Agadir – mehr als nur Pauschaltourismus

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Agadir أكادير

Die Hafenstadt mit dem romantischen Namen weiße Stadt am Meer, liegt mit etwas über 600.000 Einwohnern im Süden Marokkos und ist die Hauptstadt der Region Souss-Massa.
Das Klima ist das ganze Jahr durch recht beständig. Am Tag steigen die Temperaturen auf mindestens 25°C (im Hochsommer zwischen Juli und September bis zu 45°C), während in der Nacht frische 15°C nicht unüblich sind. Das perfekte Klima für den Arganbaum, der hier seine Heimat hat.
Im Winter, zwischen Oktober und Dezember fällt viel Regen und einige Straßen rund um Agadir, in den Ausläufern des Atlasgebirges, werden unpassierbar. 

Marokko und die Region um Agadir ist eine meiner Empfehlungen der besten Reiseziele im Juni. Ich habe die ersten zwei Wochen im Juni, während des Ramadan, in Marokko verbracht und möchte Euch gerne an meinen Erlebnissen teilhaben lassen.

Die Geschichte Agadir’s

Im 15. Jahrhundert wurde die Stadt von portugiesischen Kaufleuten gegründet.
In den folgenden Jahrzehnten bauten die Portugiesen die Handelsverbindungen mit den Karawanen aus der Sahara auf und die Hafenstadt erlangte im 16. Jahrhundert ihren finanziellen Höhepunkt aus dem Export von Zucker, Baumwolle und Salpeter, sowie den Waren aus dem Saharahandel, den die Marokkaner inne hielten. Der Reichtum war in den 1760er Jahren vorbei, als der Sultan Sidi Mohammed ben Abdallah den Handel nach Essaouira (Nördlich von Agadir) verlagerte und es wurde ruhig in der Hafenstadt.

Im 20. Jahrhundert erklärte Frankreich, aufgrund der deutsch-französischen Spannungen und Rivalitäten um Marokko, das Land zum französischen Schutzgebiet und die Franzosen unternahmen eine Menge, Agadir zu sanieren. Jedoch verwüstete ein großes Erdbeben am 29. Februar 1960 die ganze Stadt. Über 15.000 Menschen ließen in nur wenigen Sekunden ihr Leben und Agadir war zu weiten Teilen zerstört.
Der Wiederaufbau ging mit Hilfe einiger europäischer Länder rasch voran und nach knapp 60 Jahren ist kaum noch etwas von der verheerenden Naturkatastrophe zu sehen. Leider wurde die gesamte Medina und viele Gebäude drum herum zerstört, so dass Agadir heute, außer dem Kasbah, keine alten Bauten mehr hat.

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Bild nach dem Erdbeben 1960

Agadir teilt sich heute im Grunde in vier Gebiete: der Hafen und das Industriegebiet, die Altstadt, die Neustadt und das Touristenzentrum am Strand und der Promenade.

Zwar wird Agadir vom Pauschaltourismus, was übrigens die Haupteinnahmequelle der Stadt ausmacht, geradezu überrollt, dennoch gibt es für die Entdecker unter uns einiges zu erleben.

Die Ankunft in Agadir

Bei der Ankunft am Flughafen Al Massira, etwa 30 Kilometer vom Zentrum entfernt, wird schnell klar, dass Agadir das Ziel für Pauschalurlauber ist. Am Ausgang warten bereits die Reiseunternehmen, um ihre Gäste in Empfang zu nehmen und mit deren Minibussen in die All-Inclusive Resorts zu fahren. 

Beim Verlassen des Flughafens bekommt man den Koffer fast schon aus der Hand gerissen und abtransportiert, ohne dass der hilfsbereite Herr überhaupt weiß, wo es hin geht. Natürlich macht er das nicht umsonst, aber wer nun denkt, er möchte lokales Geld, weit gefehlt. Nur Euros kommen für ihn in Frage. Direkt bekommt man einen ersten Eindruck von der Mentalität der Menschen in der Stadt, die in der Tourismusbrache tätig sind, denn es sollte sich später noch heraus stellen, dass das keine Ausnahme bleiben sollte.
Am Flughafen direkt gibt es wenige Taxis, denn Individualreisende kommen hier nur vereinzelt an. Etwas entfernt vom Ankunftsbereich sind jedoch einige Taxis, oder auch der Bus, der direkt nach Agadir fährt, zu finden. Bei höflichem Nachfragen, besteht durchaus auch die Möglichkeit in einem der Pauschaltransfers einen Platz zu ergattern und so sehr kostengünstig bis kostenlos ins Zentrum von Agadir zu gelangen.

Übernachten in Agadir

Die Stadt, gerade an der Promenade und in Teilen der Neustadt ist übersät mit All-Inclusive Resorts. In der Altstadt hingegen findet man nur wenige Hotels.
Die typisch marokkanischen Riad’s, kleine Häuser, meist mit Innenhöfen und tollen bunten Kacheln an Decken, Wänden und Böden, stellen in Marokko quasi die Hostels dar. Typische Hostels, wie man es aus anderen Ländern kennt, gibt es in Agadir nicht wirklich.
Alle Riad’s der Stadt wurden bei dem Erdbeben zerstört und teilweise wieder aufgebaut, leider lange nicht so schön, wie die Riad’s die man beispielsweise in Marrakesh findet.

Die Preise für Übernachtungen in Agadir, selbst in den 4 Sterne Hotels am Strand, sind überschaubar. In erster Reihe bucht man ein gutes Hotel bereits für 50€ die Nacht. Je weiter man Richtung Zentrum geht, desto günstiger wird es. 

Das Angebot an Restaurants ist reichhaltig, somit ist es nicht wirklich notwendig ein All-inclusive Angebot zu buchen. Selbstversorgung oder Verpflegung in den Restaurants ist selbst zu Ramadan kein Problem. Auch hier sind die Preise überschaubar. Für 25€ bekommt man bereits ein hochwertiges Drei-Gänge-Menü direkt an der Strandpromenade.
Meine Top-Empfehlung der Restaurants am Strand: Das El Toro. Zwar gibt es hier keine typisch marokkanische Küche, sondern eher eine Auswahl internationaler Speisen, aber sowohl die Qualität als auch der Service überzeugte total.

Der Strand und die Promenade

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Blick von der Kasbah auf den Hafen und den Strand von Agadir

Der sichelförmige, breite und saubere Sandstrand erstreckt sich über mehrere
Kilometer. Die großen Resorts bieten hier ihren Pauschalgästen einen Privatstrand mit Liegen und Sonnenschirmen, die teilweise auch gegen Gebühr von Nicht-Gästen des Hotels gemietet werden können. 

Obwohl hier eine Masse an Menschen unterwegs ist, herrscht eine ruhige Atmosphäre. Der weitläufige Strand lädt nicht nur Urlauber, sondern auch die Einheimischen zum relaxen, flanieren oder zum Sport ein.

Gerade zum Ramadan besiedeln die Marokkaner den Strand nach Einbruch der Dunkelheit zu einem geselligen Picknick am Strand. So sieht man hunderte von Menschen, die hier ihren Abend gemeinsam verbringen. Mit etwas Glück kann man so die Kultur etwas besser kennen lernen, wobei die Einheimischen doch sehr zurückhaltend gegenüber der Urlauber sind und es recht schwierig ist, in Kontakt zu kommen.

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Kamel am Strand von Agadir

Die fliegenden Händler, die über den Tag ihr Allerlei zum Kauf anbieten, bleiben meist
recht zurückhaltend und sind nicht besonders aufdringlich. Auch findet man zahlreiche Damen, die ihre Hennakunst und Herren, die Kamelreiten, anbieten, meist eher unaufdringlich.

Oberhalb des Strandes verläuft die sehr schön angelegte Promenade und wären da nicht die Marokkaner unterwegs, würde man nur wenig vermuten, dass man sich in Marokko befindet. Viel zu modern und wenig traditionell erscheint die Promenade von Agadir.

Am nördlichen Ende befindet sich der Jachthafen. Viele Marken- und Edelgeschäfte,  feine Restaurants und Hotels haben sich in den strahlend weißen Häusern angesiedelt. Raus aus der Marina reihen sich die lokalen und internationalen Restaurants aneinander, die nicht nur von Urlaubern besucht werden. Interessant sind die Speisekarten, die meist in Englisch, Französisch und auch in Deutsch angeboten werden. Die Übersetzungen sind teilweise sehr witzig. So gibt es zum Beispiel „Aufgespießt Huhn“ oder „Saft Rechtsanwalt“ (Avocadosaft) im Angebot.

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Jachthafen von Agadir

Am Abend lädt die Promenade zu einem Spaziergang ein. Auch nach Einbruch der Dunkelheit braucht man hier keine Angst vor Überfällen zu haben, denn jeder Teil ist hell ausgeleuchtet und die Touristenpolizei, die ihr Revier in Mitten der Promenade hat, läuft unentwegt Streife. 

Am Tag, wie am Abend sind hier ebenfalls einige fliegende Händler unterwegs, wobei mir das Ganze nicht ganz legal erschien. Mehrfach konnten wir beobachten, wie die Jungs und Mädels vor etwas weg rannten und sich hinter der Promenade am Strand versteckten.
Auffällig sind die Kinder, die an der Promenade mit ihren Rosen, um ein paar Münzen betteln. Offensichtlich mit wenig Berührungsängsten, scheuen sie nicht davor, erwachsene Männer anzuspringen.

Oberhalb der Promenade, beginnend an der Marina, verläuft die erste der drei Parallelstraßen, die sich komplett durch das Touristenzentrum zieht. Der Boulevard du 20 Août. Neben den Hotels in zweiter Reihe, Restaurants, Pubs und Nachtclubs, haben sich hier Souvenirhändler und Zweiradverleihservice angesiedelt.

Bisher hört sich das schon alles sehr nach Pauschalparadies an, aber Agadir hat einiges mehr zu bieten. Lasst mich Euch mitnehmen in das

Agadir für Entdecker:

Tafoukt Souq**

Der touristische Basar zwischen dem Boulevard du 20 Août und der Strandpromenade bietet alles vom Berberschmuck, über das marokkanische Gold, das Arganöl, bis hin zu Lederwaren und Fußballtrikots. Shopping Queens und Kings werden hier sicher fündig, auf der Suche nach dem marokkanischen Souvenir. Aber Achtung: Zwar kommen immer mehr Waren aus dem etwa 300 Kilometer entfernen Marrakesh, dennoch ist die Qualität oft minderwertig und nicht im Land hergestellt. Kleine Perlen findet man dennoch in dem reichhaltigen Angebot. Ich persönlich würde davon abraten, sich im Tafoukt Souq** mit Arganöl oder Gewürzen einzudecken. Dafür ist der Markt sicher der besser geeignete Ort.

Petit Train**

Auf der Boulevard du 20 Août befindet sich die Haltestelle des Petit Train. Der „kleine Zug“ ist eine Bimmelbahn, die für 18 Marokkanische Dirham (ca. 1,80 Euro) eine 40-minütige Panorama-Rundfahrt durch die Neustadt von Agadir anbietet. Eine wunderbare Möglichkeit, um sich einen ersten Überblick über die Stadt zu verschaffen, wobei alle Sehenswürdigkeiten auch sehr gut zu Fuß zu erreichen sind.

La Vallée des Oiseaux**

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Pfau im Bird Valley

Direkt hinter der Haltestelle des Petit Train** geht es in das kleine Valley of Birds**. Ein kleiner, schön angelegter Tierpark, der vor allem diverse Vogelarten, aber auch Ziegen und Steinböcke beherbergt. Durch den Park gelangt man auf die dritte Parallelstrasse, der Avenue Hassan II und schon ist man in der Neustadt angekommen.



Die Neustadt

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Podest für Verkehrspolizisten in der Neustadt von Agadir

Nicht besonders schön erstreckt sich die Neustadt mit den kargen Betonbauten östlich der schillernden Strandpromenade. Hier leben und arbeiten die Einwohner von Agadir im geschäftigen Zentrum. Schaut man aber etwas genauer hin, findet man kleine Oasen in der Stadt, die darauf warten entdeckt zu werden. 

Die Moschee von Agadir**

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Die Moschee von Agadir

In Mitten der Avenue des FAR befindet sich das hübsche Herzstück der Stadt, das kurz nach dem Erdbeben hier errichtet wurde. Die Moschee Mohamed V, die zum Gebet die Einwohner der Stadt anzieht. Neben den zahlreichen Moscheen der Stadt ist die Mohamed V die größte und bekannteste. Der Stadtteil und die damalige Moschee wurden beim Erdbeben komplett zerstört, so dass das Gebäude recht modern und doch traditionell erscheint.

Das Mémoire d’Agadir**
und der Olhao Park**

An der Ecke der Avenue du Président Kennedy und der Avenue des FAR befindet sich das Mémoire d’Agadir. Ein kleines Museum, dass mit eindrucksvollen Bildern, das frühere Agadir und das Erbeben behandelt. Der Eintritt ist mit 20 Marokkanischen Dirham (etwa 2 Euro) recht überschaubar und man bekommt eine kleine Einführung in die Geschichte der Stadt.

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Der Olhao Park in Agadir

Hinter dem Gemäuer, dass nach dem Erdbeben wieder im ursprünglichen Stil aufgebaut wurde, geht es in einen kleinen Park, den Olhao Park, der von der anderen Seite öffentlich und ohne Eintritt, zugänglich ist. Der Park wurde 1992 anlässlich der Städtepartnerschaft mit der portugiesischen Stadt Olhao angelegt. Überall in der kleinen Oase findet man die Ruinen, die nach dem Erbeben nicht wieder aufgebaut wurden. Schön zu sehen ist die Bauweise, wie sie hier verwendet wurde, denn es erinnert sehr an portugiesischen Stil. Die Säulen aus kleinen Schiefersteinen und Wände aus Lehm. Die Tür- und Fensterrahmen aus einfachen Holzbalken zusammen gezimmert. Die Böden wurden mit bunt gemusterten Fliesen ausgelegt. 

Passage Aût Souss

Eine weitere kleine Oase zwischen den kargen Betonbauten findet man in der Passage Aût Sousa. Die breite Passage erstreckt sich als fahrzeugfreie Querstraße zwischen der zweiten und dritten Parallelstraße. Hier befindet sich versteckt das Musée du Patrimoine Amazigh. Das Museum beschäftigt sich mit dem Kunsthandwerk und der Lebensweise der Berber.

An der Ecke der Passage und der Avenue Mohamed V gibt es eine weitere, recht unbekannte Sehenswürdigkeit der Stadt zu entdecken. Das Theater von Agadir. Außer bei Veranstaltungen leider geschlossen, stellt alleine die Fassade ein Augenschmaus dar.

Stade al Inbiaat**

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Das Stadion von Agadir

Langsam geht es weiter Richtung Altstadt. Auf der Avenue Mohamed V in Richtung Süden liegt das Stadion von Agadir, das Stade al Inbiaat. Der Haupteingang ist im schlichten, aber typisch marokkanischen Stil gehalten und würde es nicht am Eingang stehen, würde man hier nicht wirklich eines der größten Stadien Marokkos vermuten. Mit etwas Glück ist der Seiteneingang geöffnet, so das man einen Blick ins Innere des Stadions werfen kann. Ansonsten besteht noch die Möglichkeit vom Hintereingang in das Stadion zu gelangen. Viel zu sehen gibt es allerdings nicht.

Nach dem Stadion geht es weiter entlang des Präsidentenpalast und dem dazugehörigen Park, der an mehreren Stellen von Wachposten geschützt wird, in die Altstadt.

Die Altstadt

Auch die Altstadt besticht durch ihre kargen Bauten, allerdings geht es hier weitaus chaotischer zu. Diesen Stadtteil als Altstadt zu bezeichnen, ist fast schon ironisch, denn auch hier wurde vieles zerstört und in den letzten 60 Jahren neu aufgebaut. Dennoch gibt es hier zwei Highlights zu entdecken:

Der Souk el Had

Der größte und traditionelle Markt der Stadt war mein persönliches Highlight in Agadir. Hier kommen die Marokkaner her, um sich mit Obst und Gemüse, als auch Fleisch, Fisch, Backwaren und natürlich den traditionellen Gewürzen einzudecken. Gewürze und Pflegeartikel natürlichen Ursprungs sind typisch marokkanisch. An allen Ecken duftet es herrlich nach den verschiedensten Gerüchen und es geht hektisch zu auf dem Markt. Hier wäre nun die richtige Gelegenheit sich mit den Gewürzen und lokalen Produkten einzudecken.

Hinter dem großen Food Market geht es in ein Labyrinth von Gängen, mit hunderten kleiner Shops, die alles, wirklich alles anbieten, dass die Marokkaner für Ihren Alltag benötigen. Kleidung, Schuhe, Schmuck, Bettwäsche, Möbel, Reinigungsmittel und und und. Es gibt hier nichts, was es nicht gibt. In diesem Bereich des Marktes sind nur wenige Urlauber unterwegs und man bekommt ein tolles Gefühl der marokkanischen Kultur.

Natürlich kommen auch Souvenirshopper auf ihre Kosten, den im nächsten Teil des Marktes stellen viele lokale Hersteller ihre Souvenirs zum Verkauf. Neben den Standardwaren, die es überall in der Stadt gibt, findet man hier kleine Schätze von lokalen Künstlern. 

Die Neue Medina

Nach der Shopping Tour ist es wieder etwas Zeit für Kultur. Das zweite Highlight etwas außerhalb der Altstadt ist die Neue Medina. Da die Stadtmauern und die alte Medina beim Erdbeben komplett in Schutt und Asche gelegt wurden, gibt es heute leider nichts mehr, dass an das frühere Agadir erinnert. Ein Mann aus Sizilien machte es sich zur Aufgabe die alte Medina an einem anderen Ort originalgetreu nachzubauen. So kann man die neue Medina, heute etwas außerhalb des Zentrums, besichtigen und bekommt einen Eindruck davon, wie es in der Stadt mal ausgesehen haben muss. 

Kasbah

Wir verlassen das Zentrum und machen uns auf den Berg über Agadir.
Vom Strand aus ist die Kasbah bereits zu bewundern und bei Dunkelheit ist der Berg mit einem Schriftzug beleuchtet. Der Andienen Talborjet, der Berg unterhalb der Kasbah, wo sich die einstige Altstadt befand, dient heute als Friedhof, der beim Erdbeben ums Leben gekommene Einwohner.
Zu sehen ist davon nichts. Die rund 15.000 Menschen wurden hier begraben und heute ist Gras darüber gewachsen.
Die Kasbah ist zwar zu Fuß zu erreichen, aber der Anstieg ist hart und schweißtreibend. Daher meine Empfehlung: mit dem Taxi nach oben und zu Fuß zurück in die Stadt. Als Alternative würde sich ein Roller, den man in der Boulevard du 20 Août mieten kann, anbieten.
Bis auf die Außenmauern der Festung ist hier nicht mehr viel zu sehen. Vereinzelt findet man noch Einstige und kann erahnen, wie es hier einmal ausgesehen hat.
Dennoch lohnt sich ein Besuch, denn der Ausblick von hier oben ist wunderschön. Man blickt über den Strand und den Hafen von Agadir, sowie über die gesamte Stadt und im Norden in die Berge des Atlasgebirges.

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Kasbah auf dem Berg über Agadir

Ein wunderbarer Abschluss für eine Tour durch das Agadir für Entdecker.

In diesem Sinne:
viel Spaß bei Eurem nächsten Besuch in Agadir.

Meine Reiseempfehlungen für Marokko:

Beste Reisezeit…
Küstenregion Marokkos (Norden/Nordwesten): April bis November
Marrakesch (Inland): September bis Mai
Atlasgebirge (Hochlage): März, April, Mai, Oktober, November
Westsahara Küstenregion (Südwesten) (Agadir): April bis November

Anreise…
Günstige Flüge nach Marrakesh und Agadir gibt es mit Ryan Air*

Übernachten…
Die traditionellen Riadh’s sind sicherlich die schönste Art, die Nacht in Marokko zu verbringen. Über booking.com* findet man ganz nette Riadh’s

Reiseführer…
Der Lonely Planet* ist ein super Reiseführer für Marokko. Eine gute Alternative gib’t von Marco Polo*.

Sprache…
in Marokko wird neben Marokkanisch größtenteils Französisch gesprochen. Auch mit Englisch und teilweise auch Deutsch kommt man in den Touristengebieten gut weiter. Dennoch sind Sprachkenntnisse nie verkehrt… Jetzt Sprachen lernen mit Babbel*

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Ein Tag in Prag

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Die letzten Tage habe ich in Prag verbracht, aber leider hatte ich nur wenig Zeit die Stadt zu erkunden. So kam mir der Gedanke, was macht man in Prag, an einem Tag.

Die Highlights von der Tschechischen Hauptstadt gibt es in meinem Artikel:

Ein Tag in Prag

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Blick über Prag mit der Prager Burg im Hintergrund

Das Zentrum von Prag, rund um die Moldau, ist nicht sehr groß und alle Sehenswürdigkeiten sind fußläufig wunderbar zu erkunden. Für die etwas Lauffauleren gibt es als Alternative die Tram 22.
Die öffentliche Straßenbahn „Tram 22“ fährt mitten durch das historische Prag und bietet den Blick auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Einen schönen und ausführlichen Blog dazu habe ich hier gefunden:
Stadtrundfahrt mit dem Tram 22**

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Die alte Tram in der Prager Altstadt

Ich allerdings, habe mich dazu entschieden, Prag an einem Tag zu Fuß zu erkunden.
Los geht es am Tanzenden Haus.

Das Tanzende Haus ist ein Bürogebäude, dass 1996 erbaut wurde. Es steht direkt am Ufer der Moldau und symbolisiert „einen rationalen Dialog zwischen einem totalitären, statisch vertikalen Konzept auf der einen Seite und einem dynamischen, im gesellschaftlichen Umbruch begriffenen auf der anderen. Zudem erinnert es an eine Tänzerin im gläsernen Faltenkleid, die sich grazil an den Herrn mit Hut schmiegt.“ (Quelle Wikipedia).
Das Tanzende Haus ist mit Abstand die modernste Sehenswürdigkeit in der Hauptstadt und mein Gefühl war, dass es als solche gar nicht wirklich wahr genommen wird, sondern tatsächlich nur ein außergewöhnliches Gebäude darstellt, dass im Gewusel der vielen Autos und Fußgänger untergeht.

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Das Tanzende Haus in Prag

Vom Tanzenden Haus geht es weiter entlang der Moldau. Im Winter ist hier nicht sehr viel Betrieb. Zu kalt für die Ufercafe’s und Boote, die hier ab dem Frühjahr die Gäste anlocken.
Vorbei am Nationaltheater geht es zu dem Wahrzeichen der Stadt, der Karlsbrücke.

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Tor zur Karlsbrücke

Die Karlsbrücke verbindet die Prager Altstadt mit der Kleinseite und ist mit der Entstehung im 14. Jahrhundert eine der ältesten Brücken Europas.
Klar ist, dass die Karlsbrücke schon einiges hinter sich hat. Mehrere Flutwellen und schwerer Eisgang zerstörten im Laufe der Zeit einige Pfeiler der Bogenbrücke, der bei der Erbauung Quark und Wein als „römischer Mörtel“ beigemischt wurde. Zahlreiche Umbauten und Renovierungen waren nötig, dass die Brücke überleben konnte und heute in ihrer vollen Bracht erscheint.
Über eine Länge von 516 Metern und einer Breite von 10 Metern ist die Karlsbrücke, mit ihren eindrucksvollen Torbögen und Statuen nur für Fußgänger geöffnet. Von hier hat man einen eindrucksvollen Blick auf die Prager Burg, die wir später noch kennen lernen.

Auf der Kleinseite angekommen geht es weiter zur
John-Lennon-Wall. Die Wand war früher eine gewöhnliche Mauer. Seit den 80er Jahren wird sie von Künstlern und die, die es gerne werden möchten, mit Graffiti und Liedtexten der Beatles verschönert. Das Originale Porträt von John Lennon ist schon lange mit neuen Kunstwerken übermalt und ständig kommen neue hinzu.

Weiter geht es mit der Petřín Seilbahn hoch nach oben auf den Petřín Hügel.
Hier steht der Petřínská rozhledna (Aussichtsturm Petřín). Der 63,5 Meter hohe Turm wurde 1891 als kleiner Nachbau des Pariser Eiffelturm errichtet. Von der Aussichtsplattform hat man einen wunderschönen Blick über die Stadt und die nähere Umgebung.

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Fernsehturm auf dem Petri Hügel in Prag

Etwas weiter nördlich gelangt man zur Prager Burg (Pražský hrad), die wir bereits von der Karlsbrücke bewundern konnten.

Die Prager Burg ist das größte geschlossene Burgareal der Welt und von der Nähe noch beeindruckender, als von der Ferne. Die Burg ist heute Sitz des Präsidenten der Tschechischen Republik und inmitten des Areals befindet sich der eindrucksvolle Veitsdom und das berühmte Goldene Gässchen.

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Die Moldau mit der Prager Burg und der Karlsbrücke im Hintergrund

Bevor es wieder Richtung Altstadt geht, machen wir noch einen Abstecher zum Prager Loreto (Pražská Loreta), ein Kapuzinerkloser auf dem Prager Burgberg (Hradčany).

Es geht zurück zur Karlsbrücke und zurück im Bezirk Prag 1 steuert man direkt auf das Klementinum zu. In dem ehemalige Jesuitenkolleg ist heute die Tschechische Nationalbibliothek unter gebracht.

Übrigens sind rund um die Karlsbrücke und in den Bezirken Prag 1 und Kleinseite zahlreiche Museen der verschiedensten Themenbereiche zu finden.
Neben den historischen und kulturellen Angebot gibt es auch ganz außergewöhnliche Museen zu erkunden. Unter anderen das Apple Museum, das Beer Museum, das Museum of Medieval Torture und andere Torture Museen, sowie viele andere mehr.

Rechts des Klemetinum geht es in die Prager Altstadt.
In den engen Gassen, die am Tage überfüllt von internationale Touristen sind, bekommt man einen schönen Eindruck der historischen Prager Architektur. Wunderschöne alte und eindrucksvolle Gebäude. Zu meist sind hier kleine Souvenirlädchen unter gebracht. Neben den gewöhnlichen Souvenirs findet man durchaus auch ganz ausgefallene und hübsche Mitbringsel.

In der Prager Altstadt sollte man unbedingt sündigen und einen Trdelník schlemmen.
Das traditionelle Gebäck, das eigentlich aus der Slowakei stammt, wird in einer Rolle mit einem Innendurchmesser von rund 5 cm gebacken und mit den leckersten Schlemmereien gefüllt.

Neben den tollen Gebäuden gibt es in der Altstadt einige eindrucksvolle Kirchen und Synagogen. Das Highlight aller Bauten ist das Rathaus mit der berühmten Prager Rathausuhr (Pražský orloj). Der daneben liegende Altstadtplatz ist überfüllt mit Touristen und Entertainern und von der Schönheit des Platzes ist leider nur wenig zu erkennen.

Nach einem Tag in Prag hat man die wichtigsten und schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt erkundet und je weiter es gegen Abend geht, desto leerer wird die Altstadt. Zwar gibt es das ein oder andere Restaurant, aber für das Abendprogramm empfiehlt es sich eher in die Neustadt zu wechseln.

In der Neustadt gibt es die besten Restaurants mit lokalem Angebot.
Die beliebtesten Touristenlokale sind meist im Brauhausstil und bieten deftige Traditionelle Tschechische Küche. Viel Fleisch mit Beilagen wie Knödel und Rot- oder Weißkraut sind Hauptbestandteil der lokalen Essgewohnheiten. Als Aperitif gibt es einen Becherovka, ein bitter-süßer Kräuterlikör und zum Essen wird traditionell Bier getrunken. Das beliebteste Bier in der Tschechischen Republik ist das Pilsner Urquell.
In diesen Restaurants wird man nur wenige Prager finden. Die Einheimischen dinieren in der Regel in kleinen Lokalen in den Seitenstraßen. Die Preise hier sind mindestens um die Hälfte günstiger und die Portionen um so größer.

Hat man nach dem anstrengenden Sight Seeing Tag und dem reichhaltigen Dinner noch ausreichend Energie kann man den Abend in einem der angesagten Clubs ausklingen lassen und den Tag in Prag Revue passieren lassen.

Aufgrund der kurzen Wege und der vielen Sehenswürdigkeiten auf engstem Raum kann man an einem Tag in Prag ein sehr guten Eindruck der Hauptstadt bekommen. Um allerdings etwas mehr ins Detail zu gehen, sich das ein oder andere Museum an zu sehen, oder das vielfältige Entertainment-Angebot besser kennen zu lernen sollte man schon etwas mehr Zeit mit bringen.

Es lohnt sich sehr…
Viel Spaß in Prag, an einem Tag.

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