Around Jamaica #7 – St. Andrew

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Kingston

Vom Süden der Insel geht es weiter in die Hauptstadt Kingston, im Südosten, im Parish St. Andrew. 2014 war ich das erste mal hier, allerdings nur für einen Tag. Ein Taxifahrer aus dem Norden brachte uns in die Hauptstadt und je später der Tag wurde, desto gestresster wurde er. Sein Ziel war es, unbedingt aus der Stadt wieder raus zu sein, bevor die Dunkelheit einbricht. 2016 habe ich mehrere Tage in Kingston verbracht und ja, man kann sich nicht überall problemlos bewegen, aber so heftig, wie der Taxifahrer es darstellte, ist es nicht wirklich. Im Gegenteil, weiß man wo man hin möchte und wie man sich zu verhalten hat, kann man am Tage, als auch bei Nacht richtig Spaß in der Großstadt haben und einiges entdecken und erleben. Kingston ist das kulturelle und wirtschaftliche Herz der Insel und das spürt man, wo man geht und steht.

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Kingston ist die Stadt in der extrem reich und extrem arm aufeinander treffen. In Mitten der Stadt gibt es eine Straße namens Half Way Tree, die quasi die Grenze zwischen Uptown und Downtown darstellt. In der Regel wird diese unsichtbare Grenze von den Kingstonern nicht überschritten und so leben arm und reich in ihren jeweils eigenen Stadtteilen. Man sollte es aber auf gar keinen Fall verpassen, beide Teile, ausgiebig kennen zu lernen.

Die Teilung der Stadt entstand durch das Erdbeben, dass Kingston 1907 erschütterte. Die Menschen, die es sich leisten konnten, errichteten ihr neues Domizil in Uptown. Downtown entwickelte sich zu einem Gebiet der Rastafari und der Arbeiterklasse. Arbeitslosigkeit und Armut ließ die Kriminalität rapide steigen und so ist heute für viele Menschen jeder Tag im Ghetto ein Kampf ums überleben.

Die heutige Entdeckungstour startet in Uptown, bevor wir dann später zum interessanteren Teil, nach Downtown kommen.

Uptown

Bevor wir den Rundgang in Uptown starten, möchte ich noch ein Erlebnis teilen. In der Nähe von Half Way Tree lebt Gina Smith. Ein Gitarrist, der bereits mit Jimmy Cliff und Ziggy Marley auf der Bühne stand. Er hat quasi jeden Tag open House und in seinem Inna da Yard hängen jeden Tag einige Leute rum, die Gina kennen. Ich hatte die Gelegenheit dabei sein zu dürfen als im Inna da Yard ganz spontanen eine Jam Session statt fand.

Nun beginnen wir aber den Rundgang in Uptown und starten am Half Way Tree, eine Kreuzung an der sich Uptown und Downtown vereinen. Am Straßenrand tummeln sich fliegende Händler, mit allem möglichen. Bereits hier sind die Preise deutlich teurer, wie auf dem Coronation Market in Downtown. Entlang der Hope Road kommt man erst zum Devon House, ein wunderschönes Haus im Kolonialstil, das vom ersten schwarzen Millionär Jamaica’s, George Stiebel erbaut wurde. Im Haus befindet sich heute eines der besten Restaurants der Insel, sowie eine Ausstellung. Viele Kingstoner kommen in den Park vor dem Gebäude, um eine Auszeit vom Trubel in der Stadt und ein hausgemachtes Eis von Davon House Ice Cream zu genießen.

Bob Marley Museum**

Weiter entlang der Hope Road kommt man zum Bob Marley Museum**.

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Bob Marley Grafitty in Kingston, Jamaica

Hier spürt man den Geist Bob Marley’s in seinem einstigen Wohnhaus, in dem er mit seiner Frau Rita lebte. Die Zimmer sind zu meist original erhalten und Exponate, wie Kleidungsstücke, Platten, Musikinstrumente und vieles mehr sind hier ausgestellt. Es wurde sogar sein kleiner Shop, den er in Trench Town eröffnete, in dem er seine gepresste Musik verkaufte, nach gebaut.
Im hinteren Teil des Gebäudes gibt es ein kleines Tonstudio mit dem wohl berühmtesten Einschussloch der Welt. Hier nahm er seine ersten Songs gemeinsam mit den Wailers auf. Tuff Gong in Trench Town kam erst später.
Zwei Tage vor dem legendären One Love Peace Concert, dass 1978 in Kingston statt fand, saß er mit seiner Frau Rita und seinem Manager in dem Studio. Marley hatte damals beim Government beantragt, dass das Konzert für jeden frei zugänglich sein sollte, ohne Eintritt. Er wollte damit die Message transportieren, dass alle Menschen gleich sind, egal ob schwarz oder weiß, ob arm oder reich. Die Parteien waren sich über diesen Antrag nicht einig und man sagt, dass die Partei, die den Antrag nicht unterstütze, einen Auftragskiller engagierte Bob Marley zu erschießen. Somit würde das Konzert nicht stattfinden und die gegnerische Partei hätte keinen Vorteil bei den nächsten Wahlen gehabt. Wie krank die Politik sein kann, macht dieses Ereignis deutlich. Zum Glück ist der Anschlag nicht geglückt und Bob Marley trat zwei Tage später mit einer Schußwunde am Arm beim One Love Peace Concert auf, dass am Ende tatsächlich für jeden kostenlos war und über 100.000 Menschen kamen.

Wie ich bereits in St. Ann erwähnte, spürt man in Kingston einen deutlicheren Bezug, wie in Marley’s Heimat Nine Mile. In Downtown geht es später weiter.

Hope Garden**

Noch ein Stück weiter die Hope Road entlang, gibt es eine weitere Ruheoase, der Hope Garden**. Auch hier kommen die Kingstoner zum ausspannen her. Der Hope Garden ist ein sehr schön angelegter Park, mit einem kleinen Zoo und zahlreichen Möglichkeiten, die Ruhe zu genießen. Ab und zu finden hier Konzerte statt.

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Hope Garden in Kingston, Jamaica

Am Ende der Hope Road beginnt der Stadtteil Papine. Zusammen mit August Town und Mona ist das die Unigegend Kingston’s. Hier befindet sich die University of the West Indies. Die größte Universität der Insel. Usein Bolt dreht heute noch sein Runden auf dem Campus und mit etwas Glück kann man dem schnellsten Mann der Welt beim Training zu sehen. Ich selbst war kurz vor Ostern in Kingston. Osterzeit ist Carnevalzeit. Demnach durfte ich eine der kleinen Carneval Parraden auf dem Mona Campus mit erleben. Die Trucks mit wahnsinnig lauter Musik, die alles außer Roots Reggae spielen, fahren mehrfach im Kreis und die Feierlustligen laufen hinterher. Tatsächlich entdeckt man das ein oder andere Mädchen mit den typischen Carneval Kostümen, die man aus der Karibik kennt. Am Ende versammeln sich die Trucks auf einem Platz und es gibt eine riesige Party. Definitiv sollte das jeder mal erlebt haben. Das Finale des Carnevals findet am Ostersonntag statt. Die größten Partys gibt es in Kingston und Ocho Rios, aber schon sechs Wochen vorher starten die kleinen Paraden hier und da.

National Stadium

In der Unigegend befindet sich auch das National Stadium. Hier finden zahlreiche kleinere und größere Sportevents statt. Einmal in Kingston, dachte ich mir, würde es sich lohnen ein Fußballspiel anzuschauen. So kam ich zum Länderspiel der Jamaica Reggae Boyz gegen die Nationalmannschaft von Costa Rica zur WM Qualifikation. Mit Pünktlichkeit haben es die Jamaikaner bekanntermaßen nicht wirklich, aber dass sie sogar zu einem Fußballspiel zu spät kommen, hätte ich nicht vermutet. Etwa zur Halbzeit war das Stadion dann voll gefüllt und die Tröten, wie man sie noch von der WM in Südafrika kennt, waren unfassbar laut. Hier gibt es keine Stadionschlachtrufe, oder Gesänge. Tatsächlich hört man nur die Tröten, 90 Minuten lang. Trotzdem ein tolles Erlebnis.

Emancipation Park

Nicht weit vom Stadion befindet sich der Emancipation Park. Ein kleiner, feiner Park mitten in der Stadt, mit einer Laufbahn, zu der viele Kingstoner zum joggen her kommen. Tatsächlich hat der Park aber eine tiefere Bedeutung. Er entstand nach dem Motto „a tribute to Freedom“ und beheimatet die Redemption Skulptur.

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Emancipation Statue im Emancipation Park in Kington, Jamaica

Skyline Drive

Von Papine geht es nun weiter Richtung Skyline Drive. Diese Straße trägt nicht umsonst diesen Namen. Von der Skyline Drive hat man den Blick über die ganze Stadt. Natürlich ist das am Tag schon sehr beeindruckend, bei Nacht allerdings ist es atemberaubend.

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Blick über Kingston bei Nacht

In der Skyline Drive befindet sich der beste Reggae Club der Stadt. Der Bub Club**. Mit einer überragenden Kulisse verbringt man hier den Sonntag Abend bei gepflegtem Roots Reggae. Ganz viel einheimische Rastamänner kommen hier her und tanzen sich im wahrsten Sinne des Wortes in Trance. Definitiv einer meiner besten Abende in Kingston.

Über die Jack’s Hill Road geht es wieder runter nach Half Way Tree und über Cross Roads weiter nach Downtown.

Downtown

Das Zentrum von Downtown bildet der William Grant Park, besser bekannt als „Parade“. Der nördliche und südliche Eingang wird von den Statuen von Norman Manley und Alexander Bustermante bewacht. Rund um Parade tobt das echte Leben.

Ward Theatre

Nördlich von Parade befindet sich das alte Ward Theatre. Das Theater war einst das größte der Karibik. Schon die Fassade ist sehr eindrucksvoll. Bekommt man allerdings die Möglichkeit, das zerfallene Gebäude von innen zu bewundern, ist das ein einmaliges Erlebnis. Ich hatte die Gelegenheit und was sich im inneren verbirgt, ist der Wahnsinn. Ganz alleine steht man in dem verlassenen Gebäude, in dem die Scheinwerfer und Verfolger, die Tribünen und die Deckenleuchter so aussehen, als ob sie erst gestern noch im Einsatz waren.

Kingston Parish Church

Gegenüber, südlich von Parade findet man dann direkt das nächste eindrucksvolle Gebäude, die Kingston Parish Church. Eine der schönsten Kirchen der Insel. Übrigens gibt es unzählige Kirchen in Jamaica, selbst in den kleinsten Ortschaften. Die Jamaikaner sind ein sehr gläubiges Volk, was das Ganze wieder sehr ironisch macht. Auf der einen Seite gibt es hier eine enorme Kriminalität und andererseits sind die Kirchen am Sonntag voll bis in die letzte Reihe.

Coronation Market

Westlich von Parade geht die Queen Street ab, die direkt zum Coronation Market führt. Der Markt ist der größte in der englisch-sprachigen Karibik und das halbe Land kommt hier her zum einkaufen. Bekommt man in MoBay, Ochi, Negril oder anderen Städten der Insel die alltäglichen Dinge (keine Souvenirs) auf der Straße angeboten, haben die Verkäufer diese zu 90 %iger Sicherheit hier günstig eingekauft, um sie in anderen Teilen der Insel teurer zu verkaufen.
Über den Markt zu schlendern, ist tatsächlich ein Erlebnis. Allerdings sollte man jegliche Wertgegenstände zu Hause lassen. Hier geht es meist hektisch und eng zu und schnell ist man sein Hab und Gut los, ohne es zu merken.
An jeder Ecke steht hier die Polizei mit Mannschaftsbussen und schweren Gewähren, denn nicht selten kommt es hier zu Schießereien zwischen den Banden.

Trench Town

Direkt hinter dem Coronation Market kommt man ins Ghetto. Die Stadtteile Jones Town, Denham Town, Tivoli Garden und wohl das bekannteste Ghetto der Welt Trench Town. Oft haben die herunter gekommenen Häuser und Blechhütten hier kein fließendes Wasser und der Strom wird abgezapft. Hier herrschen ganz eigene Gesetze. Ich selbst habe keine negative Erfahrung in Downtown gemacht. Im Gegenteil, hier lernt man das richtige Leben im Ghetto kennen. Wichtig ist, dass man weiß, wie man sich zu verhalten hat. Nicht verloren aussehen, keine Wertgegenstände zur Schau stellen und sich stets umsichtig bewegen.
Trench Town ist am Rande der Stadt. Hier lebte Bob Marley, nachdem er zusammen mit seiner Mutter das zu Hause in Nine Mile verließ. Zusammen mit weiteren Reggae Legenden wie Jimmy Cliff und Peter Tosh, hing er hier herum und hoffte in einem der Record Studios entdeckt zu werden. Wie man heute weiß, hat das funktioniert. Seine Geschichte würde hier den den Rahmen sprengen, aber die Erzählungen haben mich gefesselt. Man kann viel darüber lesen, aber erlebt man die Orte live, spürt man den Geist des berühmtesten Sohn Jamaica’s hier immer noch sehr deutlich.
Später gründete Bob Marley sein eigenes Label Tuff Gong, ebenso in Trench Town. Das Studio und die Plattenproduktion kann man heute besichtigen, inklusive original Equipment von Bob Marley. Das Studio wird immer noch für Aufnahmen genutzt. Für Besucher ist demnach nur geöffnet, wenn keine Aufnahmen statt finden.
Übrigens ist Kingston die größte Musiktalentschmiede und Musikproduktion weltweit. Nicht nur Newcomer und die, die es werden möchten, sondern auch namhafte Künstler wie Shaggy lassen hier ihre mal mehr, mal weniger erfolgreichen Hits produzieren.
Die Stadt, speziell Downtown lebt von und für die Musik. Hier wurde der Reggae geboren und lebt bis heute weiter. Wo man geht und steht spürt man die Vibes und es ist nicht unüblich, dass man nationalen und internationalen Künstlern hier einfach so über die Füße läuft. Ich hatte sogar die Gelegenheit, das Geburtshaus von Dennis Brown zu besuchen. Das Haus wurde beim Hurricane völlig zerstört und nie wieder aufgebaut. Man kann also nur erahnen, wie die Familie hier lebte.
Im Trench Town Culture Yard, wo Führungen von locals angeboten werden, erfährt man alles über das Leben von Bob Marley, kann sein kleines Zimmer, in dem er zusammen mit seiner Frau Rita lebte, bevor er nach Uptown ging, bestaunen und bekommt die Entstehung und Bedeutung des Reggae näher gebracht.

Fleet Street

Zurück über Parade in östliche Richtung kommt man in die Stadtteile Mountainview Gardens, Bournemouth Gardens und Springfield. Ebenso nicht die beste Gegend, allerdings lange nicht so rau wie westlich von Parade. Hier liegt die Fleet Street.

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Fleet Street in Kingston Downtoen, Jamaica

Eigentlich eine Straße, wie jede andere, aber eine Gruppe junger Jamaikaner haben es sich hier zur Aufgabe gemacht, dass Ghetto etwas schöner zu gestalten. Ein Haus, von dem lediglich die Außenwände übrig sind und das für die Müllverbrennung genutzt wurde, haben sich Künstler an den Hauswänden mit sehr eindrucksvollen Gemälden, die die Werte Jamaica’s zeigen, verewigt. Am Eingang steht geschrieben „not just a Ghetto“ und so ist es auch.

Life Yard

Die Jungs haben hier einen kleinen Ort des Friedens namens Life Yard mitten im Ghetto erschaffen. In ihrem kleinen Nutzgarten hinter den Haus haben sie eine Oase angelegt. Der Müll wird hier wieder verwertet und zum Beispiel aus alten Plastikflaschen werden Pflanzenkübel gezaubert.

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Not just a Ghetto in der Fleet Street, Downtoen Jamaica

Um die Ecke befindet sich die Alpha Boys School. Ein reine Jungenschule für gefährdete Jugendliche (wenn sie das nicht alle sind im Ghetto). Die Schule ist Talentschmiede für Musiker. Einige namhafte Talente haben hier ihre Karriere begonnen. Die Jungs präsentieren ihr Können einmal wöchentlich bei öffentlichen Auftritten in der Schule und treten ab und an sogar außerhalb auf. Die Jungs vom Life Yard veranstalten regelmäßig Kino und Trommelabende für die Kids der Alpha Boys School. Eine super Sache und hoffentlich wird das Ghetto so etwas weniger gefährlich für all die Jugendlichen und fordert weniger Opfer.

Wir bleiben noch etwas in Downtown, denn neben Ghetto und Musikkultur gibt es hier noch einiges mehr zu entdecken.

National Heroes Park

Ein kleiner Park, in dem die sieben Nationalhelden Jamaica’s in Form von Statuen und Skulpturen verewigt wurden.
Sir Alexander Bustermante, der erste Premierminister Jamaica’s und Bürgermeister von Kingston und Norman Manley, jamaikanischer Politiker.
Diese beiden Herren waren maßgeblich daran beteiligt, Jamaica in die Unabhängigkeit zu führen.
Marcus Garvey, ebenfalls ein Politiker, der die Schwarzenbewegung „Universal Negro Improvement Accosiation“ gründete.
Granny Nanny, die einzige Frau in der Reihe der Nationalhelden. Sie war die Anführerin der Maroons.
Samuel Sharp, führte den Weihnachtsaufstand in Montego Bay an.
Paul Bogle, führte den Morant Bay Aufstand an und George William Gordon, ein ehemaliger Sklave, der maßgeblich am Morant Bay Aufstand beteiligt war.

National Gallery of Jamaica & Liberty Hall

Kulturell geht es weiter in der National Gallary of Jamaica, die größte Kunstgalerie der Insel und der Liberty Hall, eine Multimedia Ausstellung zu Marcus Garvey. Hier erfährt man alles über die Schwarzenbewegung und zur Person Garvey.

Kingston Harbour

Zum Abschluss der heutigen Tour geht es an den Hafen, südlich von Downtown. Der Kingston Harbour ist der siebtgrößte Hafen weltweit. Hier kommen keine Kreuzfahrtschiffe, wie in MoBay oder Ochi an. Der Hafen wird heute lediglich zum Im- und Export genutzt. Seiner Zeit war es der größte Hafen in der Karibik und Umschlagplatz für alle Transporte von Nord-und Südamerika in den Rest der Welt. Aufgrund der guten Lage Jamaica’s ist Kingston heute noch ein sehr wichtiger Umschlagplatz für den internationalen Handel.

Wie auch viele Frachtschiffe verlassen wir nun die Hauptstadt und beenden die heutige Reise rund um Kingston, im Parish St. Andrew. Eine ganz faszinierende und eindrucksvolle Stadt mit vielen Facetten.

Gerne stehe ich für Fragen und Anregungen rund um Jamaica zur Verfügung und unterstütze mit meinen Erfahrungen bei Deiner nächsten Reise.

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Ihr erreicht mich per
e-mail unter afimia@afimia.de
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oder über das Kontaktformular auf meinem Blog unter www.afimia.de

Meine Reiseempfehlungen:

  • Eine gute und meist günstige Flugverbindung gibt es mit Condor* zu ergattern.
  • Unterkünfte in Jamaica buchst Du am besten über booking.com*. Hier findest Du auch Hostels und Gueshäuser.
  • Den besten Reiseführer für Jamaica gibt’s bei Lonely Planet*
  • Sei etwas vorsichtig, wenn Du in Jamaica reist. Jamaica hat nach wie vor eine sehr hohe Kriminalitätsrate. Lass Dich davon aber nicht abschrecken. Bei konkreten Fragen zur Sicherheit etc. helfe ich gerne weiter

MIA Travel Tipp’s für Jamaica:

Mehr MIA Travel Tipp’s gibt’s hier.

Around Jamaica #2 – Hanover & Westmoreland

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von Lucea bis Belmont

Der zweite Teil der „Around Jamaica“ Tour spielt sich im Westen der Insel ab.
Die Reise startet in Lucea, im Parish Hanover und geht bis Belmont, am Rande von Westmoreland. Von Touristenprogramm pur in Negril, über einige Geheimtipps, die nur wenig touristisch erschlossen sind, bis hin zum echten Leben auf der Insel in den Bergen bekommt man hier alles geboten.

Lucea

Der Trip beginnt im Parish Hanover, genauer gesagt, in Lucea.
Lucy, wie die Stadt von den Einheimischen genannt wird, ist die nächste größere Stadt nach Montego Bay Richtung Westen. Von MoBay ist man rund eine Autostunde bis hier hin unterwegs. Auf jeden Fall sollte man in Lucea einen kleinen stop over einlegen und die Kleinstadt nicht nur links liegen lassen.
Am Hafen, was tatsächlich nur ein kleiner Fischerhafen ist, findet jeden Samstag der Markt statt. Auch unter der Woche herrscht hier ein reges Treiben, was aber nichts gegen die zwei Hauptverkehrsstraßen ist, die mitten durch das kleine Zentrum führen. Hier steppt der Bär. Autos, Motorräder, Fußgänger und das reinste Chaos.
Aufgrund der schönen alten Gebäude, im karibischen Stil und dem typischen Kleinstadtflair ist Lucy eine der schönsten Städte der Insel, wie ich finde.
Übrigens wurde hier der Film „Cool Runnings“ gedreht. Warum gerade hier, weiß ich auch nicht, aber wahrscheinlich weil Lucea das echte Jamaica zeigt und die Umgebung eine tolle Landschaft zu bieten hat.

Mayfield Falls**

Biegt man bei Lucea Richtung Inland ab, gelangt man über kleine Siedlungen zu den
Mayfield Falls**. Ich persönlich würde die Mayfield Falls in die Top 3 der schönsten Wasserfälle der Insel stecken. Mittlerweile in Privatbesitz und von Chukka Tours betrieben, sind sie immer noch ein kleiner Geheimtipp. Mit einem Guide wandert man die flach ansteigenden Wasserfälle in rund einer Stunde nach oben. Auf dem Weg gibt es immer wieder kleinere Wasserfälle, die sich wunderbar als kleine Rückenmassage eignen. Oben angekommen kommt dann das Highlight. Die sogenannte Waschmaschine. Im wahrsten Sinne des Wortes wird man hier durch geschleudert.

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Mayfield Falls Jamaica

Green Island Harbour & Orange Bay

Zurück an der Küste, weiter Richtung Westen, kommt man überGreen Island Harbour nach Orange Bay. Viele Urlauber kennen diese Dörfer nur vom Highway, der übrigens nichts mit einer Autobahn zu tun hat, wie wir sie kennen. Dennoch ist die Straße von MoBay nach Negril eine der Besten der Insel. Ich fand es sehr ironisch, als ich vor einigen Tagen ein T-Shirt in einem Shop entdeckte, auf dem stand „we survived the street to Negril“.
Eine hervorragende Alternative zum Highway entlang der Küste, ist die sehr gut zu befahrende Straße im Inland. Vorbei an Feldern und dichter Buschlandschaft ist es ein Erlebnis, diese Schönheit zu entdecken.
Möchte man dem Trubel in Negril aus dem Weg gehen, ist man hier genau Richtig. Die Strände, wie der Half Moon Beach, ganz ruhig mit wenigen Besuchern und die Örtchen ganz entspannt und unaufgeregt. In Santoy und oben in den Bergen, sind es die Bewohner nicht wirklich gewohnt, dass hier Whities, wie die Jamaikaner uns nennen, durch die Straßen laufen. Deshalb wird man auch erst einmal von oben bis unten gemustert. Nach der ersten Beschauung der Mopedgang, die hier am Abend abhängt, ist aber alles ganz cool und man wird herzlich empfangen.
Wenn man nicht unbedingt die 500 JD (umgerechnet etwa 3,50€) Eintritt für den Half Moon Beach zahlen möchte, gibt es noch kleine öffentliche Strände entlang der Küste von Green Island bis Negril.

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Bevor es nun weiter geht nach Negril, fahren wir am lokalen Flughafen vorbei.
Was daran so interessant ist, möchte man sich fragen. Der Flughafen war in der Vergangenheit Hauptumschlagplatz für den Drogenhandel. Von hier flogen kleine Flugzeuge, voll gepackt mit Ganja bis unters Dach nach Nord- und Südamerika. Organisierter Transport, natürlich hochgradig illegal. Heute ist das nicht mehr der Fall und das Ganja wird ganz legal und unterstützt von der Regierung in die USA und nach Kanada exportiert. Für medizinische Zwecke. Nachdem die Zuckerindustrie zusammengebrochen ist und das Bauxit immer weniger wird, eine neue Einnahmequelle für das Land.

Negril

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Nun geht es weiter nach Westmoreland. Erster und unumgänglicher Stopp: die Touristenhochburg Negril
Schon in meinem Artikel „Welcome to Jamaica“ hatte ich über Negril und meine ersten Erfahrungen auf der Insel berichtet. Negril ist definitiv die Stadt der Insel, wo die meisten Urlauber, meist aus Europa, stranden, die Tagestouristen mal ausgenommen. Das war aber nicht immer so. Vor 20 Jahren noch war Negril der Geheimtipp für Hippies, wie die Backpacker von den Jamaikanern genannt werden. Ich durfte diese Zeit leider nicht erleben, aber es gibt noch eine Gegend auf der Insel, in der das heute noch so ist. Dazu später mehr.

Der Negril Beach, auch Long Beach oder 7 Mile Beach genannt, ist der längste Strand Jamaikas. Tatsächlich ist man zu Fuß eine gute Stunde unterwegs, wenn man vom östlichen zum westlichen Ende des Strandes wandert. Einmal während meines Aufenthaltes in Negril 2016 habe ich es geschafft, ganz früh raus zu gehen und am Strand entlang zu schlendern, ohne Störungen von irgendwelchen Husslern. Gegen 9.00 Uhr kommen sie aus Ihren Löchern und es wird schnell anstrengend, wenn man am morgen seine Ruhe haben möchte.
Was der Strand zu bieten hat?! Zahlreiche all inclusive Hotels und Resorts, manche eher einfach gehalten und manche tatsächlich sehr exklusiv, wie zum Beispiel das Couples Resort, das Paaren vorenthalten ist und einen eigenen FKK Strand bietet.
Zwischen den Hotels gibt es einige kleinere und auch größere Strandbars. Mit Abstand die beste Bar ist der Bourbon Beach, an dem am Abend ganz coole Events stattfinden, die nicht nur Touristen und Hussler, sondern tatsächlich auch Einheimische ziehen, die einfach nur den Live-Reggae genießen möchten.
Was man am Negril Beach vor allem findet, sind jede Menge Jamaikaner, die versuchen mit den Urlaubern irgendwie Geschäft zu machen. Jeder zweite möchte einem Ganja andrehen (keine gute Idee). Jeder dritte bietet eine Auswahl an Armbändern, Muscheln, Obst oder auch gegrillten Lobster, die sie an den Mann bzw. an die Frau bringen möchten. Jeder vierte hat eine Mappe mit den Standardtouren oder irgendwelchen Wassersportaktivitäten im Angebot und vielleicht nicht jeder fünfte, aber doch einige versuchen hier eine Frau zu finden.
Negril ist bekannt dafür, dass Frauen, mittleren Alters hier her kommen und sich einen jungen Jamaikaner angeln, der sie dann während dem Urlaub von vorne bis hinten verwöhnt. Details spare ich hier mal aus, aber tatsächlich nehmen dieses Angebot viele Damen wahr. Was genau sie zahlen und wie die Konditionen sind, habe ich bisher nicht raus gefunden, aber offensichtlich ist es für beide Seiten okay. Viele der Frauen kommen jedes Jahr hier her und „mieten“ sich immer den ein und den selben Mann.
Eine ganz nette Abwechslung zum überlaufenen Strand, bietet die Booby Cay Island. Mit einem Glassbottom Boat oder auch mit einem kleinen Fischerboot (wenn man die richtigen Leute findet), kann man sich auf die Insel, die nicht weit vom Strand entfernt ist, bringen lassen und einen ganz schönen Tag auf der einsamen Insel verbringen. Nur ganz wenige kommen hier her und man fühlt sich tatsächlich ein bisschen wie in „der blauen Lagune“. Übrigens war die kleine Insel tatsächlich mal Filmkulisse. Hier wurde „20.000 Meilen unter dem Meer“ gedreht.

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Sonnenuntergang am Negril Beach, Jamaica

Am Abend kann man durchaus von einer Bar bzw. Strandparty zur nächsten wandern, allerdings sollte man das keineswegs alleine tun, oder sich irgendwie auffällig verhalten. Mehrfach habe ich Beobachtungen gemacht, wie die Beachboys hier unterwegs sind. Sie stehen stundenlang an der selben Stelle und checken die Urlauber aus. Uns fällt das gar nicht auf, aber sie wissen ganz genau, wer wie lange schon hier ist und wer gerade angekommen ist. Teilweise kennen sie sogar die Namen, obwohl man noch kein Wort mit ihnen gewechselt hat. Die Neuankömmlinge sind in der Regel Frischfleisch und werden erst einmal ausgecheckt. Es kommt nicht selten vor, dass sie dann nach mehreren Tagen, an denen man den Kerl nicht wirklich wahr genommen hat, zu einem kommen und zum Beispiel erzählen, dass sie Koch in dem Hotel seien, in dem man unter gebracht ist und heute Geburtstag hätten. Wenn man ihnen dann gratuliert, wird man direkt um ein Bier angepumpt. Solche Geschichten habe ich nicht nur einmal selbst gehört und das ein oder andere mal ist das auch okay. Aber irgendwann ist dann eben auch ein Ende.
Ebenso wird an den Bars bei Nacht auch gerne mal ausgecheckt, wann man gekommen ist, was man trinkt und ob man raucht und je nach Stabilitätsgrad wird man auch gerne mal auf dem Heimweg begleitet. Ausgang unbekannt.
Neben den ganzen Beachboys tummeln sich auch einige Damen an den Bars, die auf willige Junggesellen warten. Die Mädels werden von den Jungs bewacht und auch dieses Thema kann für Männer, die dann vielleicht doch nicht wollen, schnell mal zum Verhängnis werden.
Neben all diesen Dingen kann man hier aber tatsächlich ganz nette Strandparties erleben. Teilweise sogar mit hochkarätigen Reggae Artists bei Live Auftritten.

Natürlich gibt es in Negril nicht nur den Strand und die Beachbars. Auch Shoppingfreunde kommen nicht zu kurz. Neben den zwei Crafts Markets der Stadt gibt es eine Mall, die der Traum für jedem Souviniershopper sein muss.

Die Innenstadt ist relativ klein und unaufgeregt. Da es wenig zu sehen gibt, kommen hier nur wenige Urlauber hin. Eventuell mal am Sonntag Vormittag zur Kirche, die tatsächlich ein Erlebnis, auch für Nichtgläubige ist. Die Gemeinde hat einen überragenden Gospel Chor und die Messe geht über mehrere Stunden. Die Damen und Herren, wobei die Frauen deutlich in der Überzahl sind, tragen ihre beste Kleidung, teilweise mit ganz tollem Kopfschmuck und bei den Gebeten und dem Chorgesang geraten sie richtig in Trance. Man darf sich das nicht wie in einer Kirche in Deutschland vorstellen, wo das reden verboten und absolute Stille herrscht. Hier ist richtig Party angesagt und es wird gesungen, getanzt und gefeiert. Eine sehr tolle und inspirierende Geschichte.

West End

Wir beenden unseren Stopp am Negril Beach und reisen weiter Richtung Westen zum West End. Das Ende Negril’s ist vom Leuchtturm gekennzeichnet. Entlang der Küstenstraße gibt es einige ganz nette Unterkünfte, Bars und lokale Restaurants. Kurz vor dem Leuchtturm dann das Highlight der Stadt. Das Rick’s Cafe. Eine der zehn besten Bars weltweit. Warum? Diese Frage habe ich mir auch gestellt, aber wahrscheinlich liegt es daran, dass die Location einfach nur überragend ist. Tagsüber ist hier nicht so viel Betrieb, aber je später der Nachmittag, desto voller wird es. Bevor man sich hier den Sonnenuntergang, der der schönste der Insel sein soll, wenn man den ganzen Tourguides glauben möchte, hat man im Rick’s die Möglichkeit von der Klippe, mehrere Meter in die Tiefe in das kühle Nass zu springen. Ganz verrückt, was hier abgeht. Bestimmt sollte man sich die Bar mal anschauen, wenn man schon mal hier ist, aber einmal reicht aus meiner Sicht dann auch. Die Preise hier sind abartig und für ein kleines Bier zahlt man auch gerne mal 6 Euro.

Jurassic Park

Wir verlassen nun Negril und fahren die Küstenstraße entlang, bis es nicht mehr weiter geht. Auf dem Weg nach Savanna-la-Mar machen wir einen Abstecher in den
Jurassic Park. Natürlich ist das nicht der Jurassic Park, den man aus dem Kino kennt, dennoch wurde der Inhaber durchaus von dem Film inspiriert. Ein Jamaikaner, der eigentlich sein Geld mit dem Bau von Fenster- und Türgittern und Jerkgrills verdient, hat es sich zum Hobby gemacht, aus dem Metall ganz kreative Dinosaurier und andere Kreaturen zu gestalten, die er in seinem kleinen aber feinen Areal ausstellt. Ganz Herzlich wird man vom Inhaber selbst empfangen und offensichtlich kommen hier nur ganz wenige Urlauber her, denn er war sehr überrascht, als er uns sah. Privatführung inklusive. Also ein echter Geheimtipp.

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Statue im Jurrasic Park Nahe Negril, Jamaica

Little Bay

Ein weiterer Geheimtipp gibt es ein Stückchen weiter, zurück an der Küste. Die Gegend um Little Bay. Hier ist das Negril von vor 20 Jahren zu Hause. Kleine Holzhütten an einsamen Stränden und nur Traveller, keine Pauschaltouristen sind hier unterwegs. Die Gegend ist Heimat einer Rastafari Gemeinde und wenn man sich damit mal auseinander setzen möchte, ohne gleich hoch in die Berge zu fahren, gibt es hier die Gelegenheit. Das einzige was man mitbringen muss ist Respekt.

Savanna-la-Mar

Von der ruhigen Idylle geht es weiter in die Großstadt, nach Savanna-la-Mar. Die einzige Großstadt in der Gegend. Somit kommen alle, in der Umgebung lebenden Jamaikaner hier her um ihre Besorgungen zu machen, wenn es nicht gerade um alltägliche Dinge geht. Auch befinden sich hier die Behörden und das Gefängnis Westmorelands. Das ist zwar (hoffentlich) weniger Interessant für Urlauber, aber das soll deutlich machen, dass Sav, wie die Stadt von den Einehemischen genannt wird, keine wirkliche Touristenstadt, sondern tatsächlich eine Geschäftsstadt und Heimat vieler Kleinkrimineller ist. Die Hauptstraße ist bei Tag okay und man kann sich einigermaßen husslefree bewegen, aber bei Nacht ist das nicht zu empfehlen.
Das Einzige, was man sich in Sav ansehen sollte ist der Markt am Savanna-la-Mar Fort. Die Befestigung wurde nie fertig gestellt und beherbergt heute einen der größten Märkte der Insel, der außer Sonntag, täglich geöffnet hat.
Vor einigen Jahren ist mir hier mal ein richtiger Fauxpas passiert. Noch nicht gefrühstückt, mit einem kleinen Hüngerchen bin ich über den Markt geschlendert. Die Bananen, wie ich dachte, sahen zum anbeißen aus. Also habe ich mir zwei gegönnt und genüsslich geschält. Ich wollte gerade rein beißen, als ich wahr nahm, dass die Marktfrauen um mich herum mich ganz schräg anschauten und schmunzelten. Ich mir nichts dabei gedacht und ganz genüsslich in die vermeintliche Banane gebissen, allerdings hatte ich keine Banane, sondern eine Plantain, eine Kochbanane in der Hand. Tatsächlich kann man die Plantain nur bedingt roh essen. Gekocht schmeckt sie überragend, aber roh doch sehr zäh und mehlig. Das würde mir heute nicht mehr passieren.
Neben der Plantain und auch den normalen Bananen gibt es hier alles an Obst, was die Insel zu bieten hat. Ein ganz heißer Tipp: Sour Sop. Eine ganz leckere Frucht, die ich bei uns zu Lande noch nicht gefunden habe. Daneben gibt es noch ganz viele außergewöhnliche Früchte. Man sollte sich einfach mal durch probieren, um zu testen was schmeckt.

Blue Hole

Der vorletzte Stopp der heutigen Reise führt zurück ins Inland, zum Roaring River Park / Blue Hole. Ein weiterer Geheimtipp, der touristisch nur bedingt erschlossen ist. Kommt man dem Blue Hole näher, wird man schon von den „Guides“ empfangen. Tatsächlich sind das keine wirklichen Guides. Wie ich verstanden habe, ist das Areal nicht in Privatbesitz und einige in der Gegend lebenden, haben sich zu einer Accosiation zusammen getan, und halten das Gelände in Schuss und führen Gäste in die Höhle. Außerhalb der Höhle liegt das Blue Hole. Wie der Name schon verrät ist das ein Loch, dem eine Quelle entspringt. Taucher haben schon versucht das Ende zu finden, allerdings ohne Erfolg. Das gibt eine Idee, wie tief die Quelle liegen muss.
Von der Quelle geht ein Fluss ab, der abwärts Richtung Küste donnert. Deshalb Roaring River.
Zahlt man einen kleinen Eintritt, wird man in die daneben liegende Höhle geführt. Die Gänge sind sehr gut zugänglich und man kann sich stehend bewegen. Es gibt verschiedene Sektionen, unter anderem eine Meditation Section. Hier kommen meist Rastafaris her, um zu meditieren. In einem anderen Teil der Höhle gibt es eine weitere Quelle. Auch hier konnte die Tiefe bisher nicht definiert werden. Ich hatte die Gelegenheit in der Mineralquelle zu baden und tatsächlich spürt man, wie erfrischend und belebend das kalte mineralische Wasser in der Höhle ist.
Da das Eintrittsgeld dafür aufgewendet wird, die Höhle und das umliegende Areal in Schuss zu halten, erwartet der Guide, der das ganze ehrenamtlich macht im Nachgang noch ein Trinkgeld, was aber überhaupt kein Problem sein sollte, denn man möchte mit dem Besuch ja auch etwas gutes tun.

Belmont

Den Abschluss der heutigen Reise machen wir in Belmont. Zwar gibt es hier nicht sehr viel zu entdecken, dennoch ist Belmont ein Dorf, dass es sich lohnt zu besuchen. Ich persönlich würde das Dörfchen zu meinen Top 5 Orten auf der Insel zählen wollen. Die Gemeinde ist ganz offen Gästen gegenüber und man wird sehr Herzlich empfangen. Am Strand gibt es eine kleine Beachbar, die zum chillen beim Sonnenuntergang einlädt. Wenn es nach mir geht, sieht man hier den schönsten Sonnenuntergang der Insel in einem ganz entspannten und einheimischen Ambiente. Schnell lernt man die Leute kennen und kommt in den Genuss mit einem kleinen Fischerboot zum vorgelagerten Riff zum Schnorcheln raus zu fahren. Da hier nur ganz wenige herkommen ist das Riff noch sehr gut in Schuss, anders wie die Riffs um Negril.
Neben der entspannten Atmosphäre, die man in Belmont erlebt, gibt es hier die Geburtsstätte und das Mousoleum von Peter Tosh, der mit Bob Marley and the Wailers bekannt wurde, zu erkunden. Die zwei Neffen von Peter Tosh betreiben das Areal und führen einem gern über das Gelände. Auch das ist nach wie vor ein kleiner Geheimtipp, denn nur ganz wenige wissen überhaupt, dass hier Peter Tosh’s Heimat ist.

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Fischerboot am Belmont Beach, Jamaica

Somit sind wir dann auch schon am Rande von Westmoreland angekommen und die Reise endet hier. Trotz der Touristenhochburg Negril, oder gerade deshalb gibt es hier noch viele außergewöhnliche und wenig touristische Dinge zu entdecken.

Zudem ist der Westen der Insel durchaus einer der schönsten Teile der Insel. Von schönen Stränden, über Natur pur in den Bergen, Party am 7 Mile Beach, bis Reggae Kultur bei Peter Tosh, bekommt man ausreichend die Möglichkeit, das Leben auf der Insel kennen zu lernen.

Gerne stehe ich für Fragen und Anregungen rund um Jamaica zur Verfügung und unterstütze mit meinen Erfahrungen bei Deiner nächsten Reise.

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Meine Reiseempfehlungen:

  • Eine gute und meist günstige Flugverbindung gibt es mit Condor* zu ergattern.
  • Unterkünfte in Jamaica buchst Du am besten über booking.com*. Hier findest Du auch Hostels und Gueshäuser.
  • Den besten Reiseführer für Jamaica gibt’s bei Lonely Planet*
  • Sei etwas vorsichtig, wenn Du in Jamaica reist. Jamaica hat nach wie vor eine sehr hohe Kriminalitätsrate. Lass Dich davon aber nicht abschrecken. Bei konkreten Fragen zur Sicherheit etc. helfe ich gerne weiter

MIA Travel Tipp’s für Jamaica:

Mehr MIA Travel Tipp’s gibt’s hier.