Chill & Thrill im Paradise Valley (Marokko)

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zum Artikel: Agadir – mehr als nur Pauschaltourismus

Überall in Agadir schwärmen die Marokkaner vom Paradise Valley. Selbst die, die keine Tour verkaufen möchten. Es muss also etwas dran sein, an der besonderen Schönheit dieses Tal’s und wollte es genau wissen. Eingestellt habe mich auf eine Touristenattraktion, überfüllt von Besuchern und kommerzielle Ausschlachtung. 

 

Vorab soll gesagt sein:
Ich wurde positiv überrascht.

Aber mal von ganz vorne:

Eine Legende besagt, dass das Tal seinen Namen in den 60er Jahren von Jimi Hendrix zugesprochen bekam. Ob das nun wahr ist, oder nicht, sei mal dahin gestellt, Fakt ist aber, dass der Ort in vergangenen Tagen ein beliebter Platz für Hippie Gatherings war und teilweise auch heute noch ist. Daher auch die zweite Legende, die um die Namensgebung kursiert: Eine Frau, die in Marokko erkrankte, zog sich im Tal zurück. Die Genesung ging unerwartet schnell voran und so wurde das Tal ab diesem Tag, das Paradise Valley genannt.

So oder so, für alle, die in der Gegend sind und auf eine gute Mischung zwischen chill & thrill stehen, würde ich einen Besuch im Paradise Valley ans Herz legen wollen.

Die Anfahrt

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zum Artikel: Croco Park Agadir – Top oder Flop?

In Agadir und Taghazout, die Badeorte im Süden Marokkos, bekommt man unzählige Angebote für einen Tagesausflug in’s Paradise Valley. Die Anbieter versprechen alle das Gleiche: einen Ausflug in’s Paradis mit unvergesslichen Eindrücken. Die Preise der Anbieter sind ähnlich und mit rund 30€ pro Person veranschlagt. Dafür bekommt man die Fahrt zum Paradise Valley und je nach Veranstalter einen Guide und teilweise sogar Verpflegung.
Wie ihr wisst, stehe ich nicht so sehr auf Massenabfertigung und habe deshalb die Alternative, selbst mit dem Auto zu fahren, gewählt. Ohnehin hatten wir für die Zeit in Marokko ein Auto gemietet (was ich übrigens jedem empfehlen würde, der nicht nur am Stand liegen möchte).

 

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Von Agadir fährt man Richtung Norden in den Badeort Taghazout.
Taghazout hat gegenüber Agadir einen ganz anderen Charme und ist noch etwas ursprünglicher, als der große Nachbar, obwohl auch hier die Hotelanlagen aus dem Boden schießen. Im Zentrum vom Taghazout fährt man links ab, ins Landesinnere. Das Paradise Valley ist bereits hier schon ausgeschildert und man kann sich eigentlich nicht verfahren.

Der Weg ist das Ziel

 

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Nachdem man die Stadt hinter sich gelassen hat, wird es ruhiger. Die Straßen werden enger und holpriger und nach rund 30 Kilometern wird man von einem großen Schild „Paradise Valley“ empfangen. Ab hier geht das staunen über die Schönheit des Tal’s bereits los. Direkt neben der Straße, die teilweise einer Buckelpiste ähnelt, schlängelt sich der Quellfluss am Fuße der steil abfallenden Felswände entlang. 

 

Wie ich später erfahren durfte, wird diese Strecke in der Regensaison von Oktober bis Dezember oft unpassierbar, wenn sich der Fluß über die Straßen ausbreitet. Aktuell wird daran gearbeitet, eine höher gelegene Straße zu bauen, so dass man auch zu dieser Zeit das Tal durchqueren kann.

Entlang der  Strecke haben sich vereinzelt kleine Hütten angesiedelt, die den Gästen auf der Durchreise kleine Snacks und kühle Getränke anbieten. Die Betreiber haben sich die Location zu nutze gemacht und ihre bunten Tische und Stühle im Flussbett platziert, so dass nicht nur der kühle, frisch gepresste Orangensaft von innen, sondern auch das kühle Quellwasser die Füße erfrischt. Nach meinem Gefühl gibt es hier mehr Angebot, als Nachfrage, denn weder konnte ich hier einen Betrieb, noch den Bedarf wirklich erkennen. 

Das Abenteuer beginnt

Ohne große Ankündigung trifft man nach der eindrucksvollen Fahrt auf einen Parkplatz. Von hier geht es nur noch zu Fuß weiter. Schon beim Aussteigen wird man von Guides angesprochen, die einem zur Quelle führen möchten. Hier sei gesagt, der Trail is problemlos ohne Guide passierbar, möchte man aber mehr über Land und Leute erfahren und nebenbei noch etwas Gutes tun, sollte man sich darauf einlassen. Die Guides sind keine Angestellten und leben meist mit ihren Familien in der Gegend. So durften wir Hasan kennen lernen. Ein toller Mensch, der mit seiner Familie oberhalb der Quelle auf dem Berg, in einer kleinen Dorfgemeinschaft lebt. Er kennt die Gegend, wie seine Westentasche, was uns natürlich in Sachen geheime Ecken und unerschlossene Wege sehr zu Gute kam.

Das Highlight – das Paradise Valley

Paradis_Valley_50Gemeinsam mit unserem Guide machten wir uns also auf den Weg, an den steilen Felswänden vorbei und durch den Fluß, der mit Sandsäcken und notdürftig zusammen gezimmerten Holzstegen überhaupt passierbar wird. Vorbei an kleinen Hütten, die Snacks und Getränke anbieten, geht es durch ein kleines Dorf, in dem sich eine Community nieder gelassen hat.

Nach etwa 20 Minuten Fußmarsch durch den teilweise mit hohen Palmen, Oliven- und Arganbäumen bewachsenen Wald, dann das erste Highlight. Zwischen den steilen Feldwänden leuchten die türkisblauen Pools in der Sonne. Im Hintergrund der Fluß, der sich zwischen den Felsen seinen Weg von oben hinab bahnt.

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Ein wunderschöner Anblick und zu meiner Überraschung waren nur wenige Gäste vor Ort, so dass man die Schönheit dieses Fleckchen Erde auch tatsächlich genießen kann. 

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Für die Adranalinjunkies unter uns bietet der zweite Pool eine ausreichende Tiefe, um von niedrigen, oder auch höher gelegenen Felsen in das sehr kühle Nass zu springen. Die Mutigen springen aus rund 20 Meter. Dennoch sollte man sich vorher erkundigen, wie tief das Wasser steht und wo man am besten rein springt. Im Herbst und Winter steht das Wasser eher höher also in der Regel kein Problem, aber gerade im Frühjahr und Sommer, wenn es nur wenig regnet, fließt nur wenig Wasser von der Quelle hinab und der Wasserstand in den Pools sinkt.
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Für die chilligen unter uns lädt dieser Ort einfach nur zum relaxen auf den Steinen oder ein Bad im natürlichen Fischspa ein. In den Pools leben tausende kleine Fische, die darauf warten, an den Füßen der Gäste zu knabbern. Nicht die Kleinen, die man aus den Becken in den Touristengebieten kennt. Deutlich größer und deutlich hungriger sind die Fische in dem natürlichen Spa. 

Das unberührte Valley

Nach einer Runde chill & thrill geht es flussabwärts weiter, durch das unberührte Valley. Die Natur wird gefühlt immer Schöner und je weiter es geht, desto weniger Menschen begegnet man. Nach weiteren 30 Minuten Fußmarsch kommt man zu einem weiteren Pool. Ebenso mit unvergleichlicher Schönheit und auch hier wagen sich die Mutigen aus höchster Höhe in die Tiefen zu springen.

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Der Fluß stand im Juni recht tief, so dass wir die Felsformationen in dem tiefen Flussbett bewundern konnten. In den Felsen schlängeln sich kleine Höhlen, bis zu 50 Meter in die Felsen hinein, die allerdings ohne die richtige Ausrüstung nur von Außen zu bestaunen sind.

In der Regenzeit, erzählte uns Hasan, steht das Wasser teilweise bis zum Rande der Felsen und das Wasser donnert den Fluß mit einer enormen Wucht hinunter. In dieser Zeit ist das Tal nur von oben zugänglich. Die unteren Teile werden unpassierbar. Sicherlich ein ebenso tolles Bild.

Mein Fazit

Tatsächlich wurde ich vom Paradise Valley sehr überrascht. Zwar hat die Kommerzialisierung hier bereits zugeschlagen und das Valley ist kein wirklicher Geheimtipp mehr, aber die Schönheit des Tals überwiegt deutlich. Ich hoffe, dass bleibt auch so, denn auch hier ist der Müll bereits ein Problem, was nur wir mit etwas Achtsamkeit lösen können.

 

Viel Spaß im

Paradise Valley, Marokko

 

Meine Reiseempfehlungen für Marokko:

  • in Marokko wird neben Marokkanisch größtenteils Französisch gesprochen. Auch mit Englisch und teilweise sogar Deutsch kommt man in den Touristengebieten gut weiter. Jetzt Sprachen lernen mit Babbel*
  • günstige Flüge nach Agadir gibt es von Ryan Air*
  • Über booking.com** findet man auch in Agadir das ein oder andere nette Riadh
  • Der Lonely Planet** ist ein super Reiseführer für Marokko. Eine gute Alternative gib’t von Marco Polo*.
  • Denke an ein anständiges Waterbag**, wenn Du zum Paradise Valley fährst
  • Beste Reisezeit:
    • Küstenregion Marokkos (Norden/Nordwesten): April bis November
    • Marrakesch (Inland): September bis Mai
    • Atlasgebirge (Hochlage): März, April, Mai, Oktober, November
    • Westsahara Küstenregion (Südwesten) (Agadir): April bis November

MIA Travel Tipp’s:

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