Sieben Dinge, die Du über Marokko wissen solltest

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Im Juni habe ich zwei Wochen in Marokko verbracht. Es war gerade Ramadan und sicherlich Ausnahmezustand in dem nordafrikanischen Land. Dennoch durfte ich in der kurzen Zeit einige Einblicke gewinnen und möchte heute gerne sieben Dinge, die Ihr über Marokko wissen solltet, mit Euch teilen.

1. Die Religion

Marokko ist ein muslimisches geprägtes Land und die Marokkaner nehmen ihre Religion sehr ernst. In jeder Stadt gibt es mindestens eine Moschee und wer diese, aufgrund des Jobs nicht besuchen kann, packt den Gebetsteppich am Arbeitsplatz aus und nimmt sich dort die entsprechende Zeit für das Gebet.
Gerade während des Ramadan erlebt man in Marokko den Ausnahmezustand. Teilweise bleiben Geschäfte und Restaurants über Tag geschlossen. Wenn ein Laden geöffnet ist, kommt es nicht selten vor, das der Ladenbesitzer hinter der Theke schläft. Verständlich bei so wenig Schlaf in der Nacht, die während dem Ramadan doch sehr kurz ist.
Ansonsten bekommt man von der Religion nur sehr wenig mit. Nicht wie in anderen muslimischen Ländern ist das Stadtbild von verschleierten Damen geprägt, sondern eher aufgeschlossen und modern. Jedoch sollte man den nötigen Respekt mitbringen und nicht unbedingt in der Öffentlichkeit essen, trinken oder gar rauchen, zumindest während des Ramadan. 

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Moschee in Agadir, Marokko

2. Die Menschen

Die Menschen in der Großstadt, wie Agadir und Marrakesh, habe ich oft als aufdringlich, unverschämt und teilweise sehr aggressiv erlebt. Gerade in den Touristengebieten versuchen viele Marokkaner an den Gästen ihr Geld zu verdienen. Leider auch auf eine sehr unverschämte Art und Weise. Gehen die Gäste nicht darauf ein, wird man nicht selten auf marokkanisch beschimpft. Handgreiflichkeiten gegenüber Gästen habe ich hingegen nicht erlebt.
Ganz im Gegensatz zu der Umgangsweise untereinander. In den knapp zwei Wochen, die ich im Land verbringen durfte, habe ich mehrfach handgreifliche Auseinandersetzungen, die nicht selten ohne Blutvergießen endeten, erleben müssen. Sogar Steine und Macheten wurden als Waffen eingesetzt.
Es gibt natürlich Ausnahmen, allerdings hat man nach einer Weile nur wenig Vertrauen und erkennt diese nur schwer.
Die Menschen auf dem Land hingegen, durfte ich als zurückhaltend, gastfreundlich und eher entspannt kennen lernen. 

3. Die Landschaft

Ich habe Marokko in Punkto Landschaft als sehr vielfältig kennen gelernt. Im Norden des Landes, im Landesinneren, wirkt die Landschaft zwischen den kleinen Dörfchen eher karg und trocken. Jedoch sehr traditionell mit vielen kleinen Medina’s.
Weiter südlich im Atlasgebirge erlebt man dann eine wunderschöne Berglandschaft, teilweise gespickt mit kleinen Seen. Die Felsen lassen die Landschaft im Gebirge ebenso eher trocken wirken. Nur wenig grün findet man rund um die kleinen Siedlungen in den Bergen.

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Atlasgebirge, Marokko

Südlich des Atlasgebirge wird die Landschaft sehr fruchtbar. Hier ist das zu Hause des weltbekannten Argan. Die Landschaften sind wunderschön grün mit den unterschiedlichsten Pflanzen,Bäumen und Arganbaumplantagen soweit das Auge reicht.
Je weiter südlich es geht, desto trockener wird die Landschaft wiederum. Von steinig und trocken geht es nahtlos über, in die sandige Sahara Wüste. Zwar gibt es eine Grenze zwischen Marokko und der West-Sahara, jedoch besetzen die Marokkaner dieses Gebiet, so das die West-Sahara ein Teil Marokko’s ist. Jedoch für Touristen ohne Guide nicht zu empfehlen.

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Landschaft im Süden Marokko’s

4. Das Klima

Ebenso abwechslungsreich wie die Landschaft, ist auch das Klima in Marokko.
Während der Norden mit den heißen Sommertagen und den angenehm warmen Nächten kaum Regen bietet, wird das Klima, je weiter südlich es geht, milder und feuchter. So gibt es beispielsweise im Hochsommer in Marrakesh, im Norden des Landes, eine staubtrockene Hitze, während im südlichen Agadir, eine angenehme Wärme mit gelegentlichem Regen und kühlen Nächten herrscht. Das perfekte Klima für die Arganbäume.
Je weiter es Richtung Sahara geht, desto heißer wird es am Tag und kälter wird es in der Nacht. Auch die Feuchtigkeit nimmt wieder ab, denn in der Wüste regnet es nur selten.
Im Gebirge herrscht auch im Sommer ein kühles Klima. Je höher es geht, desto kühler wird es. Klingt logisch.

Die perfekte Reisezeit für Marokko ist demnach: 

  • Küstenregion Marokkos (Norden/Nordwesten): April bis November
  • Marrakesch (Inland): September bis Mai
  • Atlasgebirge (Hochlage): März, April, Mai, Oktober, November
  • Westsahara Küstenregion (Südwesten) (Agadir): April bis November

Meine persönliche Erfahrung im Juni – heiß im Norden und angenehm warm im Süden. Für die Nacht hingegen empfehlen sich Jäckchen und lange Hosen.

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Sonnenuntergang an einem heißen Tag in Marrakesh, Marokko

5. Die Küche

Die marokkanische Küche ist zwar von den Zutaten recht einfältig, allerdings mit einer breiten Variationsvielfalt. Hauptbestandteile sind Fleisch vom Rind, Lamm oder Huhn und Fisch, in Arganöl gegart. Dazu gekochtes Obst und Gemüse, was sich meist auf Paprika und Kartoffel beschränkt, allerdings auch Früchte wie Quitte finden den Weg in den Kochtopf.
Der traditionelle marokkanische Salat besteht aus Tomate, Gurke und Zwiebel. Dazu gibt es viele Oliven und verschiedene Broterzeugnisse, wie Fladenbrot oder der sehr beliebte, in Öl  gebackene Blätterteig.
Ebenso beliebt sind Couscous-Gerichte, die immer mit Fleisch und Gemüse angerichtet werden.

Nicht zu vernachlässigen sind die unzähligen Gewürze. Bei einem Besuch auf dem Markt türmen sich bunte Berge aller möglichen Gewürze wie Curry, Paprika, Safran und und und. Bereits der Einkauf wird durch die vielen Gerüche zu einem Erlebnis.

Gekocht wird in dem traditionellen Tajine. Eine Topf, bestehend aus einer flachen Schale, mit einem kegelförmigen Deckel aus Keramik, der auf einem Gestell, ebenfalls aus Keramik, steht und mit Feuer beheizt wird.

Moderne Haushalte kochen in der Tajine auf dem ganz normalen Herd.

Die Nachspeisen sind meist unglaublich süß und erinnern sehr an die türkische Küche. Viel Gebäck, Baklava und sehr süße Fruchtküchlein. Datteln, Mandel und Honig sind sehr beliebte Zutaten für das marokkanische Dessert.

Dazu gibt es den traditionellen marokkanischen Tee (wie mir ein Bauer auf dem Markt sagte: „der marokkanische Wodka“). Lange nicht so herb, wie Schwarztee und bestehend aus drei verschiedenen Kräutern. Sehr lecker.

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Marokkanisches Grillgericht

6. Die Preise

Generell muss ich zugeben, war ich überrascht, wie günstig (für unsere Verhältnisse) alles ist. Zwar ist bekannt, dass Marokko eines der ärmeren Länder unserer Welt ist, jedoch habe ich mit „normalen“ Preisen, gerade in den Touristenregionen gerechnet. 

Hier ein paar Beispiele: 

Gewürze & Tee: mit Sicherheit haben die Bauen auf dem Markt zwei Preislisten, denn hier war ich teilweise überrascht, wie teuer die Gewürze und der Tee sind. Jedoch sollte man sich vor Augen halten, dass es frischer kaum geht und es gibt keinen Vergleich zu den Gewürzen und dem abgepackten Tee, den man hier zu Lande bekommt.

Arganöl: kauft man nicht gerade das Arganöl in einem der Souvinierläden, sondern das „Richtige“ auf dem Markt, zahlt man zwar etwas mehr, aber im Vergleich zu den Produkten, die man in Deutschland erhält, bewegt man sich im um ein Drittel günstiger.

Leder: so günstig wie in Marokko habe ich die Lederwaren noch Nirgendwo entdeckt.  In allen Farben und Variationen schneidern die Ledergeschäfte die Kleidung nach Maß.

Berberschmuck: die Preise des traditionelle Schmuck aus Silber variieren sehr von Händler zu Händler. Auf dem Berber Markt in Marrakesh bekommt man alles, was das Silberherz begehrt, jedoch ist feilschen angesagt. Generell sollte auf dem Markt immer gehandelt werden. Die Preise sind bereits darauf ausgelegt.

Essen & Trinken: auch hier gibt es massive Unterschiede von Restaurant zu Restaurant. Zu empfehlen ist natürlich, die lokalen Restaurants aufzusuchen. Meist zwar nicht unbedingt sehr ansprechend von Design und Sauberkeit, das Essen hingegen ist einwandfrei, lecker und obendrein sehr günstig.

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Marokkanischer Marktstand

7. Die Infrastruktur

Marokko hat mittlerweile eine hervorragende Infrastruktur. Zwar lange nicht vergleichbar mit den verzweigten Autobahnnetzwerken in Deutschland, für das Land hingegen, absolut ausreichend.

Mit den drei Internationalen Flughäfen in Casablanca, Marrakesh und Agadir ist Marokko sehr gut mit Europa vernetzt. Die Straßenverhältnisse rund um die Großstädte sind hervorragend und als Verbindung zwischen Norden und Süden gibt es seit einigen Jahren eine Maut-Autobahn.

In kleineren Dörfern und Siedlungen im Landesinnere hingegen findet man noch sehr viele nicht asphaltierte Straßen, die hierzulande als Shotterpiste durchgehen.
Gerade in den Großstädten ist der Verkehr sehr wild. Gefühlt gibt es keine Regeln, wobei es die natürlich sehr wohl gibt. Die Regel, die ich jedenfalls als erstes lernte: wer fährt, gewinnt.

Eine wahre Herausforderung für alle, die den Verkehr nicht gewohnt sind, stellen die zahlreichen Moped’s die in den Städten unterwegs sind. So fahren die ungeduldigen Marokkaner selbst auf dem Markt in den engen Gassen mit ihrem Mopeds ohne Rücksicht auf Verluste.

Zwar wird man sie in der Stadt weniger entdecken, auf dem Land allerdings, ist es üblich, dass sich die Marokkaner mit den Eselwägen fortbewegen. Im Prinzip kleine Kutschen, die von Eseln gezogen werden und voll beladen sind.

Öffentliche Verkehrsmittel gibt es ausser den Taxen und Kleinbussen in der Großstadt, den Fernbussen zwischen Süden und Norden und der Zugstrecke im Norden, nicht wirklich. Die nördliche Zugstrecke verbindet die wichtigsten Städte Oujda, Fés, Maknés, Sidi Kacem, Tanger, Rabat, Casablanca, bis nach Marrakesh und die Züge gelten als die besten Afrika’s.

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Maut-Autobahn im Atlas Gebirge

Ich hoffe, ich konnte mit meinen Einblicken in Marokko Eure Begeisterung wecken, das Land selbst zu entdecken und Eure eigenen Eindrücke zu sammeln. Lasst mich gerne wissen, welche Erfahrungen Ihr mit nach Hause gebracht habt.

Bslamah (Tschüss) aus Marokko

und Viel Spaß bei Eurer nächsten Reise nach Nordafrika.

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Meine Reiseempfehlungen für Marokko:

  • in Marokko wird neben Marokkanisch größtenteils Französisch gesprochen. Auch mit Englisch und teilweise sogar Deutsch kommt man in den Touristengebieten gut weiter. Jetzt Sprachen lernen mit Babbel*
  • günstige Flüge nach Marrakesh und Agadir gibt es mit Ryan Air*
  • Über booking.com* findet man ganz nette Riadh’s
  • Der Lonely Planet* ist ein super Reiseführer für Marokko. Eine gute Alternative gib’t von Marco Polo*.
  • Beste Reisezeit:
    • Küstenregion Marokkos (Norden/Nordwesten): April bis November
    • Marrakesch (Inland): September bis Mai
    • Atlasgebirge (Hochlage): März, April, Mai, Oktober, November
    • Westsahara Küstenregion (Südwesten) (Agadir): April bis November

MIA Travel Tipp’s für Marokko:

Weitere MIA Travel Tipp’s gibt es hier.

 

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