Marrakesh – ein Wechselbad der Gefühle

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Im Juni 2018 habe ich meine Zeit im Süden Marokko’s, genauer gesagt in Agadir verbracht. Für mich war aber von Anfang an klar, dass ein Trip nach Marrakesh unumgänglich ist.
Ich wollte selbst erleben, wovon mir schon so viele Menschen vorschwärmten und hatte ein klares Bild vor Augen: ein Platz im Zentrum der wunderschönen Medina als eine Art Freilichtbühne mit marokkanischen Schlangenbeschwörern und Künstlern, ein wahnsinniger Markt mit Düften der Gewürze aus allen Richtungen und funkelnden Berber-Schmuck, den unverkennbaren marokkanisches Flair in der Altstadt und die wunderschönen Riad’s.

Irgendwie wollte der Funke bei mir aber nicht so wirklich überspringen. Oder vielleicht doch? Ehrlich gesagt, es war ein Wechselbad der Gefühle.

Nach der Reise war ich der festen Überzeugung, dass Marrakesh einen Platz in der Top 10 der meist besuchtesten Städte weltweit einnimmt. Eine so volle Stadt (mit Touristen) hatte ich selten zuvor gesehen. Bei meiner Recherche habe ich den Global Destination Cities Index des GEO** Magazins entdeckt, die seit 2009 untersuchen, welche Städte die meisten Besucher verzeichnen. Zu meiner großen Überraschung musste ich feststellen, dass Marrakesh noch nicht einmal in den Top 20 statt findet. Kaum zu glauben, denn die Stadt war unglaublich voll von Reisenden. Darauf hatte ich mich natürlich eingestellt, aber dass es dann so heftig ist, hätte ich nicht vermutet.

Dies bringt mich zum ersten Punkt, bei dem ich mir nicht sicher bin, was ich davon halten soll:

Der Markt von Marrakesh

 

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Markt von Marrakesh

Die Stadt ist, wie gesagt, voll mit Menschen, die neben den Sehenswürdigkeiten und Restaurants vor allem den Markt besuchen. Im Grunde besteht die Medina aus einem einzigen großen Markt und wahrscheinlich ist es das, was Marrakesh so erlebenswert macht.

Zugegeben, der Markt ist mehr als nur beeindruckend.

Vom Herzen der Medina, dem großen Platz Djemaa el-Fna, führen mehrere kleine Gassen zum Ort des Geschehens. Einmal im Labyrinth angekommen, wird man von Waren, meist aus lokaler Herstellung, geradezu überhäuft. Ledererzeugnisse, Berber-Schmuck, Gewürze, Tee, Tajine (ein traditioneller marokkanischer Kochtopf), das sind, neben dem kleinen Schnick Schnack, die typischen Portfolios der Händler. Das Angebot ist unfassbar riesig und nach einer Weile sieht dann irgendwie alles gleich aus. Da kommen die Second Hand Shops außerhalb des Labyrinth sehr gelegen. Wer auf der Suche nach alten Kameras, Musik und Allerlei aus vergangener Zeit ist, sollte hier einen Blick rein werfen.

 

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Von diesen „Schilder- und Second Hand Shops“ gibt es auf dem Markt in Marrakesh

Es wäre schön, wenn man einfach so durch die Gassen, vorbei an den kleinen Shops und Marktbuden schlendern und sich die Zeit, auf der Suche nach dem richtigen Souvenir nehmen könnte. Das ist aber leider nicht der Fall. Vielmehr ist es ein Spießrutenlauf, um nicht direkt in die Fänge der Markthändler zu gelangen. Bleibt man stehen oder schaut sich gar etwas genauer an, beginnt bereits das Handeln, obwohl man noch gar nicht sicher ist, ob man das Teil überhaupt möchte. Im Grunde absolut nachvollziehbar, aber für Gäste, die einen entspannten Marktspaziergang unternehmen möchten, eher eine Herausforderung. 

Eine weitere Herausforderung stellen die Mopedfahrer, die selbst in den engen Gassen, meist voll Menschen, mit einem Tempo durch den Markt fahren. Mehrfach kam es vor, das Fußgänger angefahren wurden und die Abgase tragen nicht gerade zum Wohlbefinden bei.

Dennoch möchte ich nochmal betonen, wie einzigartig der Markt ist. Man befindet sich in einem Labyrinth von schmalen Gängen und wären da nicht die kleinen Wegweiser, würde man sich garantiert verlaufen. Rechts und links die kleinen Shops, die bis oben hin voll mit Waren bestückt sind. Teilweise kann man die Händler auch bei der Herstellung der Waren (hauptsächlich Leder) beobachten.

Ein unglaubliches Erlebnis, einen solchen Markt zu erforschen. Zumindest für mich. Allerdings musste ich auch die Erfahrung machen, dass stets Vorsicht geboten sein sollte: Tatsächlich haben wir uns auf unserem ziellosen Umherschlendern etwas verlaufen. Als wir auf der Suche nach dem Ausgang waren, dauerte es nicht lange, bis wir einen jungen Mann an unserer Seite hatten. Seine Absichten waren schnell klar. Nachdem wir ihn mehrfach informierten, dass wir den Weg alleine finden würden, lief er uns dennoch vor der Nase herum und wollte uns in Lauftempo hinaus führen. Als wir ihm dann deutlich sagten, dass wir seine Hilfe nicht bräuchten, wurde er ziemlich unangenehm. Fing an, uns zu beschimpfen und verlangte Geld. Auch dass erlebt man in Marrakesh.

Ich hoffe, ihr versteht langsam, was ich mit „einem Wechselbad der Gefühle“ sagen möchte. So ähnlich geht es auch weiter:

Djemaa el-Fna

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Schlangenbeschwörer auf dem Djemaa el-Fna

Der große Platz in Mitten der Medina wurde mir als eine Art Freilichtbühne mit Schlangenbeschwörern und Künstlern vorgestellt, auf dem ich das marokkanische Flair in seiner vollen Blüte bewundern könnte. Okay, es gab Schlangenbeschwörer und auch auch Künstler, aber irgendwie hatte ich mir das etwas anders vorgestellt. Die Akteure haben sich so sehr auf die Besucherströme eingestellt, dass es sich aus meiner Sicht um eine reine Massenattraktion mit wenig Herzblut handelte und teilweise ganz erschreckende Bilder bot. So zum Beispiel ein junger Mann, der mit seinem Affen auf den Schultern der Touristen, sein Geld verdiente. Er behandelte das Tier so unmöglich, dass ich Schmerzen beim hin sehen bekam. Das Schlimme daran, es gab ganz viele Menschen, die diese Tierquälerei unterstützten. Auch die Schlangen waren hier leider nicht viel besser dran.

Um den Platz reihen sich Café neben Restaurant. Die Preise sind happig, der Service sehr überschaubar, dafür aber ist die Aussicht überragend, zumindest aus der zweiten Etage.

Wir haben uns die Zeit genommen, um das Treiben auf dem Platz, von der zweiten Etage eines Cafés, für eine Weile zu beobachten und ja, das war ein Erlebnis, was wiederum Dankbarkeit, diesen Platz erleben zu dürfen, in mir auslöste.

 

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Der Djemaa el-Fna in Marrakesh
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Windlichter auf dem Djemaa el-Fna

Als es langsam dunkel wurde, füllte sich der Djemaa el-Fna mit fliegenden Händlern, die mit liebevoller Gemütlichkeit ihre Windlichter im marokkanischen Stil zur Präsentation aufbauten. Im Hintergrund fing es an zu köcheln und der Grill zu glühen, denn am Abend verwandelt sich der Platz in ein Street-Food Erlebnis der besonderen Art. Ein absolut kulinarisches Highlight während meines gesamtem Marokko Aufenthaltes durften ich hier erleben. Nicht unbedingt wegen des Essen an sich. Mehr das Ambiente macht ein Abendessen auf dem Djemaa el-Fna so besonders.

 

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Street food in Marrakesh auf dem Djemaa el-Fna

Es ist fast unmöglich an einem Stand vorbei zu gehen und sich nicht hin zu setzten. So aufdringlich sind die Promoter. Schlussendlich ist es aber wahrscheinlich egal, ob man nun Stand 2 oder 35 wählt. Zur Auswahl gibt es überall das Gleiche: Gegrillte Fleischspieße, Gemüse, Salat und Brot. Noch während dem Essen kommen die fliegenden Süßwarenhändler mit ihren Karren voll süßer Köstlichkeiten vorbei, um für den Nachtisch zu sorgen.

 

Zusammengefasst habe ich den berühmtesten Platz Marrakesh’s mit Entsetzen und Enttäuschung, aber auch Begeisterung und Bewunderung erlebt. Somit bleibt auch der Djemaa el-Fna als „Wechselbad der Gefühle“ in Erinnerung.

Es gibt aber einen Punkt, von dem ich restlos begeistert war und meine Erwartungen mehr als übertroffen wurden:

Die Riad’s

So heißen die typisch marokkanischen Häuser mit Innenhof bzw. inneren Garten. Meist mit bunten Kacheln auf dem Boden und an den Wänden und einer Terrasse auf dem Dach.

Ich hatte für die kurze Zeit in Marrakesh das Riad Hamza** in einer Seitengasse, nahe dem Djemaa el-Fna gewählt und war restlos beeindruckt von der Schönheit des kleinen Hotels. Ein kleiner Innenhof mit einem Brunnen und einer gemütlichen Sitzecke luden zum verweilen ein. Hier durfte ich auch zum ersten mal die marokkanische Gastfreundlichkeit kennen lernen, denn zur Begrüßung gab es, nach guter alter Tradition, einen marokkanischen Tee. Die Zimmer waren hervorragend und ganz liebevoll und stilgetreu eingerichtet. Sehr zu empfehlen.

 

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Natürlich konnte ich auf meiner Reise nur eines der Riad’s in Marrakesh testen, aber bei meiner Suche auf booking.com* fand ich eine Vielzahl solcher schönen Unterkünfte.

Zum ersten mal während meines Besuch’s in Marrakesh hatte ich kein „Wechselbad der Gefühle“, sondern wurde restlos überzeugt.

Mein Fazit zu Marrakesh

Nun bleibt nur noch die Frage, ob ich Marrakesh für eine Reise empfehlen würde.

Im Grunde schon. Jeder Ort ist eine Reise wert, wenn man etwas entdecken möchte und zu entdecken gibt es in Marrakesh einiges. Jedoch sollte man die Erwartungen nicht ganz so hoch ansetzen und den aktuellen Hype etwas relativierter betrachten.

Damit ihr Euch nun besser entscheiden könnt, hier mal noch meine kleine Pro-Kontra Liste zu Marrakesh:

Pro

  • Einmaliges Erlebnis
  • Kulinarisches Street-Food Erlebnis
  • Beeindruckender Markt
  • Tolle Übernachtungsmöglichkeiten
  • Überzeugende Gastfreundlichkeit
  • Ein buntes Allerlei an Waren und Souvenirs

Kontra

  •  Sehr viele Menschen auf kleinem Raum
  • Teilweise Touristenabzocke
  • Nervige Mopeds in den engen Marktgassen
  • Spießrutenlauf beim Markt-Schlendern
  • Happige Preise für Speisen & Getränke

 

Sofern ich nun nicht zu sehr vor eine Reise nach Marrakesh abgeschreckt habe, wünsche ich ganz viel Spaß beim Erleben von Marokkos Metropole Nr. 1.

Bslamah (Tschüss) aus Marokko

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Meine Reiseempfehlungen für Marokko:

  • in Marokko wird neben Marokkanisch größtenteils Französisch gesprochen. Auch mit Englisch und teilweise sogar Deutsch kommt man in den Touristengebieten gut weiter. Jetzt Sprachen lernen mit Babbel*
  • günstige Flüge nach Marrakesh und Agadir gibt es mit Ryan Air**
  • Über booking.com* findet man ganz nette Riad’s
    Meine persönliche Empfehlung: das Riad Hamza** in Marrakesh
  • Der Lonely Planet* ist ein super Reiseführer für Marokko. Eine gute Alternative gib’t von Marco Polo*.
  • Beste Reisezeit:
    • Küstenregion Marokkos (Norden/Nordwesten): April bis November
    • Marrakesch (Inland): September bis Mai
    • Atlasgebirge (Hochlage): März, April, Mai, Oktober, November
    • Westsahara Küstenregion (Südwesten) (Agadir): April bis November

MIA Travel Tipp’s für Marokko:

Weitere MIA Travel Tipp’s gibt es hier.

 

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