Die Hotspots von Straßburg

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Meine Eltern fragten mich, was ich mir denn dieses Jahr zu meinen Geburtstag wünsche. Darauf sagte ich nur „Zeit mit Euch“… So kam es, dass wir im August einen Familienausflug in die wunderschöne Stadt im Elsass, nach Straßburg machten.

Straßburg – die Hauptstadt Europa’s

Die „Hauptstadt Europas“ liegt nur wenige Kilometer hinter der Deutsch-Französischen Grenze im Elsass. Diesen Namen trägt sie aufgrund der zahlreichen Europäischen Einrichtungen, die ihren Sitz in Straßburg haben. Unter anderem das Europaparlament oder den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Überall in der Stadt wehen die Europafahnen von den Dächern und des imposante Gebäude des Europaparlament ist nur eines der Highlights, was diese Stadt zu bieten hat.

Die Anreise nach Strassburg

Deutsches Weintor in Schweigen

Aus der schönen Pfalz ist es quasi nur ein Katzensprung, dennoch war es mein erster Besuch in der wunderschönen Stadt. Der Weg führte uns zunächst an das Deutsche Weintor** in Schweigen. Das Tor mit seinen Nebengebäuden gilt als Wahrzeichen der Pfalz und markiert seit den 30er Jahren den südlichen Beginn der Deutschen Weinstraße.
Nur rund einen Kilometer südlich, in der Gemeinde Wissembourg (zu Deutsch: Weißenburg) befindet sich die Grenze zum Elsass, das heute, nach einigem hin und her in den letzten 300 Jahren, ein ehemaliger Verwaltungsbezirk und eine Region Frankreich’s darstellt.
Unter anderem ist Wissembourg bekannt für die Sektkellerei Les Caves**, die ihre Produkte weit über die Grenzen Europa’s hinaus vermarktet. Die Kellerei bietet in dem kleinen Verkaufsraum einen Einblick in die Produktion und natürlich die Möglichkeit die Erzeugnisse zu günstigen Preisen zu erwerben. Sogar Führungen inklusive Sektprobe sind für Gruppen nach Vereinbarung möglich.
Von hier sind es noch rund 70 Kilometer in die Elsässische Hauptstadt, Straßburg.

Parken und Übernachten in Straßburg

Übernachtungsmöglichkeiten bietet die Stadt zahlreiche, jedoch sind große Hotels im Zentrum, mit den vielen historischen Gebäuden nur schwer zu finden, vorausgesetzt man möchte im Herzen der Stadt übernachten. Ohnehin lässt sich das Flair der Stadt in einer kleinen Pension oder Hotel oder gar in einem Apartment, wie wir es gewählt hatten, besser genießen.
An dieser Stelle möchte ich als Unterkunft gerne die Apartments du renard* empfehlen. Zentral gelegen, in einer schönen und ruhigen Gegend und einer hervorragenden Vermieterin.
Das Parken rund um das Zentrum auf offener Straße ist eher schwierig, da das Parken nur eine begrenzte Zeit möglich ist. Die Stadt bietet jedoch zahlreiche Parkhäuser, die mit rund 20 Euro für einen Tag zwar nicht ganz günstig, jedoch eine gute Alternative bieten.

Der Straßburg Pass

Die Stadt ist mit einer Fläche von 78 qkm und rund 280.000 Einwohnern nicht gerade sehr groß, doch jagt hier ein Hotspot den nächsten.
Straßburg ist hervorragend auf die zahlreichen Besucher ausgerichtet und so ist eine gute Empfehlung sich den Touristenmassen anzuschließen und bei der Ankunft den Straßburg-Pass in der Tourist-Info für 22 Euro zu erwerben. Die Investition wird sich nach nur kurzer Zeit bezahlt machen. Das kann ich versichern. Zudem bietet der Pass eine Anregung, welche Sehenswürdigkeiten und Museen die Stadt zu bieten hat. Inspiration sozusagen inklusive.

Die Hotspots von Straßburg

Petit Train

Direkt vor der Tourist-Info, am Place de la Cathédrale ist die Haltestelle des Petit Train und es ist Zeit, direkt den ersten Voucher des Straßburg-Pass einzulösen. Der Mini-Zug, ausgestattet mit einem Audio-Guide in allen erdenklichen Sprachen, gibt auf der 40-minütigen Stadtrundfahrt einen hervorragenden Überblick über das Herz von Straßburg. Quer durch die typischen Stadtviertel, enge Gassen und gedeckte Brücken kommt die Fahrt einer kleinen Entdeckungsreise gleich.

Straßburger Münster

Straßburger Münster

Sicherlich die Sehenswürdigkeit der Stadt. Nach der kleinen Stadtrundfahrt mit der „Bimmelbahn“ geht es direkt weiter in das Straßburger Münster. Der Eintritt in die Kathedrale ist kostenlos und einen Besuch sicherlich wert, auch wenn ich zugegebenermaßen etwas anderes erwartet habe. Die Außenfassaden des Bauwerks lassen darauf schließen, dass es innen ebenso pompös aussieht. Schön ist das Innenleben der Kathedrale allemal, aber eben nicht so schillernd, wie ich es erwartet hatte. Ein Highlight ist jedoch zu finden: Die astronomische Uhr. Dazu komme ich aber später noch.
Etwas irritiert war ich von den Souvenir-Ständen in der Kathedrale. Vielleicht nicht der beste Ort um Mitbringsel an den Mann oder die Frau zu bringen. Dafür gibt es außerhalb mehr als genug Gelegenheit.

Straßburger Münster

Die Münsterplattform und das Wächterhaus

Am Seiteneingang des Münsters geht es zum Aufstieg auf die Münsterplattform mit ihrem Wächterhaus. Zeit den nächsten Voucher des Straßburg-Pass einzulösen.
Auf der Infoseite Straßburg’s steht geschrieben, dass es für den Aufstieg „eine gute körperliche Verfassung“ benötigt und dem würde ich nicht widersprechen wollen. Auf 330 engen Stufen geht es innerhalb des dicken Gemäuer auf die Aussichtsplatform, die 66 Meter über der Stadt auf dem Straßburger Münster thront. Die Aussicht von hier oben über die Stadt ist überwältigend und die kleine Anstrengung lohnt sich sehr.

Blick über Straßburg von der Aussichtsplattform des Straßburger Münster

Das wirkliche Highlight allerdings ist das Wächterhaus. Bis vor nicht allzu langer Zeit war dies ein strategisch wichtiger Ort für die Brandbekämpfung. Wo einst eine zweite Turmspitze geplant, aber nie errichtet wurde, wachten in der nahen Vergangenheit die Brandwächter über die Stadt und schlugen Alarm, sobald es es zu einem Feuer kam. Ein kleines Museum mit der Geschichte des Wächterhauses, die bis in das 16. Jahrhundert zurück führt, ist auf der Plattform zu bewundern und ist neben der Aussicht der eigentliche Grund, warum man die Anstrengung der 330 Stufen auf sich nehmen sollte.

Die Astronomische Uhr

Wir befinden uns nach wie vor am Straßburger Münster. Die Astronomische Uhr befindet sich im hinteren Teil der Kathedrale und ist während der regulären Öffnung zu bestaunen. Richtig interessant wird es jedoch um 12.30 Uhr, wenn die 12 Apostel vor Jens Christus vorbeiziehen, der sie segnet, während der Hahn drei mal kräht. Zeit für den nächsten Voucher.
Eine Stunde vorher wird der Haupteingang der Kathedrale geschlossen und Besucher können ab 12.00 Uhr gegen Eintritt, bzw. mit dem Straßburg-Pass Voucher über den Seiteneingang zur Astronomischen Uhr. Zugegeben, die Vorstellung der 12 Apostel ist nicht sehr spektakulär, doch der kleine Filmvortag vorab gewährt Einblicke in das komplexe System der astomanische Uhr, die eine meisterliche Kombination aus Kunstwerk und technischer Meisterleistung darstellt. Die Technik des weltweit einzigartigen Rechners, der jedes Jahr automatisch die Daten der beweglichen Feiertage auf einem ewigen Kalender anzeigt ist beeindruckend.

Die astronomische Uhr im Straßburger Münster

Die Lichtshow am Münster

Sicherlich das Highlight war die abendliche Lichtshow am Straßburger Münster.
In den Sommermonaten leuchtet Straßburg förmlich. Die atemberaubende Lichtshow mit malerischen Darbietungen begleitet von Musik findet nach Einbruch der Dunkelheit ab 22.30 Uhr statt. In drei Darstellungen, die jeweils 15 Minuten dauern, werden die Besucher verzaubert. Viele Wort kann ich dazu gar nicht finden, denn das muss man gesehen haben.

Lichtshow am Straßburger Münster

Die Altstadt

Nachdem wir nun das Straßburger Münster ausgiebig bestaunt haben, geht es weiter in die Altstadt, die sich von dem weitläufigen Place de la Cathédrale, mit seinen zahlreichen Café’s und Souvenir-Shops über enge Gassen und verkehrsberuhigte Zonen bis in das Viertel Petit France erstreckt. Im Vordergrund stehen hier die beeindruckenden Gebäude und das einmalige Flair. Ein Spaziergang durch das Herzen der Stadt begeistert, auch wenn man sich den Anblick mit tausenden von Touristen teilen muss.

Petit France

Die Straßburger können auf ihren kleinen Stadtteil Petit France mehr als stolz sein. Im Gerberviertel reihen sich, in engen Gassen, wunderschöne Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert aneinander und versprühen ein ganz eigenes Flair. Auffällig sind die Spitzen Dächer der Häuser mit ihren offenen Dachböden, die früher zum Trockenen der gegerbten Tierhäute dienten. Unterstützt wird das Ambiente durch den Fluss Ill und die drei kleinen Kanäle, die sich quer durch das Viertel schlängeln, getoppt von der Schleuse, die heute noch in ihrer ursprünglichen Form im Einsatz ist.
Aus dem einstig finsteren Viertel, dass den strengen Geruch der Gerberei verbreitete und sich einst Gauner und Banditen einnisteten, sowie von dem Militärkrankenhaus, indem die Soldaten von ihrer Syphilis – damals Franzosenkrankheit genannt – geheilt wurden, ist heute ein lebendiges Viertel mit Unterhaltungsfaktor geworden. Zahlreiche Restaurants in einem wunderschönen Ambiente laden für ein Mittagssnack oder ein Abendessen ein.
Wenn ich es nicht schon vorher war, hatte mich spätestens jetzt die Begeisterung für die elsässische Hauptstadt gepackt.

Petit France – Stadtteil von Straßburg

Straßburg mit dem Boot erkunden

Im Grunde ist Straßburg eine kleine Insel, denn die Stadt ist von zwei Armen der Ill umgeben. So bietet es sich an, die Stadt nicht nur zu Fuß, sondern auch zu Wasser zu erkunden. Spätestens jetzt hat sich der Straßburg-Pass bezahlt gemacht. Die Schiffsfahrt ist mit einem Voucher kostenlos. Dennoch muss ein Slot gebucht werden. Einfach einsteigen ist hier leider nicht. Neben der Tourist-Info am Place de la Cathédrale befindet sich das Büro zur Buchung der rund 1-stündigen Fahrt. Der Einstieg befindet sich dann an der Anlegestelle am Palais Rohan, etwa 10 Gehminuten entfernt.
Die Fahrt geht zunächst an den bezaubernden Ufern entlang der Altstadt bis nach Petit France, wo das erste Abenteuer wartet: die Schleuse. Wie bereits erwähnt ist die Schleuse in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten und so dauert es rund eine viertel Stunde, bis der Wasserpegel soweit angestiegen ist, dass eine Weiterfahrt möglich wird.
Weiter geht es dann Richtung Europa-Viertel, vorbei am Europa-Palast und am Europa-Parlament. Von außen bereits sehr beeindruckend, macht es neugierig die Einrichtungen von innen zu betrachten, dazu kam es aus Zeitgründen bei diesem Besuch aber leider nicht.
Auf dem Rückweg geht es zurück ins Zentrum. Begleitet wird die Schiffsfahrt mit einem Audioguide, der in zahlreichen Sprachen Einblicke in die Geschichte, die Entwicklung und die Persönlichkeiten der Stadt gibt. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, denn diese Erfahrung muss jeder für sich selbst machen.
Zu empfehlen ist jedoch an heißen Tagen eher einen Slot in den Morgen-, oder Abendstunden zu buchen. Das Schiff ist nicht überdacht, was sicherlich ein Vorteil im Hinblick auf die Aussicht bietet, aber durch die pralle Sonne doch ganz schön matschig werden lässt.

Straßburg mit dem Boot erkunden

Mein Fazit

Straßburg ist definitiv eine der schönsten Städte Europa’s und so herrlich mit Kultur und Leben gefüllt, dass ein Wochenende gar nicht ausreicht, um wirklich alles erleben zu können.
Bisher bin ich nicht auf das typische Essen eingegangen, aber eines möchte ich diesbezüglich los werden: der Flammkuchen in Straßburg schmeckt hervorragend.

Straßburg

Meine Reiseempfehlungen für Straßburg:

  • Über booking.com* lassen sich die besten Unterkünfte finden.
  • Beste Reisezeit für eine Tour in Straßburg: Mai bis September

P.S. Nicht den Straßburg-Pass vergessen – Es lohnt sich wirklich…
Viel Spaß in der „Hauptstadt Europa’s“

Übrigens… Ale Bilder aus Straßburg f
indet ihr in der AfiMIA Galerie.

Agadir – mehr als nur Pauschaltourismus

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Agadir أكادير

Die Hafenstadt mit dem romantischen Namen weiße Stadt am Meer, liegt mit etwas über 600.000 Einwohnern im Süden Marokkos und ist die Hauptstadt der Region Souss-Massa.
Das Klima ist das ganze Jahr durch recht beständig. Am Tag steigen die Temperaturen auf mindestens 25°C (im Hochsommer zwischen Juli und September bis zu 45°C), während in der Nacht frische 15°C nicht unüblich sind. Das perfekte Klima für den Arganbaum, der hier seine Heimat hat.
Im Winter, zwischen Oktober und Dezember fällt viel Regen und einige Straßen rund um Agadir, in den Ausläufern des Atlasgebirges, werden unpassierbar. 

Marokko und die Region um Agadir ist eine meiner Empfehlungen der besten Reiseziele im Juni. Ich habe die ersten zwei Wochen im Juni, während des Ramadan, in Marokko verbracht und möchte Euch gerne an meinen Erlebnissen teilhaben lassen.

Die Geschichte Agadir’s

Im 15. Jahrhundert wurde die Stadt von portugiesischen Kaufleuten gegründet.
In den folgenden Jahrzehnten bauten die Portugiesen die Handelsverbindungen mit den Karawanen aus der Sahara auf und die Hafenstadt erlangte im 16. Jahrhundert ihren finanziellen Höhepunkt aus dem Export von Zucker, Baumwolle und Salpeter, sowie den Waren aus dem Saharahandel, den die Marokkaner inne hielten. Der Reichtum war in den 1760er Jahren vorbei, als der Sultan Sidi Mohammed ben Abdallah den Handel nach Essaouira (Nördlich von Agadir) verlagerte und es wurde ruhig in der Hafenstadt.

Im 20. Jahrhundert erklärte Frankreich, aufgrund der deutsch-französischen Spannungen und Rivalitäten um Marokko, das Land zum französischen Schutzgebiet und die Franzosen unternahmen eine Menge, Agadir zu sanieren. Jedoch verwüstete ein großes Erdbeben am 29. Februar 1960 die ganze Stadt. Über 15.000 Menschen ließen in nur wenigen Sekunden ihr Leben und Agadir war zu weiten Teilen zerstört.
Der Wiederaufbau ging mit Hilfe einiger europäischer Länder rasch voran und nach knapp 60 Jahren ist kaum noch etwas von der verheerenden Naturkatastrophe zu sehen. Leider wurde die gesamte Medina und viele Gebäude drum herum zerstört, so dass Agadir heute, außer dem Kasbah, keine alten Bauten mehr hat.

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Bild nach dem Erdbeben 1960

Agadir teilt sich heute im Grunde in vier Gebiete: der Hafen und das Industriegebiet, die Altstadt, die Neustadt und das Touristenzentrum am Strand und der Promenade.

Zwar wird Agadir vom Pauschaltourismus, was übrigens die Haupteinnahmequelle der Stadt ausmacht, geradezu überrollt, dennoch gibt es für die Entdecker unter uns einiges zu erleben.

Die Ankunft in Agadir

Bei der Ankunft am Flughafen Al Massira, etwa 30 Kilometer vom Zentrum entfernt, wird schnell klar, dass Agadir das Ziel für Pauschalurlauber ist. Am Ausgang warten bereits die Reiseunternehmen, um ihre Gäste in Empfang zu nehmen und mit deren Minibussen in die All-Inclusive Resorts zu fahren. 

Beim Verlassen des Flughafens bekommt man den Koffer fast schon aus der Hand gerissen und abtransportiert, ohne dass der hilfsbereite Herr überhaupt weiß, wo es hin geht. Natürlich macht er das nicht umsonst, aber wer nun denkt, er möchte lokales Geld, weit gefehlt. Nur Euros kommen für ihn in Frage. Direkt bekommt man einen ersten Eindruck von der Mentalität der Menschen in der Stadt, die in der Tourismusbrache tätig sind, denn es sollte sich später noch heraus stellen, dass das keine Ausnahme bleiben sollte.
Am Flughafen direkt gibt es wenige Taxis, denn Individualreisende kommen hier nur vereinzelt an. Etwas entfernt vom Ankunftsbereich sind jedoch einige Taxis, oder auch der Bus, der direkt nach Agadir fährt, zu finden. Bei höflichem Nachfragen, besteht durchaus auch die Möglichkeit in einem der Pauschaltransfers einen Platz zu ergattern und so sehr kostengünstig bis kostenlos ins Zentrum von Agadir zu gelangen.

Übernachten in Agadir

Die Stadt, gerade an der Promenade und in Teilen der Neustadt ist übersät mit All-Inclusive Resorts. In der Altstadt hingegen findet man nur wenige Hotels.
Die typisch marokkanischen Riad’s, kleine Häuser, meist mit Innenhöfen und tollen bunten Kacheln an Decken, Wänden und Böden, stellen in Marokko quasi die Hostels dar. Typische Hostels, wie man es aus anderen Ländern kennt, gibt es in Agadir nicht wirklich.
Alle Riad’s der Stadt wurden bei dem Erdbeben zerstört und teilweise wieder aufgebaut, leider lange nicht so schön, wie die Riad’s die man beispielsweise in Marrakesh findet.

Die Preise für Übernachtungen in Agadir, selbst in den 4 Sterne Hotels am Strand, sind überschaubar. In erster Reihe bucht man ein gutes Hotel bereits für 50€ die Nacht. Je weiter man Richtung Zentrum geht, desto günstiger wird es. 

Das Angebot an Restaurants ist reichhaltig, somit ist es nicht wirklich notwendig ein All-inclusive Angebot zu buchen. Selbstversorgung oder Verpflegung in den Restaurants ist selbst zu Ramadan kein Problem. Auch hier sind die Preise überschaubar. Für 25€ bekommt man bereits ein hochwertiges Drei-Gänge-Menü direkt an der Strandpromenade.
Meine Top-Empfehlung der Restaurants am Strand: Das El Toro. Zwar gibt es hier keine typisch marokkanische Küche, sondern eher eine Auswahl internationaler Speisen, aber sowohl die Qualität als auch der Service überzeugte total.

Der Strand und die Promenade

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Blick von der Kasbah auf den Hafen und den Strand von Agadir

Der sichelförmige, breite und saubere Sandstrand erstreckt sich über mehrere
Kilometer. Die großen Resorts bieten hier ihren Pauschalgästen einen Privatstrand mit Liegen und Sonnenschirmen, die teilweise auch gegen Gebühr von Nicht-Gästen des Hotels gemietet werden können. 

Obwohl hier eine Masse an Menschen unterwegs ist, herrscht eine ruhige Atmosphäre. Der weitläufige Strand lädt nicht nur Urlauber, sondern auch die Einheimischen zum relaxen, flanieren oder zum Sport ein.

Gerade zum Ramadan besiedeln die Marokkaner den Strand nach Einbruch der Dunkelheit zu einem geselligen Picknick am Strand. So sieht man hunderte von Menschen, die hier ihren Abend gemeinsam verbringen. Mit etwas Glück kann man so die Kultur etwas besser kennen lernen, wobei die Einheimischen doch sehr zurückhaltend gegenüber der Urlauber sind und es recht schwierig ist, in Kontakt zu kommen.

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Kamel am Strand von Agadir

Die fliegenden Händler, die über den Tag ihr Allerlei zum Kauf anbieten, bleiben meist
recht zurückhaltend und sind nicht besonders aufdringlich. Auch findet man zahlreiche Damen, die ihre Hennakunst und Herren, die Kamelreiten, anbieten, meist eher unaufdringlich.

Oberhalb des Strandes verläuft die sehr schön angelegte Promenade und wären da nicht die Marokkaner unterwegs, würde man nur wenig vermuten, dass man sich in Marokko befindet. Viel zu modern und wenig traditionell erscheint die Promenade von Agadir.

Am nördlichen Ende befindet sich der Jachthafen. Viele Marken- und Edelgeschäfte,  feine Restaurants und Hotels haben sich in den strahlend weißen Häusern angesiedelt. Raus aus der Marina reihen sich die lokalen und internationalen Restaurants aneinander, die nicht nur von Urlaubern besucht werden. Interessant sind die Speisekarten, die meist in Englisch, Französisch und auch in Deutsch angeboten werden. Die Übersetzungen sind teilweise sehr witzig. So gibt es zum Beispiel „Aufgespießt Huhn“ oder „Saft Rechtsanwalt“ (Avocadosaft) im Angebot.

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Jachthafen von Agadir

Am Abend lädt die Promenade zu einem Spaziergang ein. Auch nach Einbruch der Dunkelheit braucht man hier keine Angst vor Überfällen zu haben, denn jeder Teil ist hell ausgeleuchtet und die Touristenpolizei, die ihr Revier in Mitten der Promenade hat, läuft unentwegt Streife. 

Am Tag, wie am Abend sind hier ebenfalls einige fliegende Händler unterwegs, wobei mir das Ganze nicht ganz legal erschien. Mehrfach konnten wir beobachten, wie die Jungs und Mädels vor etwas weg rannten und sich hinter der Promenade am Strand versteckten.
Auffällig sind die Kinder, die an der Promenade mit ihren Rosen, um ein paar Münzen betteln. Offensichtlich mit wenig Berührungsängsten, scheuen sie nicht davor, erwachsene Männer anzuspringen.

Oberhalb der Promenade, beginnend an der Marina, verläuft die erste der drei Parallelstraßen, die sich komplett durch das Touristenzentrum zieht. Der Boulevard du 20 Août. Neben den Hotels in zweiter Reihe, Restaurants, Pubs und Nachtclubs, haben sich hier Souvenirhändler und Zweiradverleihservice angesiedelt.

Bisher hört sich das schon alles sehr nach Pauschalparadies an, aber Agadir hat einiges mehr zu bieten. Lasst mich Euch mitnehmen in das

Agadir für Entdecker:

Tafoukt Souq**

Der touristische Basar zwischen dem Boulevard du 20 Août und der Strandpromenade bietet alles vom Berberschmuck, über das marokkanische Gold, das Arganöl, bis hin zu Lederwaren und Fußballtrikots. Shopping Queens und Kings werden hier sicher fündig, auf der Suche nach dem marokkanischen Souvenir. Aber Achtung: Zwar kommen immer mehr Waren aus dem etwa 300 Kilometer entfernen Marrakesh, dennoch ist die Qualität oft minderwertig und nicht im Land hergestellt. Kleine Perlen findet man dennoch in dem reichhaltigen Angebot. Ich persönlich würde davon abraten, sich im Tafoukt Souq** mit Arganöl oder Gewürzen einzudecken. Dafür ist der Markt sicher der besser geeignete Ort.

Petit Train**

Auf der Boulevard du 20 Août befindet sich die Haltestelle des Petit Train. Der „kleine Zug“ ist eine Bimmelbahn, die für 18 Marokkanische Dirham (ca. 1,80 Euro) eine 40-minütige Panorama-Rundfahrt durch die Neustadt von Agadir anbietet. Eine wunderbare Möglichkeit, um sich einen ersten Überblick über die Stadt zu verschaffen, wobei alle Sehenswürdigkeiten auch sehr gut zu Fuß zu erreichen sind.

La Vallée des Oiseaux**

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Pfau im Bird Valley

Direkt hinter der Haltestelle des Petit Train** geht es in das kleine Valley of Birds**. Ein kleiner, schön angelegter Tierpark, der vor allem diverse Vogelarten, aber auch Ziegen und Steinböcke beherbergt. Durch den Park gelangt man auf die dritte Parallelstrasse, der Avenue Hassan II und schon ist man in der Neustadt angekommen.



Die Neustadt

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Podest für Verkehrspolizisten in der Neustadt von Agadir

Nicht besonders schön erstreckt sich die Neustadt mit den kargen Betonbauten östlich der schillernden Strandpromenade. Hier leben und arbeiten die Einwohner von Agadir im geschäftigen Zentrum. Schaut man aber etwas genauer hin, findet man kleine Oasen in der Stadt, die darauf warten entdeckt zu werden. 

Die Moschee von Agadir**

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Die Moschee von Agadir

In Mitten der Avenue des FAR befindet sich das hübsche Herzstück der Stadt, das kurz nach dem Erdbeben hier errichtet wurde. Die Moschee Mohamed V, die zum Gebet die Einwohner der Stadt anzieht. Neben den zahlreichen Moscheen der Stadt ist die Mohamed V die größte und bekannteste. Der Stadtteil und die damalige Moschee wurden beim Erdbeben komplett zerstört, so dass das Gebäude recht modern und doch traditionell erscheint.

Das Mémoire d’Agadir**
und der Olhao Park**

An der Ecke der Avenue du Président Kennedy und der Avenue des FAR befindet sich das Mémoire d’Agadir. Ein kleines Museum, dass mit eindrucksvollen Bildern, das frühere Agadir und das Erbeben behandelt. Der Eintritt ist mit 20 Marokkanischen Dirham (etwa 2 Euro) recht überschaubar und man bekommt eine kleine Einführung in die Geschichte der Stadt.

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Der Olhao Park in Agadir

Hinter dem Gemäuer, dass nach dem Erdbeben wieder im ursprünglichen Stil aufgebaut wurde, geht es in einen kleinen Park, den Olhao Park, der von der anderen Seite öffentlich und ohne Eintritt, zugänglich ist. Der Park wurde 1992 anlässlich der Städtepartnerschaft mit der portugiesischen Stadt Olhao angelegt. Überall in der kleinen Oase findet man die Ruinen, die nach dem Erbeben nicht wieder aufgebaut wurden. Schön zu sehen ist die Bauweise, wie sie hier verwendet wurde, denn es erinnert sehr an portugiesischen Stil. Die Säulen aus kleinen Schiefersteinen und Wände aus Lehm. Die Tür- und Fensterrahmen aus einfachen Holzbalken zusammen gezimmert. Die Böden wurden mit bunt gemusterten Fliesen ausgelegt. 

Passage Aût Souss

Eine weitere kleine Oase zwischen den kargen Betonbauten findet man in der Passage Aût Sousa. Die breite Passage erstreckt sich als fahrzeugfreie Querstraße zwischen der zweiten und dritten Parallelstraße. Hier befindet sich versteckt das Musée du Patrimoine Amazigh. Das Museum beschäftigt sich mit dem Kunsthandwerk und der Lebensweise der Berber.

An der Ecke der Passage und der Avenue Mohamed V gibt es eine weitere, recht unbekannte Sehenswürdigkeit der Stadt zu entdecken. Das Theater von Agadir. Außer bei Veranstaltungen leider geschlossen, stellt alleine die Fassade ein Augenschmaus dar.

Stade al Inbiaat**

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Das Stadion von Agadir

Langsam geht es weiter Richtung Altstadt. Auf der Avenue Mohamed V in Richtung Süden liegt das Stadion von Agadir, das Stade al Inbiaat. Der Haupteingang ist im schlichten, aber typisch marokkanischen Stil gehalten und würde es nicht am Eingang stehen, würde man hier nicht wirklich eines der größten Stadien Marokkos vermuten. Mit etwas Glück ist der Seiteneingang geöffnet, so das man einen Blick ins Innere des Stadions werfen kann. Ansonsten besteht noch die Möglichkeit vom Hintereingang in das Stadion zu gelangen. Viel zu sehen gibt es allerdings nicht.

Nach dem Stadion geht es weiter entlang des Präsidentenpalast und dem dazugehörigen Park, der an mehreren Stellen von Wachposten geschützt wird, in die Altstadt.

Die Altstadt

Auch die Altstadt besticht durch ihre kargen Bauten, allerdings geht es hier weitaus chaotischer zu. Diesen Stadtteil als Altstadt zu bezeichnen, ist fast schon ironisch, denn auch hier wurde vieles zerstört und in den letzten 60 Jahren neu aufgebaut. Dennoch gibt es hier zwei Highlights zu entdecken:

Der Souk el Had

Der größte und traditionelle Markt der Stadt war mein persönliches Highlight in Agadir. Hier kommen die Marokkaner her, um sich mit Obst und Gemüse, als auch Fleisch, Fisch, Backwaren und natürlich den traditionellen Gewürzen einzudecken. Gewürze und Pflegeartikel natürlichen Ursprungs sind typisch marokkanisch. An allen Ecken duftet es herrlich nach den verschiedensten Gerüchen und es geht hektisch zu auf dem Markt. Hier wäre nun die richtige Gelegenheit sich mit den Gewürzen und lokalen Produkten einzudecken.

Hinter dem großen Food Market geht es in ein Labyrinth von Gängen, mit hunderten kleiner Shops, die alles, wirklich alles anbieten, dass die Marokkaner für Ihren Alltag benötigen. Kleidung, Schuhe, Schmuck, Bettwäsche, Möbel, Reinigungsmittel und und und. Es gibt hier nichts, was es nicht gibt. In diesem Bereich des Marktes sind nur wenige Urlauber unterwegs und man bekommt ein tolles Gefühl der marokkanischen Kultur.

Natürlich kommen auch Souvenirshopper auf ihre Kosten, den im nächsten Teil des Marktes stellen viele lokale Hersteller ihre Souvenirs zum Verkauf. Neben den Standardwaren, die es überall in der Stadt gibt, findet man hier kleine Schätze von lokalen Künstlern. 

Die Neue Medina

Nach der Shopping Tour ist es wieder etwas Zeit für Kultur. Das zweite Highlight etwas außerhalb der Altstadt ist die Neue Medina. Da die Stadtmauern und die alte Medina beim Erdbeben komplett in Schutt und Asche gelegt wurden, gibt es heute leider nichts mehr, dass an das frühere Agadir erinnert. Ein Mann aus Sizilien machte es sich zur Aufgabe die alte Medina an einem anderen Ort originalgetreu nachzubauen. So kann man die neue Medina, heute etwas außerhalb des Zentrums, besichtigen und bekommt einen Eindruck davon, wie es in der Stadt mal ausgesehen haben muss. 

Kasbah

Wir verlassen das Zentrum und machen uns auf den Berg über Agadir.
Vom Strand aus ist die Kasbah bereits zu bewundern und bei Dunkelheit ist der Berg mit einem Schriftzug beleuchtet. Der Andienen Talborjet, der Berg unterhalb der Kasbah, wo sich die einstige Altstadt befand, dient heute als Friedhof, der beim Erdbeben ums Leben gekommene Einwohner.
Zu sehen ist davon nichts. Die rund 15.000 Menschen wurden hier begraben und heute ist Gras darüber gewachsen.
Die Kasbah ist zwar zu Fuß zu erreichen, aber der Anstieg ist hart und schweißtreibend. Daher meine Empfehlung: mit dem Taxi nach oben und zu Fuß zurück in die Stadt. Als Alternative würde sich ein Roller, den man in der Boulevard du 20 Août mieten kann, anbieten.
Bis auf die Außenmauern der Festung ist hier nicht mehr viel zu sehen. Vereinzelt findet man noch Einstige und kann erahnen, wie es hier einmal ausgesehen hat.
Dennoch lohnt sich ein Besuch, denn der Ausblick von hier oben ist wunderschön. Man blickt über den Strand und den Hafen von Agadir, sowie über die gesamte Stadt und im Norden in die Berge des Atlasgebirges.

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Kasbah auf dem Berg über Agadir

Ein wunderbarer Abschluss für eine Tour durch das Agadir für Entdecker.

In diesem Sinne:
viel Spaß bei Eurem nächsten Besuch in Agadir.

Meine Reiseempfehlungen für Marokko:

Beste Reisezeit…
Küstenregion Marokkos (Norden/Nordwesten): April bis November
Marrakesch (Inland): September bis Mai
Atlasgebirge (Hochlage): März, April, Mai, Oktober, November
Westsahara Küstenregion (Südwesten) (Agadir): April bis November

Anreise…
Günstige Flüge nach Marrakesh und Agadir gibt es mit Ryan Air*

Übernachten…
Die traditionellen Riadh’s sind sicherlich die schönste Art, die Nacht in Marokko zu verbringen. Über booking.com* findet man ganz nette Riadh’s

Reiseführer…
Der Lonely Planet* ist ein super Reiseführer für Marokko. Eine gute Alternative gib’t von Marco Polo*.

Sprache…
in Marokko wird neben Marokkanisch größtenteils Französisch gesprochen. Auch mit Englisch und teilweise auch Deutsch kommt man in den Touristengebieten gut weiter. Dennoch sind Sprachkenntnisse nie verkehrt… Jetzt Sprachen lernen mit Babbel*

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