhof (Endhaltestelle)
Preis ab Calodyne 150 MRU
Website: www.mauritius-buses.com**

Markt in Goodlands

Der Markt in Goodlands ist nicht für Touristen gemacht, sondern für die Einheimischen. Neben frischem Obst und Gemüse reihen sich die Stände mit Kleidung, Haushalts-, und Badartikel, als auch jegliches Allerlei nebeneinander. Durchaus ist der ein oder andere Standbetreiber darunter, der auch mal ein ganz nettes Souvenir verkauft, die es in den üblichen Souvenir-Shops nicht unbedingt zu finden gibt.
Auf dem Markt herrscht ein reges Treiben und die Einheimischen aus der ganzen Region erledigen ihre Besorgungen. Ungeachtet laufe ich als offensichtlicher Tourist durch die engen Gassen hinter dem Busbahnhof und werde nur selten von den Marktbetreibern „belästigt“. Das kannte ich so von einem Markt auch noch nicht, war aber mal eine ganz nette Erfahrung.

Markt: Dienstag & Freitag 9.00 - 15.00 Uhr

Sehenswertes in Goodlands

Der Hindu Tempel Siva Soopramanier Koviel & Kali Maiya

Der kleine Hindu Tempel in mitten der Stadt ist lange nicht so frequentiert, wie in anderen Teilen der Insel, doch ist er schön anzusehen mit seinen wunderbar farbenfrohen Götterstatuen, die auf den Dächern des Tempels thronen.
Für Besucher ist es kein Problem, den Tempel zu besuchen, doch sind einige Verhaltensregeln absolut zu beachten. Als erstes heißt es: Schuhe ausziehen. Nach Möglichkeit sollten Schultern und Knie bedeckt sein. Ich hatte leider nichts dabei und wurde auch so geduldet. Absolut tabu ist es zu fotografieren, oder gar die Statuen zu berühren. Selbstverständlich ist, die Gläubigen bei ihrem Ritual nicht zu stören, also am besten so unauffällig wie möglich verhalten.
Die Atmosphäre im Tempel habe ich als eine ganz besondere wahr genommen. Ich kann es noch nicht einmal richtig beschreiben, doch war es etwas anderes, als in einer christlichen Kirche zu stehen.

Hindu Tempel in Goodlands

Die Modellfabrik Historic Marine

Ebenfalls ein unter Touristen recht unbekannter Spot ist die Modellfabrik, die Nachbauten von Schiffen in diffiziler Handarbeit fertigt. Ich entdeckte das Schild „Historic Marine“ an der Hauptstraße und war Neugierig, was sich dahinter verbirgt. Über ein kleines Industriegelände am Ende der Stadt  war am hinteren Ende dann recht unscheinbar das kleine Gebäude zu entdecken. Zögerlich warf ich einen Blick hinein, doch der freundliche Mitarbeiter bat mich direkt hinein.
An die Fabrik, die sich im hinteren Teil befindet, ist ein kleiner Showroom angeschlossen, den Besucher kostenlos besichtigen dürfen. Eigentlich ist es mehr ein kleines Museum. Neben der Titanic sind hier die Black Pearl und viele weitere bekannte Nachbauten berühmter Schiffe zu finden. Wahrheit- und Maßstabsgetreu nachgebaut. Eine umwerfende Arbeit und ein Traum für jeden Schiffsliebhaber.
Nach einem kurzen Rundgang durch den Showroom bot mir der nette Mitarbeiter sogar einen Blick in die Produktion an. In der kleinen, aber feinen Werkstatt sitzen einige Männer und Frauen, die an ihren Schiffen bauen. Wie der Herr mir erzählte, wird hier ein Schiff von einer Person von Anfang bis zum Ende gebaut. Je nach Größe sind die Handwerker bis zu vier Monate mit dem Bau eines Schiffes beschäftigt. Das Schiff auf dem unten stehenden Bild war zum Beispiel so lange in Arbeit, bis es so aussah.
Es bietet sich absolut an, nach dem kleinen Rundgang und dem Einblick in die Produktion ein kleines Trinkgeld in die Tippbox am Ausgang zu werfen, denn so viel Freundlichkeit darf gerne auch belohnt werden.

Modellschiff von Historic Marine in Goodlands, Mauritius

Das Herrenhaus Saint Antoine

Am Rande der Stadt, nachdem man den Markttrubel hinter sich gelassen hat, verbirgt sich auf der linken Seite der alte Familiensitz der Familie von Edmond de Chazal, ein Mann aus Frankreich, der 1835 dieses wunderbare Stück Land erwarb und ein Herrenhaus im Kolonialstil errichten ließ.
Das Haus, das mit den original Möbel und alten Familienfotos eingerichtet ist, steht heute zur Besichtigung und sogar zum Übernachten in einem der vier Gästezimmer offen.
Ich habe gehört, dass es hier den besten Ti-Punch der Insel geben soll.

Auf dem Weg nach Goodlands

Auf dem Weg in das Handelszentrum Goodlands führt die Strecke durch das kleine Fischdörfchen Grand Gaube. Der letzte Touristenort an der Nordküste, bevor es in den Nordosten mit vorwiegend Felsküste geht, die touristisch bisher nicht erschlossen ist.
Hier befindet sich das Hotel Lux*, ein familiengerechtes Resort mit einer Besonderheit: Der Helipad. Von hier aus starten Heilikopterrundflüge über die Nordküsten bis ins Landesinnere hinein. Ganz günstig ist der Spaß allerdings nicht. Für einen 20-minütigen Rundflug zahlt man 200 Euro. Ein ganz exklusives, doch sicherlich einzigartiges Vergnügen, wie ich mir es vorstelle.
Ebenso starten von hier auch die zwei Wasserflugzeuge, die man an der Nordküste gelegentlich zu Gesicht bekommt. Die Leichtflugzeuge dürfen nur bei wenig Wind fliegen, denn sonst wäre der Spaß zu gefährlich. Buchbar ist das Heli-Erlebnis bei www.airmauritius.com** und die Rundflüge mit den Wasserflugzeugen bei www.mautitius-exclusive.de** 

Alles in allem ist Goodlands absolut ein Abstecher wert, wie ich finde. Sicherlich wird man hier keinen ganzen Tag verbringen, selbst an den Markttagen, doch empfehlen möchte ich es allen, die in der Gegend sind und gerne mal einen Abstecher zu Land und Leute machen und die Insel abseits der Touristengegenden kennen lernen möchte.

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